FA VA6 - hat den jemand schon vom FA Shop geliefert bekommen und konnte das Gerät testen?

  • Hallo zusammen,

    ich bin wieder zurück von der Hamradio, mit vielen guten Eindrücken und sehr gutem Feedback zum FA-VA6! Ein paar Kommentare zu den letzten Beiträgen:

    N-Buchse: Eine N-Buchse mit kleinem Flansch passt mechanisch, nachdem 4 neue Bohrungen angebracht werden. Aufgrund der Platinenlage liegt diese dann etwas tiefer. Die Herausforderung ist ein hochfrequenztechnisch sauberer Anschluss an die Platine. Man kann zwei Drähte zu den Anschlusspinnen der dann entfernten BNC-Buchse führen. Die Kalibrierung löst einiges, dennoch hat man da einen Impedanzsprung, was die Performance des FA-VA6 leicht reduziert. Besser ist eine N-Flanschbuchse mit angeschlossenem Koax zu den Anschlusspinnen. Man könnte auch ein Pigtail N-Buchse-SMA nehmen, aber auf der Platine lässt sich eine SMA-Buchse nicht gut nachrüsten. Zumal Lösungen mit kleinem Flansch sehr sehr selten sind. Wenn jemand eine gute Idee hat, mit Angabe des Herstellers, bitte posten! Ja, die N-SOL-Kits sind teuer.

    BNC-SOL-Kit: Das Kit gibt es nach wie vor bei SDR-Kits:
    BNC Products for VNWA 3 and 3EC
    Für diejenigen, die viel in höheren Frequenzbereichen arbeiten, sind das gut angelegte € 25,--! Der Vorteil ist, dass, wie beim FA-VA5, die Parameter des SOL-Kits in den FA-VA6 eingegeben und damit berücksichtigt werden können.

    Speicherplätze: Neu mit FW 2.0 sind die 50 Speicherplätze für TDR.

    VNWA-Nutzung: Wenn der FA-VA6 über VNWA gesteuert wird, stellt er ein Mess-Frontend dar und liefert nur die Rohdaten. Alle Kalibrierungen müssen daher in VNWA durchgeführt werden. Bitte mal ins Handbuch schauen. Das Protokoll über USB/VCOM ist offengelegt und befindet sich auch im Handbuch. Man kann den FA-VA6 daher auch mit einem Terminalprogramm wie HTERM bedienen. Im Endeffekt liefert er ein von HP definiertes, einfach lesbares Format (Touchstone-Format). Die Daten sind Zeilen aus Frequenz und gemessenem Reflexionsfaktor und sind mit einem Editor einfach lesbar. Jedes Profi-Gerät kennt dieses Format und kann die Daten auch importieren. Der FA-VA6 zeigt im USB-Modus übrigens die gesendeten Befehle an. Wer da Interesse hat, kann sich mit eigenen Programmen so richtig austoben.

    vy 73, Michael

  • Hallo Michael,

    hast Du die genauen Parameter, um den FA-V6 mit einem Terminalprogramm anzusprechen.

    115200 N81 sind es nicht.

    Ich und mein Freund Rudi haben uns am So. und Mo. mit allen Parameter-Varianten ausgetobt

    konnte aber weder von Linux, wie auch von Windows aus keine Verbindung zum VA6 herstellen.

    In der Doku zum VA5 haben wir leider nichts finden können. Bei der SW VNWA steht, dass z.B.

    der VNWA als Sound-Interface seine RAW-Daten zum PC überträgt.


    Danke für sachdienliche Hinweise.

    vy73

    Markus

  • Noch was,

    wenn sich der VA6 im USB-Mode befindet, können die Parameter IVxxx, die mit der Taste #7

    angezeigt werden, vom PC an den VA6 gesendet werden. Leider reagiert der VA6 auf solche

    Kommandos bei uns nicht. Irgendwelche Vorschläge, woran das liegen könnte.


    vy73

    Markus


    PS.: Jeder von uns hat einen VA6. Ich einem vom Funkamatuer ein Jahr alt mit der FW 2.0

    und Rudi hat deinen neuen, direkt von der Hamradio.

  • Hallo Michael,

    danke für Deine Antwort.

    Ich selber bin mit Linux unterwegs, weshalb ich die Frage zum VNWA an Rudi stellen muss.

    Ich dachte ich könnte bereits beim Verwenden der VTxxx Befehle was als Antwort sehen.

    Möglicherweise sendet mein Linux-Terminal nur LF und nicht CR/LF und der VA6 warten auf das CR.

    Ich werde es gleich probieren und CR /LF vai Skript zum VA6 senden.

