Remembering times ...

  • Mit Erstaunen entdeckt:


    Ich kam auf den langen Weg zum Amateurfunk, weil ich ganz früher unter der Bettdecke mit einem Kristalldetektor staunend hörte, dass es noch andere Stimmen gab...

    Später saß ich bei gutem Wetter mit einem Sony IC 2001 in der Nähe des Feldberges und versuchte den Qsos der Amateure zu folgen. Ich hörte für mich die ganze Welt, auch wenn sie nur bis in den Nahen Osten reichte.

    Mit verbesserten Sprachkenntnissen saß ich auf einem Berg in der Provence und lauschte einem Relais in Marseille und einem Liebespaar, das sich jeden Nachmittag auf einem Relais in der Nähe traf.


    Die Bedingungen verschlechterten sich für mich, SSB fand in Contesten statt, CW-Quasselrunden dünnten aus und FM war hinter einem Berg.


    2022 lernte ich, dass es Hotspots für DMR gab, hielt es für Spielerei, aber probierte es aus.


    Und es ist spannender als "Früher war alles besser!":


    Man hat eine gute Akustik, ich beschränke mich auf französische und italienische Sprachgruppen und das Radio liefert mir die Grundinformationen über das Call, den Standort. Ich höre Gespräche aus Sizilien, Sardinien, der Lombardei, der Bretagne, Canada, den französische Überseegebieten und manchmal rutscht ein Italiener aus Australien mit rein ...


    Ich kann wieder Wanderungen durch die Welt machen, mich überraschen lassen, Orte auf der Karte suchen, ... und wenn der Hotspot mal richtig läuft und ich übermütig bin, kann ich sogar QSOs nach Orgosolo fahren.


    Hajo

  • Hallo Hajo,

    mit 7 Jahren habe ich einen Elektronikbaukasten von Philips geschenkt bekommen und viel damit genaut und probiert. Nur das Radio wollte damals nicht so, wie ich. Dann die ersten Taschenradios modifiziert, erste Erfolge! Ende der 70er zum CB-Funk, 82 mit C-Lizenz zum Amateurfunk, 96 noch mit CW-Prüfung und Technikprüfung aufgestockt. Seitdem all die Jahre immer irgendwie auf UKW und Kurzwelle QRV gewesen, wenn auch durch Frau, Kinder und Hunde wenig Zeit ließen.


    DMR habe ich fast von Anbeginn mitgenommen, viel gelernt, vor allem am Rechner mit der Programmierung. Heute leider viel zu selten auf DMR qrv, aber wenn ich auf Reisen bin oder meine Freunde unterwegs sind, dann ist oftmals DMR der einzige Kontakt zu ihnen, egal ob in Spanien oder Norddeutschland. Eine tolle Sache, eine Bereicherung des Funks durch neue Technik!


    Gruß

    Stefan

    Strengt euch an! Der Tag versaut sich nicht von alleine! :D

  • Moin Stefan,

    mit 7 Jahren habe ich einen Elektronikbaukasten von Philips geschenkt bekommen und viel damit genaut und probiert.

    Du auch? Es war der Philips EE-20 Baukasten, den ich mit etwa 7 bekam. Musste natuerlich gleich mal die 8-Tasten Orgel bauen. Spaeter kamen einige Missetaten mit dem Kasten. Bei Karstadt gab es im Regal mit den Franzis-Taschenbuechern ein Buechlein ueber Minispione, mit Schaltbildern ...


    EE8 EE20 A20 – Hans Otten Personal Interests


    Aergerlich war immer, wenn beim vielen Experimentieren mal wieder ein Beinchen des AF116 HF-Transistors abgebrochen war, denn der kostete schmerzhaft viel Geld. Bis ich herausfand, dass beim Sperrmuell Leute mit ihren alten Fernsehern oft auch die separaten UHF-Konverter wegwarfen und da waren jeweils zwei AF139 drin. Jahre spaeter spendierten mir meine Eltern einen Trio (heute Kenwood) 9R59DS Empfaenger, der war noch komplett roehrenbestueckt:


    Kenwood 9R-59DS, Desktop Shortwave receiver | RigReference.com


    Mit diesem Empfaenger war es endgueltig zu spaet, die Lizenz wurde unvermeidlich.


