Lithium-Ionen Akku, oder: mein neuer Bartschneider ( vy OT )

  • Hallo Gemeinde, seit gestern habe ich einen neuen Bartschneider, oder: Langhaarschneider. Der arbeitet ganz modern mit Lithium-Ionen Akkus. Ja Mehrzahl, plural. Dem Schneider sind 2 kleine Akku- Packs beigegben. Mann kann diese durch eine wasserdichte Verschraubung einfach auswechseln, es ist ein 3-poliger Steckkontakt.

    Nun brauche ich das Teil so ungefähr jede Woche 1 x. Den Vorgänger hatte ich vielleicht 4 x im Jahr nachladen müssen.

    Wie soll ich nun mit den neuen Akkus verfahren? Den beigepackten in Ruhe lassen und erst dann benutzen, wenn der erste hinüber ist? Wenn ja, wie: vollgeladen oder leer?

    Oder soll ich beide im Wechsel betreiben?

    Der Vorgänger hatte einen NiCad fest verbaut; der hat über den langen Zeitraum/Lebensdauer eigentlich nicht sehr viele Ladezyklen erlebt.

    An das Märchen, daß alle Akkus nach NiCad KEINEN Memoryeffekt haben, glaube ich so recht nicht.:/

    Danke für Eure Ratschläge

    vy 73 de Wolfgang

  • Moin Wolfgang


    ich hab grad erst letztes Jahr einen dieser Trimmer gekauft, der standesgemäss einen Li-Akku hat; den muss ich selten nachladen und hält auch über längere Zeit seine Ladung.

    Mein alter gewöhnlicher Rasierer hat NiMH-Akkus, im AAA-Format. Der hatte von Beginn an nur eine kurze Standzeit, dann war die Ladung wieder weg. Nachdem irgendwann fast gar nichts mehr ging, hab ich die Akkus ersetzt. Da ich keinen Bedarf hatte, ständig wieder Akkus zu wechseln, wenn ich irgendwelche Nonames nehme, hab ich Panasonic eneloop besorgt - ohne wirklich etwas auf die viel gepriesenen Versprechungen zu geben. Jetzt muss ich aber schon sagen, dass der Rasierer eine ganz gute Standzeit hat; kein Vergleich mit den alten.


    Wie es mit Memoryeffekt steht, wird erst die längere Beobachtung zeigen. Allerdings hab ich bei vielen NiMH im AA und AAA Format ähnliches Langzeitverhalten festgestellt wie bei den vormaligen NiCd. Aber gut, schlussendlich sind Akkus immer Verschleissartikel. Deswegen schau ich beim Neuerwerb eines Gerätes immer noch darauf, wie aufwendig ein Akkuaustausch über die Bühne geht; bzw. überhaupt möglich ist.

  • Hallo Wolfgang,

    meine praktischen Erfahrungen mit LiOn:

    Ich habe vor etwa 3 Jahren beim P... ca 25 alte Telefonakkus gekauft, Nennkapazität 1Ah, integrierte Schutzschaltung, Preis knapp 1€/Stück, waren unbenutzt und müssen viele Jahre im Regal gelegen haben. Lt. meinem Test lag die Kapazität bei 75-85% des Nennwertes. 20% ohne Klemmenspannung (Unterspannungsschutz), waren nach dem Laden im oberen Bereich der getesteten Kapazität.

    Verwendung: 16 Stück werkeln als Gruppe 4S3P in meinem BCR (ca 2,4Ah) und bescheren eine stabile, ausdauernde Batterie, deutlich besser gegenüber den vorherigen Mignon-NiMh.

    2 Stück ersetzen im Bauteiltester LCR-T4 die häufig leeren 9V-Blocks und halten gefühlt "ewig".

    Das letzte Exemplar habe ich anstelle der defekten Zelle im Antennenanalyser SARK-110 eingebaut, der nun statt 5min etwa 2Std. durchhält.

    Also wie im Bartschneider, gelegentliche Nutzung.

    Was nach meinen Erfahrungen Gift ist:

    Ständiges Vollladen, wie der Laptop, der immer am Netz hängt, führt zu nachlassender Kapazität.

    Ständiger Betrieb nahe der Grenzwerte (Unter/Überspannung, Lade/Entladestrom) nagt auch an der Lebensdauer, wie z.B. Akkusauger u.a. mit Minibatterien usw.

    Gelagerte mehrzellige Batterien sollten ab und zu kontrolliert/geladen werden, da durch die (eventuell im Akku integrierte) Schutzelektronk eine geringe Entladung auftreten kann.

    Ansonsten gibt es viele Informationen dazu im Netz.

    73 Reiner

  • Ich habe zwei gleiche Rasierer mit LiOn Akku, die extrem selten das Aufladen brauchen, trotz täglicher Rasur. Ich warte immer, bis der Rasierer "das Keuchen" anfängt, d.h. gerade noch so anspringt. Im 2.QTH liegt der fast nur rum und ist in 2 Jahren einmal nachgeladen worden.


    Zu meinem Lenovo Thinkpad war der Akku fällig, ich habe Original nachbestellt (keine noname) mit etwas mehr Kapazität (sind Panasonic-Zellen). Dazu habe ich aber dann auch Lenovo Service zur Lebensdauer etc. angeschrieben, weil der Thinkpad überwiegend im Shack am Netz mit läuft und selten im Urlaub oder unterwegs/portabel auf Akku. Man hat mir empfohlen, den Akku bei Netzbetrieb nicht im Thinkpad zu lassen, sondern am besten um 80% aufgeladen kühl zu lagern (d.h. Keller-Temperatur um 10°, nicht Kühlschrank :-) ). Jedes Nachladen zählt als Ladezyklus.


    Bei meiner Handfunke FT51R habe ich NiMH nachgerüstet. Die halten gut und lassen etwas in der Kapazität nach (mit den Jahren), aber einen ausgeprägten Memory-Effekt wie früher bei NiCad habe ich nicht beobachten können. Tiefentladung versuche ich zu vermeiden und lasse die 1-2mal im Jahr per AccuMaster (uralt, Conrad) jeweils 2x entladen-laden (besitze zwei gleiche Packs). Haben derzeit nach 5 Jahre (seit 9/2014) immer noch 92-94% Kapazität bei voller Aufladung. Die Vorgänger NiCad hielten auf diese Art Behandlung ab 1996 bis zum Austausch - da ging dann gar nichts mehr.


    Mein VX2R mit LiOn von 2000/02 scheint unkaputtbar zu sein. Muß mal die Rechnung suchen.


    73 Peter

  • Danke für eure Infos! Ich habe Akku Nr.2 jetzt mit Edding eine "2" verpasst und den Guten in den stets kühlen Vorratskeller gebracht. Bis ich ihn umklemme, wird es wohl X-Mas 2020 werden...

    Diese Geräte werden auch in den neuerdings wie Bartstoppeln spriessenden Friseursalons - neudeutsch:Barbershops- benutzt. Daher wohl der Wechselakku. Übrigens: ganz modern, mit USB Ladeanschluß, "für am PC" laden.

    vy 73 de Wolfgang