• Hallo OMs,
    Die 30 Jahre alte Lötstation ,LS 50' von Conrad hatte wieder Kabelbruch. Dabei hatte ich die einfache PVC-Litze schon mit feindrähtiger Si-Litze ersetzt. Die hielt ein Vielfaches besser.


    Nun möchte ich doch etwas Neues kaufen.
    Was sollte hinzu?
    # SMDs sind nicht der Schwerpunkt, wenn dann kein Raster 0,6mm
    * Beim Ablegen des Lötkolbens automatisch auf die Standbytemp. / beim Herausnehmen auf die Arbeitstemp.
    * Dafür entsprechend kurze Aufheizzeit ( die LS50 braucht > 1min)
    * Leistung > 100W, fürs Aufheizen oder für eine gößere Lötstelle (dicker Draht, selbst Dukos auf Leiterplatten gehen mit 50W schlecht)

    Ein sehr gutes Produkt soll sein: JBC CD-2BQF :
    130W, innenbeheizt, Lötspitze gesteckt (Koaxialsystem), schnell wechselbar, automatischer Standby-Schalter in der Ablage
    https://www.batronix.com/versand/loette…bc/CD-2BQF.html
    Woanders ist die ca.100Eu günstiger.
    Wesentlich günstiger: DWS-200
    https://eleshop.de/fnirsi-dws-200-f-lotstation.html
    Es wären sogar die Lötspitzen von JBC kompatibel.

    Lötspitzen:
    Bisher hab ich ganz konservativ mit Cu-Lötspitze gearbeitet.
    - Die verschleißt (eine Delle wird durch Zinn = Ablegieren, Zunder )und man muß sie nacharbeiten
    + Sie transportiert ein Tröpchen Zinn sehr gut.
    Dauerlötspitze:
    Das liegt schon viele Jahre zurück, vermutlich tetste ich sie in der LS50
    - Sie transportierte Zinn kaum.
    + Hält lang
    + Zundert nicht
    + Wartungsarm
    Übrigens: Besser auf Bronzewolle abstreifen. Der Feuchte Schwamm würde durch den Temperaturschock Mikrorisse verursachen.
    Bei den Dauerspitzen solls Spezielle für bleihaltiges Zinn geben, die doch einigermaßen transportieren
    Wozu?
    Ein Bauteil liegt auf dem Tisch, die anzulötende Litze halte ich mit der linken Hand, den Lötkolben mit der Rechten.
    Ich denke dabei an einen Aufbau auf einer Lochrasterplatte, wo man mit feinem Draht die Verbindungen herstellt.
    Wie geht das, wenn man noch eine Hand fürs Zinn braucht?

    Lot:
    Lot mit Blei ist im Bastlerbereich kein Gesundheits- und Umweltproblem. LSn60Pb ist sorglos, bleifrei eher für lang erprobte Parameter auf Automaten.

    Was sind Eure Erfahrungen?

    73
    Hans-Jürgen

  • Moin, das fnirsi ist nicht ESD-sicher. Bin langjäriger ERSAdur Verwender, habe Weller verkauft und würde wohl jetzt durchaus JBC anschauen. Wo hast Du das mit den Mikrorissen her? Ist mir in über 30 Jahren noch nicht begegnet. 73! Jochen

  • Moin,

    Hans-Jürgen, ein unerschöpfliches Thema, siehe Suchergebnisse hier im Forum. https://www.qrpforum.de/index.php?sear…&sortOrder=DESC Es wird viele Meinungen dazu geben, da bin ich mir sehr sicher. ;) Ein paar Threads aus dem Forum und der Suche.

    DF2OK
    January 1, 2021 at 8:47 PM
    DL7BJ
    February 10, 2016 at 11:24 PM
    DL7BJ
    August 19, 2016 at 4:46 PM

    Ein Bauteil liegt auf dem Tisch, die anzulötende Litze halte ich mit der linken Hand, den Lötkolben mit der Rechten.
    Ich denke dabei an einen Aufbau auf einer Lochrasterplatte, wo man mit feinem Draht die Verbindungen herstellt.
    Wie geht das, wenn man noch eine Hand fürs Zinn braucht?