    Frohes Neues Jahr Euch allen,


    Joerg

  • Moin,


    ich hatte als Schüler u.a. diese Kästen von Philips:

    EE 1003: Philips/Schuco Experimentiersystem

    EE1003 / 1004 / 1005 aus der 2. Generation.

    Die Lochplatten und Tonnenfedern sowie diverse Bauteile sind noch vorhanden. Die Bücher auch noch.

    Ja, damals... :)

    73 Michael, DF2OK.

    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

    "Lege keinen Wert auf diejenigen, die dich nicht zu schätzen wissen."

  • So, dann lasse ich Euch mal über den Zaun schauen ;) bei mir gab es den hier: Der Polytronic-Baukasten (jogis-roehrenbude.de)


    Der Rest war unausweichlich, SWL noch 1978 im zarten Knabenalter, erste Sendelizenz (als Mitbenutzer an einer Schwedter Klubstation), 1982, ... und es hält bis heute an.

    72/73, Tom 4 . .-


    Das schöne an einheitlichen Standards ist, dass man so viele verschiedene zur Auswahl hat.

  • Da hat doch Philips ganz gut an uns verdient! :)

    Ich hatte den Baukasten EE2050 bzw. der setzte sich aus zwei Kästen zusammen. Bei mir war also die Grundplatte schon aus Kunststoff und die Transistoren auf kleine Platinenplättchen gelötet. Deutlich fummeliger sie über diese Klammern und Federn zu drücken, aber besser für die Beinchen. Bei mir waren es schon BC-176 oder so, gestorben ist bei mir recht früh die Germaniumdiode. Ach ja, tolle Erinnerungen an Blinklicht, Martinshorn und Co...


    Aber wir erkennen, man muss mit Elektronik so bald als möglich anfangen. Mit 12 oder älter ist es vielleicht schon zu spät.


    Gruß Stefan

    Strengt euch an! Der Tag versaut sich nicht von alleine! :D

  • Lieber Herr Gesangsverein,


    es ist schon seltsam, welche Wege die Sozialisierungsverläufe der letzten 80 Jahre genommen haben. So scheint es, entsprechend der nicht repräsentativen Umfage so zu sein, dass ich der einzige bin, der über den Kommunikationsaspekt zum A-Funk gekommen bin. Kein Wunder, dass die ehrenwerten Mitglieder dieses Forums, alle hier gelandet sind.


    Um mich als nicht ganz so großen Technikzögerlichen darzustellen, möchte ich darauf hinweisen, dass mein Kristalldetektor von 1957 ein Omega 8 war, den ich nach einem halben Jahr Taschengeld sparen, auch noch selbst zusammenbauen durfte (Kein Löten nach Zahlen.)


    Hajo

  • es ist schon seltsam, welche Wege die Sozialisierungsverläufe der letzten 80 Jahre genommen haben. So scheint es, entsprechend der nicht repräsentativen Umfage so zu sein, dass ich der einzige bin, der über den Kommunikationsaspekt zum A-Funk gekommen bin. Kein Wunder, dass die ehrenwerten Mitglieder dieses Forums, alle hier gelandet sind.

    Hallo Hajo,

    bei mir war es einfach der Papa, der mich recht früh zum Amateurfunk gebracht hat. Als er Lizenz machte, war ich 2 Jahre alt (mein Großvater hat zwar nicht gefunkt, aber schon 1924 eine Hörerlaubnis gehabt) und so kenne ich mein Elternhaus eigentlich nur mit Shack, dem Geratter eines Fernschreibers, einer Mobilkiste im Auto und dem Geruch von Lötzinn :) Hat mich fasziniert, diese großen Kästen und so entstand dann logischerweise der Wunsch, selber aktiv zu werden.

