Antennen-Analyzer KVE 60C defekt (?) - wo/wie reparieren?

  • Hallo allerseits,


    ich war bis vor kurzem glücklicher Nutzer eines KVE60C-Antennen-Analysators. Das Gerät ist klein und sehr hilfreich beim Antennenabstimmen etc.


    Nun scheint mir aber, ich habe es -- vermutlich beim Experimentieren mit einer Magloop -- gehimmelt: Das Abstimmen einer Antenne auf minimales SWR funktioniert zwar anscheinend noch, aber die Messwerte für die Z und R bei einer Fehlanpassung können nicht stimmen. Anbei ein Bild, das die Messung mit


    a) 50 Ohm
    b) offen
    c) Kurzschluss


    zeigt.


    a) Das SWR für den Dummy-Load passt, aber Z und R sind hier als 15 Ohm angegeben, müssten aber doch 50 Ohm betragen.
    b) und c): Das SWR sollte durchgehend 9.9 betragen und bei b) müsste Z und R doch deutlich höher liegen.


    Während der Messungen a) und b) zeigt er mit den kleinen Balken rechts unten eine Störung durch empfangene Signale an; das ist aber hier nicht der Fall - alle Sender sind aus und auch im Freien ändert sich daran nichts.


    Im Online-Handbuch steht, dass der "Detector" durchbrennen kann, wenn man das Gerät in der Nähe einer Sendeantenne lässt; das ist logisch; ich vermute, ich habe es auf dem Tisch mit meiner Magloop liegengelassen. Ich habe zwar nur mit 5 W gesendet, aber das könnte es natürlich gewesen sein.


    1. Hat jemand ein KVE60C zum Vergleich und kann meine Vermutung bestätigen?
    2. Hat jemand ein KVE60C schon einmal repariert oder kennt jemanden, der das kann?


    Mni tnx fer info es help!


    73 de Martin, DK3IT

  • Hallo Martin,
    ich wäre nie auf dir Idee gekommen, meine Messgeräte neben eine Mag.Loopantenne zu legen. Alleine die Induktionen auf die Platine können Wunder bewirken. Da ich das Gerät nicht habe, kann ich nicht helfen. Ich habe einen Vectronix 485A (abgeschirmt) und einen miniVNA-pro, der eine Antenne misst und dann wieder im Schrank versteckt wird. Ich hoffe, das Problem ist nicht zu komplex.


    72/73
    Gerhard

  • Hallo Martin,
    ich wäre nie auf dir Idee gekommen, meine Messgeräte neben eine Mag.Loopantenne zu legen. Alleine die Induktionen auf die Platine können Wunder bewirken. Da ich das Gerät nicht habe, kann ich nicht helfen. Ich habe einen Vectronix 485A (abgeschirmt) und einen miniVNA-pro, der eine Antenne misst und dann wieder im Schrank versteckt wird. Ich hoffe, das Problem ist nicht zu komplex.


    72/73
    Gerhard


    Nur um das klarzustellen: Ich habe nicht ein schönes Plätzchen für die Aufbewahrung des Analyzers gesucht und ein kleines rotes Samtkissen direkt unter die Loop gelegt und dann den Tx angeworfen ;-) Sondern beim Hin und Her zwischen Sendetest und Abstimmen und Bandbreite checken das Gerät versehentlich auf dem Tisch liegen lassen.


    ;-)


    73
    Martin

  • Zum eigentlichen Thema, weil Dusseligkeit können wir sicherlich alle mehr oder weniger gut.


    Hier im Gebiet sind zweimal MFJ 259 ums leben gekommen. Die waren aber an eine Kw Antenne angeschlossen und in der Nähe (30m) ist an einer anderen Antenne gesendet worden. Beide konnten repariert werden. Es waren Dioden und ein Transistor kaputt. Diese Teile sind ausgemessen und waren von MFJ zu beziehen. Von MFJ gibt es ja einen baugleichen Analyzer vielleicht kommt man über diesen Weg weiter. Ob man vom freundlichen Chinamann das Schaltbild und Support bekommt kann ich nicht beurteilen. Eher ist der Importeur anzusprechen.
    73 de uwe df7bl

    Uwe df7bl


    Wenn Du meinst etwas geht nicht, dann störe nicht die, die es gerade machen.

  • Hallo,


    also, ich bin heute etwas weitergekommen. Anbei ein paar Fotos vom Innenleben des KVE60C.


