Vertikalantenne als Mulibandantenne wie G5RV oder ZS6BKW?

  • Moin,


    eigentlich bin ich ein Freund von Dipolen, mit einer ZS6BKW hatte ich zuletzt auch beim Fieldday viel Spass. Beim nächsten Fieldday wollen wir es mal mit einer Vertikalantenne versuchen, vor allem in der Hoffnung dass der Aufbau schneller geht. Gibt es Vertikalantennen die sich leicht für mehrere Bänder abstimmen lassen und dabei einfach und leicht im Aufbau sind? Vorhanden ist ein 8m Teleskop-Fiberglasmast, ein Antennentuner und ein 4:1-Balun. Die Bänder von 30m bis 10m würden reichen, im Oktober ist es abends schon zu kalt um draussen zu sein wenn die Tagesdämpfung verschwunden ist ;)


    Bin dankbar für jeden Hinweis.


    vy 73 de Micha, DD0UL

  • Ich funke manchmal auch portabel mit vertikalen Antennen. Für lokalen Europaverkehr schwächer als eine horizontale Antenne, aber für DX ergibt das ausgezeichnete Ergebnisse.


    Mit Deinem Material für Deine Anforderungen würde ich einen Strahler 6.5 m lang (maximale Länge für ein gutes Strahlungsdiagramm auf 10 m) und 3 Radials 3.5 m lang machen und den 4:1 BALUN verwenden. Zum TRX ein kurzes oder sehr gutes Koaxkabel verwenden, da hier die Verluste entstehen. Die Radials 0.5 m oder höher vom Boden installieren. Mit dieser Antenne kann man von 30-10 m gut Verbindungen machen, 40 m geht auch noch einigermassen. Die internen Antennentuner vom Kenwood TS-480, Elecraft KX2 oder KX3 können die Antenne tunen.


    Ich habe vor zwei Wochen mit einer ähnlichen Antenne mit dem KX2 und 10 Watt zwei Mal Falkland Island gemacht in SSB sowie USA und Südamerika.


    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo Micha,


    ich hatte gerade auf dem Campingplatz an der Nordsee folgendes am Womo aufgebaut: DX-Wire GFK-Mast ca. 8 m lang (die oberen 2 Teile entfernt,weil zu dünn). Von oben beginnend in engen Wendeln 6,5m Draht 0,5qmm aufgewunden. Das untere Drahtende hatte so eine Höhe von ca. 4m über Grund. Hier per Lüsterklemme ein Bein eines Wireman Kabels (Hühnerleiter 450 Ohm) angeschlossen. An das 2. HL-Bein einen gleichen Draht (6,5m 0,5 qmm) angeschlossen. Diesen 2. Draht waagerecht (hatte etwas Gefälle) vom GFK-Mast weg gespannt und in der nahe gelegenen Hecke festgetüddelt. Für längrfristigen Betrieb sollte man den Aufbau wetterfest machen.
    Das andere Ende der Hühnerleiter stumpf mittels eines Adapters Banane auf BNC an meinen KX2 angeschlossen und mit dem eingebauten ATU abgestimmt. Von 40m bis 10m ging fast alles gut abzustimmen. Damit erreichte ich viele Länder rundum in EU.


    Für Heimbetrieb ist ein symmetrischer ATU sicher die bessere Wahl wegen TVI usw. Ich hatte jedoch am eigenen TV keine Beeinträchtigungen zu verzeichnen und Beschwerden von den Nachbarn gab es auch nicht.


    Wichtig dabei ist, dass der Einspeisepunkt möglichst hoch ist und möglichst viel Draht zum Einsatz kommt. Sicher sind auch längere Drähte möglich. Das habe ich aber noch nicht getestet.

    Tschüss von Michael, DL6ABB


    DOK: H03


    DL-QRP-AG #: 420
    G-QRP #: 11472
    AGCW #: 2994
    RTC #: 264

  • Drähte, welche länger als Lambda 5/8 sind, führen zu einem geringeren Signal, da die Abstrahlung sich in verschiedene Richtungen verteilt. Das würde ich nicht empfehlen. Man kann damit zwar funken, aber die Signale sind schlechter als bei einer optimal dimensionierten Antenne.


    73, Peter - HB9PJT


    Wichtig dabei ist, dass der Einspeisepunkt möglichst hoch ist und möglichst viel Draht zum Einsatz kommt. Sicher sind auch längere Drähte möglich. Das habe ich aber noch nicht getestet.

