Kurzwelle -- Dämpfung durch Thermo-Isolierfenster

  • Hallo,


    in einem anderen Thread wurde ich darauf aufmerksam gemacht, das im VHF und UHF-Bereich eine (starke) Dämpfung duech Fensterscheiben erfolgt.

    Ich war mir immer unsicher:

    Ich habe meine magnetischen Loops direkt an das Fenster gehängt. Sollte ich diese lieber irgendwo im Raum deponieren? Sie werden zu 90% als RX-Antennen eingesetzt. Nur im Contest verwende ich sie hin und wieder als Sendeantennen.


    73 de Hajo

  • Moin,


    in Thermopenfenstern gibts oft einen Metallrahmen, der um die Scheibe herumläuft. Für VHF und UHF sicher mit ein Problem. Aber auch bei KW-Betrieb würde ich sie nicht zu nah an diesen Rahmen stellen. Einfach mal ausprobieren, ob bei einer Station mit mittlerer Feldstärke Veränderungen auftreten, wenn die Antenne 1m Abstand hat oder direkt am Fensterrahmen positioniert ist.


    Ich denke mir mal, dass die Problematiken erst bei sehr hohen Frequenzen zum Tragen kommen werden.

    73 Michael, DF2OK.

    ~ Das größte Elend gibt es doch nur, weil die Leute, denen es eigentlich gut geht, nicht mit dem zufrieden sein können, was sie haben. ~


  • in Thermopenfenstern gibts oft einen Metallrahmen, der um die Scheibe herumläuft

    Wenn es tatsächlich der Fall ist, dass ein umlaufend leitend geschlossener Metallrahmen im Fenster ist, dann wirkt das wie eine kurzgeschlossene Loop, die eine dahinterliegende Loop bedämpft. ansonsten wird das Fenster an sich wenig ausmachen. Ähnliches gilt für umlaufende Balkongeländer oder Armierungen im Beton.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Vor vielen Jahren fingen die ersten OMs an, mit MagLoops herumzuprobieren. Es gab damals einen Bericht in der CQDL, da hatte ein OM seine MagLoop dicht und parallel ans thermoverglaste Fenster gestellt und mit 100W gesendet. Nach ein paar Minuten tat sich ein Riss in einer der beiden Scheiben auf, weil der Metallrahmen, der direkt um die beiden Scheiben läuft, sich erhitzt hatte...

    Bei QRP wird das kaum zu einem "zerstörerischen" Problem werden, aber es gibt einen Energieentzug, der mit besserer Verkopplung intensiver wird. Diesen Energieentzug gibt es natürlich auch durch andere leitfähige Strukturen. In der aktuellen CQ DL gibt es dazu gerade einen m.E. recht gut recherchierten Artikel.

    73 Andy

  • Hallo und Dank,


    dann ist es wohl weniger das Glas als der Rahmen. Es läßt sich auf KW nur schwer testen.

    Die Loop steht in derselben Richtung und auf derselben Höhe wie meine horizontal aufgehängte Endfed.

    Auf 20m waren manchmal die Ergebnisse sogar besser, auf 40m hatte ich mit Glück gleiche Signale und auf 30m war die Loop besser, da angepasst.

    Aber meist nutze ich die Endfed. Den Test mit der 2 kW-Endstufe mache ich mal, wenn es draußen nicht so kalt ist ;)


    73 de Hajo

  • in einem anderen Thread wurde ich darauf aufmerksam gemacht, das im VHF und UHF-Bereich eine (starke) Dämpfung duech Fensterscheiben erfolgt.

    Das ist hier etwas OT, aber mich hatte das im anderen Thread schwer gewundert und mir erschliesst sich der Sinn solcher Glasscheiben nicht. Wie will man denn dann die Sonne zum morgendlichen Aufheizen einiger Raume nutzen? Das machen wir im Winter staendig. Abstrahlung bei Wolken oder nachts sowie ungewollte Sommeraufheizung unterdrueckt man hierzulande mit Alu-Lamellen, die manche per Motorautomatik laufen lassen.


    73, Joerg

  • In den ARRL-Antennenbüchern wird der s.g. "resonance breaker" beschrieben, ein gestreckter Schwingkreis, der an eine metallische Struktur gekoppelt wird, um diese bei einer bestimmten Frequenz zu unterbrechen.

    Das ginge im Prinzip auch mit dem Metallrahmen, der die beiden Glasscheiben zusammenhält - aber nur im Prinzip. Mechanisch ist das aufwändig und auch in dem in der Wand befestigten Fensterrahmen selbst ist zusätzlich oft nochmals ein Metallrahmen verbaut, der auch für Verluste sorgt...

