• Hallo.

    Ich wollte mal meine UKW-Antenne 2m/70cm mit dem Nano messen und zwar mit RG58 dazwischen.
    Meßaufbau: Nano mit SMA-Kabel dann ca. 8-9m RG58 Lüsterklemme daran SMA-Buchse für die Aufnahme der Kalibriermaßen (Widerstan, Offen, etc.)
    Leider steht nach der Kalibrierung nur "OSD" richtig wäre ja "OSL", d.h., der 50Ohm Widerstand wird nicht erkannt!
    Siehe Fotos.

    Für 2m hat es komischerweise geklappt...

    Wo liegt der Fehler? Bitte um Eure Hilfe :)


    73 de Christian

  • Moin Christian,

    vielleicht sind die kurzen Drähte auf 70cm schon ein Problem? Ich denke gerade an die Beiträge in der CQDL über derlei kurze Stoßstellen, die bereits ab 10m Probleme bereiten können.

    Die normale Kalibrierung mit den Elementen direkt am Gerät klappt aber? Dann stehen die Buchstaben C(Ziffer) D R S T X an der linken Seite.

    73, Michael, DF2OK.
    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG GM ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~ QRZ.COM ~ YouTube ~
    - Morsecode ~ The ART of communication. (DF2OK) - No computer required, just human skill. And: Real pilots don't need engines.

    Edited once, last by DF2OK (September 3, 2025 at 11:27 PM).

  • Sehr abenteuerlicher Messaufbau!

    Man sollte tunlichst nicht durch langes Antennenkabel messen.
    Die Dämpfung macht daraus unrealistische Messwerte.
    Michael sprach es schon an, die Lüsterklemme ist schon ab obere KW ein Problem.
    Etwas Pfusch, so etwa bis 1/100 Lambda, geht meist in der Praxis.

    Du wirst schon bis zur Antenne kriechen müssen, wenn es aussagekräftig werden soll!
    Nimm dann ein möglichst kurzes Stück Antennenkabel ohne Pfusch zwischen VNA und Antenne.
    Die Kalibrierstücke würde ich nicht direkt am VNA anschließen, sondern am Ende des kurzen Kabels.
    Rechne mit etwa 3,5 dB Dämpfung auf 10 m RG58 bei 435 MHz, also 7 dB hin und zurück.

    73, Andreas

  • Man sollte tunlichst nicht durch langes Antennenkabel messen.

    Kann man machen, wenn es nicht anders geht. Aber dann sorgfältig. Es muss dann anders kalibriert werden. Michael hat eine gute Serie zu und über den VNA erstellt.

    Hier würde ich auf die kurzen Drahtstücke verzichten und die SMA Buchse direkt ans RG58 anlegen.

    73, Michael, DF2OK.
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  • Hallo Christian,

    den NANO-VNA sowie der Gleichen kalibrierst du ohne dazwischen liegende Kabel oder irgend welchen Leitungen. Wenn das erfolgt ist, dann misst du dein Gebilde und siehst am VNA was dort an der Buchse ankommt und zwar durch das Kabel/die Leitung transformierte Impedanz. Wenn der VNA kalibriert ist , das Kabel dazwischen und am Ende 50 Ohm abschließen. Das dann Prüfen/ messen und du erkennst deine Übertragungsfunktion des Kabels. Das selbe noch mal mit 100 Ohm und 25 Ohm wiederholen, also halber und doppelter Wert die direkt am VNA ein SWR von 2 ergeben. Dann die Ergebnisse vergleichen , und bedenke, wer misst misst Mist !!!

    73 de

    Manfred , dl3arw

  • Guten Morgen, Danke für die interessanten Vorschlägen.

    Ich habe mich tatsächlich von dem Video von Michael orientiert.

    Wie gesagt, bei dem 2m Band hat es funktioniert. Vielleicht liegt es wirklich an den kurzen weißen Kabeln.

    Ich werde mal vom 2m Band schrittweise die Frequenz erhöhen und schauen was passiert.

    Übrigens, die Antenne ist mehr ein Provisorium für 5- 6 Watt und als Übungsobjekt für den Umgang mit dem Nano.

