QRP... mit "Transistoren der ersten Stunden"

  • Hallo, QRP- Freunde,


    Hier habe ich mich bereits vorgestellt.


    Ich restauriere nicht nur historische Rundfunktechnik, sondern auch alte Fachliteratur, um das alte Wissen zu erhalten.
    Daraus ergab sich dann inzwischen ein Projekt, welches hier Interesse finden könnte.


    Es gab eine Zeit, da war mit Transistoren wirklich nur QRP machbar... weil die Dinger noch einzeln aus dem Fels gehauen werden mußten, jeder Transi handgemeißelt, teuer und wertvoll, und weil die Kriställchen kaum was hergaben, die wenigen Milliwatts "zogen keinen Hering vom Teller".


    Dennoch gab es Funkamateure, die... die "Transis der ersten Stunde" auf ihre Oszillatoren piekten, HF- Spannungsteiler und Arbeitspunkte wochenlang optimierten, und für ihre nicht so recht stabil schwingenden Lieblinge kleine Klimaanlagen bauten, damit sie sich wohl fühlten.


    ...Vielleicht hat der eine oder andere Lust, so eine "echte"- QRP- Schaltung zu bauen, an den benötigten Teilen besteht eigentlich kein Mangel.
    Ich würde mich freuen, Rückmeldungen zu bekommen.
    Ggf. kann ich helfen- ich bin kein lizensierter Funkamateur, aber erfahrener Praktiker.


    Historische QRP- Sender für KW und UKW, Betriebsarten AM oder FM, mit Germaniumtransistoren


    Historische QRP- Sender- Ein AM- QRP- Sender für 1,3 MHz


    Falls jemand nicht das Meßequipment hat... hier kann geholfen werden:


    Dipmeter- Generator mit Germaniumtransistoren http:// http://edi.bplaced.net/?Projek…t_Germanium-_Transistoren


    Klirrarmer NF- Generator 25 Hz bis 100 KHz mit Germanium- Transistoren


    Viel Spaß beim Lesen und Löten !
    Edi
    http://edi.bplaced.net/

  • Und ich bin schon am Bau.
    Edi


    Hallo Edi,


    ich denke, so macht das Sinn - wenn das Teil spielt und die Randbedingungen ( Frequenz, Leistung, Modulation ) klar sind, findet sich hier, oder in Deinem persönlichen Umfeld sicher jemand, der es in die Luft bringt.


    Meine Versuche mit einem Spitzentransistor sind seinerzeit daran gescheitert, dass dem bei ca. 5Mhz unwiderruflich die Luft ausging und ich keine ausreichend effektive Antenne für das 80m-Band zur Verfügung hatte.


    Viel Erfolg


    Peter/DL3PB

  • "In die Luft bringen" ist eigentlich nicht das Ziel, aber natürlich problemlos möglich- bei Interesse hier kann man aber was versuchen- zusammen was machen, kann ja auch Spaß machen.


    Bei der geringen Leistung und normalem AM ist für das AM- Senderchen natürlich nur eine extrem geringe Reichweite zu erwarten sein.
    Zumal das damals in Teltow gebaute Gerät ja laut Schaltbild eine Stabantenne gehabt haben soll.
    Modulation in AM ist klar, Frequenz ist klar- 1,3 MHz ist gut, ich habe für die Versorgung meiner Uralt- Radios genau diese Frequenz vorgesehen, einen kleinen Modulator habe ich schon lange dafür, ein mit analogen ICs bestückter Eigenbau.


    Das FM- Senderchen mit seinem Mini- Dipol (ist ja abgebildet) wird wohl auch kaum Reichweite erzielt haben, wenn das Ding nicht von den Entwicklern auf einem Berg plaziert wurde...


    Ein originaler Transistor mit einer Grenzfrequenz von 10 MHz ist unterwegs- ich habe aber diverse Typen Germaniumtransistoren, die sich sicher besser eignen, als die Steinzeitkameraden.
    Aber... mit denen spielen ist doch viel schöner, oder ?
    :-)

  • "In die Luft bringen" ist eigentlich nicht das Ziel, aber natürlich problemlos möglich.


    Ok, offenbar steht für Dich der historisch korrekte Nachbau von Geräten aus der Frühzeit des Radios im Vordergrund. Das ist schon in der Kombination aus Selbstbau, geringer Sender-Leistungen im Milli- bzw. Micro-Watt Bereich zusammen mit dem historischen Anspruch ziemlich speziell.
    Das die erwähnten Projekte schwerpunktmäßig aus der ehemaligen DDR stammen und teilweise in den BC-Bändern laufen, schränkt den Kreis der Interessenten weiter ein.


    Eventuell findest Du hier eher Mitstreiter, das Forum ist in Englisch, hat aber eine deutschsprachige Sektion.


    73


    Peter/DL3PB

  • Bin ich hier also falsch ?
    Ich denke, eigentlich nicht.


