Schlecht hören kann ich gut ...

  • Moin,

    ... dabei ist gut hören ein Kernelement unseres Hobbys.

    Trotzdem werde ich meine Hörgewohnheiten nach 55 Jahren Amateurfunkpraxis – mit ein paar Jahren Unterbrechung – nicht ändern, es sei denn, ihr berichtet über Erfahrungen, die mich umdenken lassen.

    Zunächst war ich unsicher, diesen Thread zu eröffnen, weil ich bei der Suche nach schwerhörig im Forum nur achtmal fündig wurde und es bei den Fundstellen fachlich nicht in die Tiefe geht. Oder ich habe uneffektiv gesucht?
    "Ermutigt" habe ich mich mit dem Argument "schließlich geht es um die letzten Millimeter des Signalwegs".

    Den zündenden Impuls lieferte schließlich ein OM aus unserem OV. Nachdem ich die Verstärker hinter seinen Ohren entdeckt hatte, bat ich ihn um seine Meinung hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen Amateurfunk und Schwerhörigkeit.
    Zu meiner Überraschung berichtete er mir, dass sich intensive Telegrafie bei ihm sogar positiv auswirke. Nach einer "ordentlichen Trainingseinheit" sei er auch allgemein akustisch empfangsbereiter.
    Diese Beobachtung kann ich nicht bestätigen, aber auch über eine gegenteilige Wirkung kann ich nicht berichten.

    In diesem Thread wären Erfahrungen und Information z. B. zu ähnlichen Beobachtungen, zum Arbeitsschutz, zu guten oder schlechten Hörgeräten, zu Hard- und Software- sowie medizinisch-diagnostischen und -therapeutischen Entwicklungen, zu Veröffentlichungen im FA, in der CQ DL oder im Internet, zu anderen Foren, aber auch zu eventuellen Tricks nützlich.
    Um gute oder schlechte Kopfhörer sollte es hier nicht gehen, es sei denn, sie stehen in einem direkten Zusammenhang zur Schwerhörigkeit.

    Eine Erfahrung zur erblichen Komponente kann ich schon mal beitragen: Mein Vater, Guido, sk 2017, DM3ZF, DM2CZF, Y47ZF, Y23ZF, DL8UAW, den ich zum Amateurfunk überredet hatte, wurde wie ich im Alter schwerhörig. Sein Vater wurde es ebenso. Er war kein Funkamateur.

    Zwei Anmerkungen zum Schluss:
    Ja, ich wäre – schlicht egoistisch – nicht traurig, wenn mir der Thread die Qual der Wahl beim ersten Wechsel zur Nachfolgegeneration der Hörgeräte erleichtern würde.
    Und hat der OM aus unserem OV möglicherweise die Tür zu einem neuen Forschungsgebiet aufgestoßen, hi?

    72 de Immo

    P. S.: Und falls jemand den zweiten Teil des Threadthemas noch nicht kennen sollte: "... aber schlecht sehen kann ich gut ...". Das wäre aber ein anderer Thread.

  • Moin Immo,

    Thema Hörgerät. Ein mir bekannter Funkfreund hat Hörgeräte, bei denen sich mehrere selektive Frequenzbereiche einstellen und abspeichern lassen. Einen hat er für sich als für ihn passendes CW-Filter programmiert. Wäre bei der Wahl eines Hörgerätes vielleicht ein Auswahlkriterium.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

  • Moin,

    ich kann zwar zum Thema Hörgerät nichts beitragen, aber zur Akustik allgemein aus meiner Erfahrung. Unabhängig von Sprache oder Telegrafie habe ich Probleme mit "schlechten" Audiosignalen. Damit meine ich nicht das Audio an sich bei Kurzwelle, also die ganzen Nebengeräusche, sondern die Wiedergabe. Ich kenne keinen Transceiver der einen wirklich guten eingebauten Lautsprecher hat, das ist alles ziemlicher Billigschrott und darauf reagiere ich empfindlich, sprich, ich kann diese Sprache und Telegrafie schlecht aufnehmen (gleiches gilt übrigens für die Brüllwürfel am PC). Seltsamerweise habe ich mit dem iPad und iPhone eher keine Probleme, ich frage mich da sowieso immer wieder, wie die aus den kleinen Lautsprechern so ein gutes Signal zaubern.

