Funken auf der "Hühnerleiter

  • Hallo Günter,

    Statische Ladungen sind in erster Linie Ladungen gegen Erde. Der Widerstand sollte also besser von jedem Leiter der Hühnerleiter nach Erde ableiten und nicht nur zwischen den Leitern.

    dann hätte Martin die hohen Spannung im Shack, wo er sie ja eigentlich nicht haben möchte. Außerdem muss er dann dafür sorgen, dass die hohen Spannungen irgendwie abgeleitet werden. Also muss er noch eine passende Erde finden. An die Stationserde, würde ich so ein Potenzial nicht übergeben, selbst wenn der Strom gering ist.

    73/72 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • Den Einwand verstehe ich nicht so ganz, Ingo?

    Es ist doch nirgends geschrieben, dass die Ableitung zwingend am Ende der Leitung im Shack stattfinden soll. Ableitwiderstände für statische Aufladungen können natürlich irgendwo auf dem Kabelweg vor Eintritt ins Gebäude eingefügt und mit einem Erdungspunkt verbunden werden. Eine eigene "Stationserde" gibt es nicht, da nach der Norm alle Geräte und Erder über einen Potenzialausgleich verbunden sein müssen ist auch an allen Erdungspunkten das Potenzial gleich - also auch im Shack. Insofern ist ein Ableitwiderstand gegen statische Spannungen mit niedrigen Strömen sowohl im Shack als auch sonstwo entlang des Leitungsweges möglich.

    Um es deutlich hervorzuheben: die Ableitung statischer Ladungen ist von der vorgeschriebenen Antennenerdung mit hohen Entladeströmen abzugrenzen. Ableitwiderstände gegen Statik können niemals die Aufgabe einer vorgeschriebenen Personenschutz-Antennenerdung übernehmen, sondern allenfalls ergänzen. Erdungen von Speiseleitungen wie z. B. auch solche mit Funkenstrecken oder Gasableitern (Surge Protection Devices) sind sinnvoll vor dem Eintritt einer Speiseleitung ins Gebäude und mit den entsprechenden Querschnitten und Erdern. Wie das auszusehen hat, beschreibt die jeweils gültige DIN VDE 0855-300:

    Praxisbeispiele für Antennenerdung nach E DIN VDE 0855-300:2025

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 4 times, last by DL4ZAO (June 8, 2026 at 7:28 AM).

  • Damit wir hier über das Gleiche reden.

    Statische Ladungen an Antennen entstehen durch Reibung von Wind, Schnee, Regen oder durch atmosphärische Felder wie z. B. von aufgeladenen Wolken auf einem von Erde isolierten Antennenleiter. Sie erzeugen meist Spannungen von einigen Hundert bis Tausenden Volt, enthalten aber nur sehr geringe Energien von wenigen mikro- oder milli-Joule. Die in der Antenne gespeicherte elektrostatische Energie W (in Joule, Ws) hängt von der Kapazität C der Antenne (Farad) und der aufgeladenen Spannung U (Volt) ab:

    W = 1/2 C x U^2

    Da die Kapazität C eines Antennendrahtes mit max. wenigen hundert Picofarad klein ist, ist trotz der hohen Spannungen die im Funken freigesetzte Energie sehr klein, im Bereich von mikro- oder wenigen milli Joule. Die Entladungen verursachen Knack- und Prasselstörungen beim Empfang, können allerdings im ungünstigen Falle ausreichen, um empfindliche, ungeschützte Halbleiterstrukturen im Empfängereingang zu zerstören und Geräte zu beschädigen. Abhilfe schafft ein im Verhältnis zur Antennenimpedanz hochohmiger Ableitwiderstand oder eine Ableitdrossel, die die Ladungen nach Erde ableiten, so dass sich hohe Spannungen gar nicht erst aufbauen können. Oft in Kombination mit einem Gasableiter (GDT), der ab einer bestimmten statischen Spannung niederohmig wird.

    Hinweis: Ein Ableitwiderstand schützt vor alltäglicher statischer Aufladung und elektrostatischen Feldern, jedoch nicht vor Überspannungen und hohen Strömen wie sie bei Gewitter und Bitzeinschlag auftreten. Dagegen hilft nur eine sachgerechte Erdung der Antenne wie in DIN VDE 0855-300 gefordert.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 5 times, last by DL4ZAO (June 9, 2026 at 9:00 AM).

  • Moin,

    Der FD hat gerade meine ganze Zeit belegt. Erstaunlich, was man da alles immer hin und her schleppt vorher testen muss und hinterher, nach dem schnell abgebaut im Regen Chaos noch alles sortieren und trocknen muss. Verzeit also, dass ich als Thread Starter so lange nichts geschrieben habe.

    Da habe ich ja noch ganz viele Links zu sichten und werde sicher eine Lösung finden. Was haben Zündkerzen für ein Gewinde ? Gibt es da passende Muttern?

    Martin

    DK3UW

  • Was haben Zündkerzen für ein Gewinde ? Gibt es da passende Muttern?

    Bei PKWs normalerweise M14 × 1,25, manchmal auch M12. Gewindelänge 12,7 mm oder 19 mm. Für den Hochspannungsanschluss oben gibt es eigene Zündkerzenmuttern.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Die Befestigung der Zündkerzen bei dieser Technik https://www.amrs-waldviertel.at/funkenstrecke-…peiseleitungen/ erfolgt in der Regel in einem geschnittenen Gewinde. https://www.amrs-waldviertel.at/wp-content/upl…enstrecke-2.jpg Werkzeug dafür gibt es, ein Beispiel: https://www.2taktpower.de/products/gewin…ider-zuendkerze Bohrung Kernloch bei M14x1,25 (Feingewinde): 12,80 mm (Steigung 1,25 mm) Bei Alu würde ich 12,5mm nehmen. Für den Kauf von Werkzeugen (falls am Wohnort kein Fachbetrieb vorhanden ist) eine Empfehlung aus anderen Hobbybereichen und als selbst zufriedener Kunde: https://www.zujeddeloh.de/

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 2 times, last by DF2OK (June 9, 2026 at 12:11 PM).