Posts by DL3PB

    Hallo Dieter,
    Ringkern als Dummy (L2) ist keine gute Idee, bestenfalls ist die Induktivität nur aussteuerungsabhängig (nicht gut für die Brückenfunktion), schlimmstenfalls geht
    er in Sättigung und zieht richtig Strom. Eine beispielhafte Messung habe ich mal woanders eingestellt. Dein Übertrager ist eingangsseitig ein bisschen knapp ausgelegt (wenige µH), auch die Primärseite sollte ein Impedanz (X_L) anbieten, die um den Faktor 5 oder so höher liegt, als die Ausgangsimpedanz des benutzten Verstärkers, damit der noch eine halbwegs reelle Last 'sieht'. Hochtransformieren sollte im Prinzip gehen, meist nicht ganz so gut wie Resonanztransformation.
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    Peter

    ...Mein Detektor ist analog zur AN, aber im Gegensatz zur AB-Endstufe in der AN habe ich die Sendestufe digital ausgeführt, mit Treiber-IC aus einer Schrittmotorsteuerung. Bisher hatte ich darin kein Problem gesehen. Aber man lernt dazu.

    Hatte mich schon gefragt, wie man das mit einem Rechtecksignal zugelassen bekommt - das Ausgangssignal wird ja nur noch von einem Serien-Schwingkreis mit überschaubarer Güte gefiltert. Der 'Lattenzaun' reicht vermutlich bis in den Kurzwellenbereich.:whistling:
    Die AB-Endstufe ist kein Hexenwerk und die Sauberkeit des Ausgangssignal zudem leicht zu kontrollieren, auch hier hilft die FFT-Funktion moderner Digital-Scopes, man bekommt eine quantitative Bewertung des Oberwellengehalts auch wenn die Sinusform fürs Auge schon lange gut aussieht.
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    Peter

    Hallo Dieter,
    zur Einordnung - der Dipper nach W7ZOI ist so aufgebaut wie ich es gezeichnet habe. Er ist im Original für die Benutzung mit einem Network-Analyzer (NWA) gedacht. Ich habe ihn stattdessen mit einem Sweep-Generator (Sinus!) und einem (manuell) synchronisierten Scope benutzt, das auf der y-Achse die Ausgangsspannung eines Power-Meter abbildet, um damit die Resonanzfrequenz meines selbstgebauten RFID Tags zu ermitteln - das geht natürlich nur mit einer nicht resonant betriebenen Brücke. Dabei habe ich durch Zufall festgestellt, dass das Ausgangssignal auch das Back-Scatter Signal wiederspiegelt.
    Natürlich wird man so keine Reichweitenrekorde erzielen. Mein Vorschlag, es erst nur mit Spulen zu testen, hat den Vorteil dass damit schon mal zwei gleiche Induktivitäten hat, bevor man daran geht das ganze resonant zu machen. Wie Du festgestellt hast reicht es nicht, für beide Zweige die gleiche Resonanzfrequenz zu realisieren. Der Grund liegt vermutlich in der Rechteck-Ansteuerung, auf der Grundfrequenz verhalten sich die Zweige vielleicht noch halbwegs identisch, auf den in jedem Rechtecksignal enthalten Oberwellen eher nicht. Mir war nicht klar dass da ein Rechtecksignal auf den Serienkreis gegeben wird, ich habe die LC-Kombination vor der Endstufe als rudimentäres Tiefpass-Filter interpretiert.
    Dennoch, wenn man nur die Ausgangsspannung auf der Grundfrequenz betrachtet, sollte es gehen - die gewünschte Information steckt ja in der Last-Modulation der Grundwelle, nicht der Oberwellen. Falls Dein Scope eine FFT kann, reicht es bei der Grundwelle auf Minimum zu tunen. Hauptsache die nicht ausgelöschten Oberwellen-Anteile werden vor der Demodulator-Diode eliminiert z.B. mit einem Resonanzkreis der gleich auch die Transformation von nieder- auf hochohmig machen kann.
    Wie gesagt, die resonante Ausführung der Brücke habe ich nicht selber getestet. Braucht man aber sicher in Deiner Anwendung, um genug Leistung in die Spulen zu bekommen.
    Denke es ist zu früh, die Idee (die Du ja auch schon angedacht hattest) komplett aufzugeben, da geht sicher noch was.
    Peter

