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Donnerstag, 29. November 2018, 09:33

Endgespeiste resonante Drahtantenne / Simulation mit 4NEC2

Hallo zusammen,
ich möchte eine resonante, 20 m lange Drahtantenne mit 4NEC2 simulieren, um daraus die Antennendaten für den Wattwächter zu erhalten. Das Input-File für 4NEC2 sieht momentan so aus:

Zitat

CE
SY freq=7.05
SY L1=20.5 'Dipole Length
GW 1 51 0 0 0 L1 0 0 1e-3
GW 2 7 0 0 0 -1.0 0 0 1e-3
GE 0
LD 5 1 1 51 58000000
LD 5 2 1 7 58000000
GN -1
EK
EX 0 1 2 0 1 0 0
FR 0 0 0 0 freq 0
EN
Ich kann die out-Dateien für Nah- und Fernfeld dann auch in Wattwächter einlesen. Auffällig ist jedoch in der Darstellung des E-Feldes, dass am nichtgespeisten Ende des Drahtes das E-Feld sehr gering ist, obwohl hier im Resonanzfall ja hohe Spannungen auftreten. Wenn ich alternativ die in Wattwächter "eingebaute" Langdrahtantenne (20m lang) verwende, sind dort die hohen E-Feldanteile an beiden Drahtenden auch deutlich ausgewiesen.
Auch eine Erhöhung der Auflösung in 4NEC2 brachte keine Veränderung. Habt Ihr evt. eine Idee?

Danke schon mal.
73, Peter

2

Donnerstag, 29. November 2018, 15:49

Hallo OM Peter,

die aktuelle Wattwächter Version ist 2.01 [downloadbar bei der BNetzA]
Das Handbuch gibt auf Seite 7 folgenden Hinweis in Bezug auf der Nutzung von endgespeisten Antennen:

Zitat


Bei NEC-­ Daten gilt zusätzlich folgendes Bezeichnungsschema:
-­ Endgespeiste Drahtantennen sind mit dem Zusatz „EF“ (end-­feed) versehen


Vielleicht ist auch diese Seite von DL6GL für dich interessant. Wieso aber machst du es dir so kompliziert und nimmst nicht einfach das fertige Modell vom Wattwächter? Der einzige Grund hierfür wäre, du möchtest etwas "mildere" Werte erhaltenb denn das wäre so wenn du statt den templates aus Wattwächter dein eigenes .NEC file importiert ;) Du kannst in Wattwächter einen endgespeisten Draht auswählen, in deinem Fall wäre das:

Hersteller = Sonstige
Modell = Langdraht 20m
Frequenz = <deine gewünschte Betriebsfrequenz, in deinem Fall 7,05 MHz wenn du einen Halbwellendipol verwendest>

Dann erscheint darunter auch die Bezeichnung [1 Element Langdraht EF]. Aber das hast du bereits rausgefunden.

Übrigens: an den Enden hast du unabhängig von Resonanzfall immer einen Stromknoten und einen Spannungsbauch. Hoffe das hilft dir ein klein wenig.

73
Saki

3

Donnerstag, 29. November 2018, 18:12

Hallo Saki,
vielen Dank für Deine Antwort. Ja, die Seiten von DL6GL sind sehr informativ, auch der erste Teil - für mich die beste Anleitung zu dem Thema. Zur Not nehme ich tatsächlich die Langdrahtantenne aus dem Wattwächter. Ich möchte aber 4NEC2 evt. auch für andere Antennenformen nutzen, daher wäre es schon interessant, ob meine Ergebnisse prinzipiell richtig sind. Ich hatte zunächst versucht, eine Inverted-L-Antenne zu berechnen, bin damit aber erstmal gescheitert. Vermutlich brauche ich für den vertikalen Zweig ein anständiges Gegengewicht, auch wenn die Antenne insgesamt in Resonanz ist und der Einspeisepunkt hochohmig ist (?).

73
Peter

4

Freitag, 30. November 2018, 08:53

Servus Peter,

in den Vorlagen müsste doch eine oder auch mehrere Inv-L vorhanden sein wenn ich mich recht erinnere. Ansonsten melde dich nochmal wenn du Unterstützung benötigst (zur Inv-L Simulation).

viel Erfolg und vor allem Spaß
73
Saki, DD5XX

5

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 15:47

Hallo Saki,
vielen Dank. Ich muss jetzt erstmal sehen, wie ich den Draht im Garten am besten anordne. Eine inverted-L wollte ich eigentlich nur dann verwenden, wenn die 20m Drahtlänge sich horizontal nicht ganz unterbringen lassen.

Bisher habe ich geplant, einen GFK-Mast (10m) am äußersten Ende des Gartens an einer Hainbuche zu befestigen. Die Mastspitze schaut dann evt. etwas über die Krone hinaus. Je nach Stabilität des Mastes will ich dann die Matchbox oben am Mast befestigen. Von dort geht der Draht dann zum First des Hauses.
Wenn der horizontale Abstand der beiden Aufhängepunkte nicht ganz ausreicht, würde ich die Matchbox am Mast 1-3 Meter nach unten versetzen und somit quasi eine inverted-L erhalten. Eine alternative Anbringung der Box unten am Mast scheidet aus, da ich dann den Sicherheitsabstand zum Nachbarn nicht einhalten könnte.

Ich muss auch noch meine (ersten) Erfahrungen mit dem Mast machen. Ich werde dann mal über Erfolge und Misserfolge berichten ;) .
73 Peter

6

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 15:58

Klingt gut, wenn ich das richtig verstanden habe. Der Speisepunkt befindet sich dann also am äußersten Ende des Grundstücks und das Koaxkabel verläuft von diesem entfernten Grundstücksende bis rüber zum Haus wo dein Transceiver sitzt? Falls ja, dann kannst du noch das Koaxkabel -falls möglich- auch in den Boden einbuddeln auf dem Weg zum Shack.

Ob du 20m Draht in der Mitte oder am Ende speist, es ist und bleibt elektrisch ein Dipol. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du Probleme mit deinem Nachbarn haben solltest. Wenn du das in Wattwächter eingegeben hast, dann siehst du ja was rauskommt. Und vergiß nicht: du musst die Endergebnisse (Diagramme, Konfiguration der jeweiligen Antenne und der einzelnen Frequenzen, usw.) nicht zwangsweise bei der Selbstanzeige nach BEMFV abgeben. Ziel und Zweck ist es, dass du die Konfiguration kennst und garantierst, dass du die Grenzen einhältst und diese sich in deinem kontrollierten Bereich befinden. Für die Selbstanzeige reicht es sogar völlig aus, wenn du lediglich die erste Seite von dem Schreiben abschickst, in dem du mit deiner Unterschrift bestätigst dass du das alles berechnet hast und einhältst. Wenn die BNetzA dann wirklich mal von dir was haben möchte, dann kannst du deine berechneten Werte und Diagramme vorzeigen.

Viel Erfolg und schönen Abend noch
Saki