Welche Funktion "Regen" beim Paraset 80

  • Hallo Bastler,

    hier bin ich mal wieder mit einem "Problem":

    Links unten sieht man auf dem Schaltplan die Regelfunktion "Regen" und die Komponenten zur Frequenzaufbereitung. Was habe ich vor?


    1. ich will die Frequenzaufbereitung etwas über den Haufen werfen und zwei ganz kleine Frequenzbereiche per Kippschalter realisieren, die dann um die beiden Quarzfrequenzen arbeiten und nur noch über das Poti V2 Finetuning abstimmen. Ich bin mir zwar noch nicht sicher, welche Kapazität ich brauche, aber das lässt sich näherungsweise rechnen und dann auch noch per Probieren herausfinden.


    2. Die eigentliche Frage: Was genau bewirkt der Regler "Regen"? Mein Problem: Ich bin mit Schaltplan lesen noch nicht ganz so bewandert und erst recht nicht so ganz mit der Funktion der Schaltung. Das heisst, es gibt durchaus Teile, die ich nachvollziehen kann, aber eben diese Ecke dort noch nicht. Wer kann mir mit einfachen Worten erklären, was also der benannte Regler macht?


    Grüße

    Stefan

  • Hi Stefan,


    "Die eigentliche Frage: Was genau bewirkt der Regler "Regen"?"


    Der Oszillator ist ein "Meißner"-Typ. Die Rückkopplung erfolgt dabei über eine Spule. Der "REGEN"-Regler liegt parallel zur Rückkopplungswicklung und dämpft damit die Spule. Gleichzeitig leitet er einen Teilbetrag der HF von Drain gegen Masse. Ist der Regler auf 0 Ohm, kommt keine Rückkopplungsenergie von Drain in die Spule zurück sondern die gesamte HF-Energie wird über den 0.1uF Kondensator gegen Masse abgeleitet. Die Schwingungen hören dann auf.


    Mit dem Regler wird letztlich die Rückkopplung geregelt, damit auch die Ausgangsspannung. Es ist also möglich, den Oszillator damit so zu parametrieren, dass er ein sehr lineares Signal erzeugt, nämlich indem man die zurückgeführte Energie so bemisst, dass die Schwingungen sich gerade selbst unterhalten und damit auch die Frequenzstabilität maximiert ist. "REGEN" könnte dabei für "Regeneration" stehen.


    73 de Peter

  • Was man im deutschen Sprachraum als Rückkopplungsaudion kennt, heißt im angelsächsiischen "Regenerative Receiver". Eine "regenerative" Schaltung ist eine Schaltung mit positiver Rückkopplung. Der "Regen" Regler (Regenerative Adjust) stellt also wie Peter es schon ausführte, bei diesem Rückkopplungsaudion den Grad der Rückkopplung ein.


    Mehr dazu:

    Regenerative Radios for Beginners (pdf), ARRL


    http://edi.bplaced.net/?Grundlagen___Das_Audion


    73

    Günter

  • Hallo Peter,Hallo Günter,

    danke für die Erklärung. Jetzt kann ich mir auch ein Bild machen, wie ich den Regler sinnvoll benutze.

    Und die Links lese ich mir heute Abend auch mal durch.

    Gruß Stefan

  • So, jetzt mal gelesen und verglichen. Das bedeutet jetzt, dass man im Prinzip immer versuchen muss, mit dem Poti so gerade noch den Oszillator am Schwingen zu halten. Nun kann ich meinen Umbau durchführen, das ganze Gerät in ein Gehäuse und dann mal sehen, wie gut ich das alles ans Laufen bringe! :thumbup:


    Danke für die Hilfe!

  • Hallo Stefan,


    So, jetzt mal gelesen und verglichen. Das bedeutet jetzt, dass man im Prinzip immer versuchen muss, mit dem Poti so gerade noch den Oszillator am Schwingen zu halten.

    im Prinzip ist das so, aber Du musst auch darauf achten, dass der Oszillator unter allen Bedingungen noch ausreichend Spannung abgibt, damit die nachfolgende Schaltung auch den entsprechenden Pegel bekommt. Bei Mischern verschlechtert sich nämlich u. a. die Dynamik, wenn das eingespeiste Signal unter einen bestimmten Pegel fällt.


    vy 73 de Peter

  • Das bedeutet jetzt, dass man im Prinzip immer versuchen muss, mit dem Poti so gerade noch den Oszillator am Schwingen zu halten.

    Ich habe mir diese trickreiche Schaltung doch noch mal genauer angeschaut und muss mich revidieren. Nach meinem Verständnis arbeitet der FET hier doch nicht als rückgekoppeltes Audion, sondern als selbstschwingende Mischstufe eines Direktmischers. Das Empfangssignal wird über Transitor Q7 verstärkt und über T1 auf den Resonanzkreis des FET eingekoppelt. Die positive Rückkopplung (Regeneration) erfolgt über eine eigene Wicklung an T1, der Rückkopplungsgrad ist über das "Regen" Poti einstellbar. Am Source des FET wird die NF über den Tiefpass R22, C23 und C24 zur NF Endstufe ausgekoppelt.


    Bei einem Audion würde man nur so viel Energie zurückkoppeln, dass der Resonanzkreis entdämpft wird, die Stufe aber noch nicht ungedämpft schwingt. Bei einer selbstschwingenden Mischstufe koppelt man so viel Energie zurück, dass sich eine kontinuierliche Schwingung ergibt.


    73

    Günter

  • Hallo die Runde,


    interessant die Funktion des Transistors Q7. Er wird in Basisschaltung betrieben, Basis HF-mäßig an Masse, Eingang niederohmig in den Emitter und Auskopplung hochohmig am Kollektor.

    Dies Schaltung stellt eine Trennstelle dar, bei der die HF nur in eine Richtung übertragen wird. Die HF im Schwingkreis T1 wird so bestmöglich von der Antenne fern gehalten, also eine

    Frage der nicht gewollten Abstrahlung von HF.


    73 de

  • Ich würde es so sehen:

    Q3 bis Q5 sind der Sender und arbeiten völlig eigenständig. Sie werden nur bei gedrücktem Key aktiv.

    Q6 sperrt den Weg zum Empfänger beim Senden und schaltet bei geöffnetem Key den Empfänger (unterer Schaltungsteil) an die Antenne.

    Q7 arbeitet als Vorverstärker und und verhindert die Abstrahlung der HF des Mischers über die Antenne.

    Q8 schaltet den Empfänger beim Senden stumm.

    Q10 erzeugt den Mithörton bei gedrücktem Key.

    REGEN ist, wie schon gesagt, so einzustellen, daß die Schaltung gerade schwingt. Je stärker die Rückkopplung ist, desto unempfindlicher wird der Empfänger, reißt die Schwingung ab, können nur noch AM-Signale empfangen werden.