"Markentreue" im Shack - einige Beobachtungen und Fragen

  • Hi,

    das soll KEINE Fortsetzung des Ten-Tec-Threads sein und auch kein "Bashing", aber mir sind im Zusammenhang mit der Ankündigung von neuen Transceivern ein paar Sachen aufgefallen, die ich interessant finde, aber nicht so ganz verstehe: Wenn ein neues Gerät angekündigt wird, gibt es schon jede Menge OMs (und wohl auch YLs?!), die aufgrund der Werbung und der angekündigten Features das Gerät bereits bestellen, ohne es vorher in Betrieb gesehen zu haben. Meistens sind das Funkamateure, die "ihrer" Marke treu bleiben, also K2 > K3 > K4 etc., aber gleiches Phänomen gibt es auch bei neuen Produkten von QRPlabs, Icom etc. Bei Ten-Tec gibt es wohl so treue Fans, dass man sogar schon eine Anzahlung macht, das Gerät sich aber noch in der Entwicklungsphase befindet. Und "Einmal Marke x, immer Marke x !" scheint sehr verbreitet zu sein.

    Warum ist das so?

    Bei meinem anderen Hobby, der Fotografie, ist die Markentreue verständlich, da Objektivanschlüsse nicht kompatibel sind zwischen den verschiedenen Herstellern und auch viel Zubehör (Hochformatgriffe, Systemblitz, Fernauslöser, RAW-Konverter etc.) bei einem Markenwechsel dann auch neu angeschafft werden müssen. Da ist ein Wechsel z.B von Canon zu Nikon wirklich eine weitreichende Entscheidung...

    Aber im Amateurfunk: Heutzutage kann ich m.E. den Transceiver auf einem Stationstisch durch einen anderen ersetzen, stöpsel die Anschlüsse um (Morsetaste, Kopfhörer, Mikrofon - bestenfalls muss der Stecker umgelötet werden..., Netzteil etc.) und kann sehr leicht umsteigen von Marke x auf Marke y... Ok, früher war vielleicht der Zweit-VFO noch ein Grund, aber der ist heute meistens eingebaut. Auch CAT-Steuerung, Anschluss eines PCs für digitale Betriebsarten - alles eine sehr überschaubare Sache. Das Einzige, was mir hier als Argument einfällt, sind ähnliche Menues und Bedienelemente...

    Lag es früher vielleicht noch am Look einer homogenen Line (Drake, Collins, Heathkit etc.) und hat sich das in unseren Köpfen erhalten? Ist es wie bei Fussball-Fans "Mit meiner Mannschaft / Marke gehe ich durch dick und dünn?"

    Komisch oder?

    73!
    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW

    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

    In QRP the challenge is to "break" the pile-up...................in QRO the challenge is NOT to break components! (Zitat DL5RBW)

  • Markentreue entsteht durch eine Kombination aus vergangenen positiven Kundenerfahrungen, dem Vertrauen in eine bewährte Produktqualität und dadurch sich entwickelnder emotionaler Bindung an die Marke. Wer früher einen Fernseher von Grundig oder einen Kühlschrank von Bauknecht hatte und gute Erfahrungen damit verbindet, neigt häufig auch heute dazu, wieder Geräte mit diesen vertrauten Markennamen zu kaufen, obwohl es die Hersteller gar nicht mehr gibt und die Marke auch nicht unbedingt eine adäquate Qualitätsgarantie mitbringt.

    Im Falle Ten-Tec ist das besonders augenfällig. Die von K4FW und K4JU gegründete Firma aus Tennessee war in den 80ern bekannt für robuste und qualitativ hochwertigen Transceiver, hatte militärische Aufträge und punktete mit dem "Made in USA" Siegel. Vom Anfänger Audion Kit bis zum erwachsenen TRX war TenTec eine anerkannte Marke. Einen Ten-Tec Omni hierzulande bei uns zu besitzen, war schon ein Statussymbol. Durch den Dollarkurs waren die Geräte recht teuer. Ich kann mich erinnern, es waren grundsolide Geräte, einfach zu bedienen mit hervorragendem QSK und einem genauen S-Meter. Eigenschaften die die Markt-dominierenden Japaner teilweise heute noch vermissen lassen.