    Einer von vielen Fehlern ist, dass die zu verbindenden Komponenten nicht fixiert werden. Es wird einfach nicht auf eine wackelige Platine, ein freies liegendes Bauteil etc. gelötet. Außer wenn es genug Masse hat um nicht zu rutschen. Kalte Lötstellen und Wackelkram samt spätere Fehler. Dazu gibt es Klemmvorrichtungen, Platinenhalter, die sog. Dritte Hand, Holzwäscheklammern, selbstgebaute Klemmvorrichtungen, Minischraubstöcke etc. Oder man nimmt Zangen oder ähnliches zur Hilfe. Also deren Körper, Form und Gewicht. Drauflegen, drumwickeln, handwerkliche Ideen und Geschick sind gefragt. Klemmpinzetten helfen auch. Wenn man keine hat, normale Pinzette mit Gummiband oder Wäscheklammer fixieren. Krokoklemmen (die blanken von Hirschmann mit dem Zahn vorne!) sind alleine schon so vielfältig einsetzbar wie nix. Platinenhalter gibt es hoffentlich noch beim FA im Shop und 2 Stück Dritte Hand plus Holzwäscheklammern sind eine gute Grundlage. Klebeband, Kreppband oder für Spezielles - Captonband.

    Wenn ich in Filmen sehe, wie manche Menschen löten... wundert mich nix mehr. Selbst ein sonst guter Fachmann mit Videos lötet SMD auf einer auf dem Tisch rutschenden Platine. =O Hier würde nur ein Tesafilmstreifen reichen, um den Murks zu verhindern.

    Sie transportierte Zinn kaum.

    und

    Ein Bauteil liegt auf dem Tisch, die anzulötende Litze halte ich mit der linken Hand, den Lötkolben mit der Rechten.
    Ich denke dabei an einen Aufbau auf einer Lochrasterplatte, wo man mit feinem Draht die Verbindungen herstellt.
    Wie geht das, wenn man noch eine Hand fürs Zinn braucht?

    Hmm... Ist hoffentlich nicht das Vorgehen, was ich vermute...:huh:

    Beim Löten (von Ausnahmen mal abgesehen) werden mit einer sauberen und leicht ! verzinnten Spitze beide oxydfreie Komponenten (Bauteil und bspw. Leiterbahn) gleichzeitig ! erhitzt und erst dann an die Verbindung Zinn zugeführt. Dafür nimmt man die andere Hand. Die leichte Vorverzinnung der Spitze fördert Wärme als Wärmeleiter an beide Komponenten, die Lötung erfolgt erst durch die Zinnzufuhr mit der anderen Hand.

    Kurze Schilderung des Vorgangs. Klassiker, Bauteil durch Lochrasterplatte. Diese Plattenlötaugen sind meist oxidiert und sollten vor der Verarbeitung gereinigt werden. Feinster Schleifklotz Baumarkt oder chemisch. Dann heiße Spitz an Geflecht, reinigen. Spitze mit Lötzinn leicht! benetzen. In der andern Hand schon das Lötzinn parat haben. Mit heißer Spitze Bauteildraht UND Leiterbahn gleichzeitig erhitzen. Nicht zu kurz, nicht zu lang. Dann Lötzinn Zuführen, bis eine Kehle entsteht. Dann Zufuhr stoppen, Zinn entfernen und sehr kurz danach die Spitze. Diese wieder verzinnen und ablegen. Gereinigt wird vor der nächsten Lötung. Es sei denn, man lötet mehrere Sachen nacheinander. Ich verlinke mal zwei Technik PDF am Ende. Natürlich sollte die Lötstelle samt der Komponenten bis zu Erstarren nicht bewegt werden.

    Beim Verzinnen von Drähten etc. wird auch die Litze erhitzt und dann Zinn zugeführt. Das Zuführen der Lötkolbenspitze mit einem Zinnvorrat ! an zwei Komponenten ohne Zufuhr von frischem Zinn geht bei konventionellem Löten gar nicht. Oder nur in seltensten Ausnahmefällen. Zum Löten werden immer zwei Hände gebraucht. Führt man die Menge Zinn NUR auf die Lötspitze, ist das notwendige Flussmittel beim Berühren der Komponenten bereits verdampft und wirkungslos.

