Wimo GP-3 eigenartiges Phänomen

  • Hallo zusammen

    ich habe gestern die GP-3 aufgebaut, mit 3 passenden Radials, 5,44m-2,60m-3,6m Länge. Der Nanovna-F zeigt mir nach einmessen der Antennenlänge, Frequenzen, von 14,610MHz, 21,300MHz und 28,180MHz. Leider kam ich speziell mit der 20m Frequenz nicht auf die gewünschten 14,100MHz. Ein Längenänderung des 20m Radials brachte auch nichts. Nun dann habe alle Radials abgenommen, dann waren die Frequenzen wie gewünscht, jedoch ist die Abstrahlung ohne Radials nicht gut. Also 10m Radial wieder ran, 28,300MHz dann 20m Radial ran 14,150MHz und 21,090MHz nun kommt es, was ich nicht verstehe. Ich installiere das 15m Radial und schon ging meine 20m Frequenz wieder auf 14,610MHz, die sich auch mit Änderung der Länge des Strahlers und Radial nicht änderte. Ich habe dann das 15m Radial weg gelassen und erfolgreich auf 20m QSO gefahren, aber das ist doch nicht im Sinn der GP. Was mache ich falsch oder woran kann es liegen?

    Gruß Günter

  • Ja, die 2 vorhandenen liegen im 120 Grad Winkel, doch den 15m kann ich leider nur parallel zum 20m oder 10m verlegen. In diesem Fall liegt er parallel mit dem 10m. Die GP-3 ist mit einem Ausleger isoliert am Balkongitter befestigt. Ausleger für eine SAT Schüssel und darin ein kurzer GFK Mast, von einer GFK Angelrute. Ich habe auch schon probiert das metallene Balkongitter oder das Regenfallrohr mit anzuschließen, aber keine Veränderungen.

    73 Günter

  • Hallo Günter,


    da beeinflussen sich die 20m und 15m Radiale. Ich würde auf das 15m Radial verzichten, zusätzlich das Balkongitter und das Regenfallrohr als "Radial" anschließen.


    Dann ein paar Tage bei kleiner Leistung in WSPR senden und sehen, wie weit man kommt. Falls WSPR nicht bekannt ist, hier eine Anleitung


    Viel Spass mit der Antenne

  • Ich würde mal eine Mantelwelensperre am Einspeisepunkt montieren. Wie hoch ist die Antenne montiert? Ist sie frei von der Umgebung? Hast Du ein Mastrohr aus Metall, wie lange?


    73, Peter - HB9PJT

  • Eine Mantelwellensperre ist installiert, natürlich ist die Hauswand nur 1m entfernt,Mast wie schon beschrieben ein Stück GFK Rohr in einem Wandhalter für eine SAT Schüssel, der am Metallgitter des Balkons befestigt ist. Ich werde mal den Ratschlag des Regenfallrohrs in Betracht ziehen. Meine heute getätigten FT8 Verbindungen nach Nordafrika, Spanien usw waren alle okay.. Aber ich werde mal weiter experimentieren.

  • Hallo Günter,


    bei den Radials solltest du die richtige Reihenfolge der Montage mit Abgleich beachten. Du musst immer mit der höchsten Frequenz beginnen . Danach die etwas niedrigere .

    Die Drähte dürfen nicht parallel verlaufen , also alles schön versetzt . Ich kenne diese Probleme von meinem verschachtelten Multiband-Dipol , da musste ich auch auf Reihenfolge

    und auf Abstand achten. Aber so etwas funktioniert , ich habe dazu viel mit MMANA experimentiert und dort die realen Bedingungen eingegeben und es hat geholfen.