    Nachzulesen unter

    Funkamateur DARC Hobby Amateurfunk DL3II

    Homepage Bert Ackermann Hesselbach DL3II

    Homepage Bert Ackermann Hesselbach DL3II


    73!

    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • Moin Hajo und Forengemeinde,

    dass ich der einzige bin, der über den Kommunikationsaspekt zum A-Funk gekommen bin.

    jein. Bei mir war es beides. Ähm... Ich hole mal "ein wenig" aus. ;)


    Ich hatte als Kind und später als Schüler schon gerne vorm Röhrenradio meiner Eltern gesessen und den Klängen gelauscht. Als Schüler hatte ich neben dem Spielen mit den Freunden draußen auf dem riesigen Betriebshof zum Austoben, drinnen gabs u.a. Lego. Anfangszeiten. Ferner TRIX-Metallbaukasten, Motoren und viele Dinge dazu. Überlege gerade, wie viel Taschengeld ich damals je Woche bekam... 70iger-Jahre, gab ja nicht viel. Jedenfalls ging alles für die Hobbys drauf. Neben Lego und TRIX, war die Märklin-Eisenbahn samt passender Faller-Autobahn im Winter bei mir im Zimmer auf dem Tisch. Später dann im Hobbykeller. Zu Luft- und Raumfahrt gehörte noch der Flugmodellbau. Damals waren Fernsteuerungen unerreichbar!


    So startete ich mit dem Fesselflug. Viele Brettmodelle sind entstanden. Das letzte samt Motor ist noch vorhanden. Damals gabs (zum Glück?) kein Internet. Nur Programme ARD, ZDF und später dann das Dritte sowie DDR 1 und DDR 2. Gelese. Wir haben viel gelesen. Das dickste und beliebteste war das Werkbuch für Jungen. Habe ich verschlungen. Steht hier noch im Regal hinter mir.


    Dort drin gabs u.a. auch die Anleitung zu Bau eines Detektorradios. Doch woher nehme ich den Spulendraht, Diode, Drehko, Kondensator und den hochohmigen Kopfhörer? Heute alles kein Problem, alles vorhanden. Aber damals als Schüler mit ca. 12 Jahren? Wir hatten in UE einen Bastelladen für Radioteile - Radio Harms - das war damals unerschwinglich. Aber ein Kollege meines Vaters konnte dann irgenwie aushelfen. So entstand dann der Detektor-RX. Ja, das war schon was!


    So vergingen die Jahre, immer irgendwie bastelnd. Dabei standen nur allereinfachste Werkzeuge zur Verfügung. Und ein kleiner Platz auf bzw. neben der Kartoffelkiste im kleinen Keller. Drillbohrer, Laubsäge, Tischchen; zwei drei Zangen, Schraubendreher. Hammer und sowas. Ein paar feine Schraubendreher. Aber keinen Schraubstock. Hat nix ausgemacht, man war ja kreativ.


    Apropos wachsen. Vor der regulären Schulentlassung hatte ich schon die oben genannten Elektronikbaukästen erhalten. Stunden Beschäftigung.


    So richtig stolz war ich damals auf mein kleines "Studio". Klar, heute zum Schmunzeln, aber damals? Hat mich bis ans Arbeitsende geprägt. Mit derlei Dingen (allerdings größer und moderner) hatte ich u.a. beruflich zu tun.


    Wie alt war ich da? 15 Jahre oder so...