    Aber nach 2010 konnte TenTec nicht mehr mithalten. Eigentümer und Schlüsselentwickler gingen in Pension, die Nachfolger konnten das Renomee nicht aufrecht erhalten und die Firma geriet in finanzielle Schieflage. Mike Dishop, N8WFF mit seiner Firma "Dishtronix" aus Ohio kaufte 2016 die TenTec Reste zusammen mit den Rechten am Markennamen. So wird es mit dem "coming soon" Phoenix vielleicht bald wieder TRX geben auf denen das TenTec Logo klebt. Die haben aber nur noch den Namen mit der alten Firma gemein - ähnlich wie bei Grundig. Die Innereien sind wie Dishop mittlerweile bestätigt, eine von ihm "gesteuerte Entwicklung" aus der Ukraine. Ob sich die positive Anmutung und das Vertrauen in die Qualität der Marke TenTec als Erfolgsstory fortsetzen kann, wird sich weisen. Fanboys, die sich das was kosten lassen, gibt es anscheinend genügend, genau wie bei Elecraft.

    73 de Günte

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 5 times, last by DL4ZAO (January 24, 2026 at 10:24 AM).

  • Im Grunde bin ich schon ziemlich markentreu, weil man aufgrund der HF - Daten immer wieder bei 1..2 Anbietern landet und auch mehrfach mit deren Service Erfahrung hat machen müssen / können. Es sind Kenwood und ICOM.

    Zusätzlich nutze ich aktuelle JVC/Kenwood - Sachen im Auto und ICOM im Bereich Seefunk. Es liegt hier zwar noch ein Yaesu-VHF/UHF - Ziegel herum, aber mit dieser Marke werd ich mich nicht mehr weiter befassen, ganz gleich, was da passiert.

    In Sachen Foto war ich eiskalt und habe meinen Sprung auf spiegellos ohne jedwedes Markenansehen nur an meinem Bedarf kalibriert. Und da zählt Bedienbarkeit deutlich dazu. So kam es, daß nach mehreren Panasonics der Sprung zu Fuji (X-mount) stattfand. Ich habe nach ca. 1 Jahr den body "upgegradet" und vorgestern noch ein dickes 50er Objektiv 1.0 dazugepackt. Bei Fuji war ich zur Schulung und bin von deren update - Verhalten auch für ältere Produkte angetan.

    Mit Ersatzeilen und Service hält man Kunden. Bei Canon mußte ich damals ein update (Korrektur eines Werksfehlers) mal bezahlen. Das wars, ade für immer...

    Für QRP habe ich außer dem ALT nur Eigenbasteleien / Bausätze, da bin ichh mein eigener Service...

    73! Jochen

  • Lag es früher vielleicht noch am Look einer homogenen Line (Drake, Collins, Heathkit etc.)

    Moin Peter,

    die Lines hatten was. Oder haben immer noch was, wenn ich Fotos von Shacks im Netz sehe. "Lines" waren damals mitte der 70iger als Lehrling unerreichbare Träume. Später allerdings auch, aber die Transceiver waren besser geworden, preiswerter und somit finanzierbar.

    Ich hatte allerdings bei anderen OM im OV Zugriff auf ein paar Drakelines plus Röhren-PA (auch bei der Klubstation damals) und einer Collinsline.

    Bei mir gibt es im AFU keine Bindung an Marken. Ferner bin ich absolut nicht der Typ, der immer das Neuste und Allerbeste (nach Meinung der Werbung) haben muss. Das gilt nicht nur für AFU. Mein letztes eigenes selbstgebaute Funkgerät ist der MA12/40 vom April 2013.

