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Samstag, 19. Oktober 2013, 15:54

Restauration MIKROHET RX aus 1960 - 468 khz ZFQuarzfilter

Hallo Bastelfreunde,
hoffe hier einige OM zu finden, die sich noch mit alter Technologie ausgekennen. - Habe 2 schoene Mikrohets der Max Funke KG bekommen die beide in der 2ten ZF von 468 khz jeweils 2 Quarze enthalten mit Beschriftung Ch 332 bzw. 33.2 Mc bzw. der andere Rx etwas niedirger. - wenns klappt haenge ich ein Foto an.
Meine Vermutung ist die, dass der Audruck die im urspruenglichen Geraet sich ergebende Arbeitsfrequenz wiedergibt und erstmal ohne Kenntnis der Originalaufbereitung keinen Rueckschluss auf die tasaechliche Quarzfrequenz zulaesst.
Es wird wohl ein Obertonquarz sein, der jetzt auf der Grundfrequenz zum Einsatz kommt.
Aber vielleicht gibt es noch jemanden, der aus damaliger Zeit etwas zur Herkunft und Technologie sagen kann.

Raetsel geloest,
es gab tatsaechlich einen netten OM aus Eisenach, der mir gleich telefonisch weitergeholfen hat. OM Wolfram klaerte mich auf: sogenannte FT241-Quarze - durch Teilung mit 72 erhaelt man die Grundfrequenz. Also das man so hohe Oberwellen aussiebte...das war mir entfallen. Und testen, so empfahl Wolfram, ganz einfach Tongenerator, quarz und Osci in serie und gucken wo und wie die Amplitude aussieht.

+ + +

Sehe gerade, dass scheinbar reges Interesse am Schaltplan besteht. Habe auch die komplette Anleitung eingescannt und ein PDF draus gemacht. Also wenn da jemand Bedarf hat genuegt eine kurze PM oder email an mein call beim DARC...(Die datei ist etwa 800k grosz, also geht hier wohl nicht anzuhaengen)
»DL4KE« hat folgende Bilder angehängt:
  • IMG_0022A.JPG
  • IMG_0024A.JPG
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73
Juergen
nnnn

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »DL4KE« (22. Oktober 2013, 21:21) aus folgendem Grund: Beantwortung der Fragestellung via Anruf.


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2

Dienstag, 22. Oktober 2013, 14:55

Hallo DL4KE,

Der Quarz mag ein Obertonquarz sein, aber er schwingt definitiv nicht auf 33,2 MHz. Das dürfte die Ausgangsfrequenz des Geräts sein, für das dieser Quarz mal vorgesehen war. Obertonquarze schwingen grundsätzlich auf einer ungeraden Vielfachen, also nicht auf der 72. Oberwelle. Außerdem ist es eher unwahrscheinlich, dass man damals Oberwellen von mehr als z. B. dem Neunfachen der Grundfrequnez verwendet hat. Eine einfache Oszillatorschaltung mit niederohmigem Ausgang und umschaltbarer kapazitiver Belastung würde am Frequenzzähler sehr schnell Aufschluss geben über die Grundfrequenz in Serien- und Parallelschaltung und dem möglichen Ziehbereich.

