Röhrenradio wieder beleben

  • Hallo,

    bei der Gelegenheit eine Frage: Weiß jemand, wo man einen Trenntrafo 230V/220V herbekommt? Möchte gern meine DDR-Nachkriegs-Radios, alles Allstromgeräte, damit betreiben. Die Netzspannung hier ist deutlich über 320V und zwei der Radios sind sehr dicht "gepackt" und werden auch ordentlich warm. Bei Frag Jahn Zuerst kann man sich sowas wickeln lassen, kostet aber biss'l was, so um die 70EUR.


    Vy73 de Bernd.

  • Hallo Bernd,


    weiter vorn in dieser Diskussion hatte Michael einen Link zu Reichelt gebracht. Wenn es NUR um die Spannung geht, also NICHT die sichere galvanische Trennung benötigt wird, dann wäre ein solcher Stelltrafo geeignet. Reichelt hat auch welche für eine kleinere Leistung im Sortiment.


    73 Ludwig

  • Falls aus alten Zeiten noch vorhanden, kann man auch zwei Halogen-Trafos zusammenschalten (220-12V - X - 12V-220V) .

    Bei X wird eine Halogen"birne" eingefügt, die für Strom- und damit auch für Spannungsbegrenzung sorgt.

    Durch die unvermeidlichen Verluste kommt allerdings hinten weniger raus, als man vorne reinsteckt.


    Peter

  • Bei geöffneten Geräten mit Netzanschluß sollte immer ein Trenntrafo benutzt werden.

    An dem dann aus naheliegenden Gründen (siehe Film) auch nur EIN Gerät angeschlossen werden darf.

    73 Michael, DF2OK
    "Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)."
    ~ DARC ~ G-QRP-Club ~ DL-QRP-AG ~ AGCW ~ FISTS ~ QRPARCI ~ SKCC ~

  • Danke für die schnelle Antwort, Ludwig,

    sollte aber schon ein Trenntrafo sein. Zum Reparieren hab' ich einen Regeltrafo zum Vorschalten vor den 1:1 Trafo. Vielleicht könnte man auch auf den 1:1-Trafo noch ein paar Wdgn auf die Prim.-Seite aufbringen?


    Vy73, Bernd.

  • Hallo Bernd,

    eben nicht! Je nachdem, wie dann der Netzstecker in der Steckdose steckt, kann auf dem Metallgestell dann die Phase liegen. Dann ist Masse eben nicht mehr Masse, sondern Phase!

    Die anderen von dir genannten Punkte stimmen auch, aber der Trenntrafo hebelt die Spannungen nicht aus, verhindert aber, dass man einen Schlag erhält, wenn man an das Gehäuse / Gestell fasst.

    Gruß

    Stefan

  • alles gut und richtig, aber es fehlt noch ein wichtiger Hinweis:


    sobald man irgendwo mit dem geerdeten Scope die Masse am DUT anlegt, besteht wieder Stromschlaggefahr

  • Au weihaaaaa , da habe ich aber in ein Wespennest gestochert :D:D:D .


    Nochmal eine Masse, genauer gesagt Schaltungs oder Gerätemasse ist und bleibt die Masse. Egal ob durch Trafo vom Netz getrennt, batteriebetrieben, oder direkt mit dem Netz, egal ob Phase oder Neutralleiter , verbunden.


    Ein netzgetrenntes Gerät braucht keine zweite Netztrennung . Sollte da ein Störschutzkondensator vom Netz zur Masse geschaltet sein muß man ihm vertrauen. Oder was macht ihr beim normalen Betrieb ????? - auch Trenntrafo davor ????? und was wenn der Trenntrafo einen Schluß primär zu sekundär bekommt, noch einen Trenntrafo davor ..........

    Für solche Leute wäre es besser , die Elektroinstallation aus der Wohnung zu entfernen, denn ein Restrisiko gibt es immer.


    Nun klingt es auch so, als hätten viele hier eine feuchte Wohnung. Denn das Anfassen der Phase ist nur gefährlich wenn man mit den Füßen eine Verbindung zur Erde, Null oder Schutzleiter hat. Deshalb ist die beste Lebensversicherung einer ordentlichen Isolation dahingehend - notfalls Gummimatte auf dem Fußboden oder gar Gummischuhe, Gummihandschuhe und ein genügendgroßer Abstand zu geerdeten metallischen Geäten/Gegenständen.


    Grunsätzlich ist der Umgang mit hohen Spannungen mit vorhandenem Fachwissen verbunden. Denn in alten Radios sind die Sekundärspannungen des Trafos noch viel höher als die Netzspannung und somit noch viel gefährlicher. Eine Hand zufällig an der Masse und mit der in der anderen Hand gehaltenen Tastpitze abgerutscht und die sekundäre Wechselspannung mit Hand berührt - viel Spaß .....


    Wer vor der hohen Spannung Angst hat, hat in solchen geräten nichts zu suchen. Man sollte schon genau wissen , was man tut und auch einen gewissen Respekt und Aufmerksamkeit haben.


    Ich hoffe , ich bin nun einigermaßen verständlich rüber gekommen.


    Viele Grüße

    Bernd

  • Ich finde, jetzt wird von der 12V Generation gewaltig übertrieben. Im Profibereich (Service, Labor) ist es eine Sache des Arbeitsschutzes. Für den "Gelegenheitsreparateur" lohnt ein Trenntrafo nicht - der BTW wenn schon, dann nicht ein billiger 1:1 sein sollte, sondern ein robuster isolierender Powertrafo. Im Röhrenradio innen drin ist immer Spannung >12V, egal was und wie vom Netzteil kommt. Da muß man eben "Arbeiten unter Spannung" beachten oder es bleiben lassen.


    Ein Radio mit echtem Netzttrafo (getrennte Wicklungen) sollte auch ohne Trenntrafo kein Problem sein. Beim Allstromer ist es ziemlich simpel, den so anzuschließen, das die Masse auf Null liegt. Dann gilt alles genau so wie hinter dem Trafo ---- mit einem Unterschied: die Meßgeräte dürfen nicht geerdet sein (Schuko-Stecker, ....). Wenn man beim Scope nicht auf komplette Potentialfreiheit achtet (oder RVM mit Schukoanschluß - ist mir damit ab und an passiert) , oder dessen Masse an der Schutzerde hängt und mit Null Kontakt bekommt, dann fliegt ruck-zuck der FI raus und man steht im Dunkel. Also in dem Fall darauf achten, daß keine Verbindung Null-Schutzerde geschieht (bei messen, löten, und überhaupt).


    Ich habe nichts gegen Trenntrafos, in einer Werkstatt hätte ich immer einen. Aber .... ich habe E-Technik von der Pike auf gelernt und bin als Hobby mit Röhrengeräten groß geworden. Es geht auch durchaus ohne. Wer sich mit höheren Spannungen nicht auskennt, hat im Röhrengerät nichts verloren - mit oder ohne Trenntrafo.


    73 Peter