    Bei SMT gibt es das, mit Lötspitze alleine löten, aber dafür gibt es auch passende Spitzen, siehe weitere Beiträge unten.

    Warum dieser Einschub? Weil bei der Fragestellung auch Handwerkliches eingeflossen ist und ich aus Deinen Zeilen eine andere Löttechnik herausgegeben habe...

    Würde ich neu anfangen: JBC.

    Einmal gutes Werkzeug (nach und nach) anschaffen, dann hält das ein Leben lang. Meine ältesten stammen aus meiner Lehrzeit 1974 und sind immer noch topp. Sodele, viel Erfolg beim Kaufen und Löten.

    Sehr gute und absolut empfehlenswerte Lektüre zum Thema Löten:

    https://www.ersa-shop.com/wp-content/uploads/2024/10/ERSA_Loetfibel.pdf

    http://www.dl2lto.de/dld/SMD_Loeten_Leicht_Gemacht_V1-04.pdf

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

    Edited 22 times, last by DF2OK (July 20, 2026 at 4:06 PM).

  • Hallo Hans-Jürgen,

    ich mache es kurz: Ich hatte Weller und Ersa, bin seit einigen Jahren umgeschwenkt auf:

    - JBC NASE-2D
    - JBC DME-2B
    - JBC JTSE-2B

    Dazu entsprechende Module, Lötkolben, Pinzetten etc. Für mich das beste, was ich mir vorstellen kann. Qualität und Handling sehr gut. Und keine Frage, die Anschaffungskosten sind sehr hoch.
    Kann ich dir absolut empfehlen.

    JBC: Welche Station du dir zulegst, hängt wie immer von deiner Anwendung ab. Also schaue bitte nach den Leistungsdaten und vor allem nach dem Lötspitzenangebot, welches sehr umfangreich ist.

    Zum Lot: Für THT nehme ich verbleites Lot, für SMD bleifreies Lot, wobei ich überwiegend SMD löte.
    Feuchter Schwamm: Meine Erfahrungen sind ähnlich wie Jochen sie gemacht hat. Wäre ja auch verwunderlich, wenn man von 80°C auf 350°C binnen weniger Sekunden das Problem ebenfalls hätte. Ich verwende beides, so wie es auch von JBC angeboten wird.

    vy 73 de Dirk, DH4YM

    Edited once, last by DH4YM (July 19, 2026 at 2:15 PM).

  • Ja, eine dritte Hand ist schon schön, wichtig und billig. Das gibts statt mit Krokos auch mit einem drehbaren grünen Spannrahmen. Was ich bei dir vermisse, ist so eine ESD-Gummiunterlage mit Rasterung (fängt auf SMD auf der Flucht ein) und Anschlußknopf für das Armband. Du möchtest doch FETs verarbeiten können?

    Hast Du eine Ringleuchte mit Lupe?

    Die Heißluft ist bei mir Marke Billig, wenn etwas mal von der Platine runter soll, ist es eh meist schon tot. Ein Halter für den hot jet ist nicht schlecht, dann kann man gezielt vorwärmen und hat noch die Hände frei. Also: feine Sachen hat Dirk am start, die Mikropinzette ist gold. :thumbup:

  • Falls ich gemeint bin - ESD-Schutzmaßnahmen sind vorhanden, große Lupenleuchte ebenfalls. Heißluft einfachste Version. Was den feuchten (keinen tropfnassen) Schwamm betrifft - nie Probleme damit gehabt. Benutze aber meistens die passende Wolle zum Abstreifen. Ferner nach dem Lötvorgang und vor dem Ausschalten Spitze säubern und neu heiß verzinnen. Hat sich bewährt.

