Stahlrohr als Mantelwellensperre?

  • Hallo


    Die Diskussion über die Qualität von Mantelwellensperren brachte mich auf eine Frage.


    Ich stehe kurz vor dem Antennenbau. (Es gibt einen mittels SG-239 endgespeisten 22,5m Draht der als Inverted-V vom Carport über das Dach geht. Als Gegengewicht wird vom Tuner ein Erddraht 5m nach unten geführt den ich gedenke ca. 10m an der Grundstücksgrenze im Erdreich zu vergraben. ) Im wetterfesten Gehäuse für den Tuner setze ich nach der Einspeiseweiche eine Mantelwellensperre mit ft 240-43.

    Der Weg des Koaxkabels RG-213 ist soweit klar. Ursprünglich wollte ich das Koaxlabel durch ein Kunststoffinstallationsrohr führen. Jetzt fage ich mich, ob es Sinn macht statt dessen ein Stahlrohr für den Kabelweg unter dem Dach des Carports zu nehmen. Es wären ca. 10m Rohr.

    Würde dies als zusätzliche Mantelwellensperre wirken? ... und wenn ja - was wäre zu beachten? Rohr möglichst eng um RG-213... mit an die Erde? ...?

    Würde das was bringen? Was würde das bringen? Oder wäre es den Aufwand und die Kosten nicht wert?


    Viele Grüße - Armin

  • Sehr interessante Frage!

    Hoff' es findet sich ein Berufener der hier was beitragen kann. Die Mantelwellensperren mit Ferritperlen über dem Kabel arbeiten über die induzierten Wirbelströme im Ferrit Material. Hege die Hoffnung daß ein Metallrohr so eine dämpfende Wirkung haben sollte. Weiß aber nix genaues nicht ned ;-)

    lg Arnold

  • Die Wirkung einer Mantelwellensperre beruht auf dem induktiven Widerstand, den eine HF-Leitung Gleichtaktströmen entgegensetzt. Eine Induktivität und den verbundenen induktiven Widerstand kann man erhöhen durch Aufwickeln zu einer Spule oder aufwickeln auf ein Material mit einer Permeabilität von größer als 1. Darum nimmt man gerne Ferrit, wegen seiner hohen Permeabilität auch bei hohen Frequenzen. Das Durchführen durch ein Rohr aus ferromagnetischem Material entspricht im Grunde dem Aufwickeln auf einen dünnen, sehr langen Ringkern mit einer Windung.


    Die Frage ist also: wie weit erhöht sich der induktive Widerstand des Koaxmantels durch das Durchführen durch ein Eisenrohr. Weicheisen verhält sich diesbezüglich günstiger als legierter Stahl. Man kann die Gleichtaktunterdrückung mit einem NWA oder einem VNWA einfach wie im anderen Thread beschrieben messen.


    Unabhängig von der magnetischen Wirkung des Eisenrohrs und der Erhöhung des induktiven Gleichtakt-Widerstandes, wirkt ein geerdetes Rohr als abschirmend für statische Felder. Und je nach Länge auch bei gewissen Frequenzen als Stub.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

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  • Ich habe es gerade an meinem NWT-FA mit einem Steckschlüssel, 12cm lang (Beigabe zu Möbeln, ist ja auch billiges Eisen), Einzeldraht durchgeführt, getestet. Wirkung geht auf KW bis 50MHz gegen Null, mit Steckschlüssel war die DurchlaßLeistung eher noch eine Idee höher (warum auch immer, wer misst, misst Mist). Bei 3 Wdg durch die Drehstiftlöcher war es dann etwa 1dB weniger. Also wenig Aussicht auf große Einsparung, zumindest auf KW, die Ferrite werden wohl weiter gebraucht. Trotzdem interessante Fragestellung.

    73 Reiner

  • Im UHF-Bereich verwende ich ein Stück Rohr über dem Koax vor dem Übergang auf symmetrisch (4ergruppe open feedline). (open sleeve, Sperrtopf, stub)

    Normales St37 ist vermutlich nicht permeabel genug, um vernünftige Sperrwirkung auf Kurzwelle zu erzielen.


    73, Jochen