    Die Veröffentlichungen stammen aus einer DDR- Elektronikzeitschrift, ja- aber: wenigstens 1 Schaltung beschreibt ja eine Nicht- DDR- Schaltung.
    Spitzentransis gab es zu der Zeit auf der ganzen Welt.


    Ich habe keinen besonderen Anspruch, weder Originalität, noch sonstwas. Ich habe die DDR- Zeitzschriften, viele alte Neuteile, und teilweise genau die beschriebenen Bauelemente- darum nehm' ich natürlich genau das Zeug. Wenn z. B. der uralte DDR- Transi nicht kann oder will- ich habe auch alte Russen, Japaner und westdeutsche Transis.
    Wetten, daß die sozialistische Schaltung mit einem kapitalistischen Telefunken- Spitzentransi auch geht ?
    :-)


    Die Frequenzen sind auch nicht in Stein gemeißelt- das sind ja Angaben der Original- Veröffentlichung von 1954. Der AM- QRP- TX ist betimmt auch auf 160 oder 80 m anzuwerfen.


    Ist alles just for fun- und etwas Neugier- wie hat sowas funktioniert, wie klang die Übertragung, und... ich führe Uralt- Radios und Teile einer Verwendung zu- statt museumsmäßig nicht funktionierenden Schrott auszustellen.


    Ich dachte, daß ja gerade diese Schaltungen, die ja nun darum minimalistisch daher kamen, weil es noch nichts Besseres gab, interessant sein könnten.
    Da sind ja sogar Angaben zu: DIe amerikanische Schaltung- 1 Spitzentransi, Quarz 16 MHz, hochgeleiert auf 80 oder 144 MHz, und dann 38 Km mit 50 Mikrowatt !
    "QRPiger" geht's doch nicht mehr oder ?


    Edi

  • [size=10]

    Ich dachte, daß ja gerade diese Schaltungen, die ja nun darum minimalistisch daher kamen, weil es noch nichts Besseres gab, interessant sein könnten.
    Da sind ja sogar Angaben zu: DIe amerikanische Schaltung- 1 Spitzentransi, Quarz 16 MHz, hochgeleiert auf 80 oder 144 MHz, und dann 38 Km mit 50 Mikrowatt !
    "QRPiger" geht's doch nicht mehr oder ?


    Hallo Edi,


    für die bislang bescheidene Resonanz hier im Forum kann ich nichts. Vielleicht hilft folgendes :


    > sich auf ein Projekt zu fokussieren z.B. die oben genannte amerikanische Schaltung, nicht weil sie amerikanisch ist, sondern weil sie m.E. noch am nächsten dran ist am heutigen Amateurfunk, AM ist ein bisschen aus der Mode und nicht sehr effizient bei kleinsten Leistungen


    > die Verfügbarkeit von Schlüsselkomponenten klären, Spitzentransistoren gibt's ja nicht beim Krämer um die Ecke


    > es gibt hier im Forum ein Unterforum für QRPp und Milliwatting, damit erreichst Du noch am ehesten die an solch minimalistischen Schaltungen Interessierten


    "QRPiger" ist schön!


    Peter/DL3PB

  • Hallo, DL3PB,


    Es sind alte Schaltungen mit den damaligen Teilen, den Spitzentransis, die sehr schnell überholt waren- jedoch ist die nächste Generation Transistoren gar nicht weit entfernt, und tut es genauso.


    Es tut der Schaltung und der Sache an sich keinen Abbruch, dierekte Austausch- oder Vergleichstypen zu verwenden.


    Bei Ebay bekommt man z. B. den Germaniumtransi 2SA15 von Hitachi, manchmal richtig als Schüttgut... ich habe auch eine große Anzahl dieser alten Japaner, die gab es wohl von 1958 -da wurde ich geboren- bis Ende der 70er Jahre !
    Ich habe hier solche Japaner eingesetzt, die Dinger tun's seit 1984.


    2SA15 entspricht außer dem Gehäuse dem Transi OC44 von Valvo, und auch diesen bekommt man problemlos. Den gibt es auch von anderen Herstellern, etwa Mullard.


    OC44 ist übrigens ein sehr schöner Transi- der hat nämlich ein schwarz lackiertes Glasgehäuse, würde auf einem offenen Versuchsaufbau auch top aussehen !


    Ich weiß nicht, ob alle Hersteller das Glasgehäuse bauten.
    Wenn man Glück hat, ist darunter schön das Innenleben zu sehen.
    Ersetzbar ist dieser wiederum durch den DDR- Transi GF105.


    Ja, wenn es im Milliwatting- Forum besser wäre, müßte evtl. die ganze Beitragsfolge dorthin, aber ich denke, hier ist sie ja auch nicht falsch- wurde ja schon fleißig gelesen.

