MAS Contest

  • Liebe Freunde des Funkens!


    Ich will Euch meine gestrigen Erfahrungen und Erlebnisse vom
    MAS - Contest nicht vorenthalten:


    Nachdem ich vor 3 Jahren mit einem eigens dafür erbauten "Pixie" schon einmal an dem MAS teilgenommen und 3 QSOs gefahren hatte, war jahrelang keine Gelgenheit dazu: stets QRL am fraglichen Abend.
    Nun sollte es endlich wieder klappen! Ich habe mir vorher einen schönen Portabelstandort in einem Wäldchen an der Ausfallstraße zur Autobahn ausgesucht, der einer Fullsize - Zepp Platz und mir Ruhe vor Spaziergängern und Autos bieten konnte.
    Da ich derzeit ohnehin Antennenexperimente mit meinem K2 mache, habe ich im Vorfeld einen 4:1 QRP Balun nach QRP-Report 4/2002 aufgebaut (empfehlenswert) um den bei der Gelegenheit zu testen. Den Pixie habe ich mit zwei fehlenden Buchsen für +12V und den KH versehen und am Dummy nochmals getestet.
    Auf ins Feld. Es war kalt und drohte zu regnen. Deshalb fuhren meine YL und ich erst eine Stunde vor Contestbeginn an Ort und Stelle.
    Nach dem Aufbau der 42 Meter - Zepp ein paar Tests mit dem Balun und meiner kleinen Pifilteranpassung. Spielte auf manchen Bändern ganz gut, auf anderen nicht ums Verrecken. Da ich zu Hause den Balun am Dummy getestet habe, lag es wohl eher daran, daß die einfache Anpassung nicht mit den Impedanzen zurechtkam. Ich werde nächstens die Speiseleitung aus 240 Ohm UKW-Leitung ein Stück kürzen.
    Mit dem K2 und dem vorsorglich mitgenommenen MFJ Tuner dann noch rasch auf 80 abgestimmt. Das Band wimmelt von kräftigen Stationen.
    Den Pixie angeklemmt. Was für eine kalte Dusche kam da aus den Kopfhörern! Ein Blick in den Äther durchs Scheunentor fehlender Selektion: abendliche Intermodulationen an einer sehr langen Antenne mit Deutscher Welle, periodischem starken Rauschen, Fading, 3-10 CW Stationen und den unvermeidlichen Dauerträgern. Eigentlich nur etwas, das wie ein Mix aus allen möglichen Radiosignalen klang aber keine dekodierbaren CW Stationen anbot. Ein krasser Kontrast zum eben beiseite gelegten K2. Ich fragte mich, wie es mir mal gelungen ist, damit 3 Verbindungen zu machen.
    Doch nicht lang besonnen und mit der Handtaste losgelegt. 20 Minuten nach Beginn gelang mir zu meiner größten Überraschung ein QSO auf der PAL - Quarz QRG, die mir schon letztens die QSOs beschert hatte. Ungeheuerlich! Ich konnte fast nichts hören, von den Aussendungen der Gegenstation waren 50% wegen des schlechten Empfängers nicht wahrzunemen. Außerdem musste ich ohne Tisch auskommen, einen S/E Schalter von Hand bedienen und dauernd im Dunkeln meinen heruntergefallenen Stift suchen. Beim Senden hatte ich keinen Mithörton und beobachtete die Zeiger des SWR - Meter, um meine Morsezeichen zu überprüfen. Trotzdem hatte ich Verbindung!!!
    Ich wechselte auf meine andere QRG, da ich noch einen 3,530 Quarz besitze. Hier war natürlich kein Contestbetrieb und ich zweifelte, ob Jemand sich die Mühe machen würde, mich mit meinem schlechten Signal und Frequenzversatz herauszupicken. Durch meine 2 QSOs auf der anderen QRG ermutigt rief ich einen Polen an: SP6BLV kam beim dritten Anruf zurück. Ich konnte es nicht fassen. Ich führte mit 58 Bauteilen in einer Blechdose ein QSO nach Polen! Er lobte mein Signal als stabil und kräftig. Im Anschluss arbeitete ich noch einen OK, der auf meinen CQ Ruf zurückkam. Einem Deutschen, der hier in CW ein bischen klönen wollte, hat es dann aber doch die Petersilie verhagelt, weil ich wenig aufnahm und wegen des mangelnden Mithörtones nur fehlerhaft Geben konnte.
    Immerhin habe ich insgesamt 7 QSOs davon 3 ganz normale vorzuweisen!
    Das finde ich immer noch unglaublich. Ein elektrisierendes Erlebnis. Amateurfunk machts möglich!


    72
    Andreas
    DL3LQM

  • Lbr Andreas,


    danke für d einen Bericht vom MAS! Nun weiß ich, weshalb ich von dir RST 359 bekommen habe!


    Mir ist bei diesem MAS aufgefallen, daß in der Transceiverklasse A die Teilnehmer mit extrem wenigen Bauteilen diesmal nicht vertreten waren. Im vorigen gab es ja noch Teilnehmer mit A23, (OK2BRZ). Das liegt eigentlich voll in meiner Denkrichtung, denn QRP mit wenigen Bauteilen zu empfangen würde ich mir einfach nicht antun, so funktechnisch abenteuerlustig bin ich nicht (mehr). Da bleibe ich lieber bei Klasse B, wie auch die Mehrzahl der von mir gearbeiteten MAs-Stationen.


    Auf der 3579 (und etwas darunter) war diesmal ungewöhnlich viel los. Dagegen habe ich nur zweimal unter 3550 gedreht und schnell wieder aufgegeben, da dort rag-chews liefen und sich der MAS offenbar auf den Bereich 3555 - 3580 einspielte. Insofern hatte dein zweiter Quarz für reine MAS-QSOs dieses Mal kaum eine Chance.


    Ein ziemliches Kunststück war die Aufnahme von DL2MFP mit B9, offensichtlich ein freischwingender Sender, der nach den ersten getasteten Zeichen auswanderte, vielleicht auch weil die Antenne im Wind schwankte, so daß man mit dem RX nachziehen und ihn dann im QRM mit anderen Stationen aufnehmen mußte. Aber mit der nötigen Geduld auf beiden Seiten ging es dann. Früher, als die Bänder noch leerer waren und die Empfänger eine größere Bandbreite hatten, war so etwas sicher weniger problematisch als heute (Fazit: Jeder Zeit ihre Technik).


    Das weiteste war für mich diesmal überraschend Norwegen mit LA3ZA, während ich OZ9KC, der sonst gegen Ende des MAS recht gut überkam, diesmal nicht gehört habe.


    Das von Normalbürgern sicher mit Bedauern registrierte schlechte Wetter zu Himmelfahrt war für den MAS ein großer Vorteil, denn das QRN war erfreulich gering.


    HW?


    72 Ha-Jo, DJ1ZB