4 Kanal Digital Scope mit diversen Rechenfeatures

  • Folks!

    Grad' ist was über den Elektor Newsletter reingekommen das einen "haben will Reflex" auslöst, den ich noch erfolgreich bekämpft habe. Ein 4 Kanal Scope wird da besprochen das durch die Digitaltechnik durchaus interessante Auswertefeatures hat. Mit 60MHz bei einem Kanal durchaus flott bei grad' um die €400,- der Preis ist bei den Features das Sensationelle.

    https://www.elektormagazine.de…ouchscreen-von-owon/20439

    73

    OE1IAH

  • Hallo Arnold,


    bedenke, dass sich zumindest bei diesem Gerät die Eingangsbandbreite Abtastrate von 60 MHz 1 GSample/s auf alle Kanäle aufteilt. Bei Messungen mit zwei Kanälen stehen nur noch 2 x 500 MSample/s zur Verfügung, bei vier Kanälen nur noch 4 x 250 MSample/s. Das soll "in diesem Preissegment üblich" sein, steht auf der angeführten Seite.


    72/73 de Ingo, DK3RED - Don't forget: the fun is the power!

  • Hi!

    Na klar Bandbreitenwunder gibt's keine, das hab' ich ja auch in meinem Posting geschrieben. Selbst bei 2-Kanal hat das noch eine brauchbare Bandbreite für KW bis etwa 30MHz. Die Anleitung schreibt aber über Oversamplung, für regelmäßige Signale durchaus ein Ausweg wenn's denn um schnelleres geht. Oft braucht man das aber ohnehin nicht so schnell für das Suchen am SPI oder ähnlichem und da ist es allemal dabei außer die ganz superschnellen. Klar hätt' ich sowas gerne im GHz Bereich zu dem Preis :-)

    Hab' Grad im Elektor-Shop gesehen, daß es auch eine 100MHz Version gibt und wie üblich dort für Abonnenten gibt's Rabatt.

    73

    OE1IAH

  • Hi,


    ich hatte mich vor ca. einem Jahr intensiv mit dem Thema befasst. Anstoß war ein recht günstiges Angebot in einer AFU-Zeitschrift. Ich hatte dann mehrere Typen verschiedener Marken im Preisbereich bis ca. 800 € genauer verglichen. Datanbasis waren die Gerätespezifikationen und Erfahrungsberichte "aus dem Internet".

    Das Fazit: Viele Geräte hatten deutliche Schwachstellen. Beispielsweise waren es beispielsweise wacklige Drehknöpfe und eine billig wirkende Verarbeitung oder instabil arbeitende Funktionen oder eine geringe Kanalisolation oder eine fehlende Funktion zur Übernahme des Bildschirminhalts auf einen PC.


    Wegen der guten Daten und meinem positiven Eindruck von der PC-Applikation sowie der Budgetgrenze bin ich dann bei einem USB-Oszi von pico Technology gelandet, mit 70 MHz Bandbreite, 2 Analogeingängen und 16 Digitalkanälen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Gerät sind positiv. Klar, man braucht immer noch ein Notebook zum Betrieb. Ursprünglich wollte ich einen "kompletten" Oszi. Andererseits ist der USB-Oszi erfreulich klein und das Notebook ist sowieso vorhanden. Ein Komplettgerät hätte wieder einiges vom knappen Platz gebraucht. Aber entscheidend für mich waren die guten Daten, mein Eindruck von der "App" und die gute Softwareunterstützung seitens des Herstellers.


    Noch etwas zu dem Gerät im ersten Beitrag:

    Die Kanäle teilen sich die Abtastrate, nicht die Bandbreite. Mit 1 Gsa/s könnten theoretisch Sinussignale bis 500 MHz erfasst werden. Die Bandbreite ist die analoge der Kanaleingänge bis zur Digitalisierung. Dies dürfte unabhängig von der Anzahl der genutzten Kanäle sein. Bei vier betriebenen Kanälen wären jeweils Sinussignale bis theoretisch 125 MHz fehlerfrei erfassbar. Darüber käme es zu Artefakten. Und hier kann ein Problem liegen. Bei 60 MHz sollte das Signal ja nicht mehr als 3 dB gedämpft werden. Bei 125 MHz muß aber eine sehr hohe Dämpfung vorliegen um eventuell vorhandene Signalanteile darüber nicht mit zu digitalisieren. Das Signal wird dann gegebenenfalls verschliffen aber es tauchen in der Darstellung keine Geisteranteile auf. Die Tiefpasskurve der Analogeingänge ist dann nicht so ohne. Die Flanke darf auch nicht zu steil abfallen um Überschwinger bei steileren Signalflanken zu vermeiden. Das Verhältnis 60 MHz zu 125 MHz sieht für mich etwas sportlich aus. Man müsste die analoge Übertragungsfunktion kennen um mehr sagen zu können.


