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  • Hallo.

    Ich habe von einem OM aus dem OV ein Beyer M410 Standmikrofon bekommen und wollte dieses zusammen mit einem Fußpedal verwenden, um beim Funken die Hände frei zu haben.

    Leider haben Tests gezeigt, dass das Mikrofon eine zu geringe Modulation erzeugt und OMs aus dem OV meinten, dass das an einem unpassenden Innenwiderstand von 200 Ohm liegen könnte.

    Meine Frage war was ich dagegen tun könnte. Gibt es Modulationsverstärker oder ähnliches für nicht zu großes Geld oder ähnliche Lösungen? Ich habe mich leider noch kaum mit Mikrofonen auseinandergesetzt und kann deshalb bloß im Nebel stochern.

    Ich würde aber nur ungerne, wie von den OMs vorgeschlagen die Mikrofonkapsel auslöten und durch eine andere ersetzen, vor allem weil ich keinen Ersatz wüsste und Beyer doch eigentlich ganz gut sein soll.

    Vielen Dank für Hilfe und Ideen.

    73 Lukas :)

  • Moin Lukas,

    Das waere ein gutes kleines Selbstbauprojekt. Die meisten Transceiver stellen an der Mikrofonbuchse eine Hilfsspannung von etwa 8V zur Verfuegung. Die kann man zur Versorgung eines Transistors benutzen, der den Pegel anhebt. Das kannst Du auch mit einem Operationsverstaeker bauen, denn in den meisten klassischen Mikrofonen ist genug Platz.

    Oder ganz dekadent kaufen. Dieser ist zwar fuer Lautsprecherbetrieb gedacht, gibt es aber in Deutschland und sollte aber auch in einen hochohmigen Mikrofoneingang hinein arbeiten:

    Mini Mikrofon Verstärker Modul DC 5-12V
    Mit diesem sehr kleinen Modul können Sie ein Mikrofon-Signal verstärken, um die Wiedergabe über Lautsprecher zu ermöglichen. Das Modul…
    www.roboter-bausatz.de

    Zur Sicherheit einen 10uF Kondensator in Serie zum Ausgang und zum Transceiver hin einige kOhm nach Masse. Am Eingang auch einen 10uF Kondensator haengen, und das sollte man bei dynamischen Mikrofonkapseln heutzutage eh immer tun. Denn so wie dieses kleine Modul geben auch moderne Funkgeraete einige Volt auf die Mikrofonleitung zur Versorgung der Elektretkapsel. Das Beyer hat aber keine und diese Spannung kann die Membran der Kapsel an einen der Poller zerren. Dann kann die Modulation leise und oft auch verzerrt werden.

    Du koenntest auch mal einfach so einen 10uF Kondensator in Serie legen, sehen ob das schon was bringt.

    73, Joerg

  • Ausführung als Folienkondensator (oft mechanisch recht groß) oder bei Elektrolytausführung den Pluspol in Richtung zum Transceiver, in der Annahme das Minus an Masse liegt...

  • Wenn man im einschlägigen Auktionshaus sucht, findet man kleine Platinen mit Mikrofon für den direkten Einsatz für Funkgeräte. Alle möglichen Ausführungen sind vorhanden. Hier lohnt sich die Suche!

    Gruß

    Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Moin Lukas und Stefan,

    Was muss ich bei der Wahl des 10 uF Kondensators beachten?

    Am besten Keramik. Wenn es nur 4.7uF sind, geht auch. Meist bekommt man sie aber nur noch in SMT. Sollte 10V oder mehr aushalten. Der Tipp mit dem Elko ist auch gut. Wenn Du einen weiteren zur Kapsel hin einsetzt, dann sollte bei dem der Minuspol an die Kapsel.

    findet man kleine Platinen mit Mikrofon für den direkten Einsatz für Funkgeräte.

    Das waere bei einem hier vermutlich klassischen Beyer Mikrofon aber schwerer Stilbruch :)

    73, Joerg

  • Hallo zusammen,

    ich verstehe etwas nicht und frage deshalb nach:

    In #2 steht "10uF Kondensator in Serie zum Ausgang". Das interpretiere ich als "10 Mikrofarad", also 10µF (µ wird auf der Windowstastatur erzeugt durch "Alt Gr und M")

    Das ist für mich ein typischer Wert für einen Elektrolytkondensator. Was auch dafür spricht ist, dass es im späteren Verlauf der Diskussion Hinweise über die Polarität beim Einbau gab.

