Erfahrungsbericht Fräse Proxxon Micromot MF 70 Feinfräse 230V

  • Hallo zusammen,

    um die neue Rubrik mit Leben zu füllen schreibe ich meine Erfahrung mit dieser kleinen Fräse.

    Die Fräse ist entsprechend dem Preis eine kleine, einfache Fräse, mit der auch nur überschaubare Teile gefräst werden können. Der Kreuztisch ist nicht sehr stabil und man darf nicht zu viel erwarten. Dennoch lernt man mit der Zeit, mit den Unzulänglichkeiten umzugehen und erzielt gute Ergebnisse. Das Zubehör dabei ist wirklich nur das allerwenigste. Ich habe mir den passenden Schraubstock noch dazu gekauft und diverse Teile selber hergestellt. So habe ich mir mehrere Unterlegschienen selber gefräst, einen Anschlagwinkel, der in die Nuten passt und auch noch eine kleine Platte, die ich während des Fräsens am Schraubstock einhängen kann, damit mich nicht immer die Späne in einen glitzernden Weihnachtsbaum verwandeln.


    Noch´n Tipp: Ich habe mir im Baumark so eine Gummimatte gekauft, die man unter die Waschmaschine legen kann. (Warum die aber 60x60cm sein muss, wenn die Füße mit 5x5cm zurechtkommen, erschließt sich mir nicht) Daher aus dem Rest ein Stück geschnitten, auf das die Fräse genau draufpasst. Dadurch reduziert sich der Lärm auf der Werkbank und die Fräse steht immer noch sicher genug.


    Die Aufnahme lässt leider nur Fräser der kleinsten Größen zu, mein dickster Fräser ist gerade mal 2,5mm im Durchmesser. Wenn man Kunststoff fräsen will, braucht es etwas Geduld, weil man mit niedrigster Drehzahl gerade mal ein Schmelzen verhindern kann, aber dafür kaum vorwärts kommt.


    Ansonst ist die Fräse pflegeleicht, hin und wieder ein Tröpfchen Schmierstoff an die Spindeln und Schienen und alles läuft.


    Weitere Erfahrungen gerne gewünscht!


    gruß

    Stefan

  • Hallo Stefan,

    endlich einmal etwas über Mechanik. Da kenne ich mich aus als Feinmechaniker. Der Bericht ist realistisch. Die Maschine mit der kleinen Motorleistung gibt eben nicht mehr her. Aber z.B. um

    Ausschnitte in eine AL-Frontplatte zu fräsen geeignet. Oder auch Schlitze in ein Gehäuse kann man damit fräsen. Man braucht, wie Du schon schreibst, Geduld.

    Mit der entsprechenden Aufnahme könnte man mit einem Sägeblatt eine Oberfläche schlitzen.

    Ich selbst tendiere zur FF500. Die ist aber auch mehr als doppelt so teuer. Ob ich mir das irgendwann als Rentner noch leisten kann, ist fraglich. Darum habe ich bisher nur eine Ständerbohrmaschine und fertige die Teile mit der Hand.


    Falls jemand Fragen zur Mechanik hat, kann er mich ausfragen...


    72 & 73

    de Jürgen, DF3OL

  • Hallo Jürgen,

    da sind wir ähnlich unterwegs!

    Der Nachteil bei etwas größeren Blechteilen ist aber der geringe Abstand zwischen Fräser und Säule. Hier kann es knapp werden, wenn die Öffnungen zu weit in Richtung Blechmitte sind. Dafür gibt es ja die Dekupiersägen. Oder Handsäge.

    Und leisten kann man sich alles, man muss nur lange genug darauf sparen! Du auf die Säge, ich auf meine Rente... :)


    Vielleicht finden sich ja noch ein paar OM, die auch Erfahrung in der Metallbearbeitung haben und sich hier austauschen wollen.