    Damals (Lehre, s.o.) wurden die alten Kupferspitzen im kalten Zustand ab und an geschmiedet. Mit einem Hammer auf passender Unterlage. Kupfer wird dann härter. Danach in Form feilen und verzinnen wie beschrieben. Wir sind dann aber fix zu den damals moderneren Spitzen mit Beschichtung Ersadur übergegangen.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

    Edited 4 times, last by DF2OK (July 19, 2026 at 3:14 PM).

  • Moin,

    ich mache es kurz: Ich hatte Weller und Ersa, bin seit einigen Jahren umgeschwenkt auf:

    - JBC NASE-2D
    - JBC DME-2B
    - JBC JTSE-2B

    Es führt kein Weg an JBC vorbei. Muss ja fürs Hobby nicht das große Set sein, was Dirk hier verwendet.

    JBC: Welche Station du dir zulegst, hängt wie immer von deiner Anwendung ab. Also schaue bitte nach den Leistungsdaten und vor allem nach dem Lötspitzenangebot, welches sehr umfangreich ist.

    Neben der Weidinger Edition von JBC, gibt es seit einigen Monaten eine neue Station für Hobby-Anwender, gleiche Technik wie die CD-2BQF, nur ohne das LC-Display, ohne USB für Paramtrierbarkeit: https://shop.wetec.de/815555/jbc-digitale-loetstation-lc-2ba

    Lötkolben ist der T245, den ich auch empfehlen würde, dazu noch einen Satz unterschiedliche Spitzen, da muss man bei der großen Auswahl dann genau schauen. Ich habe Spitzen unterschiedlicher Breiten und eine Hohlkehlenspitze für SMD ICs, Tropfen Lötzinn in die Hohlkehle und einmal über alle Pins gezogen, mit Fluxmittelstift völlig simpel und sicher.

    Zum Lot: Für THT nehme ich verbleites Lot, für SMD bleifreies Lot, wobei ich überwiegend SMD löte.
    Feuchter Schwamm: Meine Erfahrungen sind ähnlich wie Jochen sie gemacht hat. Wäre ja auch verwunderlich, wenn man von 80°C auf 350°C binnen weniger Sekunden das Problem ebenfalls hätte. Ich verwende beides, so wie es auch von JBC angeboten wird.

    Ich verwende nur dieses Drahtgeflecht an den JBC, was dabei ist, bzw. als Zubehör erhältlich. Lot verwende ich ein bleifreies und ein verbleites 1mm Lot von Felder.

    https://www.buerklin.com/de/p/felder/loetdraehte/20641030/11L436/?segment=b2c

    https://www.buerklin.com/de/p/felder/loetdraehte/5520811030/11L2648/?segment=b2c

    Beim bleifreien Lot auf den Ag Anteil achten, das Felder lötet sich kaum anders als verbleites Lot.

    Ansonsten ist die JBC für alles geeignet, von feinsten SMD Handlötungen bis zu Messingprofilen bei der Modellbahn. Die hat immer genug Power.

    73, Tom

  • Hallo OMs,

    Zur Frage Mikrorisse durch einen feuchten Schwamm:

    DF2OK
    April 3, 2016 at 8:15 PM

    Das stand aber noch woanders, finde es nicht mehr.

    Danke für die zahlreichen Erfahrungen und Tipps!

    73

    Hans-Jürgen

  • Das stand aber noch woanders, finde es nicht mehr.

    Schau' bitte mal in die Quelle, dort habe ich es seinerzeit erstmals gelesen. Es ist das zweite von mir verlinkte PDF-Dokument im Beitrag #3.

    Allerdings stellt sich das schnell als eine alte Mär heraus. Schon aus nun jahrzehntelanger eigener Erfahrung. ;) Deshalb habe ich es damals schon in passender Form geschrieben:

    ""Man" sagt auch, dass der Kälteschock auf dem Schwamm nicht gut für die Legierung der Spitzen sei. Stichwort Microrisse."

    Wobei diese Schwämme nie tropfnass sein sollten. Wenn man den zusammendrückt sollte kein Tropfen herauskommen. Dann gibt es beim Abstreifen der Spitze keinen rasanten Temperatursturz.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

    Edited 10 times, last by DF2OK (July 20, 2026 at 4:23 PM).