Einsatz von breitband HF Drosseln für Spannungsentkopplung

  • Hallo Forum,


    welche Drosseln verwendet ihr zum Filtern von Spannungsversorgungen von HF in analogen und digitalen Schaltungen.
    Ich habe zur Diskussion zwei breitband Drosseln mit jeweils N=4 und 0,4mm Kupferlackdraht gewickelt.
    Einmal auf den DLK BN43-2402 mit N=4, 28µH und auf zwei Ferrithülsen, die zusammen N=4, L=48µH haben.


    Ist das ein gute Wahl ?


    Kenn ihr anderes EMV Material ?


    Welchen der beiden Drosseln würdet ihr einsetzen ?


    Hier noch einige Bilder und Messungen der Drosselwirkungen.

  • Hallo Uwe,


    Ich denke es kommt sehr auf den zu dämpfenden Frequenzbereich und den Einsatz-Zweck einer Drossel an. In den meisten Fällen verwendet man ja innerhalb von Schaltungen wenn möglich handelsübliche fertige Drosseln. So mag die von dir gezeigte Drossel für Kurzwelle sehr gut geignet sein, für die EMV-Verdrosselung von niederfrequenteren Schaltnetzteilstörungen vielleicht aber nicht mehr ausreichend. Außerdem spielt bei der Auswahl von Kern und Wickeltechnik auch der zu verdrosselnde Strom eine Rolle, um Sättigung zu vermeiden. Bei Ferrit-Drosseln soll im Gegensatz zu Induktivitäten das Kernmaterial geringe Güten - also hohe Verluste - aufweisen und die Störungen absorbieren. Bei verlustreichem Ferrit ist im Ersatzschaltbild der Induktivität ein absorbierender Widerstand parallelgeschaltet.




    Guter Einstieg:
    http://www.we-online.de/web/de…/Wikipedia_Grundlagen.pdf


    Dieser Artikel hat zwar nicht unmittelbar etwas mit dem Thema Kernauswahl für Drosseln zu tun, ist aber vom Grundsatz her sehr aufschlussreich:
    http://wb9jps.com/Gary_Johnson…s/Bias_Tee_Design_V2R.pdf


    73
    Günter

  • Hallo Günter,


    ja die theoretischen Askpekte einer Drossel hatte wir vor Jahren schon mal "breitgetreten".
    Deshalb habe ich mein Frage auch in den praktischen Teil des QRPForums eingestellt.


    Für 5 fertig Drosseln, 1µH, 10µH, 40µH, 100µH und 2,2mH, habe ich deren S21 Werte aufgezeichnet.
    Die Dämpfungswerte und die Resonanzstellen sind alle gut sichtbar und keine der Drossel würde ich als Breibanddrossel bis 200MHz verwenden wollen.
    Die Resonanzstellen besteht aus einer parallel Resonanz aus L und C, bedingt durch die Wicklungskapazität der Drossel.


    Da sind liefern die DLK- und Ferrithülsen-Drossel bessere Dämpfungswerte.

  • Für Fernspeiseanwendungen wo es bis 50kHz und tiefer runtergeht und mit einigen hundert Milliampere verwende ich gerne eine Breitbanddrossel mit dem speziellen 3-7-3 Wickelschema auf einem BN73-0202 Doppellochkern. Im Grund ergibt das drei in Serie geschaltete Einzeldrosseln.
    Die Drosseldämpfung beträgt ab 100 kHz bis 200 MHz mehr als 20dB und zeigt keine Eigenresonanzen.


    73, Günter

  • Ja super,


    Die Wickeltechnik stammt aus einem Patent Miniature wideband RF choke US 7,012,485 B2. Ich bin sehr gespannt, wo Du es zuerst gefunden hast.

  • Ich verwende dieses Wickelschema schon seit vielen Jahren. Auf diese Patenschrift hattest du damals 2008 hier im Forum hingewiesen.


    73
    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Hallo Chris,


    ich hoffe Eigenlob stinkt nicht: Wolgang, DG0SA habe ich dieses Wickelschema vorgestellt, er hat es dann auf seiner Webseite übernommen.

  • Hallo Uwe!


    8)


    Alles klar. Ich wollte nur sagen woher ich es habe und wie ich es einsetze...
    Das Wickelschema ist wirklich interessant und sparsam. Mit 2 Cs ist ein Filter in PI Formation im für SNT rasch aufgebaut.


    In die Kategorie der gefinkelten Wickelschema (wenn auch für andern Zweck) gehört übrigens US 8576037 B1.
    https://www.google.com/patents/US8576037


    Das hab jetzt ich gefunden :D


    .

  • Ich habe zur Diskussion zwei breitband Drosseln mit jeweils N=4 und 0,4mm Kupferlackdraht gewickelt.
    Einmal auf den DLK BN43-2402 mit N=4, 28µH und auf zwei Ferrithülsen, die zusammen N=4, L=48µH haben.


    Uwe
    welche Ferrithülsen hast du für deine Drossel oben im Bild verwendet?


    Ich bewickle derartige Kerne meist mit dreifachisoliertem Draht (TEX-E, Rupatex), denn ich habe festgestellt, dass bei einfachem Kupferlackdraht die Isolierschicht beim Biegen um die scharfen Kanten des Doppellochkerns oder der Ferrithülse gerne abscheuert und dabei Windungsschlüsse oder Schlüsse zum Kernmaterial entstehen können. Insbesondere Mangan-Zink Ferrite ( z.B. Amidon #73 oder Siferrit N30) sind recht leitfähig und auch ein Schluss mit dem Kern kann unerwünschte Effekte verursachen.


    73
    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

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