  • Moin,


    für Fräsarbeiten steht bei meinem Vater, 80km von hier und daher für mich nicht schnell im Zugriff, eine grössere 400V Standbohrmaschine mit X-Y Tisch. Die Maschine hat aber bestimmt schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel und wie genau die für meinen Bedarf wäre, muss ich noch mal ermitteln, wenn es soweit ist. Habe da schon lange nichts mehr mit gemacht. Ich will in diesem Jahr mein Projekt "Hobbydomizil" abschliessen, das ist erst mal noch viel Arbeit, Umbau des Nebengebäudes, was in der 50ern mal Waschküche war.


    Dann plane ich eigentlich für später mal, eine Fräs- und Drehmaschine aufzustellen, aber eher in Richtung Modellbau.


    Proxxon ist natürlich ein Begriff, ich habe eine Micromot 220/E ständig auf dem Basteltisch liegen und ein Bohrständer dazu muss auch noch irgendwo sein. Ich hatte da auch schon gestöbert. Die Maschinen haben ihren Preis und wie schon geschildert, Einschränkungen bzgl. der Größe.


    Ich bin beim Stöbern auch auf Optimum Maschinen aufmerksam geworden, die werden zwar auch nur in China gefertigt, aber mit Entwicklung und QM hier. Kennt Ihr die?


    Hier z.B. eine Fräse


    Interessant finde ich allerdings auch solche Projekte hier.


    73, Tom

  • Hallo Tom,

    ja, so eine kleine Handfräse habe ich auch noch für diverse Kleinarbeiten. Dazu auch von einem Zahnarzt mehrere kleine Zylinderfräser und Kegelfräser geschenkt bekommen. Das war letztendlich aber der Auslöser für eine "echte" Fräse, weil man von Hand einfach keine sauberen rechten Winkel erreicht.

    Ich kenne die Firma Optimum nur vom Hörensagen her und habe keine Info darüber.

    Gruß

    Stefan

  • Moin,

    so eine CNC Fräse ist aber auch schnell ein Hobby für sich.


    Man muss sich mit dem Zeichnen (CAD) und dem erstellen der reinen Streuerdatei CNC Code oder G-Code (CAM) beschäftigen.

    Wenn man diese Dinge kann, kommt noch ein finanzieller Aufwand und der Platzbedarf dazu.


    Danach hat man aber keine Angst mehr vor rechteckigen Ausschnitten.

    Meine erste Fräsversuche vor ca. 15 Jahren


    Ein weiterer Test


    Kann auch süchtig machen :)

  • Klasse Teil! Ja, sowas ist ein Hobby für sich!

    Und jetzt nur den Fräskopf weg und ein 3D-Druckkopf dran, fertig ist der 3D-Drucker...


    Solche Frästische sind nur lohnend, wenn man wirklich viel und oft etwas kompliziertes ausfräsen muss. Nur mal eben so für eine Fronttafel dürfte das oversized sein.

    Gruß

    Stefan

  • Hallo Tom,

    ich verwende Fräser und Bohrer von 0,6mm drm bis 6mm drm. Zum Planen auch mal einen Fräser mit 20mm drm. Dann aber auch mit nur geringer Zustellung.

    Früher habe ich jede Menge Holz gefräst für den Flugmodellbau. Aktuell nutze ich die Maschine weniger oft. Wenn dann für Leiterplatten oder Gehäuse.

    Einen 3D Drucker habe ich natürlich ebenfalls. Die Auflösung der Schritte liegt bei 0.025mm. Spiel ist beim Rütteln von Hand nicht spürbar, aber natürlich vorhanden, sonst würde die Maschine sich nicht bewegen lassen. Die Verfahrgeschwindigkeit liegt im Eilgang bei 40mm Sek.


    Die Fräse habe ich selber gebaut! Nur die Linearschinen und Kugelrollspindeln, Endstufen für die Motore und die Steuersoftware sind gekauft.

    Aber wie schon geschrieben, nur für Frontplatten etwas zuviel Aufwand. Die kann man sich dann besser bei Schaeffer bestellen.