    Die Schulezeit war vorbei. Beruf? Irgendwas mit Elektronik. Das Fernmeldeamt war mit Bewerbern übervoll, keine Chance. Also bei einem kleinen Betrieb in UE beworben. Der damals schon alt wirkende Meister wollte an sich keinen dritten Lehrling mehr haben. Er hat sich meine Basteleien daheim angeschaut. Ich durfte später an einem Tag Arbeitsproben herstellen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich konnte überzeugen, technische Fertigkeiten, Skalenseil auf einen TV-Tunerantrieb um zwei Ecken aufziehen, etwas Mathe und ein Diktat. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten, war, dass Peter, DL3LU+, Funkamateur war.


    Na, jedenfalls hatte er seine Funkstation rund 20km ausserhalb von Uelzen. Einsames Gelände. Damals eine riesige Anlage und noch größeres Grundstück! Von den ganzen -zig Lehrlingen, die er jahrzehntelang ausgebildet hatte, haben sich nur drei für die Antennenanlage, die Station und allem Zubehör interessiert. Er hat niemanden "gezwungen", das AFU-Hobby auszuüben. Der Funke musste einfach überspringen. Hat er.


    Wir waren oben im Shack. Drake-Line R4C, T4C, 1 KW-Pa, dazu 400W AM und und und... Er schaltete ein, 80m und sagte, ich solle mal eine SSB-Station einstellen. Hatte ich auf Anhieb recht sauber hinbekommen. Kein Mickey-Maus oder Grottenklang.


    Ich wurde ermutigt einen RX zu bauen. Siehe erste Fotos bei QRZ.COM. War eine "Line", hi. Bis auf 160m konnte ich mit Steckspulen alle damaligen Bänder bis 10m empfangen. Unter Dach war der erste Langdraht gespannt worden. Audion, Rückkopplung, Antennenanpassung - alles spielerisch gelernt. Ich habe als SWL auch mit dem zweiten selbstgebauten Gerät nach der Arbeit davor gehangen und allem gelauscht, was da kam. Teilebeschaffung? Ausschlachten. Neue Teile bekam ich zum EK. Blechbearbeitung mit Laubsäge. Eine elektrische Bohrmaschine war auch schon da.


    Bücher u.a. von Diefenbach und Schultheiss wurden als Standardwerke "verschlungen". Eines war die Geschichte des Guglielmo Marconi. Das Buch handelte im Kern darüber, wie er in der Villa die allerersten Funkversuche unternahm. Ist ja bekannt. Ich habe das, was er in dem Buch beschrieben hat, mit meinen einfachen Mitteln auf kleinstem Raum nachgebaut und kurz als wissenschaftlichen Versuch ausprobiert. Hat prima funktioniert. HF macht schon Spass.


    Wie gings dann weiter?


    Im Oktober 1975 war es bei mir die Fügung, dass ich Kontakt mit dem DARC OV H23 bekommen hatte, den mein Lehrmeister hergestellt hatte. Bislang war ich ja mit samt meinen Lehrmeister allein. Nun sollte ich weitere Mitglieder des OV kennenlernen. Es ging dort zu meinem ersten UKW-Fieldday und bekam Kontakt mit den anderen aktiven OM. Alt und Jung noch vereint. Ich wurde auch dort herzlich aufgenommen. Es gab bereits eine Jugendgruppe. Sie bauten Fuchsjagd-RX, 2m und dies und das. Also richtig aktiv.


    1977 nach Abschluss eines der Lizenzkurse in Uelzen gings zur Prüfung in die OPD-Hannover. Erst die Morseprüfung mit Tempo 60, dann die anderen Teile. Damals noch ohne Ankreuzen, alle Zeichnungen und Erklärungen handgemacht. Nach der Prüfung und den leckeren Bockwürstchen gabs in der Kantine darüber die Lizenz überreicht.


