Wie funktioniert ein Kabelbalun?
Ein Kabelbalun 1:4 dürfte gehobenes Prüfungswissen Amateurfunkprüfung sein.
Anbei ein Bild vom Prinzipaufbau, stammt aus Rothammel S. 130, 11. Auflage.
Das "Geheimnis" ist die Umwegleitung mit einer elektrischen Länge von 1/2 Lambda.
Die bewirkt eine Phasenverschiebung von 180°, also selbe Spannung mit umgekehrtem Vorzeichen.
Damit erhalten wir erdsymmetrisch zu GND Koaxkabel die doppelte Spannung.
Da die Leistung konstant bleibt, muss sich daher der Strom halbieren, P = U x I.
Man erhält somit eine Widerstandstransformation 1:4 bei doppelter Spannung und halbem Strom.
Mit konstanter Leistung ergibt sich dann Pin = Pout = (0,5 x I)² x 4R = (2 x U)²/4R.
Dieser Balun 1:4 ist bestens geeignet, eine üblichen Schleifendipol zu speisen.
Eigentlich haben Schleifendipole 240 Ω, auf Kurzwelle erdnah sind es eher 200 Ω.
Ähnlich ist es, wenn man dem Schleifendipol nicht zu nah einen Reflektor gönnt.
Das Prinzip des Kabelbaluns ist natürlich nicht nur auf 50 Ω beschränkt.
Es wird immer schwieriger, Symmetrierglieder 240/300 Ω für alte Radios zu kaufen.
Das funktioniert natürlich auch mit 75 Ω bei Rundfunk, um auf symmetrische 300 Ω zu kommen.
So ein Beispiel sieht man unten im angehängten Bild.
Der Balun ist direkt an einer Yagi, dem Faltdipol, für Rundfunk UKW FM.
Vor- und Nachteile des Kabelbaluns
Nachteile gibt es kaum, sie können jedoch auf den langen Bändern unhandlich groß werden.
Eine kleine Einschränkung gibt es, funktionieren nur auf einem Band oder dreifacher Frequenz.
Der größte Vorteil, so ein Balun ist sehr nachbausicher, auch bestens für Anfänger geeignet.
Man kann fast nichts falsch machen, sofern man den Verkürzungsfaktor des Kabels beachtet.
Auch benötigt man außer Antennenkabel kein spezielles Material oder besondere Werkzeuge.
Je nach verwendetem Antennenkabel taugt ein Kabelbalun auch für ernsthaft QRO >> 100 Watt.
In der Überschrift mit Kabelbalun 1:2 schummelte ich etwas.
Der Balun transformiert von 50 Ω Koax auf 112,5 Ω symmetrisch, nicht exakt auf 100 Ω.
Dieser Balun ist prima geeignet für Quadschleifen, sind im Lehrbuch mit 117 Ω angegeben.
Halbwegs erdnah, also nicht Freiraum, haben diese 112 Ω, also perfekte Anpassung.
Transformationsleitung 1/4 Lambda 25 Ω und 37,5 Ω
Die Transformationsleitungen werden für die Varianten 50 Ω und 112 Ω zusätzlich benötigt.
Auf die gehe ich im zweiten Teil mit den Simulationen ein, entfällt bei 50 Ω auf 200 Ω.
Man kann die platzsparend aufrollen oder als Zuleitung zwischen TRX und Antenne nutzen.
Letzteres ist für die untere Kurzwelle interessant, man spart einige Meter Koaxialkabel 50 Ω.
Fortsetzung mit Simulationen folgt bald!
73 de Andreas