Schlechte Antennen und gute Radios

  • Hallo,


    ich habe auch länger gebraucht, mich der Realität zu beugen:


    In einem anderen Thread wurde auf einen Artikel von Kirk NT0Z, dem Autor von Stealth Amateur verwiesen. Abgesehen von den anderen Gedanken haben mich zwei Absätze getroffen:


    Quote

    As highlighted later in this column, our antennas define our experience of amateur radio. Crap antennas equal crappy experiences overall. And while hams from my generation are dreaming about tall towers with stacks of big Yagis (already having real outdoor dipoles and loops), many newbies are dreaming about a too-low wire dipoles hidden in their backyard trees, or outdoor antennas of any type. And while they dream they're messing with what are essentially expensive non-antennas, and they're wondering why ham radio isn't so nifty.


    These new hams are often surprised when I tell them that, if I could have a stack of killer antennas on top of a killer-high tower, I'd gladly trade my fancy new transceiver - any fancy new transceiver-for a 1970s Kenwood, Heathkit or Yaesu rig, which they view as anachronistic and completely useless. No questions asked. You can make up for a compromised radio, but you can't make up for a compromised antenna. Or can you?


    http://www.ei5di.com/jt.html


    Ich habe versucht mit kompromiss-behafteten Antennen zu arbeiten ... Es geht, aber irgendwann macht es keinen Spass mehr, wenn man mitbekommt, was mit einer richtigen Antenne möglich gewesen wäre. :cursing:


    73 der Hajo

  • Wie heißt es in der alten Amateurfunkweisheit: Eine gute Antenne ist der beste HF-Verstärker!


    73
    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)

  • DL1SDZ: "Ich habe versucht mit kompromiss-behafteten Antennen zu arbeiten ... Es geht, aber irgendwann macht es keinen Spass mehr, wenn man mitbekommt, was mit einer richtigen Antenne möglich gewesen wäre."


    Hallo Hajo,
    ja, es kann frustrierend sein, wenn Leute mit einer guten Antennenanlage und evtl. auch noch entsprechender Power Stationen arbeiten, deren Existenz ich mit meinen 5 Watt und einer GP nicht mal erahne, aber macht deswegen Amateuerfunk weniger Spaß? Amateurfunk ist mehr als nur das Jagen von seltenen DX-Stationen.
    Gemütliche ausführliche CW-QSOs innerhalb von Europa, QRPp-Experimente (siehe PA1B), Selbstbau, QRQ... Das alles sind Spielwiesen, die ich persönlich schätze, die mir Spaß machen und die für mich das Interesse am Amateurfunk aufrecht erhalten.
    Oder, um es mit Bonhoeffer zu sagen: "Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche."


    73!
    Peter DL3NAA

    DL3NAA
    Name: Peter
    QTH: Kehl (JN38VN)
    DOK B14, HSC 1023, VHSC 186
    QRP von 80 Meter bis 10 Meter CW


    Life is too short for QRP!

    Satis longa vita - Das Leben ist lange genug! (Seneca)

  • @dl1sdz


    Ich gebe mich mit dem zufrieden was ich habe , weil mehr " Antenne " geht nicht auf dem Balkon , mehr Leistung als 5-10 Watt kann ich mir auch von der Wange schminken weil die Antennen halt auf dem Balkon stehen ( short wire mit delta match 6m - 160m , mag. loop 10m - 30m , 1 ele delta loop für 4m ) .


    Um so mehr freue ich mich wenn ich " mal " etwas weiter weg gehört werde .

  • QSO's zu machen mit einer guten hohen Yagi Antenne und 1000 Watt ist keine Kunst, aber ein Kinderspiel. Wer das Anspruchsvolle sucht, macht es mit QRP und Drahtantenne.


    73, Peter - HB9PJT

  • Hallo,


    da ich an anderer Stelle meinen Werdegang schon beschrieben habe, hier die notwendige Fortsetzung:


    Da ich fast schon immer CW-QRP gemacht habe und die Antennensituation immer bescheiden war, sah ich die einzige Moeglichkeit meine "Ergebnisse" zu verbessern, in immer besseren Transceivern. "Ergebnisse" waren, da ich die Kommunikationskomponente (Gespraech) als eingeschraenkt empfand und immer mehr auf Email umgestiegen bin, mangels Reisemoeglichkeiten, das Sammeln von Laendern.


