Wie kann man die Qualität von Mantelwellensperren messen?

  • Hallo liebe Funkfreunde!

    Schon wieder eine meiner Anfängerfragen:

    Beim Testen einer endgespeisten Anjo-Antenne (23m lang) auf der Terasse als Ersatz für den Campingplatz fiel mir auf,

    dass das swr beim Einsatz einer selbstgebauten Mantelwellensperre aus Magnetperlen bei 80 m ca. 3,2 betrug.

    Dann habe ich eine bei einem pfälzischen Händler bekannter Qualitäten erworbene Mantelwellensperre angewendet und siehe

    da, das swr betrug auf 80 und 40 nur ca. 1,1 bis 1,2. Der Tuner des KX2 hatte nichts zu tun und auf 40 konnte ich mich mit

    5 Watt über hackgreen zurückhören.

    Jetzt würde ich gern mal Mantelwellensperren testen. Kann man das mit einem swr-Analyzer oder braucht man da ausgefeiltere

    Messtechniken?

    Für jede Antwort dankbar


    Hansgerd (DH1YBD)

  • Hallo Hansgerd,

    schau mal bitte auf die Seite von DG0SA (sk). Wolfgang-wippermann.de Dort findest du unter Balun Messung entsprechende Prüfschaltungen und hilfreiche Erklärungen.

    vy 73 Wilhelm

  • Hallo Hansgerd,


    die Qualität der Mantelwellen-Sperre kann vielleicht Dein SWR beeinflussen. Du solltest aber bedenken, dass bei einer endgespeisten Antenne de Aufbau sehr wichtig ist. Wie viel Zuleitungskabel vor dem Impedanz-Trafo liegt und wie hoch Du den Trafo von der Erde platzierst wird Dein SWR stark verändern. Durch den kleinen Strom (hohe Spannung) am Trafo braucht es wenig Gegenpol in der Zuleitung, aber etwas Länge solle man schon erlauben, bevor man eine Mantelwellen-Sperre einbaut. Der Trafo sollte aber schon etwas Abstand zur Erde haben, da sonst der Spannungsbauch am Ende der Antenne direkt in die Erde einstrahlt.

    Alles bis zur Mantelwellen-Sperre ist Zuleitung, danach fängt die aktive Antenne an!


    Zur anderen Frage, welch auch schon auf den vorher genannten Webseiten beantwortet wird: Um die Impedanz einer Mantelwellen-Sperre über Deinen Frequenzbereich zu ermitteln, braucht Du ein Gerät, die dieses Messen kann. Das wäre z.B. ein Netzwerkanalyser. Mit dem SWR-Meter kannst Du nur die Wirkung im Aufbau ermitteln. Aber bevor Du startest zu messen, solltest Du Dir denn Sinn und die Funktion solcher Mantelwellen-Sperren genauer anschauen.


    vy73 de Karsten, DD1KT

  • Hallo zusammen,

    kann dem Karsten nur zustimmen. Neben DG0SA haben auch DF1BT und vor allen Dingen DL4ZAO sehr gute Beschreibungen verfasst, auch hinsichtlich der Lage der Mantelwellensperre im Kabelweg. Einfach mal googeln. Als preiswerte Messmöglichkeit (50€) kann ich den nanovna empfehlen. Hat trotz seines geringen Preises eine ausreichende Genauigkeit wenn man die Kalibrierung sauber durchführt. Damit sind dann auch Dämpfungs-, Sperrdämpfungs-, Z-Bestimmung und natürlich SWR Messungen einfach durchzuführen.

    Bin im Moment dabei mich mal intensiver mit Strom- und Spannungsbalun zu beschäftigen und auch auszumessen. Da wird im Netz viel nachgeplappert und schöngeredet. Nur wenige prüfen es auch messtechnisch genauer nach. Habe auch Lehrgeld zahlen dürfen.

    vy 73 Wilhelm

  • Als preiswerte Messmöglichkeit (50€) kann ich den nanovna empfehlen. Hat trotz seines geringen Preises eine ausreichende Genauigkeit wenn man die Kalibrierung sauber durchführt.

    Hallo, wie an anderer Stelle möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass das kleine Gerätchen für unsere Zwecke sehr gut funktioniert. Die meist mitgelieferten Abgleich-Komponenten (SOL) sind aber nur für den KW-Bereich geeignet.


    Man sollte unbedingt ein gutes Abgleich-Set verwenden. Sonst wird man nicht glücklich. Das kostet gebraucht aber auch schon das doppelte des nanoVNA.


    Vy 73, Holger DL9HDA

  • Das kann ich nicht bestätigen. Wir haben in der Firma verschiedene Kalibrier-Sets (O,S,L) vermessen. Von mitgelieferten verschiedener nanoVNAs, vom Flohmarkt und von Ebay. Gemessen haben wir mit R&S ZNB20 VNA 100kHz-20GHz und alle waren gut bis Minimum 500MHz.

  • Morgen zusammen,

    wer sich mit dem nanoVNA näher beschäftigen will, sollte auf jeden Fall einmal die Seite von Gunthard Kraus, DG8GB, aufrufen. Dort findet man neben ganz vielen anderen Tutorials auch eines über den nanoVNA. Da sind auch nur die mitgelieferten Kalibrier-Elemente im Einsatz. Interessant und auch bei mir im Einsatz ist das PC-Programm

    nanoVNA-saver-v0.2.2-01.exe welches mehr Messpunkte zulässt und einfach durch die größere Bildschirmdarstellung besser lesbar ist.

    vy 73 Wilhelm

  • Liebe Funkfreunde,


    vielen Dank für die anregenden Informationen. Ich werde jetzt mal nach DG0SA einen Reisert-Balun wickeln und den

    vergleichsweise vor die Einspeisung hängen. Für das Nachvollziehen der Messmöglichkeiten brauche ich doch wohl

    länger.


    vy 73 Hans-Gerd

  • Hallo zusammen,

    habe gertade einmal einen vorhandenen Reisert Balun vermessen. Kernmaterial FT140-43 mit 14 Wdg (2x7) RG178 (PTFE).

    Schlechtestes SWR bei 30MHz 1:1,14.

    Einfügedämpfung sehr linear bei 0,38dB

    Sperrdämpfung (Mantelwellenunterdrückung)

    160m 29dB

    80m 34dB

    40m 38dB

    30m 40dB

    20m 41dB

    17m 40dB

    15m 38dB

    12m 37dB

    10m 36dB

    6m 28dB

    Gemessen wurde mit NWT500 und BG7TBL SWR-Bridge. Bevor Proteste wg. der Messbrücke kommen, sie ist mit anderen Brücken verglichen worden und schneidet im KW-Bereich sehr gut ab.



    vy 73 Wilhelm

  • Lediglich die Sperrdämpfung sagt hier in diesem Falle etwas über die Qualität des Strombaluns als Mantelwellensperre aus. Das SWR und die Dämpfung sind Eigenschaften der verwendeten 50 Ohm Koax-Leitung. Da würde man ohne den Kern etwa die gleichen Werte messen.


    Bei einer Leitung aus parallelen oder verdrillten Drähten ergibt sich oft ein von 50 Ohm abweichender Wellenwiderstand. Durch die Transformationseigenschaften der Leitung kann das Auswirkungen auf das SWR haben.


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

    Edited once, last by DL4ZAO ().