    Im letzten Post von Jörg, AJ6QL, ist nun die Rede von "Keramik". 10µF habe ich noch nie als Keramikkondensator gesehen. Selbst für einen Folienkondensator ist 10µF sehr viel Kapazität!

    Verwechsel ich da was, oder gibt es tatsächlich mittlerweile Keramikkondensatoren mit 10µF und ich hab die einfach bisher ignoriert?

    vy 72 de DH8DAP, Frank aus Schwelm nr Wuppertal, JO31PG

    Ich bin Westfale von Geburt und Europäer aus Überzeugung!

    http://www.golf19.de

  • In #2 steht "10uF Kondensator in Serie zum Ausgang". Das interpretiere ich als "10 Mikrofarad", also 10µF (µ wird auf der Windowstastatur erzeugt durch "Alt Gr und M")

    ich zitiere mal Wikipedia:

    Das Präfix-Symbol für „Mikro“ ist der griechische Buchstabe μ (My). Aus historischen Gründen ist es in Unicode zweimal vorhanden: als Buchstabe des griechischen Alphabets (U+03BC) und als Sonderzeichen (U+00B5), siehe My → Mikro-Zeichen. Wo dieses Zeichen nicht verfügbar ist, wird vor allem in der elektrotechnischen Literatur ersatzweise häufig u verwendet. Das wurde in der Internationalen Norm ISO 2955 von 1983, die 2001 zurückgezogen wurde, auch so empfohlen.[10] Für Deutschland gelten weiterhin die Empfehlungen der DIN-Norm DIN 66030 Informationstechnik – Darstellung von Einheitennamen in Systemen mit beschränktem Schriftzeichenvorrat vom Mai 2002. In Österreich sieht das Maß- und Eichgesetz[11] μ vor. Beim Austausch medizinischer Daten gemäß dem HL7-Standard ist u anstelle von μ zugelassen.[12] Im englischen Sprachraum wird μ manchmal durch mc ersetzt.[13]

    Quelle: Vorsätze für Maßeinheiten

    Ansosten ist Jörgs Vorschlag einen Versuch wert.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...

  • Ja, solche Kondensatoren gibt es. Die verwendete Keramik hat allerdings ein spannungsabhängiges Verhalten.

    73, Wolfgang

    Dann hab ich es schlicht und ergreifend bisher nicht wahrgenommen :(

    Aber da hat sich das dann mit der Poalrität auch erledigt. Denn die sind dann nicht Polaritätsabhängig!

    Vielen Dank für die Horizonterweiterung;)

    vy 72 de DH8DAP, Frank aus Schwelm nr Wuppertal, JO31PG

    Ich bin Westfale von Geburt und Europäer aus Überzeugung!

    http://www.golf19.de

  • Moin Lukas und Stefan,

    Am besten Keramik. Wenn es nur 4.7uF sind, geht auch. Meist bekommt man sie aber nur noch in SMT. Sollte 10V oder mehr aushalten. Der Tipp mit dem Elko ist auch gut. Wenn Du einen weiteren zur Kapsel hin einsetzt, dann sollte bei dem der Minuspol an die Kapsel.

    Das waere bei einem hier vermutlich klassischen Beyer Mikrofon aber schwerer Stilbruch :)

    73, Joerg

    Hallo Joerg,

    ob mit Stil oder ohne Stil oder auch gebrochen, was bringt einem das Mikrofon, wenns nicht so tut, wie man es will. Man könnte ja auch die Kapsel ablöten und die im Mikrofon verbaute Kapsel anlöten, dann hätte man vielleicht auch schon mehr "Power" auf der Schnur. Und wenn Platz im Mikrofon ist, dann bringt man da auch einen kleinen Verstärker darin unter. Dann sieht niemand, was man gemacht hat. ;)

    Ich erinnere mich an einen OM, der viel Geld für ein Peiker ausgegeben hatte und es klang an seiner Funke jämmerlich.