    Bei einer Stationsauflösung bekam ich einen als defekt und an und für sich Schrott deklarierten alten Yaesu-TRX (Ende 90ger Jahre) in die Hände. Bis auf SSB TX funktioniert alles. Konnte auf 60m erweitert werden. Ist jetzt der Haupt-CW-TRX. Das neueste Funkgerät im Sinne der Beschaffung hier. ;)

    Ich habe seit Jahrzehnten immer dieselben Funkgeräte im Einsatz. Funktionieren prima, erfüllen meine Wünsche. Für die Partnerstation ist nur wichtig, ein gutes und möglichst sauberes Signal lesbar zu empfangen. Ob das mein erster eigener mühsam ersparen Trio TS-520 von 1977 ist, mein Sierra, Pixi, TenTec SCOUT 555 oder andere TRX, die vorhanden sind. BTW: Auch ein Hilberling sendet in CW nur Töne aus. (Ihr wisst, wie ich das meine, gelle Tom? :saint:)

    Wasserfallanzeige ist toll. Low Budget Variante > da läuft der PC / Tablet mit einem meiner gut ausgewählten KiWi-SDR mit. Sehe auch dann mein Sendesignal. Stoppt nicht, wenn man sendet. Und ist nicht so hektisch nervig flackerig wie bei manchem neuen TRX. Mein VFO ist drehbar. Zeigt der Wasserfall was an > drehe ich hin und sehe, ob es klappt.

    Ich wohne seit Beginn der AFU-Zeit (mit einer kurzen Ausnahme) am selben Standort samt gleicher Antennensituation. Hier spielt jahrzehntelange Erfahrung fast täglichen Hörens und Betriebes eine große Rolle, ob und was ich bei dieser oder jener Bedingung wo erreiche. Für Portabelbetrieb im Umfeld gilt das ebenfalls. Kein Funkgerät hängt an einem Computer.

    Würde mir nun ein neues Funkgerät mehr im Sinne von besserer HF-Situation bringen? Nö. ;) Also verfalle ich nicht in einen "Must-Have-Kaufrausch". Nur um ggf. mitreden zu können oder - wie oft bei qrz.com zu sehen - die $$$ Station zur Schau zu stellen. 8) Klar, jeder wie er mag.

    Grundsätzlich entscheide ich in den meisten Bereichen der Technik nach Recherche für einen Kauf, auch außerhalb von AFU. Gute Erfahrungen spielen eine Rolle, Service ebenso. Wenn möglich, dann vertraute persönliche Beratung mir bekannter Fachleute vor Ort. Kann ich leider nicht für Funktechnik vor Ort bzw. überhaupt wahrnehmen. Hier helfen die Berichte im Forum etwas, wenn es denn mal so sein sollte.

    Im damaligen QRL pflegten wir aus guten Gründen eine wohlsortierte Marketreue. Kann also sinnvoll sein, wenn ein großer Nutzerkreis vorhanden ist. Das hat sich bewährt. Ist aber Vergangenheit. Wie die Lines. Schade.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. QRP-Philosophy: "Power is no substitute for skill."

    Edited 12 times, last by DF2OK (January 24, 2026 at 12:21 AM).

  • Moin,

    BTW: Auch ein Hilberling sendet in CW nur Töne aus.

    glaub ich nicht! Zumindest nicht in A1A, umgangssprachlich CW ;)

    Bei Funkgeräten habe ich überhaupt keine Markentreue, ist mir ehrlich gesagt völlig egal.

    Aber manche Menschen benötigen ein Statussymbol. Das wird mir ja manchmal nachgesagt, weil ich einiges an Apple Geräten habe (ich hatte aber mal einen kurzen Ausflug in Richtung Android gemacht). Das hat aber einen ganz anderen Grund als Markentreue. Bei den Geräten möchte ich Hard- und Software aus einem Guss, die sollen sich untereinander unterhalten, ich will aus Sicherheitsgründen kein Sideloading auf dem Gerät. iPhone, iPad, Apple TV und Watch spielen einwandfrei zusammen, alles wiederrum mit meiner Nextcloud (Kontakte, Kalender, Aufgaben usw.), mit meiner Mail und vielen anderen Dingen. Dabei muss ich mich um nichts kümmern, das funktioniert einfach. Nach Feierabend mutiere ich zum Anwender, habe keinen Bock mehr, mich mit den Geräten großartig zu beschäftigen. Das iPad ist mein Notizbuch, mit Stift. Hälfte vom Display mit dem Notizbuch, die andere Hälfte mit Datenblatt (PDF), ja das kann das iPad, mehrere Fenster in der Größe änderbar und mit dem Stift überall drinne rumkritzeln. Auch externe Tastatur, Maus und Display sind möglich.