  • Ich muß in einigen Stunden zur Arbeit, bin auf Montage, kann dann bis zum nächsten Wochende nur abends per mobilem Internet weitermachen, darum erlaube ich mir, hier Schaltung und Chassis des AM- QRP- Senders zu zeigen- die Bilder liegen ja auf meiner Seite- so sollte das keine Probleme betr. der Veröffentlichung geben, ich veröffentliche ja auf meinen Seiten.
    Die weiteren Projektschritte werde ich dort veröffentlichen, ggf. können wir auch hier einige Sachen einstellen, wenn es recht ist.


    Nur nochmal kurz:
    Ich beschreibe hier den Bau von "Sendern", weil die Schaltungen einst dafür konzipiert waren- für mich werden es Nachbauten historischer Generatoren-/ Sender- Versuchsaufbauten zum Anschauen, Messen und Vorführen sein, keine Sender. Wenn ich senden wollte... ich bin Funkmechaniker, und besitze top Equipment, auch Meßsender, usw..


    MEINE persönliche Vorgabe ist eine möglichst authentischer Bau der Geräte, d. h. in zeitgemäßem Aussehen der Entwicklungsjahre, also weitgehend mit historischen Teilen, bei aktiven Bauelementen Originalteile oder gelistete Äquivalenz- oder Vergleichstypen, nötigenfalls geeignete Typen ähnlichster Bauart.


    Wer Lust hat, so etwas auch zu bauen- das funktioniert mit Nachfolge- Germaniumtransistoren auch, und natürlich auch mit moderneren Drehkos, Spulen, Netzteil, usw. es funktioniert mit anderen Frequenzen, Modulationsarten... ggf. müssen eben Anpassungen vorgenommen werden.
    Es waren ohnehin Versuchsschaltungen !


    Nur die "Leistung" sollte in etwa gleich bleiben, damit man eben durch
    Anpassung anderer Sachen Reichweitenverbesserungen erzielen kann- mehr
    Leistung ist ja keine Kunst, aber dann braucht man eben auch kein QRP.


    Und eine QRP- Verbindung über eine größere Distanz, auf 160m mit dieser Uralt- Schaltung, oder auch den anderen vorgestellten Schaltungen... warum sollte man den Leuten, die das vor über 60 Jahren erdacht haben, nicht mal die Ehre antun...
    Ohne ihre Vorarbeit würde es auch keine Kenwood, Yaesu oder Sommerkamp geben.




    [Blocked Image: http://edi.bplaced.net/images/projekte/2017-11_QRP-Sender/Beginn/AM-QRP-Sender_SP_500.jpg]


    [Blocked Image: http://edi.bplaced.net/images/projekte/2017-11_QRP-Sender/Beginn/DSCI3170_700.jpg]



    Und hier ist ein Grundchassis für den AM- QRP- Sender, inklusive Stromversorgung.
    Das Chassis war einmal eine Trennwand eines großen Schaltschranks, die Trennwände entfallen bei der Nebeneinander- Montage mehrerer Schaltschränke.
    Ist neu, lackiert, und sehr stabil.


    Der Netztrafo wird wahrscheinlich einer aus dem Telefonanlagen- Netzteil werden.
    Da der QRP- Sender wenig Strom benötigt, wird eine Selengleichrichter- Brücke ihren Dienst antreten. Daneben ein Stützfuß eines Volksempfänger- Drehkos aus einem Notzeitradio, dieser wird die Elkos tragen.
    Der Spulensatz ist noch aus den 30er Jahren, ein Mehrkammer-Körper mit schraubbarem Abgleichkern und außen ein Ferrit- Topf, er muß neu bewickelt werden.


    Als NF- Übertrager werde ich Übertrager aus einer ELA- Lautsprecherbox verwenden, das sind Übertragungsanlagen in 100 V- Technik. Die Übertrager haben mehrere Anzapfungen sekundär und primär, da werde ich wahrscheinlich eine brauchbare Anpassung finden- die NF- Quelle wird ein 5 Ohm- Radio- Lautsprecherausgang sein, der geht auf eine geeignete Wicklung der Übertrager- Sekundärseite, die 100V- Primärwicklung geht in den Transistor- Emitterkreis.
    Ich gehe davon aus, daß dies ausreicht, der Modulationsgrad sollte ja wegen der beschriebenen Frequenzmodulationseffekte vielleicht nicht zu hoch sein.


    Der Transistor kommt mit Fassung auf den verchromten Halter in der Mitte, hier liegt noch ein anderer Germanium- Transi drauf.
    Dieser Halter ist nur Optik, um den Hauptakteur hervorzuheben.


    Der Platz vorn rechts neben dem Drehko könnte eine Skale tragen, damit wäre das Chassis in ein geschlossenes Gehäuse einbaubar.
    Die Teileanordnung kann sich noch ändern.


    Ich denke, das Chassis paßt optisch zum Chassis der Versuchsanordnung des FM- QRP- Senders.