Elektromechanische Unterteilung von Linearantennen

  • Elektromechanische Unterteilung von Linearantennen

    Hallo zusammen,

    zur Unterteilung von Linearantennen wurden kürzlich im Thread "Wer hat Erfahrungen mit Antennenswitch von IK6BAK?" Lösungen mit käuflichen Bluetooth-Modulen diskutiert. Sie erlauben, die Antenne ferngesteuert per App an gewünschten Stellen elektrisch aufzutrennen und ermöglichen damit z. B. einen optimierten Mehrbandbetrieb. Der Ansatz ist vor allem für temporäre und QRP-Anwendungen elegant und "state of the art"; er soll hier in keiner Weise kritisiert werden. Trotzdem bleiben Fragen offen: die dauerhafte Versorgung der Empfangs- und Schaltelektronik "in der Luft" mit CR-Knopfzellen, zur Stromersparnis vermutlich der Einsatz bistabiler Relais mit geringer Stromtragfähigkeit und begrenzter Spannungsfestigkeit der Kontakte, ausreichende Schutzart für einen Langzeit-Außeneinsatz. Ich hatte dazu einen eigenen Thread angekündigt.

    Es soll hier also ein alternatives robustes Konzept zur ein- oder zweifachen Unterteilung von Linearantennen vorgestellt werden, das klassisch auf einer Überlagerung von DC-Spannungen auf Strahlern und Speiseleitungen basiert. Es erlaubt eine Fernspeisung der Umschaltrelais "in der Luft" aus Akkus oder Netzgeräten und kann mit geeigneten Relais auch für höhere HF-Leistungen eingesetzt werden. In diesem ersten Artikel werden die Grundsätze sowie Lösungen für Monopol- und endgespeiste Halbwellen-Antennen dargestellt; ein zweiter Artikel wird sich mit Dipol- und Faltdipol-Antennen beschäftigen. Bei einfacher Unterteilung der Antenne ist alternativ auch das Einschalten induktiver Verlängerungen, kapazitiver Verkürzungen, Stubs oder kompletter Sperrkreise in den Antennenleiter parallel zu einem geöffneten Relaiskontakt möglich. So lässt sich z. B. bei einer endgespeisten horizontalen Ganzwellenantenne mit einem geschalteten Sperrkreis in der Mitte (Phasenwechsel) das Richtdiagramm von "Acht" auf "Kleeblatt" umschalten

    Die vorgestellten Konzepte und Schaltungsvorschläge sind in keiner Weise exotisch oder innovativ; vermutlich finden sie in dieser oder ähnlicher Form auch schon irgendwo Verwendung. Trotz ihrer Einfachheit ist eine systematische Zusammenstellung in Art eines "Baukastens" vielleicht für den einen oder anderen potenziellen Anwender nützlich.

    1. Die elektromechanische Unterteilung von Monopol- und EFHW-Antennen

    Das Grundprinzip besteht darin, den Antennenleiter von der HF-Einspeisestelle bis zu dem/den Relais zweidrähtig (bifilar) auszuführen, um so die DC-Schaltspannung zu übertragen. Die Zweidrähtigkeit kann realisiert werden durch

    • einen zweiten Einzelleiter, der eng parallel zum eigentlichen Antennenleiter geführt wird
      (für neue Aufbauten oder als Nachrüst-Lösung),
    • ein Koaxkabel, dessen Schirm als eigentlicher Antennenleiter dient
      (Sat-Kabel mit F-Armaturen erlaubt bei Bedarf spritzwasserdichte Schraubverbindungen),
    • eine Zwillingsleitung (Lautsprecherlitze, "Feldkabel", "NYFAZ").

    Am Anfang und Ende der jeweiligen Leitungsstrecke werden die beiden Leiter kapazitiv überbrückt, so dass sie sich für HF auf gleichem Potenzial befinden. Damit spielen dielektrische Verluste zwischen den beiden Leitern keine Rolle. Da sie gegeneinander nur die Kleinspannung für die Relais führen, ist für die Isolation auch keine hohe Spannungsfestigkeit erforderlich.