    Hallo Dieter,
    mit einer baugleichen Spule bist Du auf der ganz sicheren Seite. Richtig ist, dass beide Spulen nicht aufeinander koppeln sollen, aber bei der niedrigen Frequenz
    kannst Du ja locker je 30cm Kabel zur Spule spendieren. Kleine Trimmspule geht, solange deren Induktivität klein ist im Vergleich zur Sendespule, ansonsten
    verlierst Du Sendeleistung. Ja, einfacher Widerstand reicht, muss auch nicht genau 50Ohm sein, nur ganz ohne Last zu messen bringt es nicht.
    Die Empfindlichkeit der Brücke beruht auf ihrer Symmetrie d.h. dass sich die gegenphasigen Signale am Ausgang auslöschen (ohne Tag), also beide Zweige
    immer gleich halten d.h. wenn Serien-C dann in beiden Zweigen. (aber vielleicht erst mal nur mit Spulenprobieren oder mit Serien-C's simulieren, diese Variante habe ich nicht selber getestet !)
    Warum Dein Ansatz nicht funktioniert hat, weiß ich nicht. Sieht erst mal sinnig aus, zumindest in der Simulation sollte das funktionieren. Wie gesagt, die Brücke
    lebt von ihrer Symmetrie, schon kleine Abweichungen führen zu unvollständiger Auslöschung und damit zu deutlich reduzierter Empfindlichkeit. Die gute Nachricht
    ist, dass Du dieses Gleichgewicht nur für genau eine Frequenz realisieren musst - für die ursprüngliche Anwendung als Dip-Meter muss man das möglichst breitbandig hinbekommen.
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    Peter

    Hallo Dieter,

    Koppelwicklung geht natürlich auch, Hauptsache niederohmig (mit Poti belasten bis die Leerlaufspannung sich halbiert, das ergibt in etwa die Quellimpedanz).
    Ich würde die Brücke zuerst testen, die Erfolgsaussichten sind m.E. deutlich grösser und der Aufwand überschaubar, auch wenn sich das vielleicht auf den ersten Blick nicht so anfühlt:
    Die Brücke ist niederohmig ausgelegt, kann also direkt an den Sender angeschlossen werden, aber mit Koppel-C (>100nF) um die Gleichspannung der Endstufen-Transistoren nicht kurzzuschließen. Zur Dimensionierung der Brücke:
    Den Trafo am besten tri-filar auf einen Ringkern mit hoher Permeabilität (gerne Doppellochkern) wickeln, mit so vielen Windungen dass das X_L einer(!) Wicklung bei 134kHz mindestens 200 Ohm beträgt, nicht kritisch. Ich würde 43-er oder 77-er Material verwenden. Mit Scope kontrollieren, dass die Spannung gegen Ground an den beiden 'Ausgängen' auf der Sekundärseite gegenphasig sind und etwa gleich groß! Ja, die Massen sollte man durchverbinden.
    Für die beiden Spulen kannst Du einfach eine weitere, möglichst identische, Sende/Empfangsspule verwenden. Vielleicht erst mal ohne Serien-C's auf minimale
    Ausgangsspannung an 50-Ohm Abschluss tunen, indem man eine Spule variiert, bis hinten (fast) nichts mehr herauskommt.
    Dann die Serienkondensatoren einfügen, das sollte das Gleichgewicht nicht allzu sehr stören (evtl. musst Du die 1000p etwas variieren, um wieder resonant zu werden, dazu die Spannung über den Spulen bei 134kHz auf Maximum bringen, entweder mit Koppelwicklung oder differentiell mit zwei Tastköpfen gegen Ground messen). Der Brücken-Ausgang ist ebenfalls niederohmig, muss man also hochtransformieren bevor ein Dioden-Demodulator Sinn macht (entweder Ringkern-Trafo oder noch besser Resonanzkreis mit Koppelwicklung).