    Ab da war DF2OK in der Luft. Daheim hatte ich schon ein UKW-Gerät, ein HG70. Mit dem war ich dann abends - es war ein Freitag - auf der OV-Runde zugange. Die anderen Jungs hatten alle schon ihre Lizenz und so traf man sich. Tags drauf gings wieder nach Hannover, Firma Weiland. Dort einen Trio TS-520, Mikrofon MC50 sowie ein Tiefpassfilter gekauft. Die Junkertaste hatte ich ja schon. Antennen auch: FD4 von Fritzel. Zwei 10m hohe abgespannten Masten vor und hinter dem Haus. Im OV gabs 70cm ATV. Ich hatte einen UHF-Tuner aus einem Röhren-TV modifiziert. Aus dem Rothammel wurde ein 12 Elemente Gruppe für 70cm gebaut. Später dann kamen die beiden WISI UY12 dazu. Eine vertikal und eine horizontal. Eine GPA 30 rundete das Bild ab. Ich war - bis auf 160m, das damals noch mit extra Eintrag in der Lizenz zu arbeiten war (wie SSTV und RTTY auch), von KW bis 70cm qrv.


    Der erste Antennenmast durchs Dach war ein dickes Rohr. Dort zwei Kugellager drin und ein dünneres führte dadurch. Unten lag es auf einem Ausrücklager einer PKW-Kupplung auf. Gedreht wurde also unter Dach (wo ich jetzt wohne) das lange innere Rohr, an dem aussen alle Antennen für 2m und 70cm dran waren, von unten. Das Getriebe einer alten Buchungsmaschine diente als Antrieb. Die Anzeige der Richtung über ein Seilantrieb, Rad am Poti, damit 360 Grad auf 270 Grad runtertransformiert wurden. Die Anzeige samt der Umschaltung stand im Shack. Das Buchungsmaschinennetzteil steht immer noch im Shack von meinem Vater und versorgt die ganze Antennenumschalterei unserer beiden Stationen immer noch. Und das damalige Anzeigegerät ist jetzt dem Ham-M Rotor parallelgeschaltet.


    Ja, Hajo, ich habe nach der Erlangung der Lizenz das Mikrofon benutzt. Und lange geredet. Ging damals noch. Die Zeit von Cluster, PC, extrem Punkte sammeln und 59(9) TU gabs in dem heutigen Ausmaß noch nicht. Da war es kein Problem, mal ne Stunde auf 20m mit einem Australier zu schnacken, er aus Hamburg dorthin ausgwandert war und sein Einkommen als Busfahrer erhielt. Ja, lange Schnacks in deutsch und englisch waren an der Tagesordnung. Auch DX. Keine Drängler. Gab ja kein Cluster samt Clusterwolke.


    Ja, Hajo und MitlerserInnen, so habe ich in den vielen Jahren sehr viel gebaut, ausprobiert und auch stundenlang geklöhnt. Was man damals so durfte. Mit weiteren Geschichten könnte ich einige Ausgaben der Rubrik "Oldtimer erinnern sich" in der CQ-DL füllen. Soll hier reichen. Im Grunde habe ich viele Jahrzehnte für die Hobbys gelebt. Ja, Familie und Kind und Beruf gibts auch, keine Frage. Die kamen nicht zu kurz, keine Bange. Aber ich habe zum Glück keine HF-Bremse geheiratet. Und irgendwie profitiert sie ja auch von dem Funker, der noch andere Fähigkeiten hat.


    Achja, sie wollte nie Amateurfunk machen, zwei in der Familie reichen. Aber damals, 1979, jung verliebt konnte sie schon recht schnell "ich liebe dich" morsen. Das ist wahre Liebe. Und ohne sie sowie meiner verständnisvollen Frau gehts Leben nicht.

    73 Michael, DF2OK.

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    Edited 9 times, last by DF2OK ().

  • Moin Michael,

    Doch woher nehme ich den Spulendraht, Diode, Drehko, Kondensator und den hochohmigen Kopfhörer? Heute alles kein Problem, alles vorhanden. Aber damals als Schüler mit ca. 12 Jahren? Wir hatten in UE einen Bastelladen für Radioteile - Radio Harms - das war damals unerschwinglich.

    Woher nehmen? So:

    Teilebeschaffung? Ausschlachten.

