Bierwette: Das Projekt Tsunami-PA

  • Moin.

    Warnung: Eingefleischte QRPer bitte ich, den unten genannten Link NICHT anzuklicken. :whistling:

    Als ich heute von einem älteren Funkfreund eine Mail bekam, ahnte ich nicht, was in der Anlage steckte. Nach dem Lesen trat der Auha-Effekt ein: Auch haben. :D

    Gut, ich hatte mal für viele Jahre eine schöne gebaute Röhren-PA mit der 3-500Z in Gitterbasis-Schaltung. Schaltung und Bauweise aus dem guten alten ARRL-Handbuch. Schußfest mit knapp 1 KW für KW. Viele SSTV, RTTY (noch alles analog!) und Fonie-QSO habe ich damit in den jungen Jahren gefahren bis ich sie verkauft habe. Ich war jung und brauchte das Geld. 8) Aber dieses Teil hier? Megastark!

    Ich zitiere mal aus der humorvollen Mail:

    > Hallo Experten Team,
    >
    > ...es gibt noch OMs die mehr tun als nur einen
    > Transistor oder Akku auszutauschen - und das
    > nur wegen einer Bierwette...hi
    >
    > Die PA-Datei ist der Hammmmmer !

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Lest bitte selber, hier der Link:
    http://www.dc9dz.de/

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

  • Wie gut, dass dieses Forum auch für Selbstbau im Amateurfunk ist.
    Ich bin immer begeistert über den tollen Aufbau. Und was für eine Menge Arbeit darin steckt!
    Läßt sich auch gut lesen.
    Ansonsten soll ja jeder das machen woran er Spaß hat.

    vy73 Jürgen

  • Ob sie schon verkauft worden ist? Siehe Ende Textbeitrag. Ist wieder mal schön anzusehen. 3 Jahre Bauzeit.

    73, Michael, DF2OK.
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  • Aber wozu braucht man so eine hohe Ausgangsleistung? Es scheint mir doch eher die Freude zu sein, so ein starkes Teil einmal selbst zu bauen. Oder ist das ein sogenannter DX Pileup Feger?

    Roland, OM4VK

  • Sowas braucht man, damit man in wenigen 80m-Runden aufgenommen wird, aber nur, wenn man auch bis aufs Hertz genau auf der Frequenz ist... :saint:

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Es scheint mir doch eher die Freude zu sein, so ein starkes Teil einmal selbst zu bauen.

    So sehe ich das, schon als Aufgabe. Baut man eben nicht mal so nebenbei.

    Ich hatte Ende der 70iger bis Mitte der 80iger mal eine KW PA, gebaut nach Unterlagen aus dem damaligen ARRL Handbuch. Mit einer 3-400 Triode in Gitterbasisschaltung. Die war weitaus größer, also mechanisch. PA als Block oben, NT mit 3,2 kV DC darunter. Mit meinem TS520 konnte ich sie direkt ansteuern. 400W Dauerstrich war kein Problem. RTTY, SSTV immer ein gutes Signal. SSB sowieso. Ein Anruf > QSO. In SSB war auf 80m 1kW möglich. Ansonsten Reduktion der Anodenspannung um später nach der Änderung auf 750W maximale Leistung legal zu bleiben. Die Röhre war gebraucht, habe es mit einer neuen nie probiert. Die Antennen und Kabel waren passend ausgelegt, die Lustelektronik bei uns und den Nachbarn nach ein wenig Mods alle sauber. Heute bei dem ganzen empfindlichen Kram sicherlich nicht mehr so ohne weiteres möglich. Auch bei meinem Lehrmeister sowie an der Klubstation immer max. Leistung. Keine Zeilenendstufenröhren. Eigenbau-PA und richtigen Röhren. 3-400 bzw. 3-500 Glasröhren. War eine schöne Zeit.

    Bei der PA im Link oben betrug die Bauzeit drei ! Jahre. In der Zeit "kloppt" man diverse QRP TRX zusammen, hi. So ganz ohne Fachwissen klappt das mit den Endstufen ebenfalls nicht. Gerade bei so einem Projekt. Der Hintergrund war ja eine Wette, genauen Text bitte selbst nachlesen. Dieser Sender wurde auf Tischgröße reduziert.