    Bild 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Monopols mit einfacher, Bild 2 den eines Monopols mit zweifacher Unterteilung. Sinngemäß gelten sie auch für endgespeiste Halbwellen-Antennen ("EFHW").

    Es bedeuten

    1. unterer Strahlerteil (bifilar) eines 1-fach unterteilten Strahlers
    2. oberer Strahlerteil (monofilar) eines 1-fach unterteilten Strahlers
    3. Einspeisemodul
    4. Trennmodul bei 1-fach Unterteilung
    5. unterer Strahlerteil (bifilar) eines 2-fach unterteilten Strahlers
    6. mittlerer Strahlerteil (bifilar) eines 2-fach unterteilten Strahlers
    7. oberer Strahlerteil (monofilar) eines 2-fach unterteilten Strahlers
    8. unteres Trennmodul bei 2-fach Unterteilung
    9. oberes Trennmodul bei 2-fach Unterteilung
    10. DC-Spannungsquelle mit Schalter bei 1-fach Unterteilung (Akku oder Netzgerät, erdfrei)
    11. DC-Spannungsquelle mit Umschalter bei 2-fach Unterteilung (Akku oder Netzgerät, erdfrei)
    12. Erdungsschalter

    AS Anpass-Schaltung: Antennentuner, Unun, Balun …
    TRX Transceiver, Station

    Die Einspeisemodule (3) befinden sich vor Ort am Fußpunkt der Antenne. Die DC-Spannungsquellen mit Schalter (10,11) können ebenfalls dort angeordnet werden (z. B. bei Portable-Betrieb) oder sie befinden sich im Shack für eine Fernspeisung, vorzugsweise über eine getrennte Zweidrahtleitung. Mit den üblichen Speiseweichen kann man dafür auch das Koax-Kabel vom Transceiver zur Antennenanlage mitbenutzen; hierbei müssen aber mögliche DC-Querwege zwischen Innen- und Außenleiter (z. B. Tuner, Spartrafos oder Teilwicklungen von Ununs/Baluns, evtl. auch der Antennenausgang des Transceivers) kapazitiv unterbrochen werden. Als DC-Spannungsquellen für die Relais können Akkus (z. B. Blei-Vlies, Reihenschaltung von NiMH-AA-Zellen; ggf. gepuffert) oder einfache Steckernetzteile mit guter Siebung verwendet werden. Schaltnetzteile sind wegen möglicher EMV-Probleme nicht geeignet, ebenso AC-Netzteile mit Halbwellengleichrichtung umschaltbarer Polarität. Der DC-Kreis sollte gegen Kurzschlüsse abgesichert werden.

    Die einzelnen Module werden in passenden Iso-Kästen ausreichender Schutzart untergebracht. Da sich in den Trennmodulen nur wenige kleine Bauteile befinden, ist die zusätzliche mechanische Belastung frei ausgespannter Antennenleiter gering. Hierbei hängen die Iso-Kästen an Leitungsschwänzen unter Isolatoren, die die Unterteilungsstellen definieren und den mechanischen Zug der Antenne aufnehmen. Bei Verwendung von GFK-Masten als Antennenträger lassen sich die Trennmodule mit Kabelbindern oder Schellen direkt am Mast befestigen.

    Die Gleichtaktdrosseln in den Einspeisemodulen (3) werden bifilar auf Ferrit-Ringkerne gewickelt (W1JR-Prinzip: nach der halben Windungszahl Wechsel der parallelen Leitungen über den inneren Durchmesser auf die zweite Kernhälfte; dort in gleichem Sinn weiterwickeln). Ihre Gleichtakt-Induktivität sollte je nach den gewünschten HF-Bändern und dem Eingangswiderstand der Antenne etwa zwischen 30 und 300 uH betragen; mögliche Eigenresonanzen sollten oberhalb der Übertragungsbereiche liegen. Bei rein spannungsgekoppelten Antennen (z. B. EFHW, Fuchs) muss gegebenenfalls die Spannungsfestigkeit zwischen Wicklung und Kern beachtet werden (Bandage des Kerns mit Teflon-Dichtungsband) sowie die maximal zulässige Induktion im Ferrit; eventuell ist ein größerer Kern zu wählen.