    73 de

  • Hallo die Runde,


    habe mir die Dokumentation aus dem Link von Michael, DF2OK , angesehen . Auf die Kürze konnte ich jetzt keine Vorgabe der Reihenfolge erkennen , nur indirekt , wo gesagt wird

    grob mit Teil "A" abstimmen. Das besagt, dass erst die höchste Frequenz abgestimmt wird dann mit Teil "B" auf der niedrigeren Frequenz . Mit den Radials wird der "Feinabgleich"

    durchgeführt. Würde dieses Gebilde ja mal gern mit MMANA nachbilden und schauen was da raus kommt , aber ich erkenne nicht was in dem Zwischenstück von A nach B eingebaut

    ist. Ist es ein Sperrkreis aus L und C mit 28MHz oder nur ein großes L mit einer Eigenresonanz von 28MHz . Wenn jemand mir da Angaben mit Maßen machen kann, könnte ich

    MMANA mal befragen . Aber ohne ist es mir ein zu großes Rätselraten . Günter , du hast in deinem ersten Beitrag ja geschrieben , dass die Antenne ohne das 15m Radial Werte bringt,

    die man akzeptieren könnte. Beginne nochmal mit dem Abgleich , es sollten schon alle Radials laut Vorgabe drann sein, zuerst mit 28MHz , Länge A und dann 14MHz mit Länge B .

    Was ergibt sich dann bei 21MHz ?


    73 de

  • Ich hatte einige Jahre ein GPA5 von Fritzel in Betrieb. Die Radiale sind sehr sensibel zu montieren und müssen auseinander laufen (parallel "geht in die Hose"). Sie sind im übrigen kein "Erdnetzersatz", sondern abgestimmte Dipol-Hälften (geknickter Dipol, keine Vertikal mit Erdnetz, bei der GPA5 von Fritzel ist für 80m nur die Vertikal wirksam, auch ohne Radiale). Verglichen mit Fritzels GPA ist es normalerweise so, daß auf 20m das längste Radial (3) und die gesamte Vertikal wirksam ist. Auf 10m das kürzeste Radial (1) und die Länge Vertikal bis zum Sperrkreis. An sich müßten es, falls wie bei Fritzel, zwei Sperrkreise in dem Gehäuse sein. siehe https://hofi.de/pdf/de/Vertikal%20Antennen.pdf . Auf Seite 4 im PDF ist es für die GPA30 (ganz links) recht schön gezeichnet. Ich habe damals auch Kompromisse machen müsen, aber direkt parallel ....... das mag die Antenne überhaupt nicht.


    Ich würde es bei den Maßen lt. Angabe für die Vertikal lassen wie beschrieben (sonst funktioniert es mit dem Sperrkreisen nicht richtig). Die A-Länge muß unbedingt stimmen. Bei B evtl. mal probieren, 20m müßte abstimmbar sein, aber evtl. auf Kosten von 15m - da vermute ich keinen echten Erfolg. An sich läuft die Feinabstimmung mit verkürzen der Radiale (umlegen, nicht absäbeln). Bei den Radialen kann evtl. in der Höhe des Fußpunktes etwas gemogelt werden, um die zwei "parallelen" wenigstens in der Schräge etwas zu entkoppeln. Die 120° rundum gingen bei mir damals auch nicht, aber spreizen soviel es eben geht, auch in der Höhe des Fußpunktes. Da ändert sich zwar das SWR, aber die Antenne wird funktionieren.


    73 Peter

  • Hallo Peter,


    danke für den Link . Werde das Dokument mal mit zu Hilfe nehmen bei der MMANA Anfrage. Das in dem Zwischenstück zwei Sperrkreise enthalten sind , ist sehr stark anzunehmen. Werde aber erst zum

    Wochenende dazu kommen die Simulation zu starten.


    73 de

  • Hallo Manfred

    ein 10m und ein 15m Sperrkreis sollten enthalten sein, denke ich. Ich bin jetzt folgendermaßen verblieben. Ein Radial für 20m, Länge 5,44m ein Radial für 10m Länge 2,54 und das Metallgitter des Balkonss, ca. 2,5qm mit der Antennenmasse verbunden. WSPR Test mache ich am Wochenende bisherige weitere FT8 Verbindungen erfolgreich. Mal sehen, wie es weiter geht.

    73, Günter

  • ...... das Metallgitter des Balkonss, ca. 2,5qm mit der Antennenmasse verbunden. ....