    Bis später :)

    73 de Christian

  • Hallo Christian,

    du kannst das SWR rechnerisch ermitteln indem du die Kabeldämpfung mit einrechnest. Die Berechnung ist nicht vektoriell sondern rein scalar. Der NanoVNA zeigt doch den Wert von S11 an in "dB". Mit dem S11 wert kannst du das SWR berechnen.

    S11 wäre zum Beispiel -20dB.

    RefFaktor = 10^(S11/20) = 10^(-20/20) = 0,1

    Die Formel dazu: SWR = 1.0 + RefFaktor / 1.0 - RefFaktor = 1.0 + 0,1 / 1.0 - 0,1 = 1,22...

    Um zu ermitteln wie das SWR an der Antenne ist musst du die Kabeldämpfung doppelt mit einrechnen. Ist die Kabeldämpfung für diese Frequenz z-B.: 3dB dann ergibt das ein S11 von -20dB +3dB + 3dB = -14dB

    Das ergibt einen Reflektionsfaktor von: RefFaktor = 10^(S11/20) = 10^(-14/20) = 0,1995

    Das SWR an der Antenne beträgt: SWR = 1.0 + 0,1995 / 1.0 - 0,1995 = 1,5

    Das SWR an der Antenne ist 1,5. Das Anschlusskabel verbessert also dein SWR am TRX.

    Ich hoffe das hilft dir weiter.

    vy 73 Andreas

  • Nur mal so ein Gedanke - ihr messt und kalibriert immer mit irgendwelchen Kabeln und Steckverbindungen dazwischen bei einem VNA - der eigentliche Messport ist innen im Gerät.

    Vy 72 aus Filderstadt

    Dietmar, DL2SBA

  • Der Messport, genauer gesagt die Bezugsebene ist da, wo die Open-Load-Short-Through Kalibrierung vorgenommen wird. Die Software im VNA verschiebt die Bezugsebene dahin. Voraussetzung für eine valide Messung sind neben einem ausreichend guten Kalibrierkit auch kurze und präzise Anschlusskabel, da sollte man nicht sparen. Auf AFU Flohmärkten werden manchmal die blauen 30 cm langen Suhner SMA Teflon Messkabel zum bezahlbaren Preis angeboten. Die mit dem nanoVNA mitgelieferten Kabel sind nicht besonders präzise.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited once, last by DL4ZAO (September 4, 2025 at 11:56 AM).

  • Das 3. Bild zeigt die Werte noch mitten in der Kalibrierung. Auch wenn man Open/Load/Short durchgeführt hat, sollte man auch noch "Done" tippen, um die Kalibrierung abzuschließen.

    Isolation und Durchgang werden nur gebraucht, wenn man an beiden Ports messen möchte. Aber "Done" ist immer nach jeder Kalibrierung notwendig.

    vy 73 , Karsten

  • Hallo zusammen.
    Manfred: Das probiere ich später auch mal aus.
    Andreas: Klingt interessant! Probiere ich auch mal aus.
    @Ditmar: Siehe Antwort von Günter
    @Karsten: Habe ich absichtlich so gemacht, damit ich ein Foto machen konnte. "O" = Open = erkannt / "S" = Short = erkannt / "D" = Fehler 50 Ohm nicht erkannt! Hier müsste "L" = Load (50OhmWiderstand) stehen

    73 de Christian

  • Was sagt Puff dazu?

    Spaßeshalber habe ich die Stoßstelle simuliert, geht wirklich nicht mehr ab VHF.
    Das Bauteil "lumped 50Ü+50nH" ist ein Widerstand 50 Ω plus 50 nH in Reihe.
    Die Induktivität 50 nH habe ich einfach nur vermutet, richtige Größenordnung.
    Man sieht (Cursor), schon bei 144 MHz taugt das Kabelprovisorium nichts mehr.
    Schaut man sich 435 MHz an, ist man schon ernsthaft in fernen SWR-Galaxien.
    Ganz am Anfang ist 10 MHz, da ist das mit der Lüsterklemme noch vertretbar.

