Ausbreitung nur in eine Richtung ?

  • Hallo,
    nur mal ein Gedankensprung den ich hier loswerden möchte.
    Entweder hat mein Tramp einen Fehler im RX , also taub geworden oder die Ausbreitung geht im Moment auf 40m nur in eine Richtung .
    Gekommen bin darauf gestern im QSO mit G3MJX der mir 579 gab , aber ich ihn nur sehr leise im Rauschen aufnehmen konnte.Das QSO musste ich dann als noch qsb aufkam beenden.Heute ein QSO mit M3PBZ,ebenfalls mit Rapport 579 FB,und wieder nur im Rauschen und mit vy qsb ( Leistung von ihm waren 10w an dipol ).Das ganze ist mir die letzten Tage schon öfters passiert .Ich funke mit 5w und im moment nur mit meinem Unterdachdipol,so das ich denke das es nicht an meinem Mördersignal liegt.


    vy 72 Klaus DF2GN

  • Hallo Klaus,


    Habe in letzter Zeit ähnliches oft auf 40m und auch schon auf 80 beobachtet. Neulich abends ganz typisch: EA3ADV (QRP) ruft CQ auf der 7030 kommt bei mir herein mit satten 579 . Meinen wiederholten Anruf bekommt er nicht ansatzweise mit. Er wird jedoch von mehreren DL Stns gerufen. Einer Stn. gibt er dann 429. Glaube sorgar der DL war QRO.
    Oder abends auf 30m: Ich rufe aus Spass mit 3W eine EA8/DL.... Stn an die bei mir "an der Grasnarbe" ist . Das Band ist eigentlich ruhig. Er kommt mit 569 zurück und versteht alle meine Daten.
    ... Ich würde nicht gleich am Tramp zweifeln.


    72s


    Lutz

  • Hallo,
    ich hatte auch schon solche Effekte: PSK-QSO auf 20m mit USA, ich 5-10W (Stadtgebiet), er 300W.
    Ich mußte mir den Computer spitz feilen, um das 300W-Signal zu lesen, er gab "no problem, ufb Signal". Gehe ich mit der gleichen Station zu meiner Tochter in den Garten (abseits des Stadtgebietes), dann hört man das Gras wachsen, nachdem man erkannt hat, daß der Empfänger nicht kaputt ist, sondern gut arbeitet, obwohl das Rauschen gegen Null geht.
    Ich will damit sagen: wenn ich in einer "ruhigen" Umgebung bin, kann ich Signale gut hören (faktisch ohne S-Wert), die in einer Stadt im allgemeinen qrm (auch bei S5 und mehr) untergehen können. Und das kann die Gegenstation genauso treffen.
    Ich hatte früher auch eine hausnahe Antenne (ab Fenster, endgespeist gegen Erde, da hört man z.B. sofort, wenn einer das Funktelefon zum Laden ansteckt oder TV zuschaltet), jetzt ist sie erst ab 4m Entfernung vom Haus wirksam (Symmetrisch). Was den Störpegel betrifft, liegen Welten zwischen beiden Antennen, man merkt da jeden Meter Abstand vom Haus.


    73 Reiner

  • Ich weiß nicht recht, so eine Störung der Reziprozität in der Ausbreitung...
    Wie sollte das erklärt werden? Anfang der 90-er stand glaubich mal in der CQ-DL so ein tierisch theoretischer Artikel zu dem Thema. Mit Nichtlinearitäten oder so.
    Große Skepsis.....
    Wenn ich mal etwas unernst theoretisieren darf, dann geben doch die meisten Funker mangels brauchbarem S-Meter, oder sonstweswegen einen Rapport nach Fingerindenwind.
    Unterstellt man mal (was schon nicht stimmt) dass alle gegebenen Rapporte um den richtigen Wert wie eine Gaußsche Glockenkurve nach links und rechts gleichermaßen streuen. Dann finden sich natürlich mit berechenbarer Wahrscheinlichkeit auch immer mal QSOs wo einer der beiden einen weit zu guten und der andere einen weit zu schlechten Rapport gibt.
    Alles nicht ernst gemeint. Ich weiß, ab so S 6 stimmense dann doch irgendwie, die S-Meter. Aber, wir QRP-er wissen das: Manch Gerät hat gar keins.


    Ich halte die Ausbreitung nur in eine Richtung aber einstweilen für einen Trugschluss. Aber vielleicht weiß wer was Gutes zu dem Thema? Ich hab bloß noch einen Witz.


