Funken auf der "Hühnerleiter

  • Moin,


    gerade zog hier ein Gewitter durchund ich war zufällig an der Station. Ich habe ja eine 160 m Loop mit Hühnerleiter und dann, wie hier empfolhlen, mit 2 kurzen parallelen Koax Stücken durch die Wand ins Haus. Da sitzt dann ein Wippschalter. Der erlaubt zum einen, die Leitung zu trennen und dann zwischen der Matchbox für 160 m und der Johnson Viking Matchbox für die anderen Bänder umzuschalten. Die Wippe war auf und plöthlich gab es einen Überschlag. Das gleich 2 x.

    Hat jemand eine Idee, was zu tun ist. Diese kleinen Überspannungs Schutz Teile werden da wohl nicht funktionieren. Die schalten bei ca 90 V und die kommen da sicher schon mal normal auf der Leitung zusammen. Ist halt nicht 50 Ohm. Funken im Haus finde ich nicht so toll.

    Martin

    DK3UW

  • Funken im Haus finde ich nicht so toll.

    Da sind wir einer Meinung. Die Ableitmethode mit den Zündkerzen wäre mein Vorschlag. Logischerweise sind die draußen zu montieren. https://www.amrs-waldviertel.at/funkenstrecke-…peiseleitungen/ bzw. https://www.df7rg.de/funkenstrecken.html Erdung ist natürlich nötig. So könnte ein weiterer Schalter die Antennenleitungen auf die Erdung umschalten. Dann wären die Zündkerzen noch als Schutz falls der Schalter vergessen wurde umzulegen.

    Ist halt nicht 50 Ohm

    Hat damit überhaupt nix zu tun. Hier am RG213 offen liegend schon gesehen. Überschläge. Zwischen Innen- und Außenleiter. Beim Betrieb bei aufgeladenen Regen, der sich auch gerne in Funken entlädt. Und im PKW mit Lambda/4 Stäbchen auf dem Autodach.... Man sagt 1mm Funkenstrecke gleich ca. 1000 Volt bei Luftisolation. Man kann ausrechnen, wieviel kV im Spiel waren.

    Die Montage Deines Schalters auf Holz wäre ebenfalls zu überdenken. Billiges Küchenschneidebrett aus Kunststoff ist allemal besser.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

    Edited 10 times, last by DF2OK (June 4, 2026 at 11:40 PM).

  • ... und im Haus dann noch je ca. 100 kOhm (solide, keine Drahtwiderstände, evtl.Reihenschaltung) von jedem Hühnerleiter-Leiter gegen Erde, damit sich gar nicht erst eine hohe Statik-Spannung aufbauen kann! Die Zündkerzen bleiben dann fürs Grobe (Wolkenentladungen über dem QTH, Naheinschläge).

    Gl es 73,
    Tom, DK1IS

  • Einen hochohmigen Widerstand, der für die maximale Spannung beim Senden diemnsioniert ist, zwischen den beiden Leiter.

    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo Martin,

    Hat jemand eine Idee, was zu tun ist. Diese kleinen Überspannungs Schutz Teile werden da wohl nicht funktionieren. Die schalten bei ca 90 V und die kommen da sicher schon mal normal auf der Leitung zusammen.

    ich rate ebenfalls zu einem hochohmigen Widerstand zwischen beiden Leitern, der nicht nur für die Sendeleistung ausgelegt ist. Er soll dem kontinuierlichen Aufladen der Antenne entgegenwirken.

    73/72 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • ich rate ebenfalls zu einem hochohmigen Widerstand zwischen beiden Leitern,

    Statische Ladungen sind in erster Linie Ladungen gegen Erde. Der Widerstand sollte also besser von jedem Leiter der Hühnerleiter nach Erde ableiten und nicht nur zwischen den Leitern. Die Alternative, Gasableiter gegen Erde, gibt es übrigens nicht nur für 90 V, sondern je nach Typ bis mehrere Tausend Volt.

    Bourns Gas Discharge Tubes Brochure

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited once, last by DL4ZAO (June 5, 2026 at 10:02 AM).

  • Hallo zusammen,

    Günter (#7) hat natürlich Recht: bei Afu-typischen Konstruktionen und Abmessungen der Antennenanlage treten Potenzialdifferenzen aus statische Aufladungen stets gegen Erde auf; die Ableitwiderstände müssen daher auch immer gegen Erde geschaltet werden. Martin betreibt eine geschlossene Loop für 160 m als Allbandantenne mit Hühnerleiter-Speisung; damit würde grundsätzlich ein einzelner Ableitwiderstand von einem Hühnerleiter-Draht gegen Erde reichen. Da das System ja aber symmetrisch ist (und bleiben soll), würde ich immer zwei Ableitwiderstände vorsehen - pro Hühnerleiter-Draht einen.