73, Uli, DK4SX

3

Dienstag, 22. Oktober 2013, 21:16

Mikrohet Obertonquarze

Hallo Uli und Mitleser,
ja ich bin ein bischen weitergekommen, u.a. durch Wolfgangs (DK1WWE) Hilfe, der mir umfangreiche Unterlagen zu "FT-" Quarzen zugeschickt hat. Demnach ist es wohl tatsaechlich so, dass eben die im urspruenglichen Geraet (BC-604 / 684 / 620 )verwendete Nutzfrequenz aufgedruckt ist, und die "72" ein Teiler ist, mit dem man rechnerisch auf die Grundfrequenz des Quarzes kommt. Nachdem ich die Unterlagen "studiert" habe, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Solche Quarze wurden - so meine ich mich zu erinnern - auch frueher in der Funkschau angeboten. - Ich wuerde die Unterlagen gerne dranhaengen, aber bin inzwischen durch zahlreiche Berichte in denen irgendwo, irgendwie, irgendwelche Rechte beruehrt werden, etwas vorsichtiger geworden. Habe alles, was Wolfgang mir dankeswerter Weise hat zukommen lassen in ein PDF gebracht, das ich Dir gerne zukommen lasse, bzw. auch jedem anderen Funkfreund, der sich mit dem Mikrohet oder aehnlicher Aufbereitung beschaeftigt. Ein bischen was aehnliches wie in Wolfgangs Unterlagen findet sich hier:
http://www.radiomuseum.org/r/military_cr…rtz_ft_241.html (einen link darf man ja setzen),
Eine der vorliegenden Listen stammt von DJ3YR, TED Buck - finde allerdings keinen link dazu... dort beschreibt er die diversen Formeln zur Berechnung der Grundfrequenz in Abhaengigkeit vom Quarz-Aufdruck und -Typ.

- Aber Deine Hilfestellung kommt mir auch so gelegen, denn Du bist ja einer derer, die - so habe ichs verfolgt - quasi mit all dem sowohl gross geworden bist, als auch staendig am Ball geblieben bist. Ich bin da nicht ganz so ehrgeizig und wollte mal nachfragen, ob Du abschaetzen kannst, was sinnvoller ist: Das Geraetchen moeglichst dem Original entsprechend zu Funktion zu bringen, oder es einer Modernierung zu unterziehen, sodass der anschlieszende Gebrauchswert etwas naeher dem heutigen (nochnicht SDR) Standard entspricht.
Mich persoenlich begeistert einfach die aeussere Optik des Geraetes und wenn der originale Drehko / Skalenantrieb weiterhin genutzt werden koennte fuer den VFO, NF und HF Regler eh, ein BFO, da habe ich generell garnichts gegen, also die anderen Knoepfe sich ebenfalls wie bisher nutzen lassen, dann waere das erstmal vom Ansatz her auch eine Überlegung wert. Es ist auch noch nichts fuer diesen Winter, da arbeite ich noch am QTH, sodass ich erst i.L. des komemnden Jahres mein neues shack beziehen werde und praktisch mit der Restauration konkret erst in etwa 1 Jahr beginnen werde. (geht schnell um ...bin gerade erst (im Januar) eingezogen hi.
Zwischendurch mache ich immer mal Pause von der Um-/Ausbauarbeit und sammle - so quasi als Erholung - Infos und Material fuer die Zeit danach.
Danke und 73
73
Juergen
nnnn

4

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 05:35

Modernisierung

Hallochen
Ich würde es Restaurieren. Was bringt eine Modernisierung ? nichts. Denn zum funken hast Du bestimmt schon "Moderne" Geräte. So hättest Du dann eins was weder
Fisch noch Fleisch ist.
Reinhard

  • »DK4SX« ist männlich

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5

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 12:39

Hallo Jürgen,

ich habe keine Ahnung, wie Du im Zuge einer noch nicht begonnenen Restaurierung ausgerechnet auf die Quarze gestoßen bist. Sind die defekt? Hast Du das überprüft? Bei der Gelegenhiet hättest Du auch gleich die Arbeitsfrequenz in Serien- oder Parallelresonanz messen können. Die originalen Quarze wurden m. E. nur verwendet, weil sie die passende Frequenz hatten und seinerzeit preisgünstig zu bekommen waren. Der Aufdruck hat nichts zu bedeuten und gibt auch nicht die Arbeitsfrequenz wieder. Sollte ein solcher Quarz defekt sein, kann man ihn heute problemlos nachmachen lassen, natürlich im anderen Gehäuse, das schadet aber der Restauration des Originalzustands nichts.