    Lange Rede, kurzer Sinn oder so: Ich habe die Geräte wegen der einfachen Bedienung, den umfangreichen Funktionen, der Software (da ist alles aus einem Guss dabei, von den üblichen Office Anwendungen bis zur Mail und mit GarageBand gar ein ganzes Tonstudio) wegen der Sicherheit, dem Datenaustausch - nicht wegen der Marke, also technische Gründe.

    Vielleicht war es ja bei TenTec früher auch so, einfach, robust, kein Ärger.

    Nur diese Markentreue kann ich absolut nicht nachvollziehen, wenn es nur ein Name ist.

    73, Tom

  • Markentreue nein, aber Philosophietreue schon.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und so ist bei Transceivern die Bedienung mMn ein wesentlicher Faktor für die Kaufentscheidung und Zufriedenheit danach.

    Ich nag eine klassische Bedienung, die mir heute Kenwood und Icom bieten, die menübasiernte bzw Konsolenbedienung verabscheue ich zutiefst. Mir ist egal, was FlexRadio, Yaesu und die anderen für tolle Geräte bauen und selbst wenn es der beste TRX wäre, würde ich nicht kaufen. Einfach weil ich weiß, dass mir die Bedingungen keinen Spaß macht.

    Umgekehrt verzeihe ich so manche Schwäche, wenn ich die Gerätebedienung mag. Das trifft eigentlich auf alle meine alten Geräte zu, denn technisch sind diese überholt.

    Die Marke ist mir somit nicht egal, sie ist eben das Label einer Bedienphilosphie. Und mache Marke wie Yaesu hat dieses Label mittlerweile für mich verloren.

    Für mich muß ein neuer Transceiver, beim ersten Anfühlen, ohne Handbuch prinzipiell bedienbar sein und ich muß ad hoc ein QSO führen können. Klar kommt danach die Einarbeitung in die detaillierte Bedienung. Wenn ich erst mal das Handbuch lesen soll - Sorry no go

    Egal welcher Name da drauf steht.

  • Ich begann mit einem TS-850SAT auf Kurzwelle, ergänzte diesen dann irgendwann mit einem FT897 als geplantes Portabelgerät, was eigentlich so nie zum Einsatz kam. 2019 begann mein TS-850 zu zicken, die Frequenz stimmte nicht mehr und auch die Sendeleistung war nicht mehr da. Und nach rund 25 Jahren solte es auch mal ein neues Gerät sein. Es stand der Icom IC-7610 oder der Yaesu FTDX101D zur Auswahl. Ich entschied mich für den Yaesu, weil der mir von der Optik besser gefiel als der Icom und ich bereue die Entscheidung nicht! Bin rundum zufrieden damit, komme sehr gut zurecht. Dass ich durch meine Antennenanlage und meine Funkgewohnheiten dieses Gerät nie wirklich ausnutze, ist es gerade egal. Ich mag ihn und will ihn nicht mehr hergeben.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Bei mir begann es mit einem FT-250 und dann Anfang 1991 wollte ich eigentlich mir einen Yaesu FT-890 kaufen. Der war bei Andy's Funkladen aber nicht vorrätig und so habe ich mir spontan den Icom IC-735 gekauft und habe es nicht bereut. Der steht heute immer noch bei mir und verrichtet neben einem IC-7300 im Stationsbetrieb seinen Dienst. Daneben habe ich, glaube ich, fast alle Bausätze von QRP-Projekt gebaut,. Dabei konnte ich, als gelernter Steuerfachgehilfe, viel über Elektronik lernen und Peter (DL2FI) war ein super Motivator. Von den ganzen Bausätzen die ich gebaut habe, verrichten ein Spatz für 17m und der MicroSolf neben einem K2 ihren Job hier bei mir. Mehr wird es auch nicht mehr werden - reicht.

