Smartuner SGC-239 Problem und Lösung

  • an einer Dummy Load nicht testen auf Erwärmung. Da gibt es keine Mantelwellen,

    Du hast recht! Da wird die Glühlampe wohl nicht ausreichen....


    Da werde ich wohl demnächst mal den Sender dauertasten und auf Dach des Carports steigen um die Temperatur des Ringkerns zum messen... wahrscheinlich vorzugsweise auf 80m


    Viele Grüße - Armin

  • Ich gehe davon aus, dass das SWR nicht alle Bänder gleich stark davonwandert. Ich würde den Test auf einem band machen, wo der Effekt deutlich auftritt.


    Wandert das SWR auch davon auf Bändern, wo das SWR stabil bleibt mit dem LDG Tuner?


    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo Peter


    Mit dem LDG Tuner war das SWR stabil...

    Mit dem Smartuner wanderte das SWR auf allen Bändern. Auf 10m ist es mir zuerst aufgefallen, ich konnte es aber überall nachweisen. 80m war gar nicht abzustimmen.

    Jetzt mit dem Balun für unbestimmte Impedanzen zwischen Smartuner und Antenne ist das SWR auf allen Bändern richtig gut und stabil.

    Gleichwohl wäre es interessant, wie sich die Mantelwellensperre jetzt auf welchen Bändern wie warm anfühlt.


    Viele Grüße - Armin

  • Der Kern einer Mantelwellensperre wir dann warm, wenn er Mantelwellen sperren muss.

    Hinter dieser beim ersten Lesen vielleicht unsinnigen Nachricht verbirgt sich aber die Grundfunktion einer Gleichwellendrossel: Ohne Mantelwellen fließen in beiden Wicklungen Ströme, die gleich groß, aber entgegengesetzt gerichtet sind - im Kern entsteht kein magnetischer Fluss. Fließen in den beiden Wicklungen unterschiedliche Ströme, entsteht ein magnetischer Fluss im Kern, der in der anderen Wicklung eine Gegen-Spannung induziert, die diesen unterschiedlichen Stromfluss auszugleichen versucht. Der magnetische Fluss erzeugt je nach Kernmaterial und Flussdichte durch die Ummagnetisierungsverlust Wärme.


    Kurz: Der Balun wird dann warm, wenn er symmetrieren muss. Und je nachdem ob er in einem Strombauch oder im Spannungsbauch der Mantelwelle angeordnete ist, variieren diese Verluste.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Hallo Günter, hallo Armin,


    "Und je nachdem ob er in einem Strombauch oder im Spannungsbauch der Mantelwelle angeordnete ist, variieren diese Verluste."


    Aber egal welcher Koppler im Einsatz ist: Die Matelwellensperre bleibt doch wohl an derselben Stelle - nehme ich mal an. So dass je nach Betriebsfrequenz mehr oder weniger Spannung über ihr abfällt. An diesen Verhältnissen ändern auch die Koppler nichts. Daher sehe ich das Problem eher bei den Impedanzverhältnissen am Speisepunkt.


    Beide Koppler transformieren die Impedanz am Speisepunkt der Antenne nach 50Ohm - soweit sie das können. Wenn ich mich recht erinnere, verfügt der SGC über ein PI-Glied, der LDG über ein L-Glied. Insofern gibt es schon Unterschiede, die sich beim jeweiligen Koppler im Anpassbereich zeigen. Extreme Antennenimpedanzen können diese Koppler nicht korrekt erfassen und auch nicht anpassen.


    Nochmal zur Mantelwellensperre: Das Datenblatt des 43er Materials zeigt schon eine beachtliche Temperaturabhängigkeit (siehe: http://www.amidoncorp.com/prod…fications/43_Material.pdf dort Diagramm unten rechts), gerade im Bereich 25MHz. Und noch tiefer wird es vermutlich nicht besser werden sondern evtl. noch steiler. Mit der Maßgabe, dass die Antenne ganz unbedingt so bleiben muss, würde ich versuchen, die Mantelwellensperre aufzuteilen, um die Belastung des einen Kernes auf mehrere zu verteilen und die Antennenimpedanz dadurch zu stabilisieren. Das erinnert mich an die symmetrischen Antennenkoppler von Rohde & Schwarz, die aus einem unsymmetrischen Antennenkoppler und einer Breitband-Mantelwellensperre (mit hoher Längsimpedanz) am Eingang bestehen. Das kann man so machen, es kann aber problematisch werden...


    Das Variieren der Mantelwellensperre ist nach meinem Verständnis aber doch eher eine "Krampf-Lösung". Wenn die Impedanzverhältnisse extrem werden (was sich ja messtechnisch bestimmen lässt und worauf Deine Problembeschreibung hindeutet), würde ich mich eher anderen Lösungen zuwenden. Manchmal bringt ein unauffällig hinzugefügtes Gegengewicht oder eine Verlängerung des Strahlers aus dünnem (für die XYL quasi unsichtbarem!) Draht eine ganz erstaunliche Entspannung in die Situation, weil die Impedanz dadurch in einen Bereich verschoben wird, der viel leichter beherrschbar ist. Da ist mit einem Mal die Antenne anpassbar geworden. Die automatischen Antennenkoppler sind letztendlich kein Allheilmittel.


    73 Andy DH5AK

  • Hallo Andy,

    vollkommen d'accord mit dem was du schreibst. Mir ging es darum darauf hinzuweisen, dass es ungünstige räumliche Konstallationen gibt, wo eine Mantelwellensperre entweder heiß werden oder wenig Wirkung zeigen kann. Das lässt sich schwer voraussagen, das es von den individuellen Gegebenheiten abhängt. In solchen Fällen helfen die Maßnahmen, wie du sie im letzten Absatz beschrieben hast. Versuch (oder messen) macht kluch.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Hallo Günter, hallo Armin


    genau SO habe ich das auch von Dir verstanden. Auf diese "ungünstigen Konstellationen" wollte ich auch hinweisen. Dass der "springende Punkt" also nicht bei der Mantelwellensperre liegt, sondern wahrscheinlich eher an den bösartigen Impedanzverhältnissen

    am Speisepunkt.

    Die meisten AFu-Bänder sind harmonisch. So kann diese Eigenheit auch auf harmonischen Bändern auftreten, aber nicht derart ausgeprägt.


    Es gibt auch Konzepte für Antennen, die sich "kopplerkonform" verhalten, also auf den AFu-Bändern keine extremen Impedanzen aufweisen. Da wird die Antenne nach Anpassbarkeit entworfen. Ein Beispiel ist die RXO-Unitenna. Die Anpassbarkeit zum Haupt-Designkriterium zu machen, wird ja auch bei den üblichen Antennen gern verfolgt - auch wenn das selten jemand offen sagt.


    Den XYL-Akzeptanzfaktor darf "Mann" aber nie aus dem Auge verlieren. Daher schrieb ich auch bewusst von dünnen Drähten. Die sind mit dem Auge nach zwei Metern nicht mehr zu sehen. Und es ist immer noch besser, ein etwas verlustbehaftetes Gegengewicht strahlt, als dass eine Mantelwellensperre warm wird. Denn die strahlt dann ausschließlich im IR-Bereich, was nicht hilfreich ist.


    73 Andy