Anregungen für den Selbstbau von Portabelantennen und Zubehör

  • Hallo,

    Ich verstehe nicht, wozu man diesen Erdleitungskoppler bei einer nicht resonanten Antenne benötigt. Wenn die Antenne nicht resonant ist, braucht es ja sowieso einen Antennenkoppler.


    genau so geht es mir auch. Dies ist einer der Gründe, warum ich mir so ein Gerät einmal aufgebaut habe, nachdem ich mir einige Artikel dazu angesehen habe und auch mal in die MFJ-Manuals geschaut habe . Auch auf YouTube gibt es Videos zu dem Thema "artifical ground" bzw. "ground tuner", die man sich ansehen kann. MFJ hat derartige Tuner aktuell im Angebot und von Annecke gab es so ein Gerät ebenfalls einmal zu kaufen.

    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

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  • MFJ-931, ARTIFICIAL GROUND scheint dafür zu sein, dass RFI in der Station bekämpft werden kann, wenn man zwischen Erdung und Station eine Erdleitung hat. Mit dem MFJ-931 kann dann die Erdleitung kompensiert werden.


    Dies ist meiner Meinung aber nur erforderlich, wenn die Antenne nicht korrekt ausgeführt ist und die Erdung der Station zu einem Teil der Antenne wird. Wenn die Antenne korrekt aufgebaut ist und Mantelwellensperre oder BALUN eingesetzt werden, gibt es keinen Einsatzbedarf für eine künstliche Erdung. Wenn in einer Station RFI auftritt, wenn sie nicht geerdet ist, ist das ein klares Zeichen, dass die Antenne nicht in Ordnung ist.


    https://cdn.shopify.com/s/file…/MFJ-931.pdf?v=1586534089


    73, Peter - HB9PJT

  • Der Vorteil für mich liegt darin, das ich mich nicht mit theoretischen Betrachtungen oder Vermutungen beschäftigen muss, sondern mit einem realen Gerät ausprobieren kann, was man damit machen kann, oder ob es überhaupt einen Nutzen der Vorteil für mich bringt.

    Am besten ist man verbindet Beides, die theoretische Betrachtung mit der praktischen Erfahrung. Es ist immer gut, zu wissen warum etwas geht oder nicht geht.

    Wäre daher schön, wenn du über deine Erkenntnisse mit dem Erdleitungskoppler berichten würdest. An welcher Stelle möchtest du ihn einfügen?


    73

    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • Das war der Artikel, den ich gesucht hatte. Vielen Dank Frank und auch an Günter für die aufschlussreichen Artikel. Eigentlich hätte mir das mit "endgespeist" als Suche ja in's Auge springen sollen ... :-/
    vy 73
    Eike

  • Hallo Günter,


    bei mir steht die praktische Seite im Vordergrund, da mir hinsichtlich der Theorie vieles fehlt. ich muss mir da vieles anlesen und bin froh, das es Leute gibt, die die theoretische Betrachtung zu verschiedenen Themen in gut verständlichen Artikeln abdecken. 30 Jahre Amateurfunk-Abstinenz kann man nicht aufholen.

    73, Wolfgang

    DL2KI

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  • Hallo,


    die Tage habe einmal mit einem 58 ' Draht und dem Erdleitungskoppler einige Versuche gemacht.

    • Der Draht direkt (BNC-Adapter), über 1:1 Balun für undefinierte Impedanz, 1:4 Balun oder 1:9 Unun am K2.
    • Als Gegengewicht 1 x 4m, 2 x 4m, 1 x 8m, 1 x 8m + 1 x 4m direkt am K2, Balun oder UnUn.
    • Und das Gleiche mit dazwischen geschaltetem Erdleitungskoppler.


    Mit einem log. Pegelmesser nach DD7LP wurden die Feldstärken überprüft.

    http://www.darc-husum.de/pegelmesser.html


    Demnach gibt es keine großen Unterschiede, die den Aufwand der zusätzlichen Abstimmung des Erdleitungskopplers rechtfertigen würden. Alle Feldstärkemessungen bewegten sich ungefähr im gleichen Bereich. Von daher fällt dieses Anwendungsgebiet für mich aus. Möglicherweise wäre die Anwendung als zusätzliche HF-Gerätemasse denkbar, wobei ich hier im QRP-Bereich aber noch nie Probleme hatte.


    Also: Ein schönes Bastelprojekt und man hat halt so einen Erdleitungskoppler mal real ausprobiert. Wandert also zunächst mal in die "Vitrine".



    73, Wolfgang

    DL2KI

    DARC: DOK K08 • DL-QRP-AG: #3247 • G-QRPC: #13541 • AGCW-DL: #3944 • HSC: #1970

  • Kurzer Hinweis:

    auf Anregung eines einzelnen Herrn hab ich gut Geld für Material und ordentlich Zeit in das Projekt Quax investiert.

    Wens interessiert, der kann das hier ja irgendwo nachlesen...


    Besonders kurze oder kompakte Konstrukte sollten immer (frequenzabhängig) im Zusammenhang mit ihrer Umgebung betrachtet werden.