    Gruß Stefan

    Man darf nicht alles glauben, was man denkt! ;)

  • Moin,

    ob mit Stil oder ohne Stil oder auch gebrochen, was bringt einem das Mikrofon, wenns nicht so tut, wie man es will.

    locker weit über 100€. Das Beyerdynamics M410 ist ein Studiomikrofon aus den 60ern mit Seltenheitswert. Beyerdynamics ist etwas anderes als billiger Chinakram, für ein aktuelles M160 oder M130 bekommt man sogar einen ganzen Transceiver samt Mikrofon ;)

    Bei den Kerkos hat Digikey genug Auswahl, auch bedrahtet.

    73, Tom

  • Moin,

    vermutlich wird das eh ein extra Kästchen werden. Hiermit https://www.box73.de/product_info.php?products_id=945 schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Verstärker und Kompressor. Ideal für qrp SSB. Daheim und portabel.

    Man könnte ja auch die Kapsel ablöten und die im Mikrofon verbaute Kapsel anlöten,

    :?:

    Mal ein visueller Eindruck von dem Mikrofon.

    https://www.ebay.de/itm/143373437300?_ul=DE&rb_itemId=143373437300&rb_pgeo=DE

    73, Michael, DF2OK.
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    Edited 3 times, last by DF2OK (June 27, 2024 at 8:49 PM).

  • DG2IAQ

    Hallo Jochen.

    Bite entschuldige, dass ich mich erst so spät melde.

    Ich habe deine Nachricht leider übersehen und erst jetzt durch Zufall gesehen.

    Ich wollte das MIC an einem Kenwood TM V71E betreiben.

    73 Lukas :)

  • Hallo Lukas,

    kein Problem, ich ging davon aus, dass Du beschäftigt bist und Dich schon noch hier im Forum zurückmeldest. ;)

    Habe mir zwischenzeitlich die Servicemanuals Deines TM V71E sowie des mitgelieferten MC-59 DTMF-Handmikrofons angesehen.

    Mein Anfangsverdacht bestätigte sich durch Deine Antwort nicht.

    Ich rechnete mit einem (modernen) ICOM-Gerät. Diese überlagern (neben der eigentlichen NF) am MIC-Pin eine Gleichspannung zur Spannungsversorgung der Elektretkapseln in deren ICOM-Mikrofonen.

    Hier muss man zwingend einen (am besten ungepolten) Trennkondensator verwenden, sobald man dynamische Kapseln verwenden will.

    Dieser blockiert die überlagerte Gleichspannung und lässt nur noch die NF durch. Ohne diesen würde die dynamische Kapsel durch die angelegte Gleichspannung nicht ihre normalen NF-Pegel entfalten.

    Ob dann die Mikrofonverstärkung ausreicht, um den Sender mit der dynamische Kapsel so gut auszusteuern wie es zuvor mit der Elektretkapsel war, wäre dann im Schritt #2 auszuprobieren.

    Bei Deinem Kenwood TM-V71E ist das lt. Servicemanual aber nicht so. Dieser hat einen normalen und bereits mit Eingangskondensatoren gleichspannungsblockierten Mikrofoneingang.

    Hier wird keine Gleichspannung überlagert, somit fällt dies als mögliche Problemlösung bei Dir leider weg (oder zum Glück :D ).

    Aber:

    Das Servicemanual spricht von einer Eingangsimpedanz an der Mikrofonbuchse von 600 Ohm.

    Stimmt sogar! Und zwar schon alleine deswegen, weil die direkt am Mikrofoneingang mit 2 parallel geschalteten Widerständen mit insgesamt 600 Ohm "hartem Eingangswiderstand" (nix mehr Impedanz) nach Masse gehen.

    Seite 84 des Servicemanuals, ca. Bildmitte ganz links. Da ist die 8-polige Mikrofonbuchse. Du kannst Du an der fett gestrichelten Mikrofoneingangsleitung orientieren.

    Hier folgen dann gleich die parallel geschalteten R965 + R968 mit je 1,2 kOhm nach Masse, somit rd. 600 Ohm "harter Eingangswiderstand".