    Viel Erfolg

    Peter

    Hallo Dieter,
    NE612 eher nicht, der ist ja gerade nicht für seine Großsignalfestigkeit bekannt. Dir ist sicher aufgefallen, dass die Kondensatoren in der Demodulatorschaltung in der AN mit 200V spezifiziert sind - wenn man so hochohmig auskoppelt, muss man mit mehreren dutzend Volt rechnen, die verträgt der NE612 nicht mal als Betriebsspannung. Im übrigen macht die Schaltung genau das, was ich vorgeschlagen hatte. Der Träger und das zurückgeworfene AM-Signal werden an einer leicht vorgespannten Diode (additiv) gemischt und der aus dem Träger resultierende Gleichanteil mit einem Kondensator abgetrennt, bevor das Basisband-Signal weiter verstärkt wird.
    Wenn man einen alternativen Ansatz mit einem 'richtigen' Dioden-Mischer simulieren möchte, muss man deutlich niederohmiger (<=50Ohm) auskoppeln (etwa mit einem zusätzlichen Kondensator von einigen 10nF in Serie im Schwingkreis) und sehen, welche Spannung dort unter Last auftritt. Ein potentieller Mischer sollte dann für eine LO-Leistung die mindesten zehnmal grösser ist ausgelegt sein. Am ZF-Ausgang des Mischer muss für alle Frequenzanteile (auch den Gleichanteil) ein 50Ohm Abschluss sichergestellt sein. Da der folgende Verstärker hochohmig ausgelegt ist, würde sich hier ein entsprechender Trafo (50:20000 Ohm) anbieten, dessen Primärseite über 50Ohm (mit 1µF überbrückt) an Ground liegt. Ich bin nicht sicher, ob es da was zu gewinnen gibt, die Schaltung in der AN ist ja an Einfachheit und Robustheit kaum zu überbieten.
    Die angefügte LTspice Simulation ist nicht wirklich selbsterklärend, ich kann nur vermuten, dass es sich um den Versuch handelt in einer Brücke den hohen Trägeranteil auszubalancieren. Schau Dir mal die Brücke (Dipper) nach W7ZOI an, die macht im Prinzip genau das - wie das mit einem Tag aussieht, habe ich in einem anderen Beitrag gezeigt, mit sorgfältigem Abgleich der beiden Spulen ist eine Trägerunterdrückung von mehr als 60dB machbar. Sollte das nicht klappen, kann man die Mittenanzapfung des Trafos auftrennen und ein niederohmiges Poti einfügen, dessen Schleifer auf Ground liegt. Mit einem Serien-C (sonst bekommt man nicht genug Leistung in die Spulen) kann man das sicher auch resonant hinbekommen, die Sendeleistung halbiert sich dann zwar, die Trägerunterdrückung sollte das aber mehr als wett machen. Am Ausgang liegt dann im Wesentlichen das modulierte Signal an, macht braucht also weiterhin einen Demodulator (statt des PWR-Meters), allerdings unter erheblich günstigeren Bedingungen, was den Modulationsgrad angeht.



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    Peter

    Hallo zusammen,
    Markus hat natürlich recht, falls die von Dieter erwähnten 5kHz der Datenrate geschuldet sind macht ein Quarzfilter keinen Sinn. Ich war davon ausgegangen,
    dass das 5kHz Signal ein Hilfsträger ist und die eigentliche Datenrate noch eine Größenordnung niedriger ist. (so habe ich dass in meinem selbstgestrickten System gemacht). Bleibt die Frage nach einem effektiverem Demodulator. Leider deutet Dieter nur vage an, was er benutzt - Hüllkurvendemodulator hört sich nach klassischer Demodulation mit Diode an? Wenn ein nicht lastmoduliertes 134kHz Signal zur Verfügung steht, würde sich Mischen mit dem modulierten Signal anbieten. Der Träger erzeugt dann nur einen Gleichanteil (je nach Phase), der sich vom gewünschten Modulationsinhalt durch AC-Kopplung leicht abtrennen lässt.
    Zu hoher Pegel ist eher nicht das Problem, zumindest für den FET-Schalter im Tag der für die Lastmodulation verantwortlich ist, macht das keinen Unterschied. Eher ist die Großsignalfestigkeit des Empfängers der begrenzende Faktor, wenn der überfahren wird verschwindet der schwache Modulationsanteil im Nirwana - aber das hat Dieter ja selber in der Hand.
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    Peter