    Hinsichtlich der sinnvollen Widerstandswerte schätzen wir zunächst die gesamte Erdkapazität der Anordnung (ohne Detailkenntnisse!):
    Loop-Umfang 150 m x 5 pF/m = 750 pF; Hühnerleiter 20 m lang (zweidrähtig) x 7 pF/m = 140 pF; Koax-Durchführungen mit geerdetem Mantel, 2x 1 m lang x 100 pF/m = 200 pF; im Summe also etwa Ce = 1,1 nF. Wenn durch die Ansammlung der statischen Ladung die Zündspannung der Entladungsstrecke erreicht ist, schlägt diese nach Verstreichen einer Aufbauzeit durch; diese schätzen wir mal zu ta = 0,1 us (eher kürzer).

    Die Ableitwiderstände verzehren im Betrieb HF-Leistung; daher sollten sie möglichst hochohmig sein. Mit Ce = 1,1 nF liegt die Zeitkonstante RC dann aber immer deutlich über der Aufbauzeit der Funkenentladung. Gegen dynamische Spannungsspitzen durch schlagartige Änderung influenzierter Ladungen z. B. durch Wolke-Wolke- oder nahe Wolke-Erde-Blitze sind die Widerstände also keine Abhilfe - der Grobschutz durch Zündkerzen o. ä. gegen Erde bleibt für die ungeerdete Antenne auch mit Ableitwiderständen unverzichtbar!

    Bei dieser Lage der Dinge kann der Widerstandswert also durchaus im Bereich 1 MOhm oder mehr liegen; meine ursprünglich genannten 100 kOhm kosten zu viel Sendeleistung :( Bei der Auswahl der Widerstandsart muss auf Impulsfestigkeit (z. B. Dickschicht-Widerstände) geachtet werden; Besitzer von Beverage-Antennen wissen das ;) . Die Bauform sollte möglichst lang sein; ggf. können pro Zweig auch mehrere Widerstände in Serie geschaltet werden. Der von Ingo (#5) genannte Vishay-Widerstand wirkt sympathisch.

    Für die HF-Beanspruchung liegen die Widerstände in Reihe, für die Statik-Ableitung bei geschlossener Loop dagegen parallel.

    Gl es 73,
    Tom, DK1IS

  • Hallo Günter,

    ich empfehle beides parallel, also die hochohmigen Widerstände parallel zu den Gasableitern. Damit können statische Aufladungen zunächst gegen Erde abfließen, bevor es zum Überschlag in dem Gasableiter kommt.

    Ein Bildbeispiel findet sich auf der Seite des sehr geschätzten OM Georg, DL6GL, hier.

  • Gasableiter, schön und gut. Wie überprüft man den intakten Zustand? Wenn es "mehr" war als die Teile vertragen und sie sich aber noch nicht sichtbar zerlegt haben? Mir sind im vorliegenden Fall die Zündkerzen wesentlich zuverlässiger, robuster und solider. Ebenfalls mit der Zündspannung (in bekannten Grenzen) einstellbar.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 2 times, last by DF2OK (June 5, 2026 at 11:56 AM).

  • Gasableiter, schön und gut.

    Kann ja jeder selbst entscheiden, was er nehmen möchte. Es gibt bei beiden Vor- und Nachteile.

    Wie überprüft man den intakten Zustand?

    Wie in deinem eigenen Link beschrieben.

    Ok, man muss ja nicht so verrückt sein wie ich, der bis 10kV messen kann.

  • Gasableiter, schön und gut. Wie überprüft man den intakten Zustand?

    Durch einfaches Draufschauen.
    Diese Gasableiter halten multiple Impulsströme von über 10 Kiloampere aus. Weit mehr als statische Ladungen normalerweise liefern. Wird ein Gasbleiter zum Beispiel nach Blitzeinschlag tatsächlich über seine Belastungsgrenze beansprucht, sieht man ihm das an, dann platzt er nämlich. Meist geht dabei aber noch Einiges Anderes kaputt.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Durch einfaches Draufschauen.

    Hier mal was zum Draufschauen ;)

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  • Prima, danke für die Infos und die Anschauung. Bleibt immer noch der Fall

    und sie sich aber noch nicht sichtbar zerlegt haben?

    Bspw. Gasleck? Haarriß? Also Grenzbereiche mit der Frage, ob man dem Teil noch trauen kann?