    Aber die Idee des "resonance breakers" ist wirklich witzig, finde ich.

  • in einem anderen Thread wurde ich darauf aufmerksam gemacht, das im VHF und UHF-Bereich eine (starke) Dämpfung duech Fensterscheiben erfolgt.

    Das hat mich auch erstaunt. Solche metallbedampften Fenster kennt man aus Zügen und bestimmten öffentlichen Gebäuden aber in Privatwohnungen? Hab ich noch nie von gehört. Ich kann auch nicht feststellen, dass ich meinen Repeater hier mit der Handfunke schlechter rein kriege wenn ich am Fenster stehe, eher im Gegenteil.

  • Moin,

    Das ist hier etwas OT, aber mich hatte das im anderen Thread schwer gewundert und mir erschliesst sich der Sinn solcher Glasscheiben nicht.

    hier ist es noch mal erklärt: https://www.fensterbau-ratgebe…t-eine-isolierverglasung/


    Seit Anfang der 90er ist das Stand der Technik und auch im früheren Job in der Branche wurden die Gläser in der eigenen Isolierglasproduktion so gefertigt. Die Scheiben heißen hier übrigens nicht mehr Thermopane, weil das ein US-Unternehmen ist/war, die mal Iso-Glas als erstes produziert hatten. Das wurde dann zu einem Begriff wie "Tempo Taschentücher" ist aber nicht richtig.

    Die heutigen Scheiben sind auch nicht mehr einfach Isolierglasscheiben, sondern Wärmeschutzverglasung mit besserem Uw Wert.


    73, Tom

  • Das machen wir im Winter staendig. Abstrahlung bei Wolken oder nachts sowie ungewollte Sommeraufheizung unterdrueckt man hierzulande mit Alu-Lamellen, die manche per Motorautomatik laufen lassen.

    Die USA fliegen zwar zum Mond, aber in Bezug auf energieeffizientes Bauen und Wohnen ist es noch ein Entwicklungsland. Die klimatischen Verhältnisse sind vielerorts dort günstiger und Energie war bislang recht billig, das ändert sich derzeit.


    European Windows“ für die USA und Kanada



    73

    günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited 3 times, last by DL4ZAO ().

  • Die USA fliegen zwar zum Mond, aber in Bezug auf energieeffizientes Bauen und Wohnen ist es noch ein Entwicklungsland.

    Da ist was dran, aber per Beschichtung pauschal die Sonne auszusperren macht dennoch keinen Sinn. Wir sparen an sonnigen Wintertagen morgens eine Menge Energie, weil unsere Fenster die Heizkraft der Sonne nicht blockieren. Manchmal schiessen Ideen zur Ressourcen-Einsparung ueber das Ziel hinaus oder sind nicht vollstaendig durchdacht. So wie die QRP-Klosetts bei uns, wo man immer zweimal spuelen muss :)


    73, Joerg

  • Moin Joerg,

    Da ist was dran, aber per Beschichtung pauschal die Sonne auszusperren macht dennoch keinen Sinn.

    manchmal macht das schon Sinn, z.B. bei vollklimatisierten Räumen. Dafür gibt es Wärmeschutzverglasung, die beidseitig beschichtet ist, d.h. Innen- und Außenscheiben. Aber normalerweise ist die Beschichtung nur auf der Innenseite. Die Wärme darf rein, aber nicht raus (Link nicht gelesen?).


    Es ist auch nicht nur der Metallrahmen zwischen den Einzelscheiben einer Isolierglasscheibe oder einer Wärmeschutzverglasung, der Einfluss auf eine Antenne haben könnte. Je nach Größe und Qualität der Fenster befinden sich in den Kunststoffprofilen noch Stahleinlagen zur Stabilisierung. Also noch ein weiterer Rahmen, wobei das 4 Einzelstäbe sind (die aber durchaus durch die Beschläge und Verschraubungen elektrischen Kontakt untereinander haben können), während der Rahmen zwischen den Einzelscheiben wirklich ein verbundener Rahmen ist. Bei Holzrahmen gibt es Varianten, die auf der Außenseite mit Aluminiumblechen als Wetterschutz versehen sind, das sieht man aber. Alles in allem kann ein Fenster eine Aussendung oder den Empfang schon beeinflussen.


    Moderne Fenster sind nicht nur eine Glasscheibe, vom Aufbau des Rahmens (Mehrkammerprofile) bis zum Glas, vom Wärmeschutz bis zum Einbruchschutz. Wie immer, es kommt darauf an.