    Im Fall von hoch übersetzten EFHW-Übertragern ist bei zugänglichem Wicklungsaufbau eine vorteilhafte Alternative für die DC-Einspeisung möglich. Hierzu wird auf den Übertragerkern eine weitere Wicklung mit der Gesamtwindungszahl der Antennenwicklung gleichsinnig aufgebracht. Die DC-Einspeisung erfolgt dann zwischen dem Erdpunkt des HF-Eingangs und dem erdseitigen Ende der Zusatzwicklung. Am anderen Ende der beiden Wicklungen beginnt dann der bifilare Strahlerteil; eine besondere Gleichtaktdrossel entfällt.

    Zur Ableitung statische Aufladungen sind die abgeschalteten Antennenteile über hochohmige Widerstände dauernd mit Erde verbunden; die entsprechenden Widerstände (z. B. 3 x 1 MOhm/1 W in Reihe) sind in den Modul-Schaltbildern mit * gekennzeichnet. Zum Statik-Ausgleich zwischen den DC-Leitungen genügen wegen der kleinen Spannungen einzelne Widerstände geringerer Belastbarkeit (z. B. 220 kOhm/0,5 W). Sie sind in den Modul-Schaltbildern mit ** gekennzeichnet. Bei Schaltvorgängen verhindern diese Anti-Statik-Maßnahmen auch die mögliche Ausbreitung von Stoßwellen auf dem Antennenkabel in Richtung zur Station.

    Um bei Nichtbenutzung den eigentlichen Antennenleiter niederohmig erden zu können, werden in den Trennmodulen (4) und (9) Relais mit Ruhekontakten bzw. die Ruhekontakte von Wechslern verwendet. Das Relais im Trennmodul (8) benötigt zwei getrennet Ruhe- bzw. Wechsler-Kontakte. Die eigentliche Erdung erfolgt über einen ausreichend spannungsfesten und kapazitätsarmen Schalter (12, z. B. Ruhekontakt eines weiteren Relais; dann ggf. 3-adrige DC-Leitung verwenden) zwischen den Ports a und d der Einspeisemodule (3).

    Die Freilauf- und Sperrdioden sind durchweg Standard-Typen wie 1N4007. Die eingesetzten Kondensatoren liegen je nach den gewünschten HF-Bändern zwischen 2,2 und 22 nF/400 V; für höhere Stromtragfähigkeit können dabei auch mehrere kleine Teilkapazitäten parallel geschaltet werden.

    Die eingesetzten Relais sollten ohne Last geschaltet werden. Dabei erhöht eine Parallelschaltung mehrerer Kontakte die Kontaktzuverlässigkeit und Stromtragfähigkeit unter Last. Eine Reihenschaltung mehrerer Kontakte erhöht dagegen die Spannungsfestigkeit der offenen Kontakte.

    Es folgen die Schaltbilder der eingesetzten Module (3), (4), (8), (9), (10) und (11):


    Fortsetzung folgt.

    Gl es vy 73,
    Tom, DK1IS

  • Hallo Peter,

    das ist ja großartiges Material - danke fürs Teilen! Eigentlich erspart mir das die geplante Fortsetzung meines Artikels für Dipole und Faltdipole; das Wichtigste dazu ist schon gesagt. Einen "Split-Balun" zur Aufteilung der DC-Speisung auf die beiden Dipol-Hälften hatte ich dafür auch schon angedacht - kann man also wohl wirklich so machen ;) . Die analoge Kodierung/Dekodierung der Schaltstellungen über die DC-Spannung ist tricky und ein schönes Beispiel für die ingenieurmäßige Lösung der Aufgabe nach dem damaligen Stand der Technik. Mikroprozessor-Affine (bin ich leider nicht) könnten das sicher digital aktualisieren; die Scheu vor einer Kombination HF/Schalttechnik/Elektronik/DC-Versorgung hat MacTenna jedenfalls genommen.