    Ist die Kommunikation auch unter der Version 2.0 zuverlässig und bereits getestet?


    vy73

    Markus

  • Hallo Markus,

    klar ist das getestet. Und dein Gerät funktioniert auch, sonst hättest du ja nicht auf FW 2.0 updaten können... Ich bin kein Linux-Experte, evtl. gibt es da Sicherheitsaspekte beim Zugriff auf die serielle Schnittstelle? Linux meckert da leider nicht, sondern macht einfach gar nichts.

    Mit Windows sollte es aber wie oben aufgeziegt, z. B. mit HTERM, funktionieren.

    73 Michael

  • Hallo Michael,


    ich bin ein Stück weiter,

    kann schon etwas empfangen, wenn auch der/die Datensätze leer sind.

    /dev/shm> ./pc2va6_2.py
    write
    read
    #0: <empty>
    read
    #1: <empty>
    read
    #2: <empty>
    read
    #3: <empty>
    ...
    read
    #48: <empty>
    read
    #49: <empty>


    Das ist z.Z. mein zusammengestückelter python3 Code.

    #! /usr/bin/env python3

    import serial

    # Open the serial port
    ser = serial.Serial('/dev/ttyACM0', 115200, timeout=1)
    print('write')


    ser.write(b'IVLD6\r\n')

    def read_va6_data():
    data = ser.readline().decode('ascii').strip()
    if data:
    data_name, value = data.split(':')
    print(f"{data_name}: {value}")

    # Read va6 data in a loop
    while True:
    print('read')
    read_va6_data()


    vy73

    Markus

  • Hallo Markus,

    geht doch! Wenn die 50 Speicherplätze leer sind, ist das ok. Versuch mal den Command:
    IVSCN 10000 1000000000 101 0 0 (101 Sample von 10 kHz bis 1 GHz, schnell, 0 ms Verzögerung)
    Da bekommst du dann ein HP-Touchstone-Format zurück. Die erste Zeile ist Kommentar des Formates, dann kommen 101 Frequenz & Reflexionsfaktorwerte.

    73 Michael, DG5MK

  • Hallo Michael,

    konnte dank Deiner Hilfe die Daten einlesen.

    #! /usr/bin/env python3

    import serial

    ## Open the serial port
    ser = serial.Serial('/dev/ttyACM0', 115200, timeout=1)
    print('write')
    ser.write(b'IVSCN 10000 1000000000 101 0 0\r\n')
    #print('read')

    def read_va6_data():
    data = ser.readline().decode('ascii').strip()
    if data:
    print(data)

    ## Read va6 data in a loop
    while True:
    print('read')
    read_va6_data()


    /dev/shm> ./pc2va6_3.py
    write
    read
    .0605324283
    read
    120008800 0.694973707 0.0672388971
    read
    130008700 0.697070479 0.0736428201
    read
    140008600 0.698855042 0.0801537037
    read
    150008500 0.700273871 0.0872252285
    read
    .

    # HZ S RI R 50

    .

    970000300 0.550109148 -0.426696062
    read
    980000200 0.556063175 -0.413886011
    read
    990000100 0.568673968 -0.404287815
    read
    1000000000 0.573489666 -0.394646287

    vy73

    Markus

  • Nun klappt die Abfrage, direkt aus der bash heraus.

    /dev/shm> echo 'IVSCN 1000000 10000000 21 2 0\r\n' > /dev/ttyACM0 && sleep 6 && cat /dev/ttyACM0
    # HZ S RI R 50
    1000000 0.684659004 -0.000867375871
    1450000 0.684713483 -0.000701201323
    1900000 0.684757292 -0.000530884077
    2350000 0.684820294 -0.000367455825
    2800000 0.68486619 -0.000190300489
    3250000 0.684919417 -2.34631098e-05
    3700000 0.684983373 0.000158418363
    4150000 0.685021877 0.000341683946
    4600000 0.685092986 0.000512580446
    5050000 0.685143888 0.000684712199
    5500000 0.685182869 0.000854558195
    5950000 0.68523562 0.00104473904
    6400000 0.685293853 0.00121688051
    6850000 0.685340285 0.00138630357
    7300000 0.68539238 0.0015608808
    7750000 0.685441792 0.00174404192
    8200000 0.685468137 0.00191968353
    8650000 0.68554312 0.00208912115
    9100000 0.685595691 0.00226746895
    9550000 0.68562758 0.00244129659
    10000000 0.685689867 0.00261397939


    Die sleep 6 Verzögerung muss entsprechend der Scann-Dauer angepasst werden.

    Abhängig vom Freq.-Interval und Anzahl der Punkte.


    vy73

    Markus

  • Hallo Michael,

    bei meinen VA6 Auslese-Experimenten habe ich mir ein DUT ausgesucht.

    einen 180pF und einen 3n3F Kondensator.