    Ich denke, das hat viel mit den Frequenzen zu tun, auf die man vielleicht mehr oder weniger empfindlich reagiert. An den Transceivern habe ich einen Visaton FRS7 (in selbst gebastelten Kleingehäusen, der ist ja nicht groß), der macht einen schönen runden, nicht spitzen und nicht nervigen Sound. Bei Kopfhörern habe ich jahrelang auf den hier im Forum auch bekannten Koss Porta Pro geschworen. Aber seit ich nur noch welche von beyerdynamic habe, den DT990Pro (halboffen) und als Headset das MMX300, also den DT770Pro (geschlossen) haben sich Welten geöffnet, am Funkgerät wie auch bei der Musik (was ja auch ein großes Hobby bei mir ist).

    Ich glaube, egal wie der Schall abgegeben wird, Lautsprecher, Kopfhörer oder auch Hörgeräte, es hat viel mit dem eigenen psychoakustischen Empfinden zu tun. Es gibt auch den Begriff der "Hörermüdung". So kann eine, wie von Michael erwähnte, selektive Frequenzeinstellung auf das eigenen Hörempfinden durchaus massiv helfen, besser zu verstehen. Denn es geht ja nicht nur um das Hören (im Sinne von Pegel) sondern auch um das Verstehen der Sprache oder CW. Wenn man sich das durch die Technik in die für einen selbst idealen Bereiche legen kann, ist das nur vorteilhaft. Manche Funkgeräte haben ja für die Audiosignale diverse Einstellmöglichen wie Tiefen, Mitten und Höhen.

    Meine Empfehlung wäre daher, durchaus mal unabhängig vom Schallstrahler, mit Klangregelungen zu experimentieren. Ich kann bei Bedarf das Signal vom TRX in Ardour einspeisen, das ist natürlich noch mehr als nur eine simple Klangregelung. Soweit ich weiß, gibt es auch Hörgeräte bei denen man z.B. vom Smartphone ein Bluetooth Signal eingespeisen kann. Das geht sicher auch mit jeder anderen Bluetooth Audioquelle. So kann man eine Menge der vorhandenen Audiosoftware nutzen, um die für sich besten Ergebnisse zu erzielen.

    Das ist ein großes Experimentierfeld!

    73, Tom

  • Hi Immo,

    welche Fragen hast Du denn explizit? Denn das Feld der Hörakustik ist unglaubich groß ...

    Ich bin Hörakustikmeister und arbeite seit 2008 bei einem Hörgerätehersteller - die meiste Zeit davon im Produktmanagement.

    Also, keine Scheu, das ist ein wichtiges Thema!

    73 Thorsten
    DH0TG

    Edited once, last by DH0TG (June 11, 2026 at 8:10 PM).

  • Die langjährigen aktiven User hier erinnern sich. Falls nix mehr geht: VibrationsMorsen+TENS

    Und auch https://www.qsl.net/dk5ke/bilder/MorsenmitZunge.jpg

    "Bitte nicht nachmachen! Elektroden an der Zunge" Bildunterschrift: "Abb. 21. Der Empfang elektrischer Wellen mit der Zunge durch "Schmecken" der Morsezeichen, ein amerikanischer Vorschlag zur Erleichterung des Empfangs in lärmerfüllten Räumen." Quelle: Radiotechnik, Das Reich der elektrischen Wellen, 1921

    Fundstelle: https://www.qsl.net/dk5ke/buntes.html#humor

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
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    Edited 2 times, last by DF2OK (June 11, 2026 at 9:44 PM).

  • Moin,

    zunächst Danke, dass ihr mir die Restunsicherheit genommen habt, den Bereich anzusprechen.

