Da ist er, der K4

  • Ja gut, das ist natürlich jenseits von allem Vertretbaren für mich; immerhin ist der TS-590SG ein Gerät das in einer ähnlichen Liga spielt wie der bekannte K3(S), aber für einen anderen Betrag.


    Ich lese da zwischen den Zeilen auch, dass das vom SDR bekannte Problem mit der Übersteuerung des ADC auch beim K4 ein Thema sein wird, sofern nicht die Preselection das abfängt, obwohl sich das, wenn man denn möglichst breite Spektren als Übersicht haben möchte, wieder verbietet. Das kommt also irgendwie der Quadratur des Kreises gleich; bzw. zumindest einem Abwägen der Präferenzen. Ganz so schnell scheint dann wohl das Superhet-Konzept noch nicht auf dem Müllhaufen der Technikgeschichte zu landen.

  • Ganz so schnell scheint dann wohl das Superhet-Konzept noch nicht auf dem Müllhaufen der Technikgeschichte zu landen.

    Ich beschreibe das so, Pascal:


    Wir wissen durch den Erfolg des K3 /K3S und durch Erfolg seiner inzwischen auf dem Markt befindlichen Nachahmungen von Mitbewerbern, dass Superhets bzw. Hybrid Geräte der richtige Weg sind. Durch die Markbeobachtung wissen wir aber auch, das abseits der technischen Betrachtungen die Mehrheit der Benutzer zur Zeit auf "Direct Sampling" schwört und das gleichzeitig Direkt Sampling Geräte erheblich kostengünstiger herzustellen sind. Verstärkt wird das ganze dadurch, dass wir sogar massiv angegangen wurden, weil unser K3S ja gar kein echtes SDR sei, Hybrid nur ein Begriff auf der Flucht nach vorne :-)

    Von daher liegt es nahe, einen Modularen "Mischling" zu konstruieren wodurch dann sowohl der Markt befriedigt wird als auch die Freunde von Hochleistungs RX das bekommen, was sie brauchen. :-)

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Das ist sicherlich ein vernünftiger Ansatz.


    Mir ging es mir der Spitze in diesem von dir zitierten Satz auch nur mehr um all die, die mit dem Erscheinen der SDR glaubten, man habe nun der Stein der Weisen gefunden und alles, was wir bis anhin gebaut und/oder verwendet haben, sei nur Mist gewesen. Das ist vielleicht ähnlich wie der Hype um autonome Fahrzeuge - da muss man glaub ich auch erst einmal die Luft rauslassen, um wieder zurück auf den Boden der Realität zu kommen.

  • Moin,

    Die Grundversion des K4 mit 100W wird bei (je nach Entwicklung des US$ Kurses, Lieferung soll Ende des Jahres beginnen) etwa 4500€, die 10W Version etwa 4000€ liegen.

    4.500EUR fuer einen Transceiver wuerde ich niemals ausgeben. Ich bin ja hier im Forum, weil ich Amateurfunk fuer ein paar Cent (etwas uebertrieben) mit Teilen aus der Restekiste machen kann.


    Ich bin ein ganz schlechter Kunde aller Hersteller von kommerziellen Geraeten, denn ich habe fuer mich festgelegt, dass ich kein fertiges Geraet mehr kaufen werde.


    73, Tom

  • Ich bin ein ganz schlechter Kunde aller Hersteller von kommerziellen Geraeten, denn ich habe fuer mich festgelegt, dass ich kein fertiges Geraet mehr kaufen werde.

    Finde ich gut so, Tom. Ich habe viele Jahre ausschließlich mit selbst gebauten Geräten gefunkt bis ich mir als erstes Fertiggerät ein preislich herabegsetztes Auslaufmodell, einen TS515 gegönnt habe. Der hat damals noch fast 2 Monatsgehälter. Was nie geklappt hat war der Selbstbau um Geld zu sparen. Wenn ich alle Modifikationen, Änderungen usw. die meine Geräte im Laufe der Zeit erfahren haben einrechne, wäre ich - und das gilt bis heute - mit Fertigkram günstiger gefahren. Aber es war ja mein Hobby, gehörte und gehört zur Lebensqualität.

    Ich bin ja hier im Forum, weil ich Amateurfunk fuer ein paar Cent (etwas uebertrieben) mit Teilen aus der Restekiste machen kann.

    Finde ich auch gut, Tom :-) und ich bin froh dass es solche Funkamateure gibt wil sie wichtig für die Erhaltung des Amateurfunks als Idee sind. Wir alle sollten aber nicht böse darüber sein, dass die Mehrheit der Funkamateure den Funkbetrieb, Conteste, DX Jagd usw. liebt und mit Selbstbau nichts am Hut hat und dafür fertige Geräte benutzt. Machen wir uns nichts vor, die Selbstbaugemeinde ist so klein, dass objektiv gesehen keine Firma sich leisten könnte ausschließlich für diesen Kundenkreis zu arbeiten.

