Die Zoom-Yagi – durfte sie eigentlich funktionieren? Und: Simulatoren gesucht!

  • Mal zum Ursprungsthema:

    klar wird das mit dem Auftrennen von Elementen funktionieren. Dieses Auftrennen verändert die Stromverteilung auf die Elemente und verstimmt die Antenne und ändert die Impedanz. Das ist im Empfangsfall ziemlich wurst. Du bekommst aber das gewünschte "Klops-Diagramm."

    2m-Band, eine übliche Antenne z.B. 6element, Boom 2m lang. Mit zwei per Zugschnur betätigten Kontakten die ersten 2 elemente auftrennen. Mit einer Feder im "Zugabgriff" kann man sogar zweistufig auftrennen.

    Sinnvollerweise greift man auf ein fertiges Breitbanddesign zurück, davon gibts reichlich. Simulieren kann ich gerade nicht, falscher Rechner....

    73! Jochen

  • Wir sind beim Ursprungsthema, Zoomyagi. Könnte ja noch weitere Wege geben als Schalter in oder an Elementen. ;) Ferner sollte bedacht werden, dass sowas auch mit maximal erlaubter Senderleistung funktionieren sollte. Wird beim FieldDay und Contest gerne benutzt. Da sind klappbare Elemente, egal wie gebaut, elektrisch robust.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 2 times, last by DF2OK (November 15, 2025 at 12:08 PM).

  • Ein alternativer Ansatz wäre, die halben Direktoren in der Mitte mit einem leitfähigen Gelenk zu verbinden, so dass sie bei "Nichtgebrauch" senkrecht am Boom herunter geklappt werden können. Hier müsste man sich noch Gedanken zur Klappmechanik machen …

    Noch eine Idee. Wie wäre es, nicht die Direktoren zu klappen, sondern Teile des Boom? Voll in Betrieb > 6 Elemente Yagi oder mehr. Braucht man weniger Richtwirkung, klappt man den Boom mit einer bestimmten Anzahl nach unten. Oder innerhalb von zwei Abschnitten. Dazu wird oberhalb der Antenne die Mechanik zu Steuerung montiert. So wie bei Marionetten. Bei der Variante sind Diagrammveränderung gegeben, maximale Leistung möglich.

    Es gab früher auch mechanische Lösungen, eine einzige Yagi komplett vertikal und wieder horizontal zu klappen. Eine preiswerte Lösung. Mit Seilzug von oben. Ein Gewicht wurde so angebracht, dass die Yagi immer horizontal zurückfiel, wenn das Seil gelockert wurde. War wohl sogar frostsicher. In einer alten CQDL gab es einen Bericht dazu, kleine Hefte.

    73, Michael, DF2OK.
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  • Zu den "kein Einfluß"-Theorien bin ich etwas skeptisch. Ich habe eine Jaybeam 10xy in X-Montage mit zweifacher Ableitung (je Ebene) zum Polarisationschalter (Jaybeam,V-H-ZRre-ZRli-45°-135°). Ich habe bei der Montage u.a. 2 Probleme (Fehler) gehabt, die das SWR meßbar verschlechterten.

    * Im Bereich Reflektor-Strahler bis etwa 2. Direktor reagiert die Antenne ziemlich empfindlich auf leitende Teile, die nicht dort hin gehören (Kabelschlaufen etc.).

    * ich hatte mittig die Ebenen um 180° verdreht, d.h. eine Hälfte der Elemente waren auf der falschen (anderen) Boom-Seite. Das hat mir die 10XY etwas übel genommen.

    So wie ich bisher bei "Vögel-Partys" auf der Antenne merken konnte, ist die vordere Hälfte (Direktoren) unkritischer. Direkte Messungen dazu sind unterhalb der Genauigkeiten. Lediglich Reflektor-Strahler-1.Direktor - in dem Bereich würde ich keine Experimente machen. "Gehen" wird die Antenne immer. Schielen ?? Ich habe an einer Bake mal mein Richtdiagramm aufgenommen: die Hauptkeule ist ok, aber die Seitenzipfel ......... Außerdem ist die 3dB Breite bei 10 Elementen um 30°, da passen Möbelwagen durch :) . Ursprünglich wollte ich für Sat-QSOs auch vertikal "rotieren". Habe ich bleiben lassen. Diese Halbwertsbreite deckt Auf- und Untergang gut ab und ab 30° Höhe sind die Signale so stark, daß die Richtung wurscht ist (außer in den Zipfel-Löchern).

    Zumindest bei der Polarisation würde die Knickerei Einfluß haben (Vermutung). Das ergibt dann je nach QSO-Partner ohne ebenfalls passende "Knicks" Verluste - Höhe.... unbekannt, möglicherweise auch nur in "akademischer Höhe".

    Sorry, als Spielverderber - aber funktionieren tut ein Regenschirm auf 2m auch, aber ....... die Frage bei der Knickerei ist, ob daß überhaupt in irgendeiner Weise viel Nutzen bringt. Simulation (NEC) würde mich reizen, aber ich habe fast alles noch auf DOS-NEC und bin erst minimal umgestiegen. Die alten NEC-Tools laufen unter Win10 noch nicht, muß noch portieren.