    Mich unterstützen oticon More 1 miniRITE R mit der aktuellen Software. Das System beinhaltet auch einen Streaming Equalizer für Tief, Mittel und Hoch. Er „… passt den Klang der Audioausgabe an, die (ich) von (meinem) Telefon an die Hörsysteme (streame). (Ich kann) ihn verwenden, wenn (ich) Musik oder Auracast-Übertragungen (höre) oder (telefoniere). Der … Equalizer funktioniert auch mit anderen Zubehörgeräten (z. B. TV Adapter, ConnectClip oder EduMic.) …“ Hier scheint also „lediglich“ die Bluetooth-Übertragung variierbar zu sein.

    Der von Michael, DF2OK, dankenswerterweise eingebrachten Mitteilung entnehme ich, dass es eventuell Systeme geben könnte, bei denen auch das reine Akustiksignal modifiziert werden kann. Dies würde die Möglichkeit eröffnen, Frequenzen in bestimmten Hörsituationen anzuheben oder zu unterdrücken. Danke auch für die älteren Beiträge zu dem Thema, die den Blick erweitern.

    Tom, DL7BJ, du hast mich schon hinsichtlich meiner E-Mail-Accounts „umgekrempelt“ – tnx!
    Ardour ist ein völlig neuer Bereich, in den ich mich einarbeiten muss. Das kann ein großer Schritt in die richtige Richtung werden.

    Thorsten, DH0TG, danke für den Mutmacher!

    Bisher bewegen mich also Fragen wie:
    – Gibt es (für das iPhone) Richtmikrofone, mit denen ich mir in bestimmten Situationen das Schallsignal „bündeln“ könnte und das Handy eine Möglichkeit hat, das Signal in die Hörgeräte einzuspielen?
    – Was sind aktuelle Entwicklungen im Bereich der Hörgeräte? Worauf sollte ich achten?
    – Wer hat besonders gute (oder schlechte) Erfahrungen?
    – Bei PKWs hat die Software eine überragende Rolle übernommen. Deshalb wundert es mich, dass die In-ear-Kopfhörerhersteller es bisher offenbar noch nicht versucht haben(?), den Markt für Hörgeräte zu übernehmen.
    – Kennt ihr Foren zum Thema, in denen Meinungen und Erfahrungen ähnlich konstruktiv ausgetauscht werden, wie hier im QRP-Forum? Es ist das einzige, das ich verfolge.

    Das sind erste Überlegungen und da kommen sicher mehr – vermutlich auch von anderen OM?

    72 de Immo

    Edited once, last by DL8MF: Komma und "hat" ergänzt (June 24, 2026 at 10:38 AM).

  • – Wer hat besonders gute (oder schlechte) Erfahrungen?

    Moin, ich habe beste Erfahrungen mit Resound Vivia gemacht. Ich habe die hinter dem Ohr Geräte da die In-Ohr nicht den Leistungsumfang haben, den ich benötige, wie die die ich habe . Es liegt einfach daran das Elektronik und Akku nicht mehr in die In-Ohr reinpassen.

    Resound Vivia
    ReSound Vivia™ macht eine Welt voller Geräusche schöner, indem es Ihre natürliche Hörintuition und Ihre Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren,…
    www.resound.com

    Eingebauter Akku, Aubewarungsschatulle mit integriertem Ladegerät und Akku für 3mal Laden.
    Anpaßbarer Frequenzgang Tiefen- und / oder Höhenanhebung.
    Lärmunterdrückung / Windgeräuschunterdrückung.
    Zuschaltbare Sprachanhebung.
    u.w.m . Steuerbar übers Smartphone, Freisprechen übers Handy .
    Streaming vom Fernseher mit Zusatzgerät angeschlossen am FS oder auch am Funkgerät. Bei sehr kleiner Latenz.

