QMX, QCX, Q*X, "zero unwanted sideband, zero residual carrier, zero intermodulation distortion", was ist das eigentlich?

  • Moin,

    Laut der eigenwerbung bei qrp-labs gibt es "zero unwanted sideband, zero residual carrier, zero intermodulation distortion", weil alles nur ein einzelnes Signal ist.

    Was genau ist das alles eigentlich? Wie macht es sich bemerkbar?

    Die ganzen Störungen etc. werden /sollen ja eigentlich durch BPF diskriminiert (HI), unterdrückt werden.

    Also warum diese Werbung?

    73, Jens

    Telegrafie - die einzige Digitalbetriebsart die Analog besser ist.

  • In den "vor-digitalen" Zeiten haben wir ein SSB-Signal erzeugt, indem wir den Träger mit Hilfe eines Balance-Modulators unterdrückten (DSB) und das gewünschte Seitenband durch ein Quarzfilter rausgefiltert haben (SSB). Die Dämpfung der unerwünschten Signalanteile war einige 10 dB, aber eben nicht unendlich. Somit verblieb ein Rest vom Träger und dem anderen Seitenband im Signal. Auch das beste BPF konnte das nicht mehr unterdrücken.

    Das hast Du bei der digitalen Signalaufbereitung nicht, wie auch die Intermodulationsprodukte, die bei der "analogen" Verarbeitung entstehen.

  • Das hast Du bei der digitalen Signalaufbereitung nicht, wie auch die Intermodulationsprodukte, die bei der "analogen" Verarbeitung entstehen.

    Das ist ein frommer Wunschtraum, dass bei digitaler Signalverarbeitung "zero" also gar keine IM-Produkte entstehen. Intermodulationprodukte und harmonische Verzerrrungen entstehen durch jegliche Art von Nichtlinearitäten im Signalverarbeitungsweg. Auch die digitale Welt hat ihre Nichtlinearitäten, die allerdings oft geringer ausfallen. Das fängt bei der A/D Wandlung an, wo die Quantifizierungsfehler und Abtast-Jitter sich wie eine nichtlineare analoge Kennlinie auswirken. Nach der Digitalisierung sind es Rundungsfehler im Rechenprozess, die nichtlineare Effekte und damit IM erzeugen. Und auch in einem SDR werden im Frontend einige analoge Komponenten vor der A/D Wandlung und im A/D Wandler durchlaufen, die Quelle von IM Verzerrungen sein können.

    Im Sendezweig des QMX ist das etwas entspannter, da es sich um eine Eintonaussteuerung handelt. Da fallen keine Intermodulationsprodukte an, allenfalls harmonische Verzerrungen, die man allerdings durch einen Ausgangstiefpass filtern kann.

    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 3 times, last by DL4ZAO (June 12, 2024 at 9:05 AM).

  • Danke für die Infos.

    Da beim Ausgang das Signal durch ein UND geht hat man schon keinen Sinus mehr.

    73, Jens

    Telegrafie - die einzige Digitalbetriebsart die Analog besser ist.