    Btt.: der Kreis schließt sich, dem TE gehts um portable Konstrukte. Im freien Feld benimmt sich eine kurze Vertikal eben deutlich besser als 1,5m vor der Hauswand am Balkon.


    Beispiel: die MP-1. Draußen im Feld, womöglich noch mit elevated Radials, beta match, für 40 und tiefer (mit längerem Strahler), da klappt das alles ganz gut. An der Hauswand eben nicht.


    73! Jochen

  • U01-Notfunkantenne (DL2KI-Version)


    Im Funkamateur 6/21 ist eine "U01-Notfunkantenne" beschrieben. Es kam der Gedanke auf, diese Antenne unter Berücksichtigung der eigenen "Standards" für portable Drahtantennen aufzubauen. Weitergehende Information zu der Antenne kann man in dem Artikel im Funkamateur nachlesen.

    • Die Litze wurde aus CAT5 Patchkabel gewonnen. Diese Litzen sind dünn, aber erstaunlich reißfest und UV-Fest. Die Verbindungsstücke (Isolatoren) zwischen den Litzensegmenten bestehen im provisorischen Aufbau aus 5cm langen Stücken Buchenleiste 10x10.
    • Für die Verbindung der einzelnen Litzensegmente wurden vorhandene einfache Lötstifte für Leiterplatten mit dazu gehörenden Aufsteckbuchsen verwendet.

    -      


    • Am Anfang der Litzen sind bei mir immer eine ca. 10cm lange, dickere Litze angelötet, die stabiler ist und sich in die Polklemmen am UnUn oder Balun gut einklemmen lässt.

       


    • Als UnUn wurde die schaltbare Version mit einer Übersetzung 1:49 verwendet, der unmittelbar an die Antennenbuchse des TRX angeschlossen ist.




    • Alle Drahtantennen sind zugentlastet. Dazu wird ca. 40cm vom Anfang der Litze eine kleine Schlaufe geknotet. Hier wird ein Stück Schnur eingehängt, die an geeigneter Stelle am oder unter dem Stellplatz für den TRX befestigt ist. Dadurch ist ein versehentliches herunterziehen des TRX ausgeschlossen.




    • Die fertige Antenne wiegt in dieser Ausführung incl. einer einfachen Haspel aus dünnem Sperrholz ca. 78g und passt in eine Hemd- oder Hosentasche.




      Nach Anpassung des Probeaufbaus ergaben sich die folgenden Litzenlängen, die ca. 3-3,6% kürzer sind, als die im Artikel angegebenen Längen.

      Der Aufbau der Antenne sieht dann so aus:


    Es ist zweckmäßig, eine Möglichkeit einzubauen, um die einzelnen Litzensegmente in der Länge etwas anpassen zu können. Dazu wir der Draht etwas länger bemessen und im Teilbereich zurück gefaltet. Hier hat sich dazu folgendes Verfahren bewährt:


    Auf die Litze werden 2-3 Stücke Kabelmantel in passender Größe aufgefädelt. Innen muss der verwendete Draht 3 x durch passen. Dann wird die Litze durch eine Bohrung des Isolators gefädelt und entsprechend verknotet. An die überstehenden ca. 8cm werden die Steckverbinder gelötet. Ein Teil der Litze wird zurück gefaltet und durch die Kabelmantel-Stücke gefädelt.


    Das Ende der Schlaufe wird mit einem Stück Draht am Isolator fixiert, da sich die Schlaufe ansonsten bei Zug wieder aufzieht. Anschließend wird das ganze durch schieben eines der Kabelmantel-Stücke an den Isolator fixiert. Diese Methode erlaubt die stufenlose Verkürzung der Lizenzsegmente ohne dass Behinderungen beim Aufwickeln der Antennen entstehen.


    Dieser Probeaufbau kann nun, z.B. mit anderer Litze und/oder kleineren, ev. flexiblen Isolatoren, weiter ausgebaut werden. Der Nachteil ist halt die relativ große Länge von ca. 42m, die man ja irgendwo unterbringen muss. Ich denke mal, dass man einen Schenkel aber auch abwinkeln kann.

    Ich hoffe, damit eine weitere Anregung für ein eigenes Antennenprojekt gegeben zu haben.


    Messergebnisse folgen im nächsten Beitrag:


    73, Wolfgang

    DL2KI

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  • U01-Notfunkantenne (DL2KI-Version) (Messergebnisse)


    Die Antenne wurde beim Aufbau mit einem miniVNA Pro vermessen. Die Übersichten sehen demnach so aus:


    Übersicht mit 40m Segment


      


    Übersicht mit 40m + 60m Segment





    Übersicht mit 40m + 60m + 80m Segment




    Bei dem UnUn lohnt durchaus der Aufbau einer schaltbaren Variante. Durch Umschaltung der Übersetzungsverhältnisse lässt sich die Anpassung bandspezifisch noch verbessern (s. Beispiel oben). Dies gilt auch bei der Verwendung des UnUns in Verbindung mit anderen endgespeisten Drahtantennen. Der Mehraufwand ist gering und die Bauelemente passen in das gleiche Gehäuse.



    73, Wolfgang

    DL2KI

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