    Wenn ich CW, über Lautsprecher, mache kommen die Dinger aber raus. Es kommt zu Auslöschungen und Tonverfälschungen wenn ich den Kopf bewege durch Reflexionen in meiner kleinen Funkbude. Ebenfalls gibt es bei Kopfhörerbetrieb den Nachteil das die NF der Hörmuschel nicht die Mikrofone der Hörgeräte erreicht da außerhalb. Telefonieren geht auch nur per Freisprechen, da der Telefonhörer auf dem Ohr aufliegt und somit ebenfalls die Mikrofone nicht erreicht. Ist aber kein Problem da meine Fritz!Fon und mein Iphone (Ich denke mal alle Handys) das Freisprechen und Hören erlauben.

    Bestimmt habe ich noch was vergessen zu erwähnen. Ich bin mit meinen Dingern super Zufrieden. Der Preis allerdings ist auch "Super" ... 4K.

    Wichtig ist auf jeden Fall erst mal zu HNO-Arzt um die verbliebene Hörfähigkeit festzustellen und danach zum Hörgeräteakustiger.

    – Gibt es (für das iPhone) Richtmikrofone mit denen ich mir in bestimmten Situationen das Schallsignal „bündeln“ könnte und das Handy

    Ich glaube das das beim IPhone geht. Ich hatte mich mal gewundert das die Fahrgeräusche meines PKWs aus meinen Hörgeräten kam. Das Handy lag in einer Ablage auf dem Armaturenbrett. Ich konnte das irgendwie abstellen ... ich weis aber nicht mehr wie das zustande kam.

    73 de Volker https://dl3lk.darc.de/

    DOK M19 / Feld Hell Club #6008 (Zum Avatar: Hatte ich beruflich mit zu tun)

    Edited 3 times, last by DL3LK: Was zugefügt und Fehlerkorrigierung (June 12, 2026 at 9:21 AM).

  • Hallo zusammen,

    ich trage die Hörhilfen von Phonak, aber nicht die mit der KI, sondern "nur " die mit der etwas besseren Technik. Ich bin soweit zufrieden, wenn sie funktionieren. Aber da ist der Knackpunkt, seit 6 Wochen machen die Dinger was sie wollen. Mal lassen sie sich nicht koppeln, dann tut wieder nur eine Seite, dann haben sie einen Wackelkontakt. Da bin ich jetzt nicht so zufrieden.

    Vom Hören her sind sie gut. Zu Hause betreibe ich den TV-Adapter und bekomme so den Ton direkt aufs Ohr und kann den Fernseher ganz leise stellen. Das gefällt mir sehr gut.

    Was mich an meinen Ohren stört, dass die Stöpsel nicht halten. Die rutschen immer wieder raus und wir haben noch keine Lösung gefunden. Hier wäre ein "Klebstoff" hilfreich. ^^

    Aber um cw zu hören nehme ich die Teile ab, und nutze externe Lautsprecher, Kopfhörer vermeide ich, die brüllen mir zu sehr ins Ohr.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Moin,

    ist ja ein interessantes Thema hi, bin ja seit gut 70 Jahren eifriger QRQ CWist,

    und man merkt, man muss ab und zu nun den Kopf drehen, da ich nur mit Lautsprecher arbeite, hab auch schon den Mithörton bei 500Hz liegen, was ja auch auf etwas Hörverlust der oberen Frequenzen hinweist.

    Gibt ja ne Menge neue und sicher auch gute Erfindungen dieser Technik. Für mich wäre die Frage ab man sich lieber eines zulegt was dem Innenohr angepasst ist, für die da hinter dem Ohr sind hab ich sri nix Gutes gehört da, wenn man mal die Brille aufsetzen muss usw, es da zu Problemen kommen kann. Klar alles eine Frage des Typs. Die Spanne ist ja auch nett im Preis was da so geht, da bekommt man schon eine ausgewachsene RIG dafür. Da ist in vielen Fragen guter Rat teuer aber bei Geräten die spezielle fürs Ohr angepasst, was sicher sinnvoll ist, kann man ja nicht mehrere Typen testen und zurückgeben. Also so zum probieren ggf doch erst mal eines was man nur mal so reinsteckt für 2k€ ? das wird ein schwieriges Unterfangen <X8o:cursing:

    73 de Peter DM2DZM

  • Was mich an meinen Ohren stört, dass die Stöpsel nicht halten.