    Im Licht dieser neuen Informationen scheint mir ein alternativer Ansatz reizvoll: Bluetooth-Module ähnlich denen von IK6BAK, drahtlos codiert ansprechbar (auch paarweise) über eine App, dann aber mit robuster leitungsgebundener DC-Versorgung mit konstanter Spannung , "ernsthaften" Relais (man beachte den Aufwand dafür bei MacTenna!) und robuster Schutzart. Jetzt brauchen wir nur noch jemanden, der das wirtschaftlich realisiert. Vielleicht spreche ich dazu IK6BAK an - den größeren Teil der Vorleistungen hat er ja schon erbracht.

    Danke nochmal und vy 73,
    Tom, DK1IS

  • Mal eine ganz andere Idee. Man nehme ein dünnes Koaxialkabel, bspw. 5mm als Antennen"draht". Damit wären zwei Leiter vorhanden, um bspw. mit einer einfachen Diodenmatrix zwei Relais innerhalb des Antennensystems zu schalten. Der Koaxinnenleiter ist für die Gleichspannung zuständig. Der Außenleiter führt die HF und und die Rückleitung für DC. Speisung mit passenden Elementen und Weichen.

    Vorteil: An den Trennstellen sind nur leichte Relais und wenig kleine passive Elemente nötig. Ob das überhaupt machbar ist - keine Ahnung. War eine spontane Idee. Vielleicht ausbaufähig. Wenn nicht -> Rundablage. ;)

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

    Edited once, last by DF2OK (December 10, 2025 at 5:56 PM).

  • Man muss damit rechnen, dass Schnee und Eis den Draht sehr schwer machen und Kupferdrähte unter der Last länger werden oder reissen. An welches Koaxialkabel denkst Du?

    73, Peter - HB9PJT

  • Moin Michael,

    Mal eine ganz andere Idee. Man nehme ein dünnes Koaxialkabel, bspw. 5mm als Antennen"draht". Damit wären zwei Leiter vorhanden, um bspw. mit einer einfachen Diodenmatrix zwei Relais innerhalb des Antennensystems zu schalten. Der Koaxinnenleiter ist für die Gleichspannung zuständig. Der Außenleiter führt die HF und und die Rückleitung für DC. Speisung mit passenden Elementen und Weichen.

    Vorteil: An den Trennstellen sind nur leichte Relais und wenig kleine passive Elemente nötig. Ob das überhaupt machbar ist - keine Ahnung. War eine spontane Idee. Vielleicht ausbaufähig. Wenn nicht -> Rundablage.

    ich glaube, genau das habe ich hier in #1 beschrieben ;) ?!

    Durch den Input von Peter, #2, und neuerliches Nachdenken über Bluetooth finde ich eine weitere Lösung reizvoll (#3): eine DC-Dauerversorgung der Schaltelektronik einschließlich Relais über den bifilaren (auch gerne Koax-) Antennenleiter und dann ein Schalten via Bluetooth per App. Dabei ist man nicht auf zwei Relais beschränkt, muss aber zur Sicherstellung der zweipoligen Versorgung von "außen" nach "innen" schalten - das macht aber nichts. In dem Zusammenhang besteht immer noch meine Frage aus dem Thread zur IK6BHK-Lösung, ob handelsübliche Bluetooth-Schaltmodule für 12 V DC mit Relaisausgang ihre Adresse bei Abschalten der Stromversorgung behalten oder nicht - weißt Du dazu etwas?

    73,
    Tom, DK1IS

  • Interessante Diskussion (und auch relevant für meine Antennenpläne an meiner Remote-Station)!

