Tastenprellen bei K1

  • Hallo Wolfgang,


    im Demo hört man dass im Fehlerfall kein Punkt kommt sondern Strich Punkt. Ich vermute durch das Prellen wird in der Strichleitung Spannung induziert - der Rest ist Kaffesatzleserei. Am Gerät nicht am Key kannst Du jeweils eine Schotkydiode vom Eingang nach Masse legen, in Sperrrichtung. Dazu parallel einen Widerstand. Ausprobieren wie weit Du runter gehen kannst und dann 1/3 Wert hoch gehen.


    Das kann man nur ausprobieren, klingt aber nach einem Schaltungsproblem. D.h. die Schaltung wird mit einem bischen prellen nicht fertig, das sollte sie aber.


    73 de uwe df7bl

    Uwe df7bl


    Wenn Du meinst etwas geht nicht, dann störe nicht die, die es gerade machen.

  • Hallo Wolfgang,
    das Problem beim K1 scheint zu sein, dass der Mikroprozessor des K1 den Keyer nicht über einen Digitaleingang abfragt, sondern über einen Analogeingang. Wenn Du also einen schlechten hochohmigen Kontakt hast, erkennt er "dash", wenn Du ein bischen fester drückst, ist es ein "dot". Hier mal ein Zitat aus dem Handbuch ( (c) Elecraft ):
    --
    The states of the DOT and DASH lines are sampled on analog input
    RA3 (pin 5). If both DOT and DASH are open, the voltage at RA3
    will be about 6 V. If both are closed, the voltage will be 0 V. If only
    one paddle is closed, an intermediate voltage results, either 2 V or 4
    V. (See RF board, sheet 2.)
    ---
    Versuch einer Übersetzung:
    Die Zustände der Paddles werden am Analogeingang abgetastet
    RA3 (Pin 5). Wenn beide Paddles offen sind, ist die Spannung an RA3
    etwa 6 V. Wenn beide geschlossen sind, wird die Spannung 0 V. Wenn nur
    ein Paddel geschlossen ist, ist das Ergebnis dazwischen, entweder 2 V oder 4
    V. (Siehe RF Bord, Blatt 2).
    ---
    72
    Heribert
    dk2jk

  • Danke Heribert,


    da war wohl keine zweite Leitung mehr frei für eine gute Lösung. So ist der Murks sofort klar. Ein Schaltbild hilft doch ungemein.


    73 de uwe df7bl

    Uwe df7bl


    Wenn Du meinst etwas geht nicht, dann störe nicht die, die es gerade machen.

  • Hallo,


    dann hat die Diskussion ja wieder mal zu mehr Klarheit geführt. Deshalb verträgt der Keyer wohl auch keine zusätzliche externe Beschaltung.


    Heribert, danke für Deine Mühe, Dich mit dem Problem zu beschäftigen.
    Mich wundert nur, dass offenbar alle anderen K1 Benutzer das Problem noch nicht hatten.


    Ich habe die Paddles dann mal wieder direkt angeschlossen und die Ballistol-Methode angewendet.
    Man wird wahrscheinlich nicht umhin kommen die Tastenkontakte penibel sauber zu halten.


    73, Wolfgang

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Hallo,


    den interessierten Leser möchte ich hier über meine neuen Erkenntnisse informieren:


    Nachdem mir die Sache keine Ruhe gelassen hat, habe ich mir einmal die Taste (Kent Double Paddle) vorgenommen. Es wurde eine 9V Batterie über das Anschlusskabel mit einem Voltmeter verbunden. Es zeigte sich bei offenen Tastenkontakten eine langsam abnehmende Spannung von ca. 5V! Hier konnte etwas nicht stimmen. Eine Überprüfung mit einem Ohmmeter ergab keinen Widerstand zwischen Masse und den Kontakten. Soweit also OK.


    Dann kam das Kapazitätsmessgerät an das Kabel. Hier ergab sich bei einer Kabellänge von ca. 80 cm eine Kapazität von:

    • Masse gegen TIP ca. 244 pF
    • Masse gegen Ring ca. 216 pF
    • Tip gegen Ring ca. 250 pF

    Verwendet wurde ein Abschnitt eines einseitig mit einem 3,5mm Klinkenstecker fertig konfektioniertes Kabel, 2-adrig, mit
    gemeinsamem Schirm (Reichelt NFKE SW35).Das Kabel ist schon länger an der Taste und hatte bis zum Bau des K1 keinen Anlass zur Beanstandung gegeben.


    Es wurde nun ein Kabelstück gleicher Länge, 3-adrig, ohne Schirm, an einen Klinkenstecker angelötet. Diesmal ergaben sich folgende Kapazitätswerte:

    • Masse gegen TIP ca. 62 pF
    • Masse gegen Ring ca. 64 pF
    • Tip gegen Ring ca. 58 pF

    Eine Überprüfung mit der 9V Batterie ergab dann auch keine Spannung bei offenen Kontakten.


    Wieder um eine Erkenntnis reicher.


    Dies erklärt vermutlich auch die Tatsache, das der beschriebene Effekt bei anderen K1 Benutzern nicht aufgetreten ist. Diese haben wahrscheinlich andere Kabel an den Tasten.


    Ich werde nun mal sehen, wie sich die Sache mit dem neuen Kabel darstellt.


    73, Wolfgang

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Hallo Wolfgang,

    Dies erklärt vermutlich auch die Tatsache, das der beschriebene Effekt bei anderen K1 Benutzern nicht aufgetreten ist. Diese haben wahrscheinlich andere Kabel an den Tasten.


    Ich werde nun mal sehen, wie sich die Sache mit dem neuen Kabel darstellt.

    das kann gut sein. Das Kabel, dass bei mir zeitweise zwischen K1 und Kent-Taste (Wackel-Version) klemmt, ist zwar auch recht lang (geschätzt 60 cm), doch ich weiß, dass ich es mal gegen das zuerst verwendete ausgetauscht habe, weil da irgendwo ein Drahtbruch drin war.


    73/72 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • Hallo,


    2012 hatte ich dieses Thema hier eröffnet.


    Meine Lösung der Sache war letztlich die , das ich den K1 nur noch mit einen externen Keyer verwendet habe.
    Mit dem CodeCube-IR geht das sogar ohne Kabel, was auch sehr angenehm ist.


    Nunmehr gibt es zu dem Thema einen aktuellen und interessanten Artikel von K8AX im, QRP Quarterly, Heft 1-2015.


    K8AX hat sich dem Problem einmal messtechnisch angenommen, und dokumentiert das Verhalten des internen K1-Keyers mit
    einigen Diagrammen seines Oszilloskops und einer Tabelle der Fehlerraten. Ein Lösungsvorschlag, oder besser gesagt, ein
    Verbesserungsvorschlag, wird ebenfalls aufgezeigt. Dieser ist vielleicht für diejenigen interessant, die den internen Keyer verwenden.


    Das angesprochene Heft lässt sich auf der Seite des QRP-ARCI als "Beispiel-Exemplar" kostenlos herunterladen.


    73, Wolfgang
    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970