    Ein Professor erforscht, wie weit Spinnen unter bestimmten Bedingungen springen können.
    Er setzt eine Spinne auf den Tisch, schlägt mit der Faust auf den Tisch und ruft "Spinne spring!!".
    Der Professor trägt in sein Notizbuch: Gesunde Spinne: springt 7,9 cm.
    Nun reißt er der Spinne ein Bein aus, wiederholt den Versuch und notiert:
    Spinne, 7 Beine: 6,5 cm
    Nach Abschluss der Versuchsreihe steht im Notizbuch noch Folgendes:
    Spinne, 6 Beine: 5,1 cm
    Spinne, 5 Beine: 4,2 cm
    Spinne, 4 Beine: 3,5 cm
    Spinne, 3 Beine: 2,0 cm
    Spinne, 2 Beine: 1,2 cm
    Spinne, 1 Beine: 0,5 cm
    Spinne, ohne Beine: Gehör verloren


    Schönes Wochenende allen Bastlern.
    Mike
    DL7UGN

  • Hallo Mike,


    leider habe ich mich nicht tiefgreifend mit der Ausbreitungtheorie beschäftigt, weiß aber, dass es durchaus zu großen Pegelunterschieden kommen kann. Verschieden Vorhersage-Tools weisen diesen Unterschied sogar aus. Hier zwei laienhaft erklärte Gründe:
    1. die Ausbreitung verläuft über der Erdkugel auf verschiedenen Wegen. Dies kann z.B. durch unterschiedlich ionisierte Schichten auf den beiden Seiten passieren.
    2. Bei Verbindungen über die Tag-Nacht-Grenze: beide Stationen haben völlig unterschiedliche Verhältnisse. So liegt die MUF auf der Tagseite viel höher; es ergeben sich also unterschiedliche Einfallswinkel usw...
    Bestimmt gibt es noch weitere Gründe...


  • Hallo Mike,
    bekannt lich bin ich ja eher der Praktiker ..... 8)
    Vor Jahren gehörte ich zu der Gruppe, die den legendären 80 Meter Pixie Versuch vorbereitet haben. Das war der Versuch, eine Zweiwegverbindung zwischen DL und North Carolina (USA) mit 2 x Pixie (250mW, Primitivempfänger)


    In der Vorbereitungsphase haben wir monatelang jeden Samstag beginnend um 0:00 versucht, mit normalen Stationen Verbindungen zwischen den beiden Standorten aufzubauen. Auf meiner Seite wurde ein FT1000 mit 2x20m Dipol in 23 Meter Höhe benutzt.
    Die Ergebnisse waren reproduzierbar:


    00:00 bis etwa 01:30 .... nichts in beide Richtungen
    ab etwa 01:30 .............Carolina hört DL2FI ganz leise, DL2FI hört nichts
    ab etwa 02:30..............Carolina hört DL2FI laut, DL2FI hört nichts
    ab etwa 3:00...............Carolina hört DL2FI sehr laut, DL2FI hört Carolina leise
    ab etwa 3:30...............Beide hören sich laut
    ab etwas 4:00.............Carolina hört DL2FI gar nicht mehr, DL2FI hört Carolina sehr laut
    irgendwann am Morgen war Carolina dann gar nicht mehr zu hören und ich war dort nicht mehr zu hören, das habe ich aber nur einmal ausgehalten, meist war ich da schon im Bett.


    Welche Erklärung haben wir gefunden?


    Beim Start hat DL2FI in Richtung Carolina gesehen die Dunkelheit im Rücken, Carolina in Richtung DL2FI hat die Sonne im Rücken. In der Mitte haben beide die Dunkelheit im Rücken, am Ende hat DL2FI die Sonne im Rücken, Carolina hat immer noch die Dunkelheit im Rücken.
    Dunkelheit bedeutet voll ausgebildete Heavysideschicht. Die scheint dann wie ein Reflektor zu wirken.


    Weiter Beweis: jeden Abend auf 80m zu erleben: Russische Stationen sind hier brüllend laut, sie hören uns aber gar nicht bis sehr leise.

  • Hallo von DH1BAY , direckt am TRX und der Antenne ist man natuerlich immer unsicher.Ist Mein Spielkram in Ordnung usw.Ich habe mir von G4ILO das HFPRO auf meinen Rechenknecht gespielt -SUPER-.http://WWW.TECH-PRO.net
    Aber dran Denken an der Funkkiste und der tante Enne ist das mit den Bedingungen immer direckt festzustellen.
    72 de DH1BAY

    72 de DH1BAY Die meisten Probleme der Menschheit liegen zwischen den Ohren(HST).

  • O.K. ich wollts ja auch gar nicht lächerlich machen. Ihr Extrem-QRP-Praktiker habts ja probiert. Ich nehme es mal zum Anlass, ein wenig in die Literatur zu schauen, wie so was geht und mal ein wenig drüber nachzudenken.
    73/72 an die Praktiker
    von Mike
    DL7UGN