    Wer tiefer einsteigen mag, schaut mal nach der privaten Sendestation der ehemaligen Polizeifunkstelle in Kall-Krekel um sich einen Vergleich zu erlauben. DF5XV betreibt sie noch. Ich war mal da, imposant.

    Es gibt einige Videos mit vielen Einblicken dort. Dann kann man, wenn man mag, den Hintergrund der Wette verstehen. Also einen Sender mit dem Leistungsdaten eines kommerziellen Senders zu bauen, der keinen Raum füllt, sondern auf einen stabilen Shacktisch passt. Schaut Euch den Film an und dann vergleicht die Sendergröße mit der Tisch-PA. Für rund 40kW muss man zudem auch eine Dummyload haben. 2x100 Ohm 2W reichen da nicht. ;) Um zu vergleichen, welche Arbeitsleistung es war, einen Sender mit der Leistung auf diese Größe zu reduzieren, schaue sich gerne die Filme an.

    Videofilm mit einer Tour durch die Funkanlagen. Imposante Technik. Ende 2025 allerdings wird der Umfang der kommerziellen Aussendungen stark reduziert werden.

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    Ganz in deutscher Sprache mit ergänzenden Infos. Lohnt sich auch, den anzusehen

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    Classic Broadcast

    Kall-Krekel


    Es ist das Schöne an unserem vielseitigen Hobby. Jeder kann seine Nische finden, Kenntnisse und Fähigkeiten lernen, ausbauen und anwenden.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 13 times, last by DF2OK (October 24, 2025 at 8:52 PM).

  • Inzwischen gibt es die Tsunami auch noch eine Nummer größer:

    DC9DZ: Projekt Tsunami 100K – Power Amplifier (PA) mit 4CX20000C

    25kW Dauerstrich, z.B. für FT8 oder RTTY, 40kW in CW und 100 kW in SSB - toll, was technisch möglich ist, aber ich bleibe da lieber bei QRP :)

    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW

    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

    In QRP the challenge is to "break" the pile-up...................in QRO the challenge is NOT to break components! (Zitat DL5RBW)

  • Das Projekt Tsunami stellt für mich einfach die Freude am Ausloten des machbaren dar. Hier sich ein ein Könner seines Fachs mal an die Grenzen gemacht... und ich finde das trotz all seinen Möglichkeiten, die er als kommerzieller PA-Bauer gehabt hat, schon bewundernswert!

    Natürlich ist der Betrieb (neben all verwaltungsrechtlichem Gedöns) nur in abgelegenen gut stromversorgten stillgelegten Industrieflächen machbar, wo man sich einigermaßen sicher sein kann - nicht die Hälfte der Elektronik im Umkreis zu zerschießen. Aber zu wissen, dass man alles errichen kann was man hört - muss schon einen gewissen Charme haben.

    Ich habe den Aufwand und die technische Ästhetik in Verbindung mit hocher Sendeleistung immer bewundert... egal ob das jetzt bei SAQ ist oder bei den alten R&S Sendern.

    Ich kann mich daran erinnern, dass hier auf dem Hochblauen im Südschwarzwald die 3 lokalen UKW Programme von einem Aussichtsturm für Besucher über (4?) gestockte horizontale Kreuzdipole ausgesendet wurden. Wenige Meter über den Köpfen der Besucher wurden die 2 KW in die Antenne eingespeist. (...Und meines Wissens ist keiner gestorben) - Im daneben stehenden Gebäude war der wunderschöne R&S Sender. Die Enstufenröhren konnte man hinter geschliffenen Glasscheiben beobachten und neben dem Fenster hing eine Farbtafel, die anhand der Farbe der Röhre die Leistung angab: Von Dunkelrot - bis Hellgelb / 1KW - 6 KW ... Unterarmdicke Koaxkabel der 3 Sender wanderten dann in einen gefriertruhen-großen Koppler und von da aus entlang des Gitterturms in die Antenne.

    Der Sender schien für die Ewigkeit gebaut zu sein... und sollte man ihn nach dem Abbau Mitte der 80er noch einmal irgendwo errichtet haben - ich bin mir sicher, er läuft heute noch!


    Viele Grüße - Armin