    Markentreue? Ja, irgendwie würde ich mir, wenn überhaupt, nur noch einen IC-7610 kaufen. Doch viel mehr als mein 7300er kann der ja eigentlich auch nicht. Also bleibt es wie es ist.

    Allen viel Spaß mit Ihren Geräten.

    VY 73 de Peter

    '73 de Peter (DK2WL)

    K2/10, MicroSolf, Spatz 17m sowie andere TRX
    Alaska-QRP-Club #283, NAQCC #7085 und Flying-Pigs #76 :thumbup:

  • Moin,

    Markentreue? Ja, irgendwie würde ich mir, wenn überhaupt, nur noch einen IC-7610 kaufen. Doch viel mehr als mein 7300er kann der ja eigentlich auch nicht. Also bleibt es wie es ist.

    vor der Entscheidung stand ein Funkkollege hier auch, hatte ewig den IC-7610 im Blick und dann den TS-890S gekauft, der hat mehr Knöpfe ;) Scherz beiseite, aber ist schon so, das Bedienkonzept sagte ihm einfach mehr zu.

    Der Unterschied zwischen dem IC-7300 und Yaesu Geräten ist gar nicht so groß, wenige Knöpfe, viel Touch-Display. Ich sehe da nur Kenwood (von den 3 Yaesu, Icom, Kenwood), die noch mehr auf die Bedienung mit haptischen Elementen setzen, statt sehr viel über Touch-Display zu machen.

    Ich selbst stand vor der Frage TS-590 oder FT-10DX. Ich habe den FT-10DX genommen, weil moderner und Hybrid-RX. Das die Relais so klappern und der Lüfter fast ständig läuft stand nirgends (zu dem Zeitpunkt des Kaufs). Vielleicht bin ich auch der Einzige, den das stört. So habe ich eher mal den TS-570 an, als den Yaesu. Hätte ich den TS-590 genommen, wäre das Markentreue gewesen, denn mein Ortstelefon ist ein TM-V71 und noch das kleine TH-F7, alles Kenwood ;) Was mir bei Gesprächen so auffällt, es wird viel über Yaesu und Icom gequatscht, manchmal noch Elecraft, aber Kenwood taucht eher selten auf, dabei sind das grundsolide Geräte mit einem guten Bedienkonzept.

    73, Tom

  • Markentreue ist ein ganz allgemeines Verhaltens-Phänomen und nicht auf Kenwood oder Icom, Opel und Mercedes, oder Märklin oder Fleischmann beschränktes Phänomen. Die zu Grunde liegenden psychologischen und pragmatischen Mechanismen sind abstrakt die Gleichen. Darum verstehe ich die Frage nicht, warum Kenwood eher selten auftaucht. Diese Empfindung ist nämlich rein subjektiv und nicht repräsentativ, sie hat keine nachprüfbare Erhebungsbasis und spiegelt nur einen persönlichen Eindruck. Gehe zu Eham Net, dort sind über 90 % aller Kennwood Besitzer von ihrer Marke begeistert und die Icom Besitzer genauso.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • aber Kenwood taucht eher selten auf, dabei sind das grundsolide Geräte mit einem guten Bedienkonzept.

    So ist es ... (Hervorgehobenes von mir)

    Ich habe von Anfang an nur Kenwood Geräte gehabt und bin rundherum zufrieden.

