Hühnerleiter ins Haus legen

  • Moin,


    meine Station ziet um und ich muss die Hühnerleiter für meine 160 m Loop durch die Wand krigen zur Johnson Viking Maschbox. Es ist eine Eigenbau Leitung. Entweder gehe ich durch die Fensterdichtung oder durch die beiden Durchführungen mit den andere Kabeln. Ich könnte da 2 kurze Stück Koax nehmen, um die Kabel zu isolieren. Würde sich das mit den anderen Kabeln vertragen, die da auch laufen ?

    Martin

    DK3UW

  • Da kann geholfen werden!

    Angenehm ist hier eine symmetrische Leitung mit Schirm.
    Kann man teilweise kaufen, ist jedoch schwer erhältlich.
    Viel einfacher ist Eigenbau mit Koaxialkabeln.
    Nimm zwei Kabel 75 Ω sozusagen parallel.
    An die Innenleiter schließt Du die vorhandene Hühnerleiter an.
    Jeweils den Schirm verbindest Du miteinander.
    Das ist dann ein erdsymmetrisches Kabel, der Schirm muss nicht weiter angeschlossen werden.
    Je nach Impedanz der Hühnerleiter wirst Du eine Stoßstelle haben.
    Hier für 160 m ist das kurze Stück normalerweise vernachlässigbar.

    73, Andreas

  • Moin zurück, Martin,

    nur zum besseren Verständnis:

    • ist die Loop nur fürs 160-m-Band oder ist ihr Umfang 160 m und soll sie via Matchbox für Allband-Betrieb dienen?
    • auf Deiner QRZ.com-Seite sprichst Du von 600-Ohm-Ladderline. Ist die das? Abmessungen?
    • wie geht es im Haus zwischen den Durchführungen und der Station weiter?
    • ist das "linke" Rohr frei und könnte exklusiv für die Hühnerleiter dienen?
    • geht die Hühnerleiter nach der Durchführung gleich weiter oder muss da noch eine längere Kabelstrecke folgen?

    73,
    Tom, DK1IS

    Nachtrag:

    Ah, mein post hat sich mit DL2JAS überschnitten. Der Vorschlag von Andreas deckt sich mit meiner ersten Idee. Die Schirme der beiden Kabelstücke an beiden Seiten verbinden. Die Matchbox wird die Stoßstelle ausgleichen können. Mit so etwas habe ich mal erfolgreich einen Rotary-Dipol für 40-10 m über 10 m Strecke gespeist - durchaus erfolgreich ;)

    Gl es 73,
    Tom, DK1IS

  • Danke für die Infos und die Idee mit den 2 75 Ohm Koax. die 160 m Loop ist bisher meine Antenne für alle Bänder. Direkt innen kommt entweder eine Johnson Viking Matchbox für 80 bis 10 m oder eine Home Brew für 160 m. Umgeschaltet wird mit einem Hebelschalter. Der ist ganz praktisch, weil ich damit die Zuleitung auch hochlegen kann. Die Länge der Zuleitung zur Loop kenne ich noch nicht genau. So ca. 15 - 20 m. Das wird spannend, denn ich muss den Einspeisepunkt jetzt verlegen. Bisher ist das eine Rohr auf dem Foto noch leer. Können die Koaxkabel denn dann aneinander liegen oder brauchen die auch die 10 cm Abstand.

    Martin

    DK3UW

  • Frage an mich gerichtet?

    Die beiden Kabel 75 Ω kommen direkt aneinander, kein Abstand dazwischen.
    Das Feld ist ja im Koaxialkabel, nicht noch zusätzlich außen.
    Abstände zu anderen Kabeln musst Du mit dem Konstrukt auch nicht einhalten.

    73, Andreas

  • Hi zusammen,

    Die beiden Kabel 75 Ω kommen direkt aneinander, kein Abstand dazwischen.
    Das Feld ist ja im Koaxialkabel, nicht noch zusätzlich außen.
    Abstände zu anderen Kabeln musst Du mit dem Konstrukt auch nicht einhalten.

    Kann alles, muss aber nicht - Vorteil der Feldbegrenzung! Falls die Leitungslänge im Haus nicht groß ist, kannst Du die Koax-Doppelleitung dort weiter nutzen - spart eine Stoßstelle. Dann aber gutes Kabel verwenden, kein Sat-Kabel wegen Skin-Verlusten bei den niedrigen Frequenzen (dünne Cu-Plattierung auf Stahlseele).

    Gl es 73,

    Tom, DK1IS

  • Wie kann man sich das erdsymmetrische Konstrukt gedanklich vorstellen?