    Ich werfe vom Seitenrand mal ein paar Ideen/Informationen hier rein:

    • Bei PneumaBeam aus Norwegen wird eine Vertikalantenne beschrieben, die mittels eines pneumatisch betriebenen Aktuators verkürzt werden kann: https://info.pneumabeam.no/Antenner/PneumaBeam%20VHD13,5.pdf
    • Ich kann mir gut vorstellen (weiß nicht, ob es schon jemand gemacht hat), einen Schalter zum Verkürzen/Verlängern einer Antenne auch "fernmechanisch" zu betätigen, z.B. mit einem Mechanismus ähnlich einem Bremszug. Ist noch eine unausgereifte Idee, aber das werde ich im Kopf noch etwas weiterentwickeln :)

    73
    Fabian

  • Hi zusammen,

    Man muss damit rechnen, dass Schnee und Eis den Draht sehr schwer machen und Kupferdrähte unter der Last länger werden oder reissen. An welches Koaxialkabel denkst Du?

    73, Peter - HB9PJT

    jetzt wird´s skurril: mit einem weiteren Bluetooth-Schaltmodul am stationsfernen Ende kann man unter Nutzung aller in Reihe geschalteten Ruhekontakte die bifilare Leitung kurzschließen und mit erhöhtem DC-Strom auftauen. Wenn das ein Thema ist, kann dazu auch noch das äußerste Strahlerstück bifilar ausgeführt und mit einem Bluetooth-"Endmodul" in den Abtauvorgang einbezogen werden. Das wird besser funktionieren als das Abtauen meiner Hinterhof-Marconi mit MF-Strom; braucht einschließlich Topload im worstcase etwa 20 Minuten Dauerträger auf 473 kHz mit gelegentlichem Nachstimmen ;):saint:

    73,
    Tom, DK1IS

    Nachtrag: die Stromversorgung des "Kurzschließers" ist noch nicht zu Ende gedacht - lässt sich aber sicher lösen ;)
    Nachtrag 2: bei 1-fach-Unterteilung geht das leicht. Das Trennmodul, egal, ob konventionell (4) in #1 oder Bluetooth, erhält hinter dem Eingangskondensator eine Verpolschutzdiode, die bei "normaler" positiver Polarität durchlässt. Am Ende der aufzutauenden bifilaren Leitung wird ein Thyristor (wer kennt ihn noch?) gesetzt, der bei positiver Polarität in Sperrrichtung beansprucht wird. Sein Gate ist über z. B. 470 Ohm mit seiner Anode verbunden. Zum Abtauen wird die Polarität gewechselt; der Ruhekontakt des Relais bleibt geschlossen und der Thyristor zündet. Er führt den Abtaustrom, bis die Polarität wiederum gewechselt wird (physikalisch: bis der Haltestrom unterschritten wird). Bei 2- oder Mehrfach-Unterteilung funktioniert das Verfahren auch, aber nur mit der Bluetooth-Variante,

    Nachtrag 3: solide Schottky-Diode ist hinsichtlich Durchlassspannung und Durchlassverlust besser als Thyristor. Sperrspannung reicht aus. Rest bleibt so.

    Edited 8 times, last by DK1IS (December 11, 2025 at 11:38 PM).

  • An welches Koaxialkabel denkst Du?

    Peter, Tempeaturgang ist ein Problem. Habe bei Kusch nach 5mm Kabel gesucht. Aircell 5, aber gerne auch was anderes.

    ich glaube, genau das habe ich hier in #1 beschrieben ;) ?!

    Generell ja, mir schwebte eine schon praktikable Lösung vor, mehr im Bereich QRP.

    Mechanisch veränderbare Antennen gibt es schon lange von steppIr https://consumer.steppir.com/

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

  • Servus Fabian,

    Interessante Diskussion (und auch relevant für meine Antennenpläne an meiner Remote-Station)!

    Ich werfe vom Seitenrand mal ein paar Ideen/Informationen hier rein:

    hübsche Idee; mal was anderes! Jedenfalls wird es keine EMV-Probleme geben. Schade, dass es keine weitere Info zu den pneumatischen Schaltern gibt; Partikelfilter und Dehumidifier sind dafür aber sicher unverzichtbar.