    Sperrmuell, eine der besten deutschen Gepflogenheiten. Was habe ich damals alles abgegrast. Im Keller standen staendig 10-15 alte Fernseher in unterschiedlichem Zustand der Zerfledderung. Spulendraht kam aber meist von Trafos aus Sperrmuell-Radioempfaengern.

    Aber ich habe zum Glück keine HF-Bremse geheiratet.

    Da hatte ich auch Glueck. Keinen Muckser zu den nicht unbedingt huebschen Antennen im Garten. Nur das "Gepiepse" findet sie etwas seltsam. Als mal ein Gast fragte, was wir abends so hoeren (womit er natuerlich die Musikrichtung meinte), sagte sie "Deee det deee det ... deee deee det deee".


    Da muss man schon dankbar sein. Ich kenne OMs, die immer miese Feldstaerken produzieren, weil deren Herzallerliebste keinerlei sichtbare Antennen ueber dem Garten duldet.

    Die Zeit von Cluster, PC, extrem Punkte sammeln und 59(9) TU gabs in dem heutigen Ausmaß noch nicht.

    Am schlimmsten finde ich die weit zu vielen nicht enden wollenden Contests wie derzeit WTRC oder was immer. Selbst wenn ich abseits vom Getummel normal CQ rufe, kommen Leute zurueck, die nur auf 599 tu aus sind. Und oft irgendeine Nummer. Ein Hoch auf die Contest-Sperre fuer WARC Baender, das hilft wenigsten etwas.


    73, Joerg

  • Sperrmuell, eine der besten deutschen Gepflogenheiten. Was habe ich damals alles abgegrast. Im Keller standen staendig 10-15 alte Fernseher in unterschiedlichem Zustand der Zerfledderung. Spulendraht kam aber meist von Trafos aus Sperrmuell-Radioempfaengern.

    Moin Jörg,


    ja, damals war das als Kind nicht mein Ding. Oder besser - das meiner Eltern. Platz für so viele alte Kisten hätte ich eh nicht.

    In höherem Alter hier und da mal was im Vorbeigehen aus dem Sperrmüll geangelt. Später habe ich schon unsere Schrotthändler aufgesucht. Wegen Alu und sowas. War immer gut. War.


    Heute sind andere Zeiten. Regelmässige Sperrmüllsammlung gibts bspw. in UE nicht mehr. Nur auf Abruf. Einmal bis zu einem bestimmten Grenzwert kostenfrei, weitere Mengen gegen Geld. Hat seine Vor- und Nachteile. Die Vorteile überwiegen. Die Straßen bleiben sauber, nix wird zerfleddert und keine Vermüllung gewisser Stadtteile. Sturm verteilt auch nix mehr. Und die nervigen Sprinterkolonnen aus SP-Land, die auch mal was Falsches mitnehmen, bleiben aus.


    Was in den diversen Entsorgungsbetrieben landet, kann i.d.R. ebenfalls nicht mehr genutzt werden. Wenn ich beim Entsorgen beim awb in UE in den riesigen Container "5", der für alles, was Kleingeräte sind und Netzkabel besitzeb, gedacht ist, sehe, sehe ich viel Verwertbares. Das alles gehört allerdings dann dem Betrieb und sie geben auch nix her.


    Was allerdings von Ort zu Ort anders geregelt sein kann. Hier geht in den Dingen halt nix mehr. Auch nicht mit Vitamin B. Bleibt nur das Anlaufen der diversen Firmen, die mit Elektrik und Elektronik zu tun haben und nach E-Schrott fragen.

    73 Michael, DF2OK.

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    "Lege keinen Wert auf diejenigen, die dich nicht zu schätzen wissen."

    Edited 2 times, last by DF2OK ().