    Die Stöpsel müssen von Zeit zu Zeit neu angefertigt werden. Der Ohreingang leiert mit der Zeit aus und hält den Stöpsel nicht mehr fest. Bei meinem ersten Hörgerät waren die Stöpsel nicht optimal gefertigt und waren nach kurzer Zeit auch lose. Die jetzigen "rasten" richtig ein beim einsetzen. Sie wurden anders geformt als die alten. Das hängt natürlich auch davon ab wie viel Mühe sich der Hörgeräteakustiker gibt beim anfertigen des Abgusses der Gehörgänge.

    hab ich sri nix Gutes gehört da, wenn man mal die Brille aufsetzen muss usw,

    Stimmt, das ist lästig. Aber, du mußt bedenken, die IN-Ohr Geräte werden nur bis zu einer bestimmten NF-Leistung gefertigt da die Elektronik und der dafür Leistungsfähige Akku da nicht mehr reinpassen. Ich wollte auch ein IN-Ohr Gerät, aber der Hörverlust bei mir war schon so groß das die Leistung nur noch mit einem Außengerät gegeben war. Aber die Außengeräte sind mittlerweile so klein das sie kaum noch stören, auch nicht bei Brillenträgern.

    73 de Volker https://dl3lk.darc.de/

    DOK M19 / Feld Hell Club #6008 (Zum Avatar: Hatte ich beruflich mit zu tun)

  • für die da hinter dem Ohr sind hab ich sri nix Gutes gehört da, wenn man mal die Brille aufsetzen muss usw, es da zu Problemen kommen kann. Klar alles eine Frage des Typs.

    Genau, eine Frage des Herstellers und des ausgewählten Typs mit passenden Optionen. Eine Bekannte hat vor mehr als einem Jahr sehr kleine Geräte für den Betrieb hinterm Ohr bekommen. Keinerlei Probleme mit der Brille und sehr guten offenen Kopfhörern, die sie abends beim TV gewohnheitsgemäß trägt. Hätte sie die AFU-Lizenz - kein Problem. Sie hat verminderte Hörfähigkeit in dem Bereich der Höhen. Altersbedingt. Ging noch ohne, aber mit ist nun deutlich besser. Ist ja, von Ausnahmen abgesehen, ein schleichender Prozess.

    Der Besuch des HNO öffnete ihr den Weg zur (lächerlich geringen) Kostenübernahme durch die GKV. Aber (wie bei der Augenoptik auch) vermisst ein guter ! Fachbetrieb die Ohren (bwz. Augen) besser und richtig. Sie hatte bewusst keine "Kette" ausgewählt.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 4 times, last by DF2OK (June 12, 2026 at 9:39 PM).

  • Hallo zusammen,

    da ich noch ein paar Minuten Mittagspause habe, möchte ich Euch schon mal ein paar Basics mitgeben, damit das Diskutieren Spaß macht. Es gibt wie gesagt viele Themen mit denen man starten könnte, beispielsweise die verschiedenen Bauformen, allerderings möchte ich erstmal hier im Technik-Forum mit der Technik beginnen.

    Die meisten Geräte eines Herstellers einer Familie und Plattform gibt es in verschiedenen Leistungsklassen. Die Plattform stellt praktisch die grundlegende Signalverarbeitung zur Verfügung, die Leistungsklassen unterscheiden sich in der Anzahl der Kanäle, den Features und ggf. der Ausprägung der Features (die häufig auch in den einzelnen verfügbaren Kanälen arbeiten). Der "Familienname" der Geräte bleibt dabei oft gleich. Das ist somit immer zu beachten, wenn wir über bestimmte Geräte sprechen, die sich vermeintlich gleich anhören.

