Erfahrungsbericht Drehbank APEX 300

  • Hallo zusammen,

    um das Themenangebot zu vervollständigen habe ich natürlich auch noch eine Drehbank im Keller. Wie es dazu kam:


    Als ich für mein Modell ein paar kleine Drehteile benötigte, habe ich die mit meiner kleinen Ständerbohrmaschine realisiert. Ich habe das Ding einfach auf die Seite gelegt und dann mit Feile und Säge bearbeitet, bis das Messing so ausgesehen hat, wie ich wollte. Allerdings ist auf diese Weise keine genaue Arbeit möglich. Ich dachte zuerst an eine Proxxon-Drehbank, aber die war mir dann für geplante zukünftige Projekte zu klein. Nach umfangreicher Suche bin ich dann bei der APEX 300 hängen geblieben. Diese Maschine gibt es auch noch mit anderen Herstellernamen, ist aber immer das Selbe.


    Ausführung:

    Die APEX ist ungefähr 45kg schwer und benötigt also einen stabilen Untertisch, damit man vernünftig arbeiten kann. Stellt die Maschine nicht zu niedrig auf, das geht fürchterlich auf den Rücken! Ich habe zusätzlich einen Unterbau mit 20cm Höhe gebaut, dass ich ganz aufrecht arbeiten kann.


    Der Support ist recht stabil und präzise ausgeführt, man muss ihn aber vor der ersten Inbetriebnahme gründlich vom Fett befreien und mit neuem Fett bestreichen, dass alles halbwegs leicht läuft. Die Werkzeugaufnahme ist im Standard zwar schon okay, aber mein erster Zukauf war ein Schnellwechselsystem. Leider kosten die wirklich guten Schnellwechselsysteme eine ordentliche Stange Geld, sodass ich mich für eine chinesische Variante entschieden hatte. Aber leider ist das nicht die goldene Lösung. Ich habe mehrfach versucht zu verstehen, wie dieses Teil funktionieren soll, hab dann selber Hand angelegt und etwas nachbearbeitet, um es zur Funktion zu bringen. Jetzt ist es okay und man kann ordentlich damit arbeiten.


    Winkelverstellung

    Am kleinen Support ist zwar eine tolle Winkelskala angebracht, aber ich habe bis heute nicht herausgefunden, wie ich den Support verstellen kann. Mein Verdacht, die Skala ist nur Attrappe...


    Bohrfutteraufnahme, Reitstock, Pinole

    Die Pinole ist eine feststehende Pinole, deswegen lohnt es sich, eine mitdrehende Spitze dazu zu bestellen. Man braucht sie nicht oft, aber wenn...

    Die Bohrfutteraufnahme ist mit Standardkegel ausgeführt, sodass hier genügend Zubehör verfügbar ist. Der Reitstock zu verstellen ist leider nicht gut gelöst. Die Hutmutter ist etwas versteckt im Reitstock eingelassen und man kommt mit dem mitgelieferten Maulschlüssel nur ungeschickt ran. Weiter ist die Führung des Reitstocks nicht so präzise ausgeführt, wie man sich das wünscht. Hier ist also deutlich Verbesserungspotential verborgen. Aber man kann sich auch hier mit etwas Übung gut behelfen, dass es passt.


    Das Angebot an Zubehör ist reichhaltig und im bekannten Auktionshaus verfügbar. Hier kann man sich reichlich austoben und nochmal viel Geld ausgeben. Es lohnt sich, qualitativ hochwertige Drehstähle zu kaufen, die auch etwas Standzeit mitbringen.


    Fazit:

    Mit einer maximalen Spannweite von 300mm und einem maximalen Spanndurchmesser von 80mm ist das eine optimale Maschine. Ich bin recht zufrieden und kann die Maschine fast vorbehaltlos empfehlen. Es ist allerdings auch notwendig, die Maschine mal ohne nennenswerte Belastung einlaufen zu lassen. So erst nach ca. einer Stunde Arbeit war alles leichtgängig genug, um schnell und sicher arbeiten zu können.


    Auch hier darf gerne mit eigenen Erfahrungen ergänzt werden oder Fragen zur Maschine gestellt werden. Die umfassenden technischen Daten zu dem Teil findet Ihr im Internet.


    Grüße

    Stefan

  • ...oder wie der Schwabe sagt: 'S isch alles vom gleicha Chines! :D


    Für den Heimwerker reicht das Teil ja durchaus.

    72! de Uli


    Bedenke! Amateure bauten die Arche, Profis die Titanic...