Magnetic Loop Abstrahlungstheorie

  • Folks!

    Bin grad' am Nachdenken über die Ausrichtung von Magnetloop Antennen. Die Diagramme zeigen, daß die Abstrahlung in der Achse des Ringes sind. Die Ringe sieht man meist senkrecht stehen. Durch den Ring hindurch geschaut ist das Minimum. Die Abstrahlung in der Ringrichtung erfolgt nach allen Seiten also nicht nur vorne und hinten sondern auch nach oben und unten.


    Nun die Frage die mich beschäftigt: nirgends werden die MagLoops liegend benutzt - warum? Abseits von Betrachtungen zur Polarisation der Abstrahlung ein liegender Ring hätte die Abstrahl-Minima nach oben und unten. Abseits von NVIS Anforderungen wäre das eeh gewünscht. Das wird aber nirgendwo so beschrieben. Ich vermute dafür gibt es einen Grund. Weiß jemand mehr dazu?

    OE1IAH

  • Ich vermute mal weil die aufrecht stehende Loop ein Drehrichtstrahler in 2 Hauptrichtungen ist und man so gut Störungen wegblenden kann. Ist natürlich in dem Fall eher vertikal. Würde sie liegen hätte man quasi einen horizontalen Rundstrahler ohne die Möglichkeit des ausblenden von Störungen. Die stehende Loop hat m. A. nach auch noch einen steilstrahlende Komponente was ja den längeren Bändern zugute käme.


    Meine Idee dazu.

    73´s Jürgen , ALT-512 SDR 10 Wtts, mittlerweile 50m endgespeist an der Luft + TS-790E für VHF/UHF mit Indoor X-30 und

    4-Ele LPDA. Moxon für 6m/4m ebenfalls Indoor .... Xiegu G90 mit Eremit 18 AH LiFePO4 und 12m Spidermast für outdoor.

    Member Log4OM Alpha- & Betatest Team

  • Bei einer vertikal aufgebauten Loop ist der Erhebungswinkel der Abstrahlung weitgehend unabhängig von der Aufbauhöhe.


    Bei einer horizontal aufgebauten Loop ist der Erhebungswinkel stark von der Aufbauhöhe abhängig. Die Antenne sollte in diesem Fall also sehr hoch aufgebaut werden.


    Es gibt eine Beschreibung der Strahlungseigenschaften zu den AMA-Magloops (früher Christian Käferlein, DK5CZ; jetzt von Wimo vertrieben).

    Siehe hier (auf Seite 9):


    http://www.kelemenantennen.de/download/AMA_Prospekt.pdf


    vy 73

    Uli DF7SC

  • eine liegend betriebe Loop muss AFAIR mindestens lambda halbe über Grund sein, damit sie flach strahlt. Und die Richtwirkung ist damit natürlich auch weg.


    Die stehend betriebene Loop hat dieses Problem nicht, da sie quasi alle Abstrahlungswinkel gut bedient. Plus die Richtwirkung.


    Auf alten Fotos von Christian Käferlein gibt es eine liegende Installation der großen Loop (40/80).


    vy73

    Thilo - dl7ame

  • Danke für die Antworten, scheint mir schlüssig. In der Anwendung gibts daher vorzugsweise die Senkrechte Aufstellung vermute ich mal. Montage > L/2 ist wohl auch oft ein bisserl hoch.

    -AH-

  • Nun die Frage die mich beschäftigt: nirgends werden die MagLoops liegend benutzt - warum? Abseits von Betrachtungen zur Polarisation der Abstrahlung ein liegender Ring hätte die Abstrahl-Minima nach oben und unten. Abseits von NVIS Anforderungen wäre das eeh gewünscht.

    Arnold, da hast Du Dir die Antwort fast selbst gegeben :)


    Wenn man eine liegende Loop nicht sehr hoch montiert, strahlt sie schraeg nach oben und wird (fast) zu einer NVIS Antenne. DX geht dann nicht mehr, zumindest nicht auf den unteren Baendern.


    Auf 80m machen Leute mit Mag Loops normalerweise kein DX und auf 40m auch wenig. Dafuer sind solche Antennen auch zuwenig effizient. Diese Baender nimmt man ja meist fuer lokale Runden oder CW Ragchews, selbst 30m noch. 20m und aufwaerts ist dann was anderes, doch da ist Lambda/2 Aufbauhoehe ja kein Akt mehr. Ausser bei mir, FAA-Restriktionen wegen Flugplatznaehe.

    Ich vermute mal weil die aufrecht stehende Loop ein Drehrichtstrahler in 2 Hauptrichtungen ist und man so gut Störungen wegblenden kann.

    Yup! Das kann besonders brauchbar sein, wenn man die nervigen breiten Brummglocken von Solaranlagen wegdruecken muss. Da die Mag Loop klein und leicht ist, reicht dafuer ein preiswerter Rotor fuer Fernsehantennen, was ein weiterer Vorteil dieser Antennen ist.


    Mag Loops werden oft als Wunderantennen angesehen, doch meine Meinung dazu ist inzwischen gemischt. Ich habe oft QSOs mit OMs versucht, die eine Mag Loop betreiben. Sie konnten mich gut hoeren, aber deren Signale waren auf meiner Seite schlecht bis unbrauchbar. OMs aus der gleichen Gegend mit Dipol, Vertikal, Inv Vee oder voller Loop und aehnlicher Sendeleistung kamen hier hingegen mit kernigem SNR an. Selbst OMs mit einer schraeg ans Balkongelaender der Mietwohnung geklemmten Butternut oder Hustler Mobilantenne kommen weit besser durch. Z.B. habe ich einen Bekannten in Arizona, der nur eine Mag Loop hat, doch alle QSO-Versuche scheiterten oder waren vom SNR her unbefriedigend. Mit anderen aus Arizona mache ich hingegen regelmaessig CW-Ragchews bei satten Signalen. Die Entfernung betraegt etwa 1000km.


    Ein anderes Phaenomen sollte man ebenfalls berueckschtigen. Moderne TRX haben oft Bandscopes. Da die Bandbreite einer kleinen Mag Loop jedoch auf den unteren Baendern bei wenigen kHz liegt, funktionieren diese Bandscopes damit nicht recht.


    Aktive Loops fuer RX sind etwas anderes, besonders wenn man lokales QRM umschiffen muss. Sie sind breitbandig und die Effizienz ist zumindest unterhalb von 15m nicht sehr wichtig. Deshalb moechte ich eine bauen, wenn ich einen zweiten Mast nebem dem Haus habe. Der muss leider auf die Einfahrtsseite, was bautechnich nicht trivial ist.


    73, Joerg

  • Nun die Frage die mich beschäftigt: nirgends werden die MagLoops liegend benutzt - warum?

    Dem ist durchaus nicht so. Zugegeben nicht häufig, aber ich erinnere mich durchaus,

    darüber schon gelesen zu haben. Da es für mich nicht relevant war, habe ich mir

    die Literaturstellen nicht gemerkt. Lediglich ein Artikel in der verblichenen 'funk'

    ist mir in Erinnerung. Ich werde mal danach suchen. Gruß, Jürgen DL2JMB

  • Manche Hersteller und Haendler erwaehnen die Moeglichkeit, ihre Mag Loops horizontal zu montieren.



    https://alphaantenna.com/commu…tic-loop-magloop-antenna/

    Zitat "Mount the loop horizontally on your mast to enhance Omnidirectional and NVIS performance".


    https://en.classicinternationa…/base-antennas/mfj-1788x/


    Zitat "Horizontal mounting results in an omni-direction horizontally polarized pattern that has a null straight up in the air and straight below the center of the antenna".


    73, Joerg

  • Ich hatte mal mit 4nec2 gespielt . Vertikal war bodennah gut und würde bis etwa 1/4 Lambda flacher mit mehr Gewinn, höher würde es wieder ungünstiger. Horizontal geht Lambda/2 hoch richtig gut, erdnah totaler Steilstrahler mit merklicher Bodendämpfung.

    73 Reiner

  • Ich hatte mal mit 4nec2 gespielt . Vertikal war bodennah gut und würde bis etwa 1/4 Lambda flacher mit mehr Gewinn, höher würde es wieder ungünstiger. Horizontal geht Lambda/2 hoch richtig gut, erdnah totaler Steilstrahler mit merklicher Bodendämpfung.

    73 Reiner

    Das kann man auch mit Überlegung erklären: Die Magnetic Loop erzeugt als Quelle ein starkes magnetisches Feld. Erst im Abstand entwickelt sich auch die elektrische Komponente für die elektromagnetische Welle. Wenn man jetzt dieses magnetische Feld direkt in dem Boden einer starken Dämpfung aussetzt, dann kann sich in flachen Winkeln nichts mehr ausbreiten.

    Auch vertikal sollte das magnetische Feld in der Nähe möglichst nicht stark gedämpft werden, also direkt in oder neben einem Stahlbeton Haus wird man keine besondere Effektivität erreichen können. Aber es ist einfacher eine vertikale Loop frei aufzustellen, als sie entsprechend hoch aufzuhängen. Und wenn man sie schon auf einen Mast baut, dann kann man auch die Richtwirkung gut nutzen.


    vy73, Karsten

  • Hallo OE1IAH,

    beim Kramen alter Papiere fand ich einen Aufsatz von OM Karl H. Hille DL1VU sk aus funk 3/98 S.48 :

    Die große Dreiecksloop bei HB9CZ

    Groß heisst hier zwar schon zig Meter, aber der Artikel enthält auch Hinweise auf einige weitere

    Literaturstellen zum Thema horizontale Loops.

    Irgendwo habe ich noch einen anderen funk-Artikel über eine ca. 3m-Horizontal-Loop, muss nur suchen.


    Der FUNKAMATEUR hat mal auf einer DVD mehrere Jahrgänge funk veröffentlicht.

    Wenn gewünscht, kann ich Dir auch eine Kopie der bei mir vorhandenen Horiz.Loop-Artikel schicken.

    Gruß, Jürgen dl2jmb

  • Hallo Günter,


    ein sehr interessanter Link, der auch die fließende Grenze (so ab 0,1 lambda Umfang) der Veränderung der Abstrahleigenschaften durch den ungleich verteilten Strom behandelt (Punkt4).


    Lesenswert für Praktiker ist auch der auf Seite 1 des Skripts erwähnte Link:

    https://www.nonstopsystems.com…radio_antenna_magloop.htm.


    Auf über 140 Seiten Messungen und ausgeführte Konstruktionen. Dazu noch einige eingebettete Videos und Dutzende Links auf andere Veröffentlichungen.


    Zur Drahtloop: ich hatte früher mal eine Vertikal-Loop für 20m, aus Platzgründen mit nur ca. 13m Umfang (quadratisch, 1,5mm CuL). Ging sehr gut trotz der geringen Höhe. Das Ding hatte keinerlei merkbare Richtwirkung - also praktisch Rundumstrahlung.


    73, Horst