  • Auf dem Foto :
    Kyokuto Denshi FM144-10LA
    TRIO 9R-59DS
    Debeg E555


    Ich wurde 1967 im Alter von 12 Jahren von einem Mitschüler in der Realschule am Festland "infiziert". Zuhause am Wochenende baute ich dann den ersten Diodenempfänger mit dem ich auf Anhieb Radio Bremen auf MW empfing, bis DAN (Norddeich Radio) in Amplitudenmodulation Funkgespräche abwickelte. DAN (die Sendestelle hatte ich in Sichtweite auf der anderen Seite des Wattenmeeres) machte jede Art der Abstimmung platt. Als meine Mutter das mitbekam, bekam ich sie überhaupt nicht mehr vom Diodenempfänger weg.

    Später versuchte ich an Verstärkerröhren Draht anzulöten, was nicht ging und so besuchte ich die "Schuttkuhle" am Ostende der Insel um dort Platinen mit Röhrensockeln zu gewinnen.

    Ca. 1972 begann ich mich für BC -DX zu interessieren, schnell stießen wir auf die unbekannten SSB Signale, durch Überlagerung der ZF zweier Kofferradios demodulierten wir die ersten Funkamateure. Nach dem am Ostende der Insel Norderney ein Schiff gestrandet war, fiel mir bald der Seefunkempfänger des Schiffes in die Hände, ein Debeg E 555 ... so nahm das dann alles seinen weiteren Verlauf.

    HNY es 73 Karsten

    Edited 3 times, last by DK7BY ().

  • Moin Karsten,

    Ca. 1972 begann ich mich für BC -DX zu interessieren, schnell stießen wir auf die unbekannten SSB Signale,

    So aehnlich kamen vermutlich die meisten von uns zum Hobby. Ich im Prinzip auch. Die ersten QSL-Karten waren von Rundfunkstationen auf anderen Kontinenten und irgendwann hoerte ich seltsames "Gequake". Ein Trip zur Stadtbuecherei der naechsten groesseren Stadt, das waren immerhin 16km hin und zurueck mit dem Fahrad, brachte die Loesung. Man braucht einen BFO. Aha! Es war auch immer Eile angesagt beim Basteln, denn die Buecher durften wir nur vier Wochen behalten und viele der technischen liessen sich nicht verlaengern. Mein Kopierer bestand aus Hand, Bleistift und Papier.


    Richtig interessant waren alle die Flieger ueber den Atlantik, die sich bei Gander und Shannon meldeten und auch mal untereinander kloenten. Nach einiger Zeit hatten ich die Flugzeiten der diversen Gesellschaften fast im Kopf. IIRC war das irgendwo bei 8MHz. Etwas muehsamer wurde es, als immer mehr davon Selcal benutzten und wir ja keine Computer mit Sound Card hatten.


    Nach dem am Ostende der Insel Norderney ein Schiff gestrandet war,

    Ist es das alte Wrack, wo man hinwandern konnte oder vielleicht noch kann? Als sie uns in einer Kneipe fragten, warum wir bei diesem Schmuddelwetter da rauswandern wollten, sagte ich "Vielleicht koennen wir den Kahn wieder flottmachen und dann damit zum Faehranleger zurueckschippern". Das loeste bei den anderen Gaesten ziemlich Heiterkeit aus.


    73, Joerg

  • Quote

    Ist es das alte Wrack, wo man hinwandern konnte oder vielleicht noch kann? Als sie uns in einer Kneipe fragten, warum wir bei diesem Schmuddelwetter da rauswandern wollten, sagte ich "Vielleicht koennen wir den Kahn wieder flottmachen und dann damit zum Faehranleger zurueckschippern". Das loeste bei den anderen Gaesten ziemlich Heiterkeit aus.


    73, Joerg

    Moin Jörg,

    ja das ist das Wrack, ein Muschelbagger der einem anderen havariertem Schiff im Sturm zu Hilfe kommen wollte und dann selber festsaß. Reste sind immer noch zu sehen. Wir Insulaner betrachten alles als unser Eigentum, was das Meer so vor die Haustür spült, auch wenn das staatliche Vertreter anders sahen, durchsetzen konnten die sich in dieser Zeit kaum.