    73 de Volker https://dl3lk.darc.de/

    DOK M19 / Feld Hell Club #6008 (Zum Avatar: Hatte ich beruflich mit zu tun)

  • Markentreue zu Kenwood ist allerdings mehr was für die Vergangenheit. Die Firma hat sich, zumindestes was KW-TRX betrifft, bis auf ein Legacy Gerät, den TS890, aus dem Markt zurückgezogen. Man kann schwerlich einer Marke treu bleiben, wenn die Marke in der Breite keine aktuellen Produkte mehr bereitstellt.

    Markentreue ist wie schon erwähnt, abstrakt und daher nicht auf eine Marke bezogen zu betrachten. Sonst artet das wieder in eine der sattsam bekannten tribalistischen Diskussionen nach Art von: "Icom ist nach meiner Erfahrung besser als Yaesu". Oder "ich fand Elecraft schon immer besser als Kennwood" aus. Wo zwar jeder seine persönichen Präferenzen äußert, was aber mit dem Phänomen der Markentreue nur am Rande zu tun hat.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 2 times, last by DL4ZAO (January 24, 2026 at 11:28 AM).

  • Ich wäre auch bei Kenwood geblieben, aber mich hat die Optik nicht angesprochen. Das darf man auch nicht vergessen, denn man sitzt vor einem Gerät beim Betrieb und wenn einen das, was man sieht, nicht anspricht, sind auch die elektrischen Daten uninteressant.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Moin,

    Ich hatte mir mal vor vielen Jahren einen TS 2000 gekauft. Den habe sehr selten benutzt. Aber jedesmal muste ich das Handbuch zur Hilfe nehmen.. Da war das thema kommerzieller Transceiver bei mir durch.

    1978 habe ich eine C- Prüfung gemacht und mir auf einem Flohmarkt ein 2m Kanalgerät gekauft TR2200. Zuhause dann festgestellt, völlig verbastelt mit einem NF Transistor in der Endstufe.

    1982 habe ich mir dann einen kurzwellen TRX mit 9Mhz ZF und VFO mit 5-5.5 Mhz. Also 20m und 80m. Dann einen Bausatz für ein 2m 80 Kanal PLL Super Gartenzweg Hanfunkgerät. Später noch einen IC202.

    Somit war ich erst einmal versorgt. Dann hatte ich viele Jahre keine Lust mehr auf Amateurfung und es kam der Rückfall auf den oben beschriebenen TS2000. Das hat mir dann endgültig die Lust verdorben.

    Ein Neuanfang dann mit einem QRP99-V Bausatz. Jetzt war wieder Spaß am Amateurfunk zurück. Es folgten dann einige Monoband Transceiver (ILER40) und andere.

    Es ging weiter mit SDR Technik und einem Red Pitaya PowerSDR und Thetis. Eigenbau PA mit 300Watt. Dann einen Ausflug auf den QO100.


    Jetzt was ganz anderes angefangen. Ein Kurzwellen Handfunkgerät 10 Watt und für 14Mhz bis 30Mhz allerdings fast fertig gekauft als Kit. JPX-20 SSB. Damit werde ich bei wärmeren Wetter mal den Funkbetrieb Portabel für mich ausprobieren.

    Ich kenne also keine Markentreue. Ich habe aber für mich festgestellt dass Geräte, die man selber mit aufgebaut hat, und sei es nur aufgrund fehlender Grundkenntnisse keine Eigenentwicklungen sind, mehr spaß machen und man kann stolz drauf sein kann. Mein Beitrag passt jetzt eigentlich nicht. Aber keine Markentreue, dem Eigenbau bleibe ich treu.

  • Man baue drei identische Mischer für 7 MHz mit NE602 auf und beschrifte sie mit Kenwood , Icom und Yaesu. Dann lasse man die Empfangsleistung beurteilen, was kommt da wohl raus..?

    Diese ganze Diskussion ist Quatsch.

    72/73
    Con

    DM5AA - DOK V11 - JO64SC
    DL-QRP-AG#297 - G-QRP#7939 - AGCW#1957
    MosquitaTurm - Norcal + Sierra - RG ONE - viele Baustellen

    Lizenz seit 1964: DM3RMA - DM5AA - DT5AA - DM2CUA - Y23UA - DL3KUA - und seit 1998 wieder DM5AA

  • Gehe zu Eham Net, dort sind über 90 % aller Kennwood Besitzer von ihrer Marke begeistert und die Icom Besitzer genauso.

