Welche LiFePo-Batterie für FieldDay?

  • macht es einen Unterschied, ob ich einen 110-Ah-Akku mit 10 A oder mit 5 A entlade? In welcher Größenordnung bewegen sich mögliche „leichte“ Unterschiede?

    Vorab ist das auch eine Frage des Messverfahrens, die Akkukapazität ist ja eine idealisierte Angabe. Mit dem DL24 misst man die Kapazität in Amperestunden, in dem man den Strom bis zur Entladung über die Zeit misst. Dabei ist vorher der Entladestrom und eine "Entladeschwelle" als Spannung einzustellen, bei deren Unterschreiten das Gerät die Messung stoppt. Bis dahin hält das Gerät den Entladestrom konstant und misst die Zeit, bis die eingestellte Schwelle unterschritten wird. Dies aufintegriert ergibt die gemessene Kapazität in Ah. Entlädt man mit hohem Strom, wurde nach meiner Beobachtung diese eingestellte Entladeschwelle einn wenig früher erreicht, als wenn man z. B. mit nur einem Fünftel des Stromes misst.

    Manfred hat es ja schon gesagt, der Innenwiderstand spielt dabei eine Rolle (Peukert Effekt). Der ist zwar bei LiFePo Akkus weit weniger ausgeprägt als bei Blei-Batterien aber er ist vorhanden. Es waren zwar nur wenige Prozent, aber dennoch zeigte mein Akku "scheinbar" eine höhere Kapazität, wenn er mit kleinem Strom entladen wurde.

    73, de Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Noch ein Beispiel dazu:

    Meine Modellbauakkus sind LiPo-Akkus. Entlade ich mir hohem Strom bis das Gerät ausschaltet, erholt sich nach Abschalten der Akku wieder bis auf teils 3,5 bis 3,6 Volt. Entlade ich ihn mit kleinem Strom, erholt er sich am Ende gerade noch so auf 3,4 Volt.

    Daher folgender Rückschluß: Wird der Akku mit hohem Strom entladen, ist er bei Abschaltung nicht so leer, wie er sein könnte. Schaltet bei kleinem Strom das Ladegerät aus, ist der Akku auf alle Fälle leer und sollte auch baldmöglichst wieder geladen werden.

    Ich vermute, dieser Effekt tritt bei allen Akkus auf, beim einen mehr, beim anderen weniger. Bei LiFePo, die ich bei meinen Funkgeräten verwende, nutze ich die komplette Range von 10% bis 100% ohne irgendwelche Alterungserscheinungen, wobei ich die aber auch noch nicht so lange in Betrieb habe. Wichtig ist nur, nach dem Entladen bal wieder auf Lagerspannung zu laden, was ungefähr 60 bis 70% der Kapa sind. Das ist meine Erfahrung. Bei den Lipos jedenfalls hat es sich bewährt, die sind bis zu 9 Jahre alt und immer noch zu gebrauchen.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Manfred und Günter,
    vielen Dank für eure Mitteilungen und den Link zum Thema „Peukert-Effekt“. Ich finde das Thema sehr spannend.

    Im Haushalt kommen immer mehr Akkus zum Einsatz, und es gibt bereits erste negative Erfahrungen beim Erwerb und bei der Instandhaltung. Man möchte die Kontrolle darüber nicht aus der Hand geben.

    Ich werde berichten, was ich mit dem Ali-Gerät erreicht habe.

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    nick DL5XJ
    d(-_-)b

  • Hallo die Runde, ich möchte mal noch einen kleinen Hinweis geben zum Umgang mit Batterien. Ich habe die Akkus zum Beispiel aus Laptops immer schön aufgehoben nach dem Motto haben ist besser als brauchen. Irgend wann kommt die Stunde wo dann die Akkuzellen gebraucht werden. In dem Akku vom Laptop ist Elektronik verbaut. Wird diese nicht entfernt geht der Akku bei Lagerung kaputt weil die Elektronik die einzelnen Zellen total auf Null-Volt runter läd. Ich habe einzelne Rundzellen schon seit fast 10 Jahren mir eingelagert, die Selbstentladung ist fast Null.

    War jetzt mal gedacht um weg zukommen vom Wegwerfen und ständig neu kaufen. 73 de

    Manfred , dl3arw

  • Die Empfehlung steht auch in Dokumentation zu e-Bikes Akkus.

    Das sind Li-Ionen- oder LiFePO-Akkus? Ich denke da gibt es noch einen Unterschied.

    Meine LiFePO lade ich nach jeder Benutzung voll damit ich sie bei der nächsten Aktivität direkt verwenden kann.

    73 de Haiko DF9HC

  • Haiko, das ist prinzipiell möglich, aber so lange lagern würde ich bei 80%, das ist für den Akku wesentlich angenehmer. Aber ich gebe zu, wer den Akku an einem Solarregler betreibt (Wohnmobil z,B,) der läd ihn ja auch immer ganz voll.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Hallo, hier bin ich wieder 😊

    Die elektronische Last von AliExpress wurde erstaunlich schnell geliefert und läuft nun seit einigen Tagen im Testbetrieb auf meinem Tisch.

    Die Bedienung ist allerdings recht kryptisch und alles andere als intuitiv. Ohne die hilfreichen YouTube-Tutorials wäre ich vermutlich nicht besonders weit gekommen.

    Zum Einstieg habe ich mit einem 2,6-Ah-Eremit-Li-Ion-Akku getestet. Später habe ich mir ein kräftigeres PowerPole-Kabel konfektioniert und die 110-Ah-LiFePO₄-Batterie angeschlossen.

    Bei einem Entladestrom von 5 A und einer Verlustleistung von etwa 65 W stieg die interne Temperatur nach rund 45 Minuten auf ca. 35 °C an. Der verbaute SMD-PTC-Sensor hat allerdings keinen thermischen Kontakt zum Kühlkörper – wobei dieser ohnehin kaum warm wird. Auch das Gehäuse bleibt außen kühl. Der Lüfter hingegen ist ausgesprochen laut und auf Dauer ziemlich störend.

    Der DUT-Anschluss verfügt über sechs Schraubklemmen:
    Je zwei für Plus und Minus (bei höheren Strömen parallel zu verwenden) sowie zwei separate Anschlüsse für die direkte Spannungsmessung. Diese getrennte Messleitung sollte unbedingt verwendet werden. Bei einem etwa 100 cm langen DC-Kabel fällt bei 5 A Last rund 0,5 V Spannung ab. Bei kleineren Strömen kann man die Messklemmen mittels Jumper mit den Stromklemmen brücken.

    Alles in allem finde ich das Gerät für rund 35 € durchaus gelungen. Preis-Leistung stimmt – insbesondere für einfache Tests im Hobbybereich.

    Hier noch ein paar Bilder dazu.

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    nick DL5XJ
    d(-_-)b

  • Hallo Nick,

    danke für deinen Bericht. Schon ein erstaunlicher Preis wenn man bedenkt, dass die beiden MOSFET schon 15 Euro im Einkauf kosten. Sehr lausig gelötet, und die Lötstellen wurden auch nicht gereinigt.