  • Drähte, welche länger als Lambda 5/8 sind, führen zu einem geringeren Signal, da die Abstrahlung sich in verschiedene Richtungen verteilt. Das würde ich nicht empfehlen.


    Welche Richtungen wären das die zu einer Verschlechterung des Signals führen ?? Wenn ich eine Vertikal baue möchte ich nach Möglichkeit ja eben 360 Grad rundum abdecken und das kann ja eigentlich nicht mein Signal verschlechtern. Was Du meinst wird wahrscheinlich sein das der Anteil der Steilstrahlung zunimmt und die Antenne dadurch schlechter für DX wird aber selbst bei 7m Draht (mechanische Länge) ist da noch ausreichend Flachstrahlung für DX. Man braucht ja nur mal bei den Diagrammen zu schauen für die Trippleleg die DK7ZB beschrieben hat. Die 50 cm mehr machen den Kohl nicht wirklich fett aber auf 40 m hab ich halt eben einen halben Meter mehr Draht in der Luft.


    Bei einem 10 m Draht der auf einer mechanischen Länge von 4 - 6 m aufgewickelt ist würde der Steilstrahlungsanteil ebenfalls nicht höher werden weil hier ausschlisslich die mechanische Länge zählt, ob der Wirkungsgrad einer, zur Spule gewickelten, Antenne dann noch genauso prickelnd ist wie 7 m gestreckt aufzuhängen würde ich aber bezweifeln wollen.


    ?(?(

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • Jürgen, da hast Du recht, dass die mechanische Länge zählt, wenn der Draht gewickelt ist. Der zweite Draht in Michaels Beispiel ist aber nicht gewickelt und würde das Diagramm für 10 m verschlechtern, wenn er länger wird. Ich schätze, dass gewickelt eher nachteilig ist, so lange der Draht Lamda/4 oder länger ist.


    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo Micha,


    Wenn eind G5RV für 40m ... schon vorhanden ist, dann den Zeig, der vom Innenleiter kommt als Vertcal an den Mst bringen, den anderen Zeig zur Seite abspannen. Zur anderen Seite die Hünerleiter wegführen.
    So habe ich zumindest an einem 12m Mast (sollte aber auch mit kürzerem Mast gehen, da nur ca. 7m je Zweig) mal gute Verbindungden hinbekommen.


    Das ist im Prinzip ähnlich der vorherigen Beschreibungen, nur das die Antenne wenig Abstimmung braucht.


    Vy 73, Karsten

  • Hallo Funkfreunde,


    vielen Dank für die vielen Reaktionen auf meine Ausführung.


    Ich hatte vergessen, dass der von mir beschriebene Aufbau am Wohnmobil installiert wird und zwar quick & dirty an der Heckleiter mit Gepäckspinnengummis.


    Ich wollte mit meiner Ausführung aufzeigen, dass man für Funkbetrieb nicht unbedingt viel Antennenaufwand betreiben muss. Und -- Micha hatte von einem 8m GFK Mast geschrieben.


    Hier gilt: besser mit einer suboptimalen Antenne Funkbetrieb machen, als gar keine Antenne!


    Letzlich lassen sich alle dipolähnlichen Antennen auch vertikal montieren, sofern das Speisekabel möglichst im 90° Winkel von den Dipolästen weggeführt wird und man mechanisch die Möglichkeit hat.

    Tschüss von Michael, DL6ABB


    DOK: H03


    DL-QRP-AG #: 420
    G-QRP #: 11472
    AGCW #: 2994
    RTC #: 264

  • Quote

    Hier gilt: besser mit einer suboptimalen Antenne Funkbetrieb machen, als gar keine Antenne!


    Das stimmt !
    Wenn noch hinzukommt : Schnell aufbauen, und keine Solperfallen..
    Dann habe ich folgenden Tip : Mittels Rohrschellen auf den Gepäckträger eines Fahrrades eines Rads ein HT40 Rohr festzurren.
    Dann hat man, wenn man das Rad hinlegt, einen wunderbaren Ständer für die Angelrute.
    Das Rad kann dabei auch noch als (schlechtes) gegengewicht dienen.


    Der Vorteil einer Antenne die schnell aufgebaut ist, und keine Solperfalle darstellt, ist, das man öfters mal kurz rausgehen kann.
    Und das ganze auch mal eben im Stadtpark machen kann.