    73, Tom

  • Moin Tom,

    Aber normalerweise ist die Beschichtung nur auf der Innenseite. Die Wärme darf rein, aber nicht raus (Link nicht gelesen?).

    Schon, aber das ist nicht sinnvoll. Im Winter will man, dass die Waerme reinkommt. Im Sommer will man das nicht, denn dann muess die Klimaanlage unnoetig viel arbeiten und verbraucht mehr Energie. Sowas sollte dem Mensch ueberlassen werden, der das natuerlich ueber elektrisch betriebene Lamellen oder aehnliches automatisieren kann. Ok, kann man auch bei Metallbedampfung noch machen, doch hier nicht mehr:


    Im Sommer soll die Hitze von innen heraus koennen, naemlich nachts. Das senkt ebenfalls den Energiebedarf des Gebaeudes und das kann man nicht mehr, wenn man so eine blockierende Metallbeschichtung hat. Wir tun dies im Sommer ebenfalls, indem wir nachts die Alu-Lamellen auf lassen. Denn obwohl wir einen Verdunstungskuehler haben, der nur 10% des Energiebedarfs einer Klimaanlage hat, kuehlen wir das Haus im Sommer nicht voll auf 20C herunter, haetten aber gern einen naetuerlichen Temperaturabfall ueber die Nacht. Die Abstrahlung hilft dabei.


    Hier im Shack habe ich Kunststofflamellen und damit funktioniert das Handfunkgeraet bei Bedarf in jedem Fall. Regeln tue ich die alle von Hand, das dauert morgens und abends jeweils nur wenige Minuten fuer das ganze Haus.


    73, Joerg

  • Ging es nicht eigentlich um die Dämpfung und nicht um Sinn oder Zweck von solchen Gläsern ? ?( ?(

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • Moin Joerg,

    Schon, aber das ist nicht sinnvoll.

    Du kannst Dich gerne ans ift Rosenheim oder anderen Instituten wenden, dass diese seit über 30 Jahren sinnlosen Kram entwickeln und das alle Forschungsarbeiten auf dem Gebiet total falsch sind und warum man Dich nicht gefragt hast ;)


    73, Tom

  • Im Sommer will man das nicht, denn dann muess die Klimaanlage unnoetig viel arbeiten und verbraucht mehr Energie.

    Wohl kaum jemand hat in DL eine Klimaanlage in seiner Privatwohnung (und selbst in den meisten Büros nicht).

  • Nicht nur im Intercity .......

    Quote

    .... Unbeschichtetes Isolierglas wurde bis ca. 1995 verbaut und dann durch hauchdünn mit Metall beschichtetes Wärmedämmglas (Wärmeschutzverglasung mit sogenannter Low-E-Beschichtung) abgelöst. ....

    Quelle:https://www.deutsche-fensterbau.de/verglasung/  Bei Neubauten und Austausch dürfte das auch privat die Regel sein.

    73 Peter


    PS Wir haben auf unserer Südseite mit Terasse Sommer-Winter per Laubbäume gelöst, Sommer mit Laub und Schatten, im Winter ohne Laub Sonne fast pur. Allerdings ist die Wintersonne wegen tieferem Stand und kürzerer Dauer nicht so ergiebig. Im übrigen: Nachts ist es kälter als draußen, auch in USA.

  • In Südkalifornien oder Florida sind die klimatischen Verhältniss anders als in Montana der Minnesota. Der Bedarf an klimaneutralem Bauen und Dämmen ist in nördlicheren Breiten eher ausgeprägt.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Hat sich überlappt. Gerade Vermieter sind an die Energiesparverordnungen gebunden und müssen Nachweise vorlegen. Ich glaube kaum, daß Energieberater bei den Fenstern sich den Hinweis auf Wärmeschutz etc. verkneifen. Der Mieter kann den Nachweis verlangen. Ich glaube nicht, daß Neubauten und Energiesparhäuser ohne solche Wärmeschutzfenster überhaupt noch eine Baugenehmigung bekommen.


    M.W. erkennt man Beschichtungen an leicht violetten/bräunlichen Farbtom bei schrägen Sicht mit Gegenlicht. Bei uns (EFH) sind noch alte Thermopen Scheiben drin, Doppelverglasung, und auch bei mir steht ein Hinweis im Energiepaß. Aber .... da steht er gut, es rechnet sich einfach nicht wegen zu kleiner Flächen, mit Ausnahme beim Treppenhaus. Alles tauschen in Relation zum Haus auch nicht. Bei Austausch wegen defekt würde ich diese alten Scheiben vermutlich nicht mehr bekommen können -- und ohne Defekt tauschen wir nicht (Eigentümer).


    73 Peter