    Seit Jahren ist es Fakt, dass z.B. QRPprojekt nur deswegen zu erträglichen Kosten Bausätze entwickeln, zusammenstellen und vertreiben kann, weil es so viele Elecraft Fans gibt und wir die einzige Elecraft Vertretung in Deutschland sind. Anders ausgedrückt: Wenn das Geschäft mit Elecraft Geräten gut läuft, können wir Bausätze fast zu Selbstkosten organisieren. Auch an den Elecraft Geräten ist die Handelsspanne nicht gerade üppig, aber sie reicht um bescheiden davon zu leben. Bei kluger Disposition sehen wir uns deshalb weiter in der Lage den Selbstbau im Amateurfunk durch Bereitstellung von Bausätzen zu fördern. Ohne Bausätze hätten wir kaum weniger in der Kasse, dafür aber sehr viel mehr Zeit, darüber habe ich oft nachgedacht, aber was solls, was ich angefangen habe das ziehe ich durch :-)

    73/2 de Peter, DL2FI
    Proud member of Second Class Operators Club SOC and Flying Pig Zapper #OOO (Certificated Kit Destroyer)

  • Moin Peter,

    als Idee sind. Wir alle sollten aber nicht böse darüber sein, dass die Mehrheit der Funkamateure den Funkbetrieb, Conteste, DX Jagd usw. liebt und mit Selbstbau nichts am Hut hat und dafür fertige Geräte benutzt. Machen wir uns nichts vor, die Selbstbaugemeinde ist so klein, dass objektiv gesehen keine Firma sich leisten könnte ausschließlich für diesen Kundenkreis zu arbeiten.

    Ich bin ja nicht einmal ein besonders guter Bausatzkunde ;-) Das liegt aber daran, dass ich ueber ca. 18 Jahre fast gar keine Zeit zum Basteln hatte und mehr oder weniger Amateurfunk nur sporadisch betrieben habe. Manchmal kommen Dinge ganz anders, als sie urspruenglich geplant waren. So habe ich immer meinen TS570DG benutzt und mich viel mit AFu Software beschaeftigt. Ich denke, dass wird sich bald aendern, weil ich dann die Raeumlichkeiten dafuer haben werde. Dieses Jahr noch fleissig umbauen und dann kann ich in mein 60qm Hobbydomizil einziehen :-)


    Ich bin da nicht boese drueber, dass es so viele "Steckdosenamateure" gibt, aber schade finde ich es schon, wenn es beim OV Abend nur um die Punkte vom letzten Contest und die Vorbereitung des naechsten Contests geht. Aber dafuer haben wir ja das Forum! Allerdings werden bei uns viele Experimente mit Antennen gemacht, auch selbstgebauten. Leider habe ich es zum letzten Antennentestwochende nicht geschafft.


    Auf jeden Fall wuensche ich Euch gute Umsaetze mit den Elecraft Geraeten!


    73, Tom

  • Ich hoff auch, dass sich der K4 dereinst gut verkaufen wird. Wenn es euch ermöglicht, andere Projekte kreuzzufinanzieren, ist doch das super für all die, die eben keine Elecraftgeräte kaufen und vielleicht doch mal was selbst bauen wollen.


    Ist auch schon eine Weile her, dass ich einen Bausatz gekauft und zusammengebaut habe; das dürfte damals 2010 der FA-NWT gewesen sein. Das diente aber auch nur dem Zweck, ein Messgerät zu haben, dass selbst konzipiert, kaum auf die Schnelle zu realisieren wäre, schon nur deswegen, weil mir damals das Wissen gefehlt hat. Heute bau ich alles selbst und lasse mich höchstens von bestimmten Techniken, die ich im Web finde, inspirieren. Ansonsten kann ich nur sagen, dass man auch für Bauteile zuviel Geld ausgeben und das Hobbybudget Monat für Monat überschreiten kann - dazu braucht es keinen Transceiverkauf :)


    Ich hab an sich mit dem viel gescholtenen Steckdosenamateur kein Problem. Womit ich viel mehr Probleme habe, ist mir der Alles-mit-möglichst-wenig-Einsatz-Mentalität. So stösst mir das ständige Geschrei von wegen zu anspruchsvoller Afu-Prüfung übel auf. Ich finde, es ist und bleibt ein technisches Hobby; wer sich also nicht zumindest mit den Grundlagen auseinandersetzen will, soll doch bitte in CB oder PMR einsteigen oder gleich dem Fussballklub beitreten. Dem Afu wird auf längere Sicht sicher kein Gefallen getan, wenn der technische Background des FA auf der Strecke bleibt. Aber das kapieren ganz viele einfach nicht.

  • Ich finde es interessant dass zwischen Ankündigungen und Markteinführung der Geräte mittlerweile schon so viel Zeit vergeht dass es hier schöne Überlappungen zwischen den Konkurrenten gibt. Wenn man also nicht markentreu ist kann man sich von Ankündigung zu Ankündigung hangeln und kauft am Ende nix weil die nächste Ankündigung vielleicht dann doch mal die persönlich gesuchte Kombination von Features enthalten könnte. Und warten lohnt sich ja wie man am Beispiel des neuen Kenwood gesehen hat, der nach 6 Monaten um 1000 Eur gefallen ist im Preis.

    73

    Markus