    73 Karsten


    Hier meine spätere Funkbude auf der Insel.

    Edited 2 times, last by DK7BY ().

  • Hier meine spätere Funkbude auf der Insel.

    Karsten, Drake-Line. Klasse!

    73 Michael, DF2OK.

    ~ AFU seit 1975 ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

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  • Tja, wenn alte Herren ("UHUs") die Erinnerungen herauskramen...

    ...dann muss ich mich natürlich auch dranhängen. ^^


    Mit 10 Jahren die ersten Radios, meist aus den 1930er Jahren, zerlegt. Mit einem Detektor-RX (noch mit Bleiglanz-Kristall) nachts dem AFN Frankfurt gelauscht. Dessen Feldstärke war so groß, dass 2m Draht als Antenne für brüllend lauten Kopfhörerempfang reichte. Später wurde ein VE301W auf Kopfhörer (in der RES164-Anodenleitung!) umgebaut. Hab's tatsächlich überlebt.


    Zu Weihnachten (1954?) kam der Kosmos Radiomann (der mit dem Holzbrett). Leider hatte es finanziell nicht für die Raumladegitter-Röhre gereicht.

    Ende 1958 wurde mein erster großer MW/KW-RX mit Görler Spulenrevolver fertig, mit dem ich auf allen Bändern dem AFu zuhören konnte. Für diese Investition musste ich 2 Jahre neben der Schule arbeiten und sparen. Fleißig CW mit einem geliehenen Tonbandgerät geübt (RPB, Diefenbach "Morselehrgang").


    Im Mai 1960 endlich die Lizenz bekommen. Dafür waren ja damals noch ein Mindestalter von 18J, ein polizeiliches Führungszeugnis und natürlich die CW-Prüfung erforderlich. War schon nett, als einziger der Schule funken zu dürfen.


    Durch zahlreiche Umzüge sind viele der später noch gebauten Geräte, Bücher und Bauteile bis auf wenige verschwunden (auch der sperrige RX mit Spulenrevolver). Der Rest ist im pdf zu sehen.


    Bei aller Nostalgie finde ich die heutigen Möglichkeiten für eigene Basteleien erheblich besser als in den "guten alten Zeiten", denen manchmal nachgetrauert wird. Man vergisst oft, dass damals viele Bauteile und Röhren unglaublich teuer waren im Vergleich mit heutigen, deutlich leistungsfähigeren Halbleitern, usw. Einen RX mit erheblich besseren Eigenschaften als jeder damalige Röhren-Spitzenempfänger zu bauen, ist heute wesentlich einfacher und auch viel billiger.


    So, das war mein Senf dazu.

    73 und HNY, Horst

    (Guck mir gerade auf CNN das Kasperletheater im US-Kongress an)

  • Moin Host,


    tolle Bastelprojekte. Meine aus der Zeit habe ich leider nicht fotografiert, da viele Projekte, einschließlich einer Endstufe mit 3xEL 519 auf Holzbrett mit Reissnägeln als Lötstützpunkte, bereits zu Zeiten ohne Sendegenehmigung realisiert wurden. Die Schaltung habe ich mitgemalt, als Arno, DL9AH, diese ausführlich Uwe, DK5LR auf 80m in SSB beschrieb.


    Mir ist inzwischen schleierhaft, wie ich als noch nicht lizensierter auf der kleinen Insel und am Festland an die ganzen Bauteile und Geräte gekommen bin, neue EL 152, neue RS1003, Quarze, Elkos, Panzerfunkgeräte, 11m Geräte etc. ich hatte immer reichlich. Eins meiner Geräte aus der Zeit ist jetzt im Skippers Inn auf der Insel ausgestellt.


    73 Karsten

    Edited 2 times, last by DK7BY ().