    Neben der Leistungsfähigkeit der Geräte selbst, spielt die Anpassungd er Geräte eine entscheidende Rolle. Gute Geräte schlecht angepasst, ist quasi rausgeschmissenes Geld! Wenn man somit über schlechte Erfahrungen von einem Gerät spricht, muss man sich imemr Fragen, ob es ein Problem vom Gerät ist, beispielsweise weil die Akkulaufzeit zu gering ist, oder ob das Gerät ggf. nur schlecht angepasst ist. Klar ist aber immer, dass man aus Zitronen keinen Orangensaft pressen kann! Wenn man 20 Jahre lang durch einen hohen Hörverlust komplett hörentwöhnt ist und die Geräte nur zu Geburtstagen aus der Schublade holt, dann darf man keine Wunder erwarten.

    Und zum Schluss, bevor ich wieder an die Arbeit muss, mal ein kurzer Einblick in den Markt, weil ja viele denken, dass sie unabhängig beraten werden ;)

    Der Hersteller GN ist vor Kurzem von Amplifon gekauft worden.
    William Demand, zu dem Oticon und Bernafon gehören, gehört auch Kind.
    Sonova, zu dem Phonak und Unitron gehören, gehört auch Geers.

    Ich will damit nicht sagen, dass man dort schlecht beraten oder schlecht angepasst wird - auf keinen Fall! Und auch im unabhängigen Fachhandel hat jeder Akustiker seine Hersteller mit denen er enger zusammenarbeitet oder weniger eng. Aber welche Vorgaben es auf Ebene eines Großkonzerns gibt, dürfte jedem klar sein, oder? ;)

    Bis später, wenn ich mehr Zeit habe!

    73 Thorsten
    DH0TG

    Edited once, last by DH0TG (June 12, 2026 at 8:05 PM).

  • Hallo DL3LK,

    Die Teile haben von Anfang an nicht gehalten, weil mein Gehörgang sich nach innen verjüngt. Da rutscht von den Standardteilen alles wieder raus. Und ob so ein angegossenes Teil wirklich hält, bezweifelt auch die Akustikerin. Aber ein Versuch wird das zeigen.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Stefan,

    Kopfhörer vermeide ich, die brüllen mir zu sehr ins Ohr.

    pssst, Geheimtipp: Einfach die NF am Funkgerät leiser drehen. :saint:

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
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  • Ich versuche mal die Fragen herauszufiltern und zu beantworten!

    Gibt es (für das iPhone) Richtmikrofone mit denen ich mir in bestimmten Situationen das Schallsignal „bündeln“ könnte und das Handy eine Möglichkeit, das Signal in die Hörgeräte einzuspielen?

    Es gibt Zubehör, was das kann, z.B. für Schule oder Konferenzen, um das Gerät dem Sprecher zu geben. Aber praktisch alle modernen Hörgeräte haben 2 Mikrofone und über diese 2 Mikrofone pro Gerät wird eine Richtwirkung berechnet (Pegell- & Laufzeit bzw. Phasendifferenz), gleichen sich die Hörgeräte auch noch auf Basis der Signalverarbeitung ab, hast Du 4 Mikrofone in einem Netzwerk, die zur Berechnung des Signals genutzt werden können. Damit kann eine gute Signalverarbeitung sogar mehrere sich bewegende Sprecher verfolgen oder Störer ausblenden. Wenn Du einfach über das omnidirektionale Mikrofon von Deinem Smartphone etwas streamen würdest, wäre das Ergebnis im Vergleich vermutlich enttäuschend.

    Wer hat besonders gute (oder schlechte) Erfahrungen?

    Das habe ich versucht mit meinem vorherigen Post ein wenig zu beleuchten. Ich hoffe, dass damit klar geworden ist, dass solche Empfehlungen praktisch kaum einen Wert haben. Zunächst einmal spielt der Hörverlust und die Hörentwöhnung eine Entscheidende Rolle, wie gut ein Gerät zu einem Kunden passt und dann spielt natürlich auch die Anpassung sowohl von der Software (Fitting) als auch von der Hardware (z.B. Otoplastik = Ohrstück) eine entscheidende Rolle.
    Und es muss auch klar sein, dass ein Basisgerät in schwierigen Situationen anders abschneidet, wie ein HighEnd Gerät.

