automatische Antennenumschaltung

  • Hallo zusammen,


    ich habe hier eine eingeschränkte Antennenmöglichkeit und zudem noch ordentliches Störpotential durch digitales Kabel und vieles mehr. Von daher bin ich schon froh, dass ich an der Dachgaube meine Vertikal mit Tuner montieren durfte. Allerdings beschert mir das auf 80, 40 und auch noch bedingt auf 20m einen schönen Störnebel. Um diesem etwas aus dem Weg zu gehen, habe ich folgendes vor: Eine Miniwhip - Antenne ganz oben an den Kamin montiert als Empfangsantenne und sendeseitig dann auf meine Vertikal.


    Mit einem FT-2000 oder ähnlichem Gerät kein Problem, die haben die benötigte Technik schon eingebaut. Aber mein edler TS-850 hat diese Antennenumschaltung nicht integriert. Also mal nachgeschaut und folgende Lösung ohne Relais gefunden:


    http://dl6gl.de/selbstbau-trx/…pperfreies-antennenrelais



    Ist wirklich dieser Aufwand komplett nötig?
    Wozu werden die 138 Volt benötigt?


    Oder geht das Ganze auch einfacher?


    Die Schaltung sollte sicher 100 Watt aushalten. Und schnell genug sein, damit die Miniwhip von der falschen Seite keinen HF-Tritt in den Popo bekommt... :D Wer kann mir weiterhelfen?


    Gruß
    Stefan

    Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.


    John James Osborne, englischer Dramatiker, 1929–1994

  • Hallo Fabian,


    danke für die beiden links. Dass diese "OP am offenen Herzen" möglich ist, das wusste ich schon, aber ich hätte gerne die externe Lösung, damit ich alternativ auch ein anderes Gerät anschließen kann.


    Gruß
    Stefan

    Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.


    John James Osborne, englischer Dramatiker, 1929–1994

  • Hallo,


    Ich würde hier einen Koaxumschalter nutzen und diesen mittels Sequenzer umschalten. Beim FA gabs nen Bausatz oder Mal im Netz nachschauen.


    73 de Marco, DO7NE

  • Eigentlich habe ich an Selbstbau gedacht. Denn wenn ich mir vorstelle, hab ich doch das Ähnliche in jeder Endstufe drin. Oder auch in jedem Empfangsverstärker, der ja beim Senden umgangen werden muss.


    Klar, ich könnte eine ganz einfache HF-Erkennung machen und ein Relais schalten. Aber: Ich kenne auch die Schwierigkeiten von Sende / Empfangsumschaltrelais, die unter Umständen nach kurzer Zeit schon Kontaktprobleme machen können. Daher der Gedanke mit Dioden.


    Gruß
    Stefan

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    John James Osborne, englischer Dramatiker, 1929–1994

  • Hallo Stefan,


    eine elektronische Umschaltung sieht immer nach was aus und macht dabei kein Relaisklappern.
    Die 138V wird benötigt um HF der Endstufe vom Empfängereingang zu trennen. Im Empfangsfall
    fließt durch die 1N4007 ein Strom, so dass diese leitend werden. Hierbei ist ein Strom von mindestens
    6mA je Diode erforderlich, ansonsten ist die Durchgangsdämpfung zu groß. Im Sendefall müssen diese
    Dioden gesperrt werden, dies wird mit den 138V erreicht. Bei einer nun anliegenden Sperrspannung von
    etwa 126V ( 138V - 12V ) haben die Dioden nur noch eine sehr geringe Kapazität von so 1 bis 2pF meines
    Wissens nach.
    Bei der angeführten elektronischen Schaltung ergibt sich eine Sperrdämpfung von 40dB, dass sind dann unter
    1V Hf in Richtung Deiner Miniwhip. Diese Spannung zerstört Dir bestimmt nichts. Aber Deine Miniwhip sollte
    nicht zu nahe zu Deiner Sendeantenne stehen, denn es wird direkt in die Antenne eingestrahlt. Hier könnten
    Dir OMs , die so etwas nebeneinander betreiben, mal berichten, wie viel Abstand unbedingt notwendig ist.


    Stefan, eine einfache Relaisumschaltung mit Readrelais würde den geringsten Aufwand machen. Siehe Dir dazu mal
    die Schaltung vom Tramp8 an, hier wird ein Umschaltkontakt eines Readrelais verwendet. Die Umschaltzeiten liegen
    bei etwa 5msec . Da aber über 70V HF anliegen müsstest Du noch ein zweites Readrelais mit Schließkontakt davor
    schalten, so dass dann im Sendefall 2 offene Readkontakte in Reihe liegen. Die Sendeempfangsumschaltung
    ist direkt von der Taste abzuleiten, siehe ebenfalls Tramp8.


    Stafan, es besteht dabei noch ein Problem, Du musst im Empfangsfall