    Zum einen steht auf der Platine MFJ-223; ich dachte immer, MFJ würde die Geräte nur unter eigenem Namen vermarkten. Der eigentliche Entwickler des Gerätes scheint eine Facebook-Seite zu haben:


    https://www.facebook.com/pg/KV…/about/?ref=page_internal


    Im Innern werkelt, wie vermutet, ein Mikrocontroller, ein DDS und ein Richtkoppler. Der MCU ist abgeschliffen und in einem 44poligen TQFP-Gehäuse (?). Das kann zunächst einmal alles sein, es gibt z.B. ATmegas (z.B. ATmega16A-AU) , PICs (z.B. PIC18F442) und sicher sonst noch viele.


    Der Richtkoppler ist in einem abgeschirmten Bereich unter einer Blechhaube, die ich heute noch nicht auslöten konnte.


    Aber... auf


    https://sdrworks.wordpress.com…r-rsxs-measurement-error/


    beschreibt jemand genau dieselben Probleme, die ich habe (Resonanzfrequenz stimmt, aber Impedanz passt nicht) für den älteren MFJ-269.


    Dort und auf den Seiten


    http://802.11junk.com/jeffl/MFJ-269-repair/
    http://vr2xmt.blogspot.de/2010…a-analyzer-repairing.html


    wird beschrieben, dass es fast immer die Dioden im Richtkoppler sind, die kaputt gehen. Ich bin also guter Dinge, unter der Abschirmung eine ähnliche Schaltung wie beim MFJ-269 zu finden und den Typ der Dioden ermitteln zu können. Der Austausch sollte dann schon klappen.


    Was ich natürlich noch nicht weiß ist, ob das Gerät nach so einem Umbau kalibriert werden kann/muss. Ich hoffe mal, dass es auch ohne geht, wenn ich alle Dioden austausche und die neuen aus einer Charge sind.


    Hier


    http://www.w8ji.com/mfj-259b_calibration.htm


    wird beschrieben, wie man den Vorgänger kalibrieren kann, aber das scheidet hier natürlich aus, weil das alles der MCU macht.


    Also - noch keine Erfolgsmeldung, aber etwas Hoffnung und Links, falls jemand ähnliche Probleme hat.


    73 de Martin, DK3IT

  • Hallo, also:


    Im Richtkoppler des KVE60C stecken drei Doppel-Dioden vom Typ HSMS2825 [1], beschriftet als C5Z, wobei "Z" wohl der Hersteller ist. Die Vorwärtsspannung beträgt bei allen bis auf eine 0,3V, bei der einen sind es 0,28V. In Sperrichtung sind drei Dioden hochohmig, zwei zeigen einen Spannungsabfall von 1,6V und eine einen von 1,3V an. Ich habe sie noch nicht ausgelötet und weiß daher in Ermangelung eines Schaltplans nicht, ob der Strom in Sperrichtung durch parallel geschaltete andere Bauelemente fließt.


    Nachdem aber selbst der Hersteller im Datenblatt warnt, dass sie ziemlich empfindlich sind,


    "Any Schottky junction, be it an RF diode or the gate of a MESFET, is relatively delicate and can be burned out with excessive RF power. Many crystal video receivers used in RFID (tag) applications find themselves in poorly controlled environments where high power sources may be present. Examples are the areas around airport and FAA radars, nearby ham radio operators, the vicinity of a broadcast band transmitter, etc.",


    gehe ich davon aus, dass ich mein Problem mit dem Tausch der Dioden lösen kann.


    Es gibt sie bei Mouser unter


    http://www.mouser.de/ProductDe…%2fhxZYunzs44q8WT6OjFU%3d


    Wegen 20 EUR Versandkosten habe ich sie dann aber bei eBay bestellt.


    Anbei zwei Detailfotos fürs Archiv ;-)


    73 de Martin, DK3IT


    [1] https://www.broadcom.com/produ…diodes/schottky/hsms-2820

  • Hallo allerseits,
    heute kann ich Erfolg vermelden: ich habe alle drei Doppeldioden ausgetauscht und der Analyzer funktioniert wieder wie eine Eins. Kosten: 5,50 für die Dioden bei eBay und eine halbe Stunde Zeit.


    Man braucht dafür ein wenig SMD-Löterfahrung und gutes Werkzeug. Ich hatte das Glück, auf eine SMD-Entlötzange zurückgreifen zu können, aber es geht wohl auch mit einem der zahlreichen SMD-Entlöttricks aus Youtube.


    Vielen Dank für alle Eure Beiträge!


    vy 73 de Martin, DK3IT

  • :thumbup:

    73 Michael, DF2OK
    "Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften, Krebs beschleunigt das Verfahren."
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