    73 Peter (per S-Stufen Graphik meine 10xy als Beispiel, sieht in der Praxis etwas anders aus als schlanke Marketing-Graphiken).

    Edited once, last by DB6ZH (November 15, 2025 at 1:06 PM).

  • per S-Stufen Graphik meine 10xy als Beispiel, sieht in der Praxis etwas anders aus als schlanke Marketing-Graphiken

    So ist es. Hatte ich auch mal gemacht. Mit einem Relais auf 2m als Signal.

    Ich finde solche Ideen wie oben trotzdem gut. Einfach so...

    Wir haben für 2m Konteste 4 x 10 Elemente Yagis benutzt. Zwei übereinander und das ganze einmal nebeneinander. Hier im Norden im Ostrand der Heide war die Hauptrichtung überwiegend Süd. Nur wenig zu drehen. Und was aus HH oder OZ hintenrum reinkam, kein Problem. Wir haben immer mit dem Antennenrotor vom Typ Armstrong gearbeitet. Da ging drehen am Mast nahe Zelteingang aber sowas von ruckzuck. ;) 360 Grad in 5 Sekunden.

    73, Michael, DF2OK.
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  • Zum Thema, weil ich bei Bodenreflektion und Polarisation Einflüsse vermute, etwas refreshed
    https://www.radioengineering.it/Pprle/Session_2b.htm ein etwas ausführlicher Artikel. Bei Fielddays und portabel ist oft die Antenne nicht so hoch und dann ist das "Diagramm" dadurch bereits beeinflußt. Wenn durch geknickte Elemente evtl. Polarisationänderungen dazu kommen, wird es kompliziert, auch für NEC-Modelle.

    Wir hatten im OV bei einer Mobil-Fuchsjagd das Problem, daß die "Jäger" wegen extremem QSB nicht sinnvoll peilen konnten. Ich war vom QTH beteiligt (kein 2m Handpeiler) und konnte feststellen, daß das QSB nur bei H oder V auftrat (welches weiß ich heute nicht mehr, vermutlich H), bei einer der anderen Polarisationen ein stabiles Signal hatte. Daraufhin den Fuchs gebeten, den Standort geringfügig zu verändern und auf freies Rundum zu achten. Hat dann auch geklappt, QSB war weg und es wurde weiter gepeilt und gefunden. Solche Nah-Reflektionen ändern offensichtlich die Polarisation. Eine Kreuzyagi hat die "Querelemente" von zu Hause aus im Antennenfeld. Insofern ist die "Knickerei" eine nette Variante, wo man halt einfach per Praxis probieren kann, was es bringt. Kann natürlich an jedem Standort anders ausfallen, weil wir i.d.R. auf dem Boden bleiben und nicht in Freiraum (außerhalb der ISS) :) . Damit wird ein Modell ......... interessant ................

    73 Peter

  • Hallo zusammen,

    besten Dank an alle Diskutanten für die vielen interessanten Beiträge. Zu den konstruktiven Möglichkeiten ist nun wohl das Meiste gesagt; wir könnten diesen Thread also schließen - wenn sich nicht doch noch jemand erbarmt und die realistisch verbleibenden beiden Grundkonzepte per Simulation oder systematische Versuche weiter analysiert. Für mich wären das:

    • die ursprüngliche Idee mit den in der Mitte geschalteten Direktoren (#1)
    • der Ansatz von Johannes mit der mittigen Verdrehung "normaler" Direktoren in Boom-Richtung (#6, #11)

    Dabei wäre nach wie vor interessant: Strahlungsdiagramm und Fußpunktwiderstand in Abhängigkeit von der Zahl der gesteuerten Direktoren und ggf. ihrer Lage zum Strahler, bei Johannes´ Vorschlag auch der Einfluss einer Schrägstellung der Direktoren auf ein mögliches "Schielen" der Antenne. Falls jemand eine ungenutzte 2-m-Yagi herumliegen hat (z. B. 6er, 10er; ich habe leider keine), wären folgende orientierende Versuche möglich:

    • zu #1: Abschrauben von Direktoren, beginnend mit den am weitesten von Strahler entfernten
      (sollte elektrisch etwa einem durch Schalter mittig unterbrochenem Direktor entsprechen)
    • zu #6, #11: nach Lockern ihrer Verschraubung Verdrehen von Direktoren in Richtung Boom

    Mangels VHF-Station und Simulationserfahrung kann ich momentan nichts weiter beitragen, aber vielleicht hat das Thema ja bei jemand Berufenerem Appetit ausgelöst ;)

    Also nochmals vielen Dank soweit, gl es
    vy 73,
    Tom, DK1IS

  • Hallo Tom, ich simulier dir das, bloß nicht gleich. Bin unterwegs mit einem Rechner ohne Simulationssoftware und Zeit ist momentan auch endlich...

    ahoi, Jochen