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1

Montag, 15. Februar 2016, 19:01

SSB Trägerunterdrückung

Hallo Miteinander

Ist eine Trägerunterdrückung von 20 db bei SSB legal und ist sie beim Empfang des SSB Signals störend? Ich möchte eine QRP-PA mit 5 Watt Ausgangsleistung einsetzen.

73 de Andreas

2

Montag, 15. Februar 2016, 19:23

Hallo Andreas,

20dB ist der Faktor 100, also hat der unterdrückte Träger noch eine Leistung von 0,05W = 50mW
oder
Hört dich eine Station mit (echten) S9, dann empfängt sie den unterdrückten Träger mit S5-S6, also hörbar.
Ich würde versuchen, die Trägerunterdrückung auf größer 40dB zu optimieren. Um was für ein Gerät handelt es sich hier ?

Nun zu deiner Frage:
Über die Signalqualität sind mir keine Vorschriften bekannt, nur zur maximalen Bandbreite des ausgesendeten Signals.
Im KW-Bereich sind es max. 2,7kHz mit Ausnahme des 10m-Bands, dort darf man bis zu 6kHz
72/73 de Uli
DF5SF

3

Montag, 15. Februar 2016, 21:05

Hallo Uli,

ich habe mal nachgesehen.
Quelle:
Technische Kenntnisse“ bei Prüfungen zum Erwerb von Amateurfunkzeugnissen der Klasse A

Hie die zugehörigen Fragen und Antworten aus dem Fragenkatalog der Klasse A.

TK204
Bei einem Sender mit mehr als 2,5 mW Ausgangsleistung sollte die Dämpfung der Oberwellen im Frequenzbereich 1,7-35 MHz mindestens 40 dB betragen.

TG523
Was gilt beim Sendebetrieb für unerwünschte Aussendungen im Frequenzbereich zwischen 1,7 und 35 MHz?
Sofern die Leistung einer unerwünschten Aussendung?
0,25 µW überschreitet, sollte sie um mindestens 40 dB gegenüber der maximalen PEP des Senders gedämpft werden.

TG524
Was gilt beim Sendebetrieb für unerwünschte Aussendungen im Frequenzbereich zwischen 50 und 1000 MHz?
Sofern die Leistung einer unerwünschten Aussendung?
0,25 µW überschreitet, sollte sie um mindestens 60 dB gegenüber der maximalen PEP des Senders gedämpft werden.

Richtwerte gemäß § 16 Abs. 4 Satz 2 der AFuV
https://www.gesetze-im-internet.de/afuv_…R024200005.html
73 de Uwe
DC5PI

4

Montag, 15. Februar 2016, 21:06

Hallo Uli

Es handelt sich um einen Eigenbautransceiver nach dem Ueberlagerungsprinzip. Das Problem rührt von einem geschalteten biderektionalen Produktmodulator (nach Chris Trask) her, indem ein Träger mit dem Audiosignal gemischt wird.

Dabei entstehen entstehen 2 ZF-Signale, von denen das eine im folgenden Quarzfilter auf der Flanke liegt und dort nur um 20 db unterdrückt wird.

Eine Störung durch den schlecht unterdrückten Träger sollte eigentlich nur auftreten, wenn Empfangs- und Sendefrequenz nicht exakt übereinstimmen.

73 de Andreas

5

Montag, 15. Februar 2016, 22:54

Eine Störung durch den schlecht unterdrückten Träger sollte eigentlich nur auftreten, wenn Empfangs- und Sendefrequenz nicht exakt übereinstimmen.
Exakt das beschreibt das Problem. Denn alle, die leicht oder etwas mehr neben der QRG hören (arbeiten) wollen, haben dann eine nicht unerhebliche Störung incl. derere Mischprodukte zu ertragen. Somit mit einer unerwünschten Aussendung zu leben. Daher gibt es die o.g. sehr schön aufgelisteten Grenzwerte. Wird der Träger nicht genügend unterdrückt, ist es auch kein wirkliches SSB mehr. Die Effizienz der Leistungsausnutzung lasse ich mal aussen vor.
73 de Michael, DF2OK Ein Mensch, der keine Zeit hat, nimmt sich ganz einfach zu wichtig. Webseite qrz.com YouTube Twitter
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6

Montag, 15. Februar 2016, 23:05

Träger oder Seitenbandunterdrückung?

Hallo Andreas,

wenn das das Ausgangssignal eines Mischers ist, dann ist es ja vermutlich kein Träger, sondern das andere Seitenband. Sendest Du einen Audio Ton von 1kHz, wird Träger plus 1KHz und Träger minus 1kHz erzeugt. Oder habe ich das falsch verstanden?

Das 2. Seitenband belegt dann mit 20dB Dämpfung den doppelten Frequnzbereich. Schlimmer noch: falls Du das mit einem einzelnen Audio-Signal getestet hast, könnten tiefere Frequenzen noch weiter im Filter liegen und weniger gedämpft werden.

Teste Dein "Trägersignal" mal mit einer niedrigeren Audio-Frequenz und Mess dann die Unterdrückung. Wenn Du nur einen schwachen Sender betreibst sind 20dB von 5W zwar recht gering, entsprechen aber auch 40dB von 500Watt. Offiziell zulässig ist es auf jeden Fall nicht, da Du in der Nähe auch schon schwache Aussendungen mit Deinem breitem Signal wegdrückst. Leider beobachtet man viele Signale auf den Bändern, wo eine Übersteuerung der PA über die Nichtlinearitäten das Signal stark verbreitert.

Und Falls es doch der Träger sein sollte: Jemand, der Dich empfangen möchte, hört Deinen Träger natürlich nicht. Dafür aber jemand der das schwächere Signal 2.5kHz unter oder über (je nach LSB/USB) Deinem Signal empfangen möchte, hat Deinen Träger als Dauerton mit 2,5kHz überlagert.

73 de Karsten, DD1KT

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Dienstag, 16. Februar 2016, 07:11

Vielen Dank für eure Kritik und Hinweise.

@Karsten Ich habe mir das Spektrum nach dem Produktmischer angeschaut, und siehe da, es enthält 3 gleich starke Signale. Das mittlere liegt bei der Schaltfrequenz des Modulator. Es ist umrahmt von 2 Modulationssignalen im Abstand der Audiofrequenz. Die Schaltfrequenz liegt auf der Flanke eines Quartzfilters und wird dort um 20 db gedämpft. Dies ist konsistent mit der Messung, dass sich die Amplitude des störenden Trägersignals bei einer Variation der Amplitude des Audiosignals nicht ändert.

Der balancierte Produktmischer unterdrückt offensichtlich die Trägerfrequenz nicht und muss deshalb näher untersucht werden.

Der Mischer/Modulator von Chris Trask wird übrigens in www.mikrocontroller.net/attachment/146369 beschrieben.

73 de Andreas