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Montag, 26. November 2012, 14:36

Messungen an ATU (Rauschmessbrücke)

Moin,

ich habe seit kurzer Zeit eine Rauschmessbrücke im Einsatz. Das Funktionsprinzip ist im Grunde klar. http://www.hamradio-wiki.de/index.php/Datei:Abb-3-.jpg .
Der erste richtige Einsatz: Antennentuner testen. Ich ging wie folgt vor. Mit dem Messwiderstand (50R im BNC-Stecker) stellte ich auf einem beliebigen KW-Band die Messbrücke so ein, dass ich kein Rauschen im RX mehr vernahm.

Meine Gedanken: Wenn ich jetzt einen Antennentuner, der für koaxial gespeiste Antennen geeignet ist, zwischen Messbrücke und dem Messwiderstand einschliefe, sollten sich idealerweise Abstimmpositionen beim ATU finden lassen, bei dem wieder Brückennull - also kein Rauschen - vorhanden ist.

Richtig?

Mein erster ATU war ein MFJ-971. Ein T-Match. Ergebnis: Unterhalb von 21 MHz liess sich gar kein vernünftiger Punkt mehr finden, wo es nicht rauscht. Bei 14 MHz war der Einfluss des Deckels gravierend. Ich habe mich sowieso schon oft gefragt, wie "man" eine Luftspule so "einsperren" kann. http://www.pagineweb.net/stefano/cb/mfj971.jpg

Bei meinem selbstgebauten PI-Filter http://www.df2ok.privat.t-online.de/qrp01b.htm#OBEN konnte ich dagegen auf allen Bändern immer einen Punkt finden, wo ich ein Rausch-Null an der Messbrücke erzeugen konnte.

Was ich derzeit ganz und gar nicht verstehe, ist, dass sich mit meinem Z-Match-ATU, am Ausgang asym. und niederohmig geschaltet, so gar keinen Punkt finden konnte, wo das Rauschen am Brückenzweig weg war.

Alles bezog sich auf 50 R. Ich habe, als alles nichts half, das Poti der Messbrücke (Impedanz) von 50R weggedreht. Bei rund 150 Ohm konnte ich beim Z-Match eher mal eine Rauschminderung = nahe (!) Brückennull erreichen. Ganz runter wie beim PI-ATU ging das dann doch nicht.

Versuche mit einem Last-R von bspw. 510 Ohm an den sym. Ausgangsklemmen des Z-Match brachten auch nichts. Ferner war die Umschaltung der Sekundärseite der Spule des Z-Match (High <> Low) zwar wirksam aber brachte kein eindeutigen Rauschdip der Messbrücke.

In der Funkpraxis konnte ich jedoch Antennen mit dem Z-Match anpassen.
Oder war da mehr Schein als Sein? Wo stehe ich gedanklich auf dem Schlauch?
73 de Michael, DF2OK Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gern hätten. Webseite qrz.com YouTube Twitter
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2

Montag, 26. November 2012, 15:29

Messungen an ATU (Rauschmessbrücke)

Hallo Michael,

seit vielen Jahren begegnet mir solch ein Problem. Ob es nun SWR-Meter oder andere Messgeräte sind - man findet manchmal trotz gutem Abschlusswiderstand einfach kein Minimum.
Ich denke, es liegt an den "unsichtbaren" Imaginäranteilen des Abschlusses, verursacht durch Messkabel oder andere äußere Einflüsse wie Deckelkapazitäten o.ä.
Bei einer Rauschmessbrücke, die nicht nur R-variabel sondern auch +/- C-variabel hat, kann man ja die Anteile wegstimmen.

73 von Olaf, DL7VHF

3

Montag, 26. November 2012, 16:34

Bei einer Rauschmessbrücke, die nicht nur R-variabel sondern auch +/- C-variabel hat, kann man ja die Anteile wegstimmen.
Hallo Olaf, das ist richtig. Allerdings verstimme ich das Messgerät. Was im Grunde genommen gut ist, wenn ich daraus erkennen kann, wo das Problem liegt. Beim Z-Match komme ich damit allerdings auch nicht weiter.
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4

Montag, 26. November 2012, 17:00

Lbe OMs,

was meines Erachtens das Prinzipbild der Rauschmeßbrücke von der Realität unterscheidet ist, daß eine Antenne selbst Empfangsenergie in den Brückenkreis speist!

Daher ist es immer vom Vorteil, wenn beim Abstimmen einer Antenne das eigene Sendesignal für die Messung auch das dominierende ist.

HW?
Ha-Jo, DJ1ZB

5

Montag, 26. November 2012, 17:53

Moin,

es ist keine reale Antenne im Spiel. Alles befindet sich auf dem Shacktisch.

Auf dem Antennenanschluss des jeweiligen zu testenden ATU steckt ein koaxialer 50-Ohm Widerstand 'drauf. Dieser war vorher am X-Eingang der Noisebridge direkt aufgesteckt um die Einsteller der Noisebridge auf Minimum Rauschen zu bringen. Danach wurden sie und die RX-Frequenz nicht verändert. Die Kabellänge ist entsprechend kurz: < 50cm zwischen Noisebridge und ATU, ca. 1m zwischen Noisebridge und TRX. RG58C/U.
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6

Montag, 26. November 2012, 18:40

Hallo,

man muss sich zuerst darüber klar werden, dass man üblicherweise mit einem Tuner Antennen anpasst, die keine 50 Ohm Fußpunktimpedanz haben. Die meisten Tuner können daher durchaus NICHT 50 Ohm an 50 Ohm anpassen! Es wäre also z. B. sinnvoll einen solchen Tuner mit einem 1-k-Pot abzuschließen und so erst mal bei vorab auf 50 Ohm abgeglichener Rauschbrücke die Transformation, ausgehend von 50 Ohm, herauszufinden. Also z. B. 50 Ohm > 150 Ohm. Dreht man den Tuner um, sollte sich bei gleicher Einstellung eine Anpassimpedanz von etwa 17 Ohm ergeben. Natürlich unter der Voraussetzung, dass keine Blindelemente vorhanden sind. Weil man mit einem PI-Filter u. U. 50 Ohm auf 50 Ohm transformieren kann, ist für höhere SWR der Abstimmbereich eingeschränkt. Daher verwendet man dann T-Glieder oder Z-Mach-Konfigurationen.

73, Uli, DK4SX

7

Dienstag, 27. November 2012, 10:10

man muss sich zuerst darüber klar werden, dass man üblicherweise mit einem Tuner Antennen anpasst, die keine 50 Ohm Fußpunktimpedanz haben. (...) Es wäre also z. B. sinnvoll einen solchen Tuner mit einem 1-k-Pot abzuschließen
Hallo Uli,
danke für die Hinweise. Jetzt weiss ich auch, wo mein Denkfehler liegt. Ich probiere es mit dem Poti und schaue weiter, wie es geht.
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