Eigenschaften kurzer Antennen

  • Hallo Clemens,


    Der Kopplungsgrad zwischen Antenne und Speiseleitung hängt ausser von ihrer gegenseitigen Orientierung natürlich auch von der Länge der Speiseleitung ab. Wenn sie statt Lambda/2 nur noch Lambda/4 lang wäre, dann würde die eingekoppelte Energie um etwas weniger als 3dB abnehmen. Unter Lambda/4 nimmt die Größe der eingekoppelten Energie immer besser linear mit der Länge des Speisekabels ab. Man müsste das daher auch noch bei kürzeren Speiseleitungen messen können, allerdings ist der Messfehler bei längeren Speiseleitungen geringer.


    Wenn es keine zu grosse Mühe macht, dann kannst du ja auch mal messen, wie viel Energie auf einen frei zur Antenne laufenden Draht in Abhängigkeit von seiner Orientierung eingekoppelt wird. Da wäre das Gleichtaktproblem auch nicht vorhanden.

  • *Thread ausbuddel*


    Da mich dieses Thema auch gerade umtreibt: Schöne Zusammenfassung.


    Zur Loop wäre noch anzumerken, daß diese bei Verwendung eines Rotors das Ausblenden lokaler Störungen erlaubt, was in der heutigen "gestörten" Welt von erheblichem Vorteil sein kann. Überhaupt hält ihre kleine Feldimpedanz Störer im Nahfeld (<lambda/10 Abstand) ganz gut in Schach. (Artikel von W8JI) Damit dürften auch die relativ gesehen kleinen Umgebungsverluste zusammenhängen (auch wenn man diese trotzdem auf gar keinen Fall außer Acht lassen darf, siehe Sicherheitsabstand - die australischen OMs empfehlen mindestens 1-2 Loop-Durchmesser bei Loops von ca. lambda/10 Umfang). Daß der mechanische Aufbau bei minimierten Verlusten nicht ganz ohne ist, ist allerdings wahr. Kann man sich z.B. bei VK4AMZ ansehen. Allein der Schmetterlingsdrehko zu 1000 pF / 15 kV... (Der hat IIRC eine kW-Endstufe in Betrieb, für 100 W tun's normalerweise 5 kV, bei 1 W dann 500 V.)


    Was man im Hinblick auf die Störanfälligkeit vielleicht auch noch einmal extra hervorheben könnte: Antennentypen mit für die Funktion notwendigen Gleichtaktanteilen auf der Leitung sind hier denkbar ungünstig. Sie erlauben es nicht, im Gleichtakt eingefangene lokale Störungen durch Mantelwellendrosseln zu unterdrücken. Nützt ja auch nichts, wenn man gut rauskommt, aber nicht vernünftig hören kann ("Krokodil").


    Der Einfluß der Erdung bei Betrieb einer Vertikal läßt sich übrigens leicht mittels eines portablen KW-Empfängers mit Teleskopantenne demonstrieren. Dieser hat im Batteriebetrieb eine denkbar lausige Erdverbindung - ein bißchen kapazitive Kopplung zum Untergrund mit mäßiger Leitfähigkeit. Verbindet man nun die Gerätemasse mit etwas HF-Erdungsähnlichem, gehen auf einmal auf den unteren Bändern richtig die Ohren auf. Das entspricht genau dem erwarteten Resultat, welches man durch Schaltungssimulation mit dem Ersatzschaltbild gewinnt.


    73,
    Stephan