Hier stelle ich einen einfachen Verstärker 1 bis 30 MHz mit BC550 und 10 dB vor.
Vorab, der Verstärker funktioniert soweit, man sollte ihn jedoch nicht exakt so nachbauen.
Es kommen mehrere Fortsetzungen, auch Nachbau mit Layout und Simulationen.
Auf Verbesserungen gehe ich ein, wenn frequenzabhängig die Messwerte folgen.
Was war das Ziel?
Möglichst einfach nachbaubarer Verstärker, der bis locker 10 dBm (10 mW) taugt.
Der reicht z.B. für Ringmischer 7 dBm wie den bekannten SRA-1W von Mini-Circuits.
Das Material soll möglichst wenig kosten und gut verfügbar sein, Bastelkiste.
Aufbau möglichst mit bedrahteten Bauteilen auf Punktrasterplatine.
Betriebsspannung typische 12 Volt, wie meist im Amateurfunk üblich.
Verstärker im klassischen A-Betrieb, also keine nennenswerten Oberwellen.
Wie kam ich auf die Idee, einen BC550 (BC546 bis BC550) zu nehmen?
Immer wieder reizt es mich, Transistoren, die eher für Audio sind, für HF auszuprobieren.
Wichtig dabei, der Transistor sollte eine hohe Transitfrequenz aufweisen.
Ein Klassiker ist der 2222A, der je nach Hersteller eine Transitfrequenz von über 300 MHz hat.
Beim BC550 ist es ähnlich, laut ON (siehe Bild) schafft man mit dem etwa 350 MHz.
Später gehe ich darauf ein, bei anderen Herstellern ist die Tansitfrequenz meist niedriger.
Die SPICE-Parameter zu dem sind bei ON auf der Homepage verfügbar.
Wie funktioniert die Schaltung?
Von der Grundschaltung her handelt es sich um einen A-Verstärker aus dem Lehrbuch.
Mit R1 und R2 parallel stellt man die Grundverstärkung ein, unterer Frequenzbereich.
Zusätzlich hat er am Emitter Kondensatoren, Kompensation beim Frequenzgang.
Die sorgen zu den höheren Frequenzen hin für mehr Verstärkung.
Würde man auf die verzichten, knickt die Verstärkung zu früh ab.
Der Arbeitspunkt des Verstärkers sollte 40 mA sein, gesunder Kompromiss.
Dafür ist die Serienschaltung aus R4 und R5 zuständig, Basisstrom.
Sehen wir später, man muss herumprobieren, stark abhängig von der Transistorverstärkung.
Manch Leser wird sich fragen, wozu die Induktivität L1 am Eingang dienen soll.
Die Eingangsimpedanz des Transistors ist deutlich frequenzabhängig.
Ohne L1 knickt der Verstärker wieder zu früh ab und das SWR wird teilweise unschön.
Es geht aber auch ohne L1, dann noch bis etwa 20 m mit guter Eingangsanpassung.
Oben der Kondensator C5 mit 100 nF ist ein kleiner Trick.
Für HF relevant sind dann nur noch R6 und R7 mit je 27 Ω, zusammen 54 Ω.
Die Verlustleistung wird besser aufgeteilt, der Transistor wird weniger warm.
Die Diskussion ist eröffnet!
Demnächst Fortsetzung, vermutlich zuerst Simulation, auch mit S-Parametern.
73, Andreas