    Bei PKWs hat die Software eine überragende Rolle übernommen. Deshalb wundert es mich, dass die In-ear-Kopfhörerhersteller es bisher offenbar noch nicht versucht haben(?), den Markt für Hörgeräte zu übernehmen.

    Auch bei Hörgeräten läuft die Signalverarbeitung zu einem großen Teil über die Software - das ist nicht der entscheidende Punkt. Du hast mit Hörgeräten allerdings ein Medizinprodukt, Du brauchst Kassenzulassungen und der Beruf / die Anpassung erfordert eine Meisterpflicht, weil eine falsche Anpassung auch gesundheitliche Schäden verursachen kann. Und auch wenn es sich in Bezug auf Geräuschunterdrückung, Streaming und Co ähnlich anhört, liegen Welten bei der Signalverarbeitung und Leistungsfähigkeit der Geräte.

    Wichtig ist auf jeden Fall erst mal zu HNO-Arzt um die verbliebene Hörfähigkeit festzustellen und danach zum Hörgeräteakustiger.

    Kannst Du beim Akustiker auch machen und bekommst meistens viel schneller einen Termin. Danach musst Du bei Bedarf aber trotzdem zum HNO für die Verordnung.

    Was mich an meinen Ohren stört, dass die Stöpsel nicht halten. Die rutschen immer wieder raus und wir haben noch keine Lösung gefunden. Hier wäre ein "Klebstoff" hilfreich. ^^

    Es gibt sehr viele unterschiedliche Domes und Tips (das sind diese Silikon-Aufsätze auf den Hörern) die man mal testen kann. Ansonsten gibt es von vielen Herstellern sogenannte Conach-Locks (das ist wie das ende vom Kabelbinder, den man am Hörer befestigt und quasi in die Ohrmuschel klemmt, wodurch dann der Hörer besser gehalten wird) . Und wenn es die Anatomie hergibt, ist die vielfach hochwertigste Lösung eine maßgefertigte Otoplastik in die die Hörer eingeklickt werden (gibt es für enge Gehörgänge auch sehr dünn aus Titan oder Keramik). Die einfachste und oft schon effektive Lösung ohne Otoplastik ist es, das "Kabel" des Hörers zu erwärmen und entsprechend der Ohrmuschel zu biegen. Leg doch mal Dein Hörgerät hinter das Ohr und schau Dir an, wo das "Kabel" des Hörers hängt. Ist es sehr nahe dem Ohr,, schmiegt es sich optimaler Weise sogar an, sodass Du den Hörer gefühlt nur noch mit einem Finger ins Ohr drücken müsst oder hängt der Draht wiederspänstig irgendwo am Ohr rum? Das ist übrigends nichts, was Du machen solltest, sonder der Akustiker ;)

    Gibt ja ne Menge neue und sicher auch gute Erfindungen dieser Technik. Für mich wäre die Frage ab man sich lieber eines zulegt was dem Innenohr angepasst ist, für die da hinter dem Ohr sind hab ich sri nix Gutes gehört da, wenn man mal die Brille aufsetzen muss usw, es da zu Problemen kommen kann. Klar alles eine Frage des Typs. Die Spanne ist ja auch nett im Preis was da so geht, da bekommt man schon eine ausgewachsene RIG dafür. Da ist in vielen Fragen guter Rat teuer aber bei Geräten die spezielle fürs Ohr angepasst, was sicher sinnvoll ist, kann man ja nicht mehrere Typen testen und zurückgeben. Also so zum probieren ggf doch erst mal eines was man nur mal so reinsteckt für 2k€ ? das wird ein schwieriges Unterfangen <X 8o :cursing:

    Zunächst mal gibt es auch sehr viele Brillenträger, die ein Gerät hinter dem Ohr tragen und damit super zufrieden sind - das ist (anatomische Proleme außen vor gelassen) erstmal eine sehr subjektive Bewertung und sollte nicht zu einer Kaufentscheidung führen. Häufig wird beim Wunsch eines Im-Ohr-Gerätes (IdO) erst einmal der gewünschte Hersteller und die gewünschte Technikstufe mit einem Hinter-dem-Ohr Gerät getestet und wenn Du Dich dann entschieden hast, wird ein maßgefertigtest Gerät für Dich nach diesen Vorgaben gebaut, dass Du dann in der Regel ebenfalls kostenlos testen kannst. Es gibt aber auch Hersteller, die InstantFit Im-Ohr-Geräte haben. Das Tragegefühl ist ein wenig anders, der Umgang, insbesondere, weil Du die Brille angesprochen hast, kommt im Vergleich zu Hinter-dem-Ohr Geräten aber viel näher. Wenn Du ein IdO-Gerät haben möchtest, solltest Du mit sowas testen - gibt es in der Regel auch in vielen Leistungsklassen.


    Sollte ich etwas übersehen haben, dann seht es mir einfach nach und schreibt nochmal :)

    73 Thorsten
    DH0TG

  • Hallo Michael,

    ;) Das bringt mir dann trotzdem nichts, daher höre ich lieber mit Lautsprecher.

    DL3LK: danke für die Info, dann werde ich das mal ausprobieren.

    DH0TG: ich muss mich sehr anstrengen, meinen Basteltrieb inne zu halten ^^ Die "Kabelbinder" hab ich ausprobiert, die waren nicht stark genug den Lautsprecher im Ohr zu halten.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Bei dem Meisterbetrieb meiner o.g. Bekannten gibt es von dem ausgewählten Hersteller Geräte zur Probe (HdO mit natürlich neuen Ohrteilen und desinfiziert), die auf die gewünschte Ausstattung und Hörkurven programmiert worden sind. Eine Woche Ausprobieren mit allem Drum und Dran gehörte zum Service. Dann ein paar Tage die Ausstattungsstufe höher (und teurer) getestet, aber die wurde nicht benötigt. Bei Preisen von ein paar tausend Euro ein lobenswerter und angebrachter Service. Man hat die freie Wahl des Fachbetriebes. Es geht immerhin um Gesundheit und Lebensqualität.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

  • @ DH0TG 👍

    :thumbup:

    DH0TG: ich muss mich sehr anstrengen, meinen Basteltrieb inne zu halten ^^ Die "Kabelbinder" hab ich ausprobiert, die waren nicht stark genug den Lautsprecher im Ohr zu halten.

    Hast Du denn auch mal geschaut, ob die Hörer auf Spannung im Ohr hägen oder ob der Draht sich möglichst von alleine ans Ohr anschmiegt?

    Bei dem Meisterbetrieb meiner o.g. Bekannten gibt es von dem ausgewählten Hersteller Geräte zur Probe (HdO mit natürlich neuen Ohrteilen und desinfiziert), die auf die gewünschte Ausstattung und Hörkurven programmiert worden sind. Eine Woche Ausprobieren mit allem Drum und Dran gehörte zum Service. Dann ein paar Tage die Ausstattungsstufe höher (und teurer) getestet, aber die wurde nicht benötigt.

    Natürlich gehört das zum guten Service, die vergleichende Anpassung und Ausprobe gehört aber auch zum Kassenvertrag ;) Aber natürlich gibt es auch da Unterschiede - ganz klar!

    Man hat die freie Wahl des Fachbetriebes. Es geht immerhin um Gesundheit und Lebensqualität.

    Ganz genau und wenn man den Eindruck hat, dass der Akustiker sich nicht um einen bemüht, dann darf man auch wieder gehen und seine Verordnung mitnehmen!

    73 Thorsten
    DH0TG