    Christian, ich habe was, wenn Du herumprobieren möchtest!
    Bei box73.de (Funkamateur) gibt es dieses nette Platinchen hier:
    Modul für Tief- oder Hochpassfilter von Minicircuits
    Platine mit zwei SMA-Buchsen für 4 Euro ist wirklich günstig.
    Die taugt sowohl für Durchgangsmessungen (S21) als auch Reflexion (S11).
    Du kannst da probehalber nach Belieben Bauteile einlöten.
    Ein schönes Beispiel ist Drahtwiderstand, parasitäre Induktivität.
    Nebenbei, die Platine taugt auch für einfache Schaltungen mit MMICs.
    Da trennt man natürlich die Leiterbahnen für Koppelkondensatoren auf.

    73, Andreas

  • Andreas : Danke für den Link

    @Karsten: Ich glaube, meine Aussage war nicht ganz richtig. Das "D" habe ich auch bei Arthur auf seinem Kanal "Funkwelle" gesehen. Wichtig ist wohl, nach "Done", das ein großes "C" erscheint, dann ist die Kalibrierung korrekt.
    Ich habe auch dann nochmal explizit den Abschlußwiderstand 50 Ohm auf der Antennenseite mit dem Nano gemessen und hat gestimmt.

    Ich habe also die Antenne auf gutes SWR abgestimmt und liegt für 2m & 70cm unter SWR von 2.

    Also scheint soweit alles geklappt haben :)

    Ich hätte noch speziell ein paar Fragen zu den Menüpunkten vom NanoVNA-F. Vielleicht kann mir jemand kurz erklären was damit gemacht werden kann.
    Ich habe dazu mal ein paar Fotos gemacht und zum Teil die Menüpunkte rot markiert, die mich besonders interessieren:



    73 de Christian

  • Wichtig ist wohl, nach "Done", das ein großes "C" erscheint, dann ist die Kalibrierung korrekt.

    Christian, stimmt. Wenn direkt hinter dem C ein * steht, wurde sie nicht abgespeichert. Ist also nach dem Einschalten wieder weg. Beim Speichern der Config kann man sich einen Speicherplatz von 0 bis 9 auswählen.

    Weiterhin ist zu beachten, dass beim Kalibrieren auch alle anderen Parameter wie Pegel, Scanbereich, Auflösung, etc. mit abgespeichert werden. Also vorm OSLT die anderen Einstellungen ebenfalls festlegen. Ferner sollte man bei größeren Änderungen in den Parametern wie Scanbereich neu abgleichen. Hat man bspw. auf das 40m Band kalibriert, so wird eine Einstellung bei eine Wechsel bspw. über das gesamte KW AFU Band nicht mehr genau sein. Daher gibt es ja 10 Speicherbänke für unterschiedliche Parameter. Wenn das Messen unsauber wird, fällt das bspw durch eckige Linien im Smithchart auf. Und viel mehr.

    Im langen Thread über Probleme mit einer 10m Endfed gibt's 'ne Menge Grundlagen über VNA mit dabei. Diverse Links zu hilfreichen Seiten. Auf der Website von Volker https://dl3lk.darc.de/deutsch.htm gibt's deutsche Anleitungen und PC Software dazu. In diesem Thread weitere Hilfen.

    Funfact am Rande. Für erste Suchen bei Google passt oft der Threadtitel. Google dreht dann netterweise NVA passend hin.;)

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 7 times, last by DF2OK (September 5, 2025 at 12:35 AM).

  • @ Christian, zu deiner Frage zum Messwert Speicherformat S1P und S2P

    Das ist ein damals von HP/Keysight standardisiertes Format (Touchstone Format ), in dem die Messwerte ausgetauscht oder für die Weiterverarbetung abgespeichert werden. Dieses Format hat sich heute als quasi Industrie-Standard-Format zum Austausch von VNA-Messdaten etabliert. Eine Touchstone S1P-Datei ist eine Textdatei, die Frequenz-abhängige Messdaten für einen Ein-Port Vekortanalyzwer wie z.B. den NanoVNA speichert, typischerweise S-Parameter wie S11, S21. Touchstone S2P Dateien enthalten die Messdaten von Zweiport-VNA die in beiden Richtungen, vorwärts und rückwärts, messen können, die enthalten also die doppelte Anzahl von Messwert-Feldern. Da ein NanoVNA nur in eine Richtung misst (S11, S12), werden beim Abspeichern als S2P Datei die Datenfelder der Rückwärtsrichtung mit Nullen aufgefüllt.