    • Ich kann mir gut vorstellen (weiß nicht, ob es schon jemand gemacht hat), einen Schalter zum Verkürzen/Verlängern einer Antenne auch "fernmechanisch" zu betätigen, z.B. mit einem Mechanismus ähnlich einem Bremszug. Ist noch eine unausgereifte Idee, aber das werde ich im Kopf noch etwas weiterentwickeln :)

    Ich hatte in dem Zusammenhang mal an Reed-Kontakte (es gibt auch robuste Varianten) und eine Betätigung durch Ferritmagnete über einen Schnurzug gedacht. Bei Vertikal-Antenne mit GFK-Mast: Reed-Kontakt außen im Strahler (ggf. auch mehrere in Reihe, auf dem Mastumfang in gleicher Höhe verteilt), Magnet und Schnurzug im Inneren des Rohres; entweder gegen Gummizug oder mit Umlenkrolle oben. Betätigung über "Motorwinde" von unten. Aber: Wegen der Zugkräfte Mastsegmente gut gegen Zusammenrutschen absichern, z. B. mit https://www.dictum.com/multi-clip/705870

    Na denn: viel Spaß!

    Gl es 73,
    Tom, DK1IS

    Edited once, last by DK1IS: Ergänzung: mehrere Reed-Kontakte in Reihe (December 11, 2025 at 1:22 PM).

  • Siehe auch Beitrag #9. Bei den mechanischen Lösungen für stationären Betrieb Kälte und Eis beachten. Die Idee von steppIr ist nicht schlecht, aber wegen der Probleme nicht ganz unumstritten. Gummi und Langlebigkeit ist eher nicht empfehlenswert. Sonne und Gummi - keine gute Kombi. Kälte ebenfalls nicht. Siehe meinen letzten Absatz im anderen Thread. Auch im Hinblick auf Remote Stationen, wo man ebenfalls nicht mal eben hin kann.

    Wie regeln denn die großen Sender das mit ihren Antennen? Vorhangantennen und mehr. Kann man sich da nicht was abschauen?

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

    Edited 2 times, last by DF2OK (December 10, 2025 at 8:29 PM).

  • Fragt mal Tom, DL7BJ!

    In den letzten Wochen hat er sich hier im Forum etwas rar gemacht.
    Der ist auch aktiver Modelleisenbahner, mit der dort üblichen Digitaltechnik vertraut.
    Grob funktioniert das so:
    Das Gleis steht dauernd unter Spannung, die Versorgungsspannung.
    Zusätzlich werden darüber Digitalbefehle zum Steuern der Lok geschickt.
    Jede Lok hat eine eigene Adresse, es können somit unabhängig mehrere fahren.
    Auch kann man so Licht in Waggons auf Befehl ein- und ausschalten.

    Leicht abgewandelt ist das Prinzip auch hier zu gebrauchen.
    Ein Koaxkabel oder eine Zweidrahtleitung ist dann das "Gleis".
    Jedes Relais bekommt seine eigene Adresse zugeteilt, also einzeln ansprechbar.
    Prinzipiell ist sogar ein Antennentuner am Fußpunkt so ansteuerbar.

    73, Andreas

  • Ich war vor mehr als 30 Jahren bei einem OM im Urlaub, der eine FeWo unterm Dach hatte. Hooksiel, Berufskollege mit Geschäft. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, Rolf. Call fällt mir auf die Schnelle nicht ein.

    Eine Antenne bestand aus einer horizontal liegenden Loop, die an vier Ecken so befestigt war, dass die Halteseile an beweglichen Rollen die Drahtschleife durch Gewichte immer gespannt hielt. Der Clou: Die Länge der Schleife wurde durch Auf- und Abrollen des Antennendrahtes auf einer Edelstahlrolle in Resonanz gebracht wurde. Genial! Keine Traps, Relais etc. Auf Nachfrage keine Probleme mit Witterungsbedingungen.

    Dieses Jahr habe ich an der Station meines Vaters ein paar SSB QSO gefahren und mir die Stationen bei qrz.com angesehen und wieder so eine Konfiguration entdeckt.

    Also diese Lösung gibt es auch. Motorische Längenveränderung eines Antennendrahtes. Mit einem rollbarem Stahlbandmaß war ich auch schon qrv. Strahlerlänge direkt ablesbar. ;) Auch als Radialset gut verwertbar. Schnell auf- und abgerollt, kompakt. Be flexible. ;)

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

  • Moin Michael,

    schon etwas OT, aber wie hast Du das Bandmaß kontaktiert? Edelstahlrolle und blanker Antennendraht sind OK, aber das lackierte, innen aufgewickelte Maßband?