    Ich bin mir nicht sicher, ob das sinnvoll ist. Die "Antennenmasse" (Vertikal ??) entspricht einem halben lambda/2-Dipol (=L/4). Die vergleichbare Fritzel GPA 30 ist isoliert am Standrohr befestigt (Artikel (23) im Montageplan https://hofi.de/pdf/de/GPA%2030.25.pdf ). Damit erdest Du eine Dipolhälfte, falls das Balkongitter geerdet ist (sollte es eigentlich sein - prüfen !!). Ohne Erdung des Balkongitters verstimmst Du alles erheblich. Bitte behalte bei der Montage einen "geknickten Dipol" im Hinterkopf :) .


    73 Peter


    Nachtrag DF2OK: Fritzel hat bei den FBx3 Beams 10m und 15m Sperrkreis/Spule in einem Packet, nach der zitierten Doc (Teil 10 im Montageplan) auch bei der GPA 30, vermutlich ist es hier ebenso (Fritzel-Nachbau).

  • Zum Balkongitter: auch ohne armdickes Grün/Gelb werdet ihr erstaunt sein, welch niedrige Impedanz einbetonierter Stahl hat. Manchmal besser als der Hauptschutzleiter, hi. Den Anschluß an die Antenne an soetwas könnte man nicht resonanten am Boden liegenden oder vergrabenen (bedämpften) Radials gleichsetzen.

    Das Konzept der Antenne setzt aber offenbar auf L/4 elevated radials.

    Und ja, bei zu dichter / paralleler Annäherung verschieden langer radials "verschwinden" die kürzeren. Unschön, wenn aus L/4 plötzlich L/2 wird.....

    Eine prima Spielwiese zum Thema elevated radials ist ja die MP-1 / HF-P1. Erstaunlich, wie die auf verschiedene Radials reagiert.

    Ein Vorschreiber empfahl ein Sperrglied aufs Koax. Dem schließe ich mich gerne an....

  • Hallo Jochen,

    es ist ein uralter "Streit" seit den GPAs von Fritzel, ob die in entsprechender Höhe (Hausdach,...) als L/4-Vertikal (mit einem L/4 Radial pro Band als Ersatzerde/Gegengewicht) oder als "insgesamt elevated Knick-Dipol" läuft. Meine GPA5 war damals auf einem 20stöckigen Hochhaus und lief bei der Höhe super. Auf 40m war die Vertikal komplett außen vor und hat dafür 2 verkürzte l/4-Radiale. Das damalige Dach war ein Blechdach mit Brüstung und die Radiale mußten definitiv auf Abstand vom Blech und über Brüstungshöhe. Bei elevated und auch vergrabenen Radials bei Vertikalantennen wird es echt kompliziert (Bodenleitfähigkeit mit Boden-(Erdungs-)Verlust & Co.). Im Grund sind die Radiale nicht bedämpft, sondern strahlen Leistung (Verlust) in den Boden. Geht etwas ins Philosophische (Blickwinkel) :) .

    73 Peter

  • Volle Zustimmung.

    Btt.: wenn alle Radials ab sind und die Resonanzen stimmen, dann hat sich die Speisekabelhülle als Radial "geopfert."

    Resonante Radials lassen sich ebenso gern von nahem Metall verstimmen wie der Strahler selbst.

  • Hallo Günter,


    es könnten wirklich 2 Sperrkreise in dem Mittelstück verarbeitet sein. Das kannst du leicht herausbekommen, wenn das obere Teil für 20m mal nicht vorhanden ist , aber die Radials für 10 und 15m ,

    dann mit deinem Messgerät die Antenne prüfen. 10m sollte unverändert stimmen und dann mal die 15m kontrollieren. Interessant wäre das Ergebnis schon.

    So etwas wie du dort jetzt aufbaust habe ich horizontal gebaut , aber beide Seiten mit Sperrkreisen . Ich hatte unter Dach nur 2x9,5m zur Verfügung und es mussten alle Kurzwellenbänder rein .

    Für 60m muss ich noch mal etwas arbeiten aber die anderen Bänder ergeben seit vielen Jahren eine gute Grundlage für meine wenigen Aktivitäten.

    Deine Messungen mache mal direkt im Speisepunkt der Antenne , jedenfalls nicht mehr als 40cm Speiseleitung. Mal ohne und mal mit Balkongitter .


    73 de