    - Diese Strategie ging weitestgehend auf. Bis auf die Tatsache, dass zum Schluss nicht mehr der Selbstbau sondern nur noch die Selbstzusammenschrauberei gefragt war.
    - Als ich digitale Betriebsarten im QRPP-Bereich entdeckte, erweiterten sich fuer mich die Moeglichkeiten.
    - Die naechste Erfolgsstufe setzte ein, als ich einen Panoramaempfaenger einsetzte und das Band leerfischen konnte.


    * Dann durfte ich die Antenne nochmals 5 m tiefer haengen.
    * Die digitalen Betriebsarten wurden von den QR0-Leuten entdeckt.


    Von den Bedingungen will ich nicht reden, da im selben Zeitraum ein OM wenige Kilometer weiter das DX-Bulletin abarbeitete mit Stationen, die ich noch nicht einmal hoerte.


    Ergebnis: Trotz bester Betriebs- und Geraetetechnik habe ich trotz fleissigem Bemuehen seit ca. einem Jahr kein neues Land mehr arbeiten koennen. Deswegen mein Thread:
    die Antenne setzt fuer mich die Grenzen.


    So habe ich
    - den digitalen Krempel abgebaut (kein Interesse mehr)
    - meine High-Techgeraete verkauft.


    ... und kehre wieder zu den Basics zurueck:
    - Drei gute Keyer
    - Rigs von Hans Summer, die an Empfindlichkeit sich mit den grossen messen koennen.
    - Und die gewohnte Vielfalt in der Einfachheit: je ein Geraet fuer 20, 30 und 40m.


    Meine "Ergebnisse"/Zielvorstellungen muss ich natuerlich neu formulieren.


    Fortsetzung folgt ... irgendwann, da es auch noch ein Leben ausserhalb des Amateurfunks gibt.


    73
    de Hajo

  • Hallo Hajo,


    jeder, der vor allem platzmäßig bzw. durch nicht mögliche Antennengenehmigungen und evt. auch finanziell eingeschränkt ist wird früher oder später beim DX-Jagen in diese Sackgasse laufen. Ging mir auch so. Dazu kommt noch das Leben "außerhalb der Afu-Kapsel". Wer eine große Farm in den Staaten hat und das nötige Kleingeld dazu kann natürlich reichlich aufrüsten. Trotzdem ist es eine Sackgasse, auch wenn man am Ende ganz oben ist. Man muss sich das mal verdeutlichen : Ich gehe in einen Online-Shop meiner Wahl, bestelle mir passend zu meinem Budget Antenne, Transceiver, Kabel usw. stecke das alles zusammen, installiere eine Software, drücke Tasten auf meiner Tastatur und freue mich über die Kontakte, die mir letztendlich die Entwickler und Erbauer von Antenne, Transceiver und Software ermöglichen.
    Ich bin damit ein reiner Konsument von Produkten - so wie ich auch die DX-Peditionen konsumiere. Was hat das mit Amateurfunk zu tun, außer dass ich dafür eine Lizenz benötige ? Für mich persönlich nicht mehr viel.
    Ich kann nur empfehlen, sich andere Spielwiesen zu suchen - so wie es in den Beiträgen weiter oben von anderen OMs schon beschrieben wurde.


    Mein Projekt ist gerade eine Webseite über meine Schurr-Morsetasten, die ich gesammelt habe. Ich kann mich jederzeit einloggen und daran arbeiten, unabhängig von condx und gerade aktiven Stationen ;) und lerne nebenbei viele Sachen über Wordpress, das einbinden von Videos, fotografieren von Objekten, Suchmaschinen-Zeugs uvm... alles ohne Stress


    73 !
    Markus

  • Hallo zusammen,
    bin seit über 30 Jahre qrv und hab noch immer Spass am Amateurfunk. Wäre ich Newcomer und würde ich mich hier einlesen, dann würde ich bestimmt dieses Hobby an den Nagel hängen. Hört doch auf zu jammern und Alternativen zu suchen. Schaltet eure "Kisten" ein und ruft CQ um die Bänder zu beleben.
    Die besten 73, Uli