    Kenwood ist mittlerweile so weit an Rand, dass dort wohl nur noch die OMs sind, die wissen was sie wollen. Icom bietet beides, Bedingung wie Kenwood und Möglichkeiten wie Yaesu. In beiden Fällen ist es damit einfacher Zufriedenheit zu erzeugen.

    Ich würde keinen meiner Kenwoods abgeben und zieh den 890er dem Icom 7610 vor. Doch das ist auch sehr persönlich bzw Nutzungsspezifisch. Ich brauche keinen Twinntuner und damit verliert der 7610 seine Stärke, wogeg der 890 mit seinem ausgezeichneten Empfänger noch mehr Boden gewinnt.

    Beides sind sehr gute Transceiver und so bleibt der 7610 als Zweitgerät. Soll aber nicht heißen, dass der 890 makellos ist. Besonders enttäuschend ist, dass Kenwood "Fehler" nicht mehr so schnell und zuverlässig beseitigt wie früher..

  • Ich wäre auch bei Kenwood geblieben, aber mich hat die Optik nicht angesprochen.

    Ich weiß, was du meinst und meinem 890 sieht man schon sehr an, dass er genutzt wird.


    Das mattschwarze Frontfinish ist sehr empfindlich und mann erkennt gut welche Tasten oft genutzt werden. Selbiges bei den teilweise abgeriebenen Chromakzenten...

    Für den Preis eine Schande. Vor allem wenn ich im Vergleich zu meinem alten Icom 7100 der schon viel gesehen hat sehe. Er war einige Jahre im Auto und hat viele Outdooreinsätze hinter sich. Doch das Bedienteil sieht immer noch besser aus wie beim 890der nur im Shack läuft.

  • Moin,

    Markentreue ist ein ganz allgemeines Verhaltens-Phänomen und nicht auf Kenwood oder Icom, Opel und Mercedes, oder Märklin oder Fleischmann beschränktes Phänomen.

    Fleischmann gibt es schon lange nicht mehr, seit 2019 nur noch eine Marke der Modelleisenbahn GmbH. Wo Du das Thema einwirfst, das ist ein gutes Beispiel: Heute unterscheidet man nur zwischen 2L= und 3L~, auch wenn alles überwiegend digital ist. Modelle gibt es für alles, von jedem Hersteller und es gibt massenhaft Hersteller, auch viele neue. Bei ESU z.B. klinkt man den typischen Schleifer für Märklin einfach aus und hat ein 2L= Modell. Mit den Digitaldekodern ist das völlig egal, die interessiert das nicht, ob Gleichspannung oder Wechselspannung, weil auf den Gleisen sowieso nur ein Rechtecksignal mit Daten ist. Die Frage ob Märklin oder Fleischmann ist heute nicht mehr existentiell. Und wie groß die Platte ist, ebenfalls nicht. Kaum jemand baut eine Modellbahn noch auf einer einzigen flachen Platte und Züge fahren auch immer weniger im Kreis, das tun sie in der Realität auch nicht. Es geht immer mehr in Richtung Modell- und nicht Spielbahn. Solch eine Lok liegt preislich schon in Bereichen von einfachen TRX.

    Markentreue bei Modellbahn - eher gar nicht mehr! Da zählen andere Dinge, wie nah am Vorbild, Details, Lackierung, Beleuchtung, selbst die Beschriftung.

    Darum verstehe ich die Frage nicht, warum Kenwood eher selten auftaucht. Diese Empfindung ist nämlich rein subjektiv und nicht repräsentativ, sie hat keine nachprüfbare Erhebungsbasis und spiegelt nur einen persönlichen Eindruck.

    Natürlich! Ich schrieb, was mir in Gesprächen auffällt, nicht in Foren. Also ganz sicher persönlich und subjektiv.

    73, Tom