Subjektiver Test einer EH-Antenne 21MHz

  • Hallo,
    hier meine Ergebnisse eines nicht ganz wissenschaftlichen Vergleiches EH-Antenne - Dipol


    Gedanke: Ich benutze einen Dipol (2x3,4m), dessen Empfang Ost-West-orientiert ist, auf der Nordseite eines (höheren) Gebäudes in ca 8m Höhe, beginnend ca 4m vom Gebäude entfernt. Um die Lücke Afrika zu schließen, sollte eine EH-Antenne (21MHz) auf der südlichen Hausseite (Balkon) in ca 10m Höhe installiert werden.
    Die EH-Antenne wurde nach DL7AHW (Spaydosenantenne) entworfen. Im Test im Zimmer mußte eine Windung entfernt werden, dann war die Antenne resonant mit SWR nahe 1. Nach der Balkonmontage mußten 2 weitere Windungen entfernt werden (eisernes Geländer). SWR faktisch 1:1 über rund 100kHz. Die Bauunterlagen sind also nachbausicher.
    Testergebnisse im Verhältnis zum Dipol:
    1. Erster Schreck: Das Grundgeräusch der EH-Antenne lag mit etwa 10dB deutlich über dem des Dipoles (das Kabel bis zur Drossel lag auf dem Balkon). Ursache vermutlich der unsymmetrische Betrieb mit Einkopplung des Haus-Störnebels, ein Problem fast aller hausnahen Antennen(der Dipol zeigt ähnliches Verhalten bei Speisung als L-Antenne gegen Erden am Haus).
    2. Die Signalstärke der Gegenstation an der EH-Antenne war meist um 1,5 S-Stufen unter der des Dipoles, nur Richtung SW (EA) und SO (4Z) kamen einzelne Stationen in die Nähe der dort schlechten Dipolwerte. Durch das höhere Grundgeräusch waren sie jedoch schwerer oder nicht (ZS) lesbar. Damit bestätigte sich im wesentlichen der verschiedentlich angegebene Wirkungsgrad der EH-Antennen (etwa -10dB / ca 1,5 S-Stufen, oder auch 10W am Dipol entsprechen etwa 100W an der EH-Antenne) gegenüber dem Dipol (unter der Annahme, daß das Verhältnis der Antennenspannung bei Empfang in etwa dem Abstrahlverhalten zur Gegenstation entspricht).
    Fazit: Für den vorgesehenen Zweck erwies sich die EH-Antenne als nicht geeignet. Sie scheint mir mehr eine Low-Band-Lösung, wenn keine (Draht-)Außenantenne möglich ist. Auf den oberen Bändern würde ich nun die Magnetloop vorziehen, wenn es keine Außenantenne sein darf.


    Ich bin mir klar, daß dies kein exakter Test ist. Ich wollte vielmehr auch mir einmal praktisch zeigen, was man bei dieser Miniantenne erwarten kann und was nicht.


    73 Reiner

  • Ich vermute, dass es sich um eine kapazitive Antenne und nicht um eine EH-Antenne handelt... Arthurs Formeln bezeihen sich immer auf die kapazitive Antenne, also kurzer kapazitiver Strahler, Ladespule, Phasenleitung Lamda/4, Mantelwellensperre und dann Koaxkabel beliebiger Länge. Die EH-Antenne ist zwar auch eine kurze Antenne, aber völlig anders aufgebaut.
    Uwe, DJ9XG

  • Hallo Rainer,
    i
    hatte eben noch etwas vergessen.. kannst du uns mal die Werte für das C und das L der kurzen Antenne mitteilen? Mich interessiert wie klein deine "Spraydose" für 15 m ist. Ich experimentiere ja auch mit diesen kurzen Antennen konnte aber noch keine Berechnung finden für die optimale Grösse der Kapazität dieser Antennenart. Mich treibt immer noch die Frage um,,, maximales C und daraus resultierendes kleinstes L.. da L immer Verlust bedeutet wäre es natürlich optimal nur so wenig L zu verwenden, dass man nur noch die Feinabstimmung darüber machen müsste... wen man alle bis heute veröffentlichten kapazitiven Antennen näher betrachtet, haben alle Autoren andere C/L Verhältnisse verwendet (DL7AHW, Microvert, HB9ABX, KGD usw). Also nochmals wie gross ist das C deiner 15m Antenne.
    Uwe, DJ9XG

  • Hallo Uwe


    mit der Bezeichnung kannst Du natürlich recht haben, habe da bisher keinen Unterschied gemacht, der Aufbau entspricht der "Microvert" und die Berechnung habe ich nach den Angaben in


    http://freenet-homepage.de/dl7…1D.htm#Inhaltsverzeichnis


    gemacht. Verwendet habe ich ein Aluminiumrohr 30mm Durchmesser und 28cm Länge, das war gerade da, die Spule hat etwa 27mm Durchmesser (1mm-CuL-Draht),Windungszahl kann ich nicht mehr sagen, ergibt sich aber aus dem Rechenvorgang. Der Ferritring für die Mantelwellensperre ist eine Nummer kleiner wie empfohlen und hat 13 Wdg verdrillten 0,7mm-CuL-Draht. Das Alu-Rohr beginnt 18cm außerhalb Balkonbrüstung.
    Wenn man das Rohr weiter vergrößert, müsste man ja theoretisch zu einer Art Halbwellendipol kommen, geht dann sicher recht gut, ist aber auch nicht mehr klein.
    Für mich in der Stadt war bisher auch immer wieder ein Problem, daß die Antennen sehr viel Grundgeräusch mitbrachten, wenn sie zu nahe am Haus waren. Aber wie vom Haus weg ist ja oft gerade das Problem.


    73 Reiner

  • Quote

    Original von DL8LRZ
    Das Alu-Rohr beginnt 18cm außerhalb Balkonbrüstung.
    73 Reiner


    & da bei der Ant. das Koax bis zur MWS zum Strahler gehört, kann man sich deren Wirksamkeit & den Effekt mit dem Störpegel leicht erklären...


    Gelänge es, mit dem Speisepunkt des Dipols (so mag ich die Verbindung der Ladespule mit der Koaxseele definieren) wenigstens ein paar Meter Respektsabstand zum Haus hinzubekommen, könnten sich die Verhältnisse etwas verbessern. Gerade auf den kürzeren Bändern besteht da berechtigte Hoffnung!


    Deswg bin ich aber doch skeptisch, was die Wirksamkeit dieser Bauform auf den Lowbands betrifft & würde dann konsequenterweise gleich den KGD bauen, aber mit QRP keine allzugroßen Hoffnungen hegen :(


    Klar, es funzt besser als keine Ant, aber bei mir funzt der kurze, gefaltete Draht unter'm Dach immer noch deutlich besser & das auf allen Bändern.


    nis für ungut...


    72,3! Tom -. ... .

    Das schöne an einheitlichen Standards ist, daß man so viele verschiedene zur Auswahl hat.