    Das vernichtet natürlich sehr viel Mikrofonpegel.

    Im mitgelieferten MC-59 DTMF-Handmikrofon werkelt hingegen eine Elektretkapsel. Diese ist zwar im Ausgangspegel durch einen Widerstandsteiler auch etwas reduziert.

    Es dürfte dennoch mehr NF-Pegel übrig bleiben, als bei Deinem Beyer M410.

    Servicemanual TM-V71E:

    https://www.repeater-builder.com/kenwood/pdfs/tm-v71ae-svc-man.pdf

    Servicemanual MC-59:

    https://manuals.repeater-builder.com/Kenwood/mc/MC-59_B51-8804-00.pdf


    Lösung!?

    Entweder im Gerät R965 + R968 entfernen.

    Und dafür am MC-59 einen 680 Ohm direkt am Ausgang nach Masse löten (MIC-Pin am Kabel). Dann bliebe das MC-59 weiterhin ohne Pegelveränderung nutzbar.

    Oder den Kenwood original belassen und Deinem Beyer M410 einen Einfachst-Mic-VV verpassen. Eine 1-stufige Transistorschaltung mit sehr wenigen Bauelementen reicht vollkommen, muss ja nur den moderaten Verstärkungsfaktor von vielleicht 5x - 10x bringen.

    Die Mikrofonbuchse des Kenwood liefert hierfür sogar die nutzbaren +8V an PIN2. Ggf. musst Du am M410 das Mikrofonkabel austauschen und mehradrig(er) ausführen.

    Hoffe das hilft Dir etwas weiter.

    vy 73,

    Jochen, DG2IAQ

  • Hier ein Beispiel eines Einfachst-MIC-VV:

    Simple Condenser Mic Preamp Circuit using 2N3904 (circuits-diy.com)

    Das Verhältnis R3/R4 würde in diesem Beispiel den Verstärkungsfaktor von 10x darstellen.

    Parallel zu R2 noch 390pF legen, dann hast Du einen NF-Tiefpass ab ca. 4 kHz, der die Sprache nahezu unverändert lässt, aber HF-Einstreuungen unterdrücken würde. Ist sicherlich kein Fehler.

    R1 entfällt gänzlich, da ja eine dynamische und keine Elektretkapsel zum Einsatz kommt.

    Von Plusanschluss R3 einen 100µF - 470µF nach Masse legen. Und dann von dort über einen 100 Ohm Widerstand erst auf die +8V der MIC-Buchse gehen.

    Das Siebglied 100 Ohm + Elko stabilisert die Versorgungsspannung im MIC-VV und verhindert ebenso Schwingneigungen durch vagabundierende HF (so meine Erfahrungen, sobald man solche VVs über die Mikrofonbuchsenspannung speisen will).

    vy 73,

    Jochen, DG2IAQ

  • Moin Jochen,

    Hier ein Beispiel eines Einfachst-MIC-VV:


    Simple Condenser Mic Preamp Circuit using 2N3904 (circuits-diy.com)

    Solche Schaltungen koennen haarig sein. R2 floesst etwas Strom in die Basis. Welcher Arbeitspunkt sich einstellt, haengt vom beta des Transistors ab und damit auch von der Temperatur, vom Wetter, vom letzten Bundesligaspiel ... :)

    Besser ist ein Widerstand von V+ zur Basis und einen weiteren von der Basis nach Masse, beide auf den schlechtesten anzunehmende Wert fuer beta bemessen.

    73, Joerg

  • Hallo Jochen,

    Vielen Dank für deine Nachricht.

    Ich würde gerne den Kenwood original belassen und werde dem M410 deshalb ein Mic-VV verpassen.

    Was meinst du damit? „mehradrig(er) ausführen.“- Aus dem M410 kommen meines Wissens 6-8 Kabel raus.

    Materialliste sieht somit wie folgt aus der?

    - Kondensatoren: 390 pF, 100 uF, 10 uF,

    - Widerstände: 100 Ohm, 1k, 10k, 27k, 100k,

    - NPN Transisitor: 2N3904

    Danke dir

    73 Lukas :)