    Wie in deinem eigenen Link beschrieben.

    Zuviel der Ehre, der Link stammt von Günter. ;) Bei mir gab's nur Links zur Zündkerzentechnik.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 4 times, last by DF2OK (June 5, 2026 at 2:14 PM).

  • Bspw. Gasleck? Haarriß? Also Grenzbereiche mit der Frage, ob man dem Teil noch trauen kann?

    Selbst bei einem hypothetisch herbeigedachten Gasleck wäre es immer noch eine intakte Luft-Funkenstrecke. Wie eine Zündkerze auch. Nur werden die im Datenblatt spezifierten Zünddaten in V nicht mehr eingehalten. Ein Schutz bleibt bestehen.

    Ich denke mal, wer einen durch atmosphärische Überströme zerstörten Gasableiter an der Antenne hat, hat noch einige Probleme mehr als Haarrisse. Im professionellen Antennenbau wie z.B. im Mobilfunk ist die Nutzung solcher Überspannungsableiter üblich und bewährt.


    Spinner Überspannungsableiter mit Gasableitern

    73, de Günter

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    Edited 2 times, last by DL4ZAO (June 5, 2026 at 3:01 PM).

  • Da sind wir einer Meinung. Die Ableitmethode mit den Zündkerzen wäre mein Vorschlag. Logischerweise sind die draußen zu montieren. https://www.amrs-waldviertel.at/funkenstrecke-…peiseleitungen/ bzw. https://www.df7rg.de/funkenstrecken.html Erdung ist natürlich nötig. So könnte ein weiterer Schalter die Antennenleitungen auf die Erdung umschalten. Dann wären die Zündkerzen noch als Schutz falls der Schalter vergessen wurde umzulegen.

    Zuviel der Ehre, der Link stammt von Günter.

    Also ich sehe ganz klar, dass der Link von dir kommt. Und dort ist beschrieben, wie er die Funkenstrecke getestet hat.

    vy 73 de Dirk, DH4YM

    Edited once, last by DH4YM (June 5, 2026 at 2:51 PM).

  • Zuviel der Ehre, der Link stammt von Günter ;) . Bei mir gab's nur Links zur Zündkerzentechnik.

    Die Ehre gebührt doch dir. Es macht sich immer gut, Inhalte die man verlinkt, auch zu lesen ;)

    73, de Günter

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  • Inhalte die man verlinkt, auch zu lesen ;)

    Im Gegensatz zu anderen hier lese ich schon verlinkte Inhalte und Threads ganz durch und schaue mir Webseiten an. Ein Posting wie 145646 käme bei mir eher selten vor. 8)

    Ich fand oben nur: "In meinem QRL verwenden wir ein Testgerät um Blitzschutzpatronen zu überprüfen. Mit diesem wurde auch die Funkenstrecke überprüft." Dass es dafür Meßgeräte geben wird, ist mir bewusst. Vielleicht hätte ich noch ergänzend Fragen sollen, ob es sowas für uns (erschwinglich) zu kaufen gibt. Damit man die Gasableiter selbst testen kann. Oder wie das so funktkoniert. Führt hier aber nun wirklich zuuu weit OT.

    Edit nach schneller Recherche > Gibt es. Klasse Name: AFUtester. Herrlich, made my day.:S

    Im professionellen Antennenbau wie z.B. im Mobilfunk ist die Nutzung solcher Überspannungsableiter üblich und bewährt.

    Dann vertrauen wir da mal 'drauf. :saint:

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 8 times, last by DF2OK (June 5, 2026 at 4:30 PM).

  • Damit man die Gasableiter selbst testen kann. Oder wie das so funktkoniert.

    Ist wie eine Zenerdiode prüfen, nur mit entsprechend höherer Spannung. Ob der Gasableiter auch mehrere 10 kA Entladungen verkraftet, ist etwas komplizierter zu testen.

    Man kann es aber auch einfach bleiben lassen und auf die Firma Bourns, ihre Gasableiter und auf die im Datenblatt zugesicherte Wirkung vertrauen. Bis jetzt wurde ich noch nicht enttäuscht. Ich prüfe übrigens auch nicht jeden Widerstand, ob er die im Datenblatt zugesicherten 1/2 Watt Belastbarkeit einhält. Das glaube ich dem Hersteller.

    Es werden auch wenige auf die Idee kommen, den Airbags im Auto zu misstrauen und den Wunsch verspüren, dessen Auslösung in der Praxis zu überprüfen. Irgendwo ist auch gut mit selber testen.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 3 times, last by DL4ZAO (June 5, 2026 at 9:58 PM).