    Dabei sind mir im 'Single Frequency' Mode einige Sachen aufgefallen, die

    mir noch nicht ganz klar sind, deshalb die Frage.

    Mir ist aufgefallen, dass z.B. eine S11 Messung bei kleinen Frequenzen bei

    den beiden C's stabile Anzeigen auf dem Display liefert, hingegen LCR- und Z-Messungen

    liefern bei 10kHz, 20kHz, 100kHz ganz unruhige Anzeigen, bei denen auch

    das Vorzeichen springt. Hätte ich so nicht erwartet.

    Ich habe einige kleine Videos dazu gemacht, weiß nur nicht, ob ich sie hier

    anhängen kann. Werde es versuchen, um die Sache zu verdeutlichen.

    vy73

    Markus

    PS.: musste den .mp4 Dateien einen .txt Suffix dranhängen um sie hier hochladen zu können.

    Also muss zum Ansehen die .txt Endung entfernt werden.

  • Hallo Markus,

    evtl. macht es Sinn ein neues Thema aufzumachen, denn du bringst da einige sehr wichtige Themen auf den Tisch. Hier geht es um Messbereiche eines VNA. Bitte schau dir mal dazu auch Seiten 9 und 23 meiner Präsentation von der Hamradio an:
    https://www.dg5mk.de/media/FA_VA_6/Hamradio_2026_DG5MK_Fortgeschrittene_Antennenanalysatoren.pdf

    Konkret geht es dabei um die Fragestellung, wo ein VNA am genauesten messen kann und welche Messbereiche denn überhaupt möglich sind. Alle VNAs messen in der Umgebung der Systemimpedanz (50 Ohm) am genauesten. Das ist der Anpassungspunkt im Smith-Chart in der Mitte. Die HW ist bewusst so ausgelegt, denn man möchte ja 'auf Anpassung' optimieren. Demgegenüber ist für alle VNAs eine Messung auf dem Einheitskreis des Smith-Charts (Totalreflektion) und insbesondere am Punkt ganz rechts (unendliche Impedanz) am kritischten. Ganz rechts reichen minimale Abweichungen (Rauschen), um zu erheblichen Änderungen bei der Berechnung zu führen.

    Jetzt schau dir mal an, wo deine Messungen liegen. Kondensatoren bei niedrigen Frequenzen liegen fast immer dort im kritischten Bereich. Demnach wird die Anzeige dort ggf. instabil. Das gilt für alle VNAs.

    Es gab früher mal einen simplen Test für Antennenanalysatoren. Eingang offen lassen und schauen, bis zu welchem maximalen Impedanzwert die Schwankungen waren. Waren es ein paar Kiloohm, war es ok.

    Die gute Nachricht ist, der FA-VA6 ist so genau und hat einen so hohen Dynamikbereich, dass du dennoch vernünftige Kapazitätswerte angezeigt bekommst (3,3 nF, 180 pF). Auch der oben angeführte Test führt zu Schwankungen im 100kOhm-Bereich, nicht kOhm-Bereich.

    Falls du noch andere VNAs hast, mach bitte mal die gleiche Messung und schau dann, ob du dort überhaupt noch etwas vernünftiges angezeigt bekommst.

    Wichtig sind noch zwei Punkte:
    1. Messungen in kritischen Bereichen erfordern, je nach Genauigkeitsanspruch, eine gute Kalibrierung, siehe Seite 21 der oben genannten Präsentation.
    2. Der Einsatzbereich des 180 pF Kondensators ist wahrscheinlich xx MHz. Dort wirkt der serielle Verlustwiderstand des Kondensators, die Messung ist weiter weg vom kritischen Punkt im Smith-Chart ganz rechts ... und damit werden die Werte auch stabiler.

    vy 73, Michael

  • Guten Morgen Michael,

    im Prinzip ist mir das von Dir Geschriebene bekannt.

    Es liegt mir auch fern den VA6 schlecht zu reden.

    Das Problem in den Randbereichen bei 0 und Inf.

    ist natürlich eine Herausforderung und wie Du bereits

    schreibst ist eine genaue Messung im einstelligen kOhm-Bereich

    ein Indikator für die Gute Qualität des Messgerätes.

    Ich habe mich am VA3 orientiert, siehe dazu die beiden Anhänge.

    Das Rauschen wird durch Mitteilung der Messwerte reduziert.

    Wie viele Messwerte misst der VA6, bevor er diese anzeigt?


    vy73

    Markus

    PS.: Sorry war in Eile, als ich diesen Beitrag schrieb!