    73,
    Tom, DK1IS

  • aber das lackierte, innen aufgewickelte Maßband?

    Ja, etwas OT, fiel mir nur so ein. An passender Stelle Lack abgekratzt, Bohrung und in passender Reihenfolge Popniete, Zahnscheibe und Lötöse zusammengepreßt. Knallhart fest.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

  • Habe bei Kusch nach 5mm Kabel gesucht. Aircell 5, aber gerne auch was anderes.

    Das ist keine gute Wahl. Hat einen Kupferkern. Das Kabel ist schwer und gross. Im Winter wird es Probleme geben wegen dem Gewicht von Schnee und Eis. Das Kabel wird gedehnt, dass das SWR nicht mehr ok ist und bricht vielleicht. Spezielle Antennendrähte haben eine Bruchlast bis zu 100 kg bei DX-Wire als Beispiel. Wer nicht immer an seiner Antenne basteln will, nimmt geeignetes Material.

    73, Peter - HB9PJT

    https://www.dx-wire.de/files/pdf/antennendrahte_deu5.pdf

  • DX-Wire als Beispiel

    Ja, schon klar Peter, gute Wahl. Aber das sind keine Koaxkabel, die ich für meine Idee benötige. Innenleiter DC-Zuf0hrung und Außenleiter DC-Rückführung sowie HF. Ist wohl eher etwas für /p.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. - (DF2OK) - No computer required, just skill.

  • Koaxialkabel ist angenehm für Vertikalstrahler!

    Meist wird man was wie Steckmast aus GFK nehmen, daran dann den Strahler befestigen.
    Da interessieren Zugfestigkeit und Gewicht des Koaxialkabels recht wenig.
    Dehnen kann sich auch nichts, das Kabel wird ja nicht auf Zug beansprucht.

    Anregung nebenbei und hier passend, Tripel Leg aus Koaxialkabel.
    So ein Gebilde baute ich mal vor vielen Jahren für eher Portabelbetrieb.
    Oben an der Spitze eine Öse angelötet, durch die ich dünnes Seil zog.
    Großen Baum genommen, Seil über höchsten Ast geworfen und Antenne hochgezogen.
    Die Radiale dann etwas abgespannt mit Seil und Heringen am Boden.
    War eigentlich nur als Provisorium gedacht...
    Die Antenne ließ ich über viele Wochen im Baum, bis irgendwann der Vermieter meckerte.
    Wegen des Koaxialkabels, Durchmesser, ist die Antenne breitbandiger als mit dünnem Draht.

    73, Andeas

  • Moin Michael,

    schon etwas OT, aber wie hast Du das Bandmaß kontaktiert? Edelstahlrolle und blanker Antennendraht sind OK, aber das lackierte, innen aufgewickelte Maßband?

    Schau Dir mal an, wie SteppIr das löst.

    SteppIR BigIR Vertical Antenna Part 1 - Assembly & Installation
    When we installed our new tower-based antenna system last year, I was forced to take down our SteppIR BigIR Vertical Antenna to make room for the tower. We…
    stationproject.blog

    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW

    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Quote

    Also diese Lösung gibt es auch. Motorische Längenveränderung eines Antennendrahtes.

    Hallo zusammen,

    dazu gibt es auch eine kommerzielle Lösung - tune-a-tenna, siehe https://www.tune-a-tenna.com.

    Die interessante Frage für Remote-Betrieb ist, ob solche mechanischen Lösungen sich auch praktisch bei Wind und Wetter verstellen lassen oder wenn massiv Schnee draufliegt. Es ist zumindest ein interessantes Konzept, einen Dipol immer in Resonanz zu betreiben.


    vy 73,

    Ralph, DL1HR

    vy 72/3, Ralph, DL1HR

    DOK: O39, HSC # 2011, AGCW #4337