    Im Bildchen eine Leitung vom Typ Microstrip, entnahm ich einem Kalkulator.
    Nimmt man nur einen Leiter gegen Masse wie im Bild, ist es asymmetrisch.
    Nichts hindert uns daran, zusätzlich einen zweiten Leiter zu verwenden.
    Der ist dann unten, sozusagen spiegelbildlich zur Massefläche.
    Werden beide Leiter um 180° phasenverschoben gespeist, ist es symmetrisch.
    Vom Prinzip her gleich ist es, wenn man statt Microstrip Koax verwendet.
    Da natürlich die beiden Schirme miteinander verbinden, ist dann die "GND-Ebene".

    73, Andreas

  • Geschafft, Die Einspeisung ist umgezogen und geht, wie vorgeschlagen mit 2 kurzen (ca.1m) parallelen Koax ins Haus. Die Einstellungen auf den Matchbox sind etwas anders aber ähnlich.

    Martin

    DK3UW

  • Hallo Martin, vor gut 25Jahren habe ich ebenfalls mal als Speisekabel zur Antenne zwei 75 Ohm Koaxkabel benutzt . Die Kabel waren je 6mtr lang. Ich habe einmal auf beiden Seiten den Schirm jeweils miteinander verbunden und auch nur auf der Zuleitungsseite, dabei auf der Dipolseite isoliert gegeneinander. Mir ging es dabei um Ring von Koaxmantel den es dabei gibt. Dieser Kurzschlussring induziert das ihn umgebende Magnetfeld und nimmt die Störungen der Umgebung auf und gibt sie an den Innenleiter weiter. Es ergaben sich keine umwerfenden neuen Erkenntnisse , aber es gab einen Unterschied in der Aufnahme der Störungen aus dem Nahfeld. Bei nur einer Seite den Schirm verbunden waren die Störungen aus dem Nahfeld, schätze mal so um die 200mtr , nicht so groß , als wenn beide Seiten der Schirm verbunden wurde. Ansonsten ist die Verwendung von 2 x 75 Ohm Koaxkabel eine saubere Lösung.

    73 de

    Manfred , dl3arw

  • @ #10: Hi Manfred,

    interessant! Lagen die beiden Kabel bei den Versuchen dicht parallel (Seite an Seite) oder mit Abstand zueinander (was ja durchaus auch geht und manchmal verlegungstechnische Vorteile bringt)? Hattest Du die beiden Schirme "unten" geerdet oder waren sie potenzialfrei?

    73,
    Tom, DK1IS

  • Hallo Tom, im Ergebnis der Versuche wurden nur auf der Einspeise - Seite die Schirme miteinander verbunden, an der Antennenseite keine Schirmverbindung. Die beiden Mittelleiter gingen dann an das Antennengebilde. Dieses war immer symmetrisch. Ich hatte damals für 10,1MHz einen symmetrischen Dipol mit zwei einzelnen Drähten. Einen Schleifendipol bei dem etwa 30 bis 40cm Abstand zwischen den Drähten war. Ich musste feststellen, dass eine geschlossene Schleife die ruhigste Antenne war. Den Unterschied mit dem offenen oder verbundenem Schirm bezüglich Empfang von Störungen aus dem Nahfeld bemerkte ich nur wenn ich wirklich genau beobachtete. Der Unterschied des Störpegels waren keine 6 dB. Nur mehrmaliges Wiederholen brachte mir dieses Ergebnis. Die geschlossene Schleife habe wieder abgebaut und einen Multiband - Dipol mit vielen parallelen Leitungen aufgebaut. Meine Antenne hängt im Dachboden eines Dreietagers etwa 4,5mtr über der obersten Wohnung. Es ist ein schönes Spitzdach, die Antenne ist etwa 15mtr über Grund. Früher hatte ich im Speisepunkt der Antenne eine fernabstimmbare Z-Match , Eigenbau. Bei dieser sind mir die kleinen Motoren mit Getriebe kaputt gegangen. Im Speisepunkt jetzt nur eine Mantelwellensperre und 50 Ohm Koaxkabel.

    73 de

    Manfred , dl3arw

  • Wenn der Schirm der beiden Koaxialleitungen verbunden wird, hat das auch einen Einfluss auf die Impedanz der Leitung, stelle ich mir vor. Dann müsste man in beiden Zuständen das SWR tunen, im einen korrekten Eindruck zu erhalten.

    73, Peter - HB9PJT

  • - OT -

    Lasse die Hühner ins Haus und die Leiter vor dem Haus. Wenn das Wetter gut ist können die Hühner ja in den Garten und Du bekommst Bio-Eier und Allen ist gedient.

    - /OT-