    73 von Ludwig

  • Hi,


    Danke Ludwig für das genauere Lesen der Beschreibung und der Aufklärung zwischen Abtastrate und Bandbreite. Es führt, wie gesehen, ja doch immer wieder zu Missverständnissen.


    Ich befürchte, dass Deine geforderten Eingangsfilter nicht so ideal verbaut sind, zumal ja auch ein Kanal mit 1GHz Abtastung verwendet werden kann. Ein guter Filter ist aber auch nur notwendig, wenn man Signalanteile höherer Frequenzen mit in dem zu messenden Signal enthalten sind, die dann eben nicht unterdrückt, sonder wieder auf niedrigere Frequenzen "gefaltet" werden.


    Bei Scopes in der Preisklasse erwarte ich persönlich keine expliziten steilen Filter hinter jedem Analogkanal, sondern eher, dass höhere Frequenzen nur mit leichter Dämpfung unterdrückt werden. Wenn man nur einen Kanal betrachtet, dann hat man bei 500MHz auch mit einfachen Filtern bei 60MHz Bandbreite schon eine ganz gute Unterdrückung.


    Wenn man die Sinus-Amplitude einigermaßen genau bei 30MHz messen möchte, sollte man schon eine 3dB Bandbreite von 60MHz haben.


    Um die Eigenschaften eines 10MHz Rechteck-Taktes einigermaßen anzeigen zu können, sollte man eigentlich schon mindestens 100MHz Bandbreite haben. (Ein 10MHz SIgnal wechselt alle 50ns, bei 60MHz Bandbreite habe ich 8ns von low auf high und das nur mit 0.7 der Amplitude, d.h. 10-90% schaffe ich vielleicht in 16ns, somit ist ein Drittel des Signals in der steigenden Flanke angezeigt, d.h. jedes heute kaufbare Logik-Gatter hat schnellere Anstiegszeiten als mit 60Mhz Bandbreite angezeigt werden können) .


    Man sollte sich dessen bewusst sein, wenn man sich ein solches Oszilloskope mit begrenzter Bandbreite anschafft. Signale anzeigen und prüfen, ob sie da sind, geht - genauer bewerten und ausmessen ist dann aber eingeschränkt


    vy73 de Karsten, DD1KT

  • Hallo,


    mal zurück zur ursprünglichen Frage und zum Owon XDS3064E. Ich habe den Eindruck, dass der Autor des Elektor-Artikels von Owon gesponsert wurde und selbst wenig mit Scopes arbeitet. Ansonsten hätte er ja mal ein paar wirklich praktische Messaufgaben durchführen können. Es ist eine reine Beschreibung der Bedienfunktionen und der technischen Daten.

    Solche Artikel kann man sich getrost sparen, sie haben kaum verwertbaren Inhalt. Die Größe des Displays und sonstige technische Details finden sich alle im Web.

    Hauptsache billig und eine schöne Oberfläche - ist mein persönlicher Eindruck hier.

    73

    Markus

  • Moin,


    neben den Infos hier im Forum empfehle ich die Beiträge eines sehr guten Fachmannes, der mit dem Thema Scope seinen YouTube-Kanal begonnen hat und in Sachen Meßtechnikinfos meine Referenz darstellt. Die Rede ist von Dave vom EEVblog.

    https://www.youtube.com/user/EEVblog/videos

    Er wird von keinem gesponsort und ist sehr offen und direkt mit dem, was geht und logischerweise auch mit dem, was nicht geht.

    73 Michael, DF2OK
    Die Zeit minimiert die Löcher im Sieb der Bekanntschaften. (Clemens, 5.11.2004)
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  • Liebe OM's

    Zum Thema der Bandbreite bitte beachten:

    1. Die Eingangsbandbreite der Kanäle verringert sich NICHT, nur weil man 2, 3 oder 4 Kanäle benutzt. Das ist dem Analogverstärker, der für jeden Kanal einzeln da ist, völlig wurst. Aber man muss im Hinterkopf behalten, dass bei 60 MHz die Eingangssignale schon um 3dB falsch angezeigt werden, das sind nur noch ca. 70% des wahren Wertes.

    2. Ändern wird sich die Abtastrate, das steht auch so auf dem Datenblatt. Die ist 1GS/s für einen Kanal, für mehr Kanäle teilt sie sich auf. Wie hier schon geschrieben wurde, sollte mit wenigstens der 10 fachen Abtastrate verglichen mit dem Messignal gearbeitet werden, auch wenn das Abtasttheorem >2 fach sagt. Das wird bei 60 MHz bei 2 Kanälen schon eng.

    3. Eine Bandbreite über 60 MHz ist nett, hilft aber nur, wenn auch die Tastköpfe für die entsprechende Bandbreite gebaut sind. Auch wichtig: Umschaltbare Tastköpfe (1x/10x) haben die volle Bandbreite meist nur in der 10x-Stellung.

    Es sollte also schon alles aufeinander abgestimmt sein.

    73 de Heiko, DL2VER