    Wie die Datei aufgebaut ist:

    1. Kommentare:

    Zeilen, die mit einem Ausrufezeichen (!) beginnen, dienen als Kommentare und können Informationen zum Gerät oder der Messung enthalten.

    2. Optionszeile:

    Beginnt mit einem #-Symbol und beschreibt die Formatierung der Daten (z.B. Frequenz-Einheit, Datenformat wie Magnitude/Phase oder Real/Imag), gefolgt von einer Angabe der normierten Referenzimpedanz, beim NanoVNA: 50 Ohm

    3. Datenzeilen:

    Die gemessenen Daten. Jede Zeile enthält einen Frequenzwert gefolgt von den zugehörigen S-Parameter-Werten (Beim NanoVNA sind das z.B. S11 Realteil - Imaginärteil)


    Öffnet man eine vom NanoVNA erstellte Touchstone S2P Datei mit dem Editor, sieht das meist so aus.
    ! NanoVNA-App
    ! Date: 2025-09-04 20:16:47
    ! Start: 13,95MHz Stop: 15,05MHz Points: 400
    ! S-Parameter data: F S11 S21 S12 S22
    # Hz S RI R 50
    ! Frequency S11_Real S11_Imag S21_Real S21_Imag S12_Real S12_Imag S22_Real S22_Imag
    13950000 9,965109229e-01 -5,425642803e-02 -5,146339536e-04 5,009026825e-02 0,000000000e+00 0,000000000e+00 0,000000000e+00 0,000000000e+00
    ...
    ...

    Eine vom NanoVNA im Format S1P abgespeicherte Datei sieht genauso aus, nur fehlen die Datenfelder mit den aufgefüllten Nullen.

    Mehr zum Touchstone Format. https://helpfiles.keysight.com/csg/N1930xB/Fi…File_Format.htm

    73, de Günter

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    Edited 10 times, last by DL4ZAO (September 5, 2025 at 9:52 AM).

  • Moin Christian,

    für die Version 1.0.5 habe ich leider noch keine Anleitung gefunden. Das muss aber nix heißen. Lediglich.auf der Website mit dem Update etwas in chinesisch oder so. Leider auch die Abbildung der Menüstruktur, die vielleicht etwas Aufschluß auf Deine weiteren Fragen geben könnte. Vielleicht dreht DL2YMR mal einen Film mit den neuen Funktionen.

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited once, last by DF2OK (September 5, 2025 at 1:40 PM).

  • Anbei von mir eine Beispieldatei S1P!

    Die Datei ist nicht von einem Nano-VNA, erstellte ich selbst.
    Die ist zwar für einen Transistor, Dateien für Antennen sehen auch so aus.
    Hier kann man besser sehen, was Günter schon schrieb.
    Zeilen, die mit ! beginnen, Ausrufezeichen, sind Kommentarzeilen.
    Man kann auch in einer Zeile ein ! setzen, dann ist der Rest Kommentar.
    Aufpassen muss man mit der Zeile, die mit # beginnt, Vereinbarung.
    Man achte darauf, ob die Frequenzangaben in Hz, MHz oder GHz sind.
    Passiert da ein Flüchtigkeitsfehler, hat man gar seltsame Simulationsergebnisse.

    Solche Dateien schreibe man mit einem einfachen Texteditor, nicht mit z.B. Word.
    Textverarbeitungsprogramme setzen gern mal unsichtbar Steuerzeichen.
    Die können wie Leerzeichen aussehen, sind sie aber nicht.
    Simulatoren versuchen die zu interpretieren, gibt schnell Müll.
    In der Hinsicht ist gerade Puff sehr empfindlich, bekommt Schluckbeschwerden.

    73, Andreas