    Hallo Dieter,
    meine eigenen Versuche mit RFID bzw. Back-Scatter liegen schon eine Weile zurück und anders als Du hatte ich Zugriff auf das (selbstgebaute) TAG und zudem im Kurzwellen-Bereich experimentiert. Ein Quarzfilter abgestimmt auf das entstehende Seitenband hat die Reichweite erheblich vergrößert, auf mehrere hundert Meter mit full-size Antennen.
    Falls keine besseren Vorschläge kommen, würde ich das Signal hoch(!)mischen auf einige MHz, dort sind Quarzfilter mit 60dB Unterdrückung im Abstand von 5kHz kein Problem, findet man in vielen CW-Transceivern im ZF-Teil. Wichtig ist ein großsignalfester Mischer, der den starken Träger noch linear verarbeiten kann, dann sollte jeder mittelprächtiger KW-Empfänger das gefilterte Seitenbandsignal wiedergeben können, auch ein SDR - entweder als AM mit dann deutlich abgeschwächtem Träger bzw. noch besser als SSB-Signal. Wichtig ist eine gute Schirmung, damit das Trägersignal nicht am Filter vorbei wieder den RX zustopft, also am besten ein RX mit Eingangsbuchse.
    Wie gesagt, nur eine Idee, es gibt sicher noch andere Ansätze...
    73
    Peter

    Hallo,
    auch in Zeiten niedriger Sonnenfleckenzahlen lohnt sich ein gelegentlicher Versuch mit kleinsten Leistungen. Ich habe nach einem erfolglosen MAS-Contest, meinen 3-Transistor TRX wieder auf 20m umgebaut und trotz widriger Umstände (100mW an Regenrinne) sogar mehrfach Antwort auf meine CQ-Rufe erhalten, obwohl RBN nur wenige Treffer, zudem mit meist einstelligem SNR, ergab.
    Eine große Hilfe war die graphische Darstellung von RBN-Treffern auf der Seite von HA8TKS ( nach einer Idee von CT1BOH) hier. Sie ermöglicht die Auswahl einer freien Frequenz, dass obligatorische 'QRL?' funktioniert ja mit QRPP-Leistungen eher nicht, und erhöht so die Chancen tatsächlich gehört zu werden deutlich. Einstellbar sind der dargestellte Frequenzbereich, sowie Meldungen von welchen Kontinenten angezeigt werden sollen und die Betriebsart.
    Zur Abschätzung der Ausbreitungsbedingungen suche ich im RBN unter 'Spot-Search' nach '*/QRP', unter der Annahme von 5W plus eventuellem Antennengewinn, lässt sich so die Marge für noch kleinere Leistungen ermitteln, vorausgesetzt die QRP-Station outet sich mit /QRP, was ja nicht unumstritten ist.
    Die gleiche Suche nach '*/QRPP' ergibt nur Rufzeichen mit maximal vier Stellen, es gibt da wohl ein Limit, wie mir Pete/N4ZR auf meine Anfrage innerhalb weniger Stunden mitteilte - die Limitierung liegt wohl in den CW-Skimmern und kann vom RBN nicht aufgehoben werden.
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    Peter/DL3PB

    Hallo,
    soeben habe ich eine schön gestaltete 'MAS-QSL'-Karte zusammen mit den Regeln zum MAS und den Ergebnissen des letzten Jahres aus dem Briefkasten gefischt - eine nette Erinnerung von Lutz/DL1RNN.
    Ich war auch in den letzten Jahren QRV, habe aber wohl den Minimalismus ein wenig übertrieben und wegen moderater Bedingungen zusammen mit Einschränkungen bez. Antenne nicht ein QSO zustandegebracht und deshalb auch von einem Kommentar abgesehen.
    AWDH in der QRP Minimal Art Session/73!
    Peter