Ich würde erst mal überprüfenb, was an den Geräten geht und was nicht - angefangen vom Lautsprecher, dem NF-Verstärker (das lässt sich noch am einfachsten überprüfen) und dann rückwärts weiter über die ZF bis zur HF. Erst dann kann man definitiv sagen, wo man evtl. für eine Reparatur Hand anlegen muss. Jetzt über die Quarze zu spekulieren macht doch wenig Sinn.

73, Uli, DK4SX

6

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 16:01

ZF-Filter

Na ja, vielleicht, weil die beiden Quarze eben den wichtigsten Teil der ZF, nämlich ein Doppelquarzfilter mit stufenlos regelbarer Bandbreite (Prinzip des "Köln-E52" Filters) bilden. Ich habe das Prinzip der verwendeten Filterart in meinem Quarzfilter-Papier ausführlich beschrieben (plus einem praktischen Experiment).

Es gab 2 Serien der Channelquarze: die "x72"-Serie (braune Gehäuse) und die "x54"-Serie (schwarze Gehäuse). Die Quarze schwangen auf der Grundfrequenz, die entsprechend vervielfacht wurde (3x3x2x2x2=72 bzw. 3x3x3x2=54). Hier liegt eine nominale Grundfrequenz von 33,2MHz/72 = 461,111kHz vor.

Anbei ein Bild eines solchen Quarzes mit der nominalen Grundfrequenz 458,333kHz. Es handelt sich um sog. Flächenscherschwinger (CT-Schnitt), bei denen die Kantenlänge die Frequenz bestimmt. Die Quarzinduktivität ist sehr hoch, so zwischen 12 und 15Hy. Mit dem L/C-Verhältnis der Philips Mikro-Bandfilter ergab sich dadurch eine maximale Bandbreite von rund 4kHz.

Die Frequenzstaffelung dieser Channel-Quarze eignete sich übrigens sehr gut zum Bau von SSB-Brückenfiltern zwischen 380 und 510kHz [1].

Probleme bei der Restaurierung dürften sein, dass u.U. die Versilberung der Quarze durch die schwefelhaltige Gummidichtung bereits zu stark sulfidiert ist (schwarzer Belag). Weiterhin können sich beim Abgleich der Philipsfilter die Kerne von den Schraubgewinden lösen [2].

[1] DJ2KY, "SSB-Exciter nach der Filtermethode", cq-DL Aug/1961 S.346-361
[2] http://www.radiomuseum.org/forum/micro_bandfilter.html

73, Horst
»dj6ev« hat folgendes Bild angehängt:
  • FT241-Ch330_2.jpg
Elektrosmog hält gesund

7

Donnerstag, 31. Oktober 2013, 15:39

Horst und Uli,
danke fuer Eure Beitraege. Nein, ich habe mit der Restaurierung noch nicht begonnen, aber nutze meine kleinen Arbeitspausen um einiges am PC zu erledigen und bei der Gelegenheit kann es ja nicht schaden schonmal ein wenig zu recherchieren und Erfahrungen zu sammeln. Es ist wohl wirklich so, dass eben gerade vorhendene Quarze aus der beschrieben Serie fuers ZF-Filter verwendet wurden. Und da der Empfang ja grundsaetzlich bei beiden Geraeten funktionierte, nur bei meinem (den 2ten habe ich ja an SWL Walter weitergegeben) der BFO nicht, sind die Quarze bestimmt ok.
Ich bekomme in Kürze erstmal einen Satz Röhren (NOS) und wenn ein wenig Zeit (und Ruhe) uebrig ist, werde ich erstmal gucken ob ich mit einem separat aufgebauten BFO eine Ueberlagerung erzeugen kann. Erstmal gehts mir in der Zwischenzeit darum so viel an Informationen zu erlangen wie moeglich. So konnte ich erstmal auch keinen Unterschied im Regelverhalten erkennen, egal ob der Schalter auf AVR stand oder ob die ausgeschaltet war. Auch das kann ja an einer Roehrenalterung liegen. Also erstmal allen vielen Dank fuer die beigesteuerten Informationen.
73
Juergen
73
Juergen
nnnn