Lampe mit Berührungssensor stört. Abhilfe ?

  • Hallo,

    habe ein Problem mit einer LED-Lampe mit Berührungssensor (keine China-Ware). Meine Antenne (MagLoop) steht auf dem Balkon. Die Lampe ist ca. 5m entfernt hinter einer Scheibe.

    1. Lampe stört auf 10Mhz. Nach Einschalten Rauschanstieg um ca. 20dB. Von 14...30 MHz keine Beeinträchtigung. Für niedrigere Frequenzen hab ich keine Antenne.

    2. bei 10MHz flackert sie im Takt der CW-Zeichen.


    Kann man das Flackern irgendwie unterbinden ?

  • Fragestellung 2: wo kommt die HF rein


    1. Zuleitung, mögliche Abhilfe: eine CMC

    2. direkte Einstahlung, Abhilfe schwierig: Abschirmung, nur wie?


    Nr. 1 ist einfacher zu eruieren; vielleicht hast du Glück, und das Problem ist damit behoben.


    wie man die Lampe entstört, ist schwieriger; evt. schafft eine Verdrosselung der Zuleitung in beide Richtungen für Ruhe

  • Hallo Uli,


    es wäre hilreich zu wissen, ob die Netzzuleitung zur LED-Leuchte an der Kopplung Leuchte - MagLoop beteiligt ist. Die Zuleitung könnte als Antenne wirken.


    Bei der Klärung hilft ein klassisches Netzfilter (kein Klappferrit). Dieses Filter sollte bei 10 MHz wenigstens 20 dB Gleich- und Gegentaktdämpfung haben. Zur Not gingen auch mindestens 10 dB. Dieses Filter schaltest Du vor die Leuchte. Die Netzleitung zwischen Leuchte und Filter soll da natürlich nicht als Antenne wirken. Dazu faltest Du diese Leitung mäanderförmig und bindest das Bündel zusammen (Mäanderlänge etwa 15 cm).

    Wenn jetzt die Störungen deutlich geringer werden, spielt die Netzzuleitung eine wichtige Rolle. Dann hast Du auch einen Ansatz zur Verminderung / Behebung der Störungen.


    Wenn sich die Störsituation nicht oder kaum bessert, dann wirkt die Leuchte selber als Antenne und es wird komplizierter.


    Schreib mal, was sich ergeben hat.


    73 Ludwig


    P.S.: Ich sehe gerade, dass ich mit Pascal gedoppelt habe.


    Bei Nr. 2 nach Pascal wäre noch wichtig zu wissen, ob es eher das elektrische Feld oder das magnetische ist, welches für die Störung verantwortlich ist. Um hier voranzukommen, müsste man mehr über die Konstruktion der Leuchte wissen. Bitte auch nicht annehmen, dass es bei einer MagLoop eine magnetische Beeinflussung sein müsste. Bei 10 MHz baut sich in 5 m Abstand auch schon ein ordentliches elektrisches Feld auf.

  • Leider hab ich die Infos nur gehört und keine Feinheiten: Ein bekannter hatte auch das Problem, dass eine Sensorlampe flackerte: Ein erfahrender Funkamateur (und Elektronik Entwickler) hat das Problem mit genau einem kleinen Kondensator gelöst.


    Für den Ansatz müsste man aber die Lampe öffnen und die Schaltung grob extrahieren. Da würde man ggf. auch die Störquelle der Abstrahlung entdecken.


    Ohne in die Schaltungsdetails zu gehen bleibt nur der schon genannte Vorschlag mit dem Versuch die Versorgungsleitung als Interface auszuschließen: Ferrite auf der Leitung oder mit "Schnüffelsonde" versuchen.


    vy73 de Karsten

  • Ja, vermutlich strahlt das Sendesignal in den "Sensoreingang" der Schaltung der Leuchte ein. Bei solchen Leuchten dient ja das Gehäuse oder ein Teil davon als Berührungssensor. Mit dem erwähnten kleinen Kondensator wäre dann der entsprechende Eingang der Schaltung zu überbrücken. Da die Netzleitung vermutlich den "Gegenpol" zur Hand darstellt, könnte ein Netzfilter auch etwas bringen, müsste wohl aber eine recht hohe Gleichtaktdämpfung haben, der Sensoreingang ist ja hochohmig. Ein kleiner Kondensator ist natürlich deutlich eleganter als ein Netzfilter.


    Ob die fehlende HF-Überbrückung des Sensoreingangs was mit der Störung des 30m-Bandes zu tun hat, wäre abzuwarten.


    73, Ludwig

  • Uli, ein Klappferrit kann schon zur Diagnose helfen. Zuerst nahe an der Lampe um das ganze Netzkabel klemmen und beim Zuklappen sehen, ob der Rauschpegel auf 10MHz spuerbar abnimmt. Wenn nicht, dann nochmal nur um die Phase. LED-Lampen ziehen so wenig, dass der Ferrit dabei nicht saettigt.


    Naechster Test: Die meisten Balkons haben eine Steckdose und das Kabel in der Wand dorthin kann ebenfalls als unerwuenschte Antenne wirken. Stecke mal eine Verlaengerung mit Dreierdose rein, waehrend die Lampe leuchtet und sieh, ob dabei der Rauschpegel ansteigt. Die Dreierdose ist wichtig, weil sich die Kabel darin etwas aufteilen.


    73, Joerg

  • Hallo Joerg,

    ein Klappferrit kann schon zur Diagnose helfen

    ich habe mal grob die Wirkung typischer Klappferrite bei 10 MHz überschlagen. Laut Datenblättern liegt die Einfügeimpedanz (1 "Windung") bei 50 ... 100 Ohm, je nach Typ. In Sonderfällen kann der Wert auch etwa 20 Ohm betragen.

    Nach EMV-Untersuchungen liegt die Gleichtaktnetzimpedanz in Europa bei 60...70 Ohm (@ 10 MHz).

    Das ergäbe eine Dämpfung zwischen 5 dB und 9 dB, bei den Sonderfällen 2 dB.


    Erwischt man den güstigsten Typ, dann sollten die rund 10 dB bemerkt werden. Hat man andere Typen, dann werden die 5... dB vielleicht bemerkt oder auch nicht, die 2 dB wahrscheinlich nicht. Kann man sich nicht den bestmöglichen Typ aussuchen, dann ist der Test mit Klappferriten Glückssache. Deshalb hatte ich ein klassisches Netzfilter vorgeschlagen.


    Nach meinen Erfahrungen dominiert im MHz-Bereich bei solchen Situationen die Gleichtaktausbreitung von Störsignalen gegenüber der Gegentaktausbreitung. Deshalb ist bei der Filterung eines Leiters weniger Effekt zu erwarten als bei der Filterung beider Leiter (CMC).


    73, Ludwig

  • Klappferrite taugen hier in der Tat kaum etwas, zunächst haben die meisten solchen Ferrite eine zu kleine Permeabilität und weiterhin bringt man in der Regel nicht genug Windungen auf, um genügend Sperrwirkung zu erzielen.


    HIlfreich wäre sicher mal ein Blick ins Innere; ich nehm mal an, dass es sich um eine LED-Lampe handelt, die wohl intern nicht mit Netzspannung gespeist wird, also wird es ein (Schalt)Netzteil geben, welches ggf. nicht ausreichend entstört ist

  • Sowas kenne ich, hatte ich auch mal. Diese Dinger mit Touch-Sensor sind die Hölle. Hat im ausgeschalteten(!) Zustand auf allen KW-Bändern gestört! Dazu das Spektrum auch mal neben den Amateurbändern ansehen. Die Elektronik ist i.A. komplett vergossen. Ich hatte damals in die Netzleitung einen Schalter gemacht, sodaß das Teil im ausgeschalteten Zustand auch wirklich aus ist. Variante 2: Überlegen, ob man sowas wirklich braucht und entsorgen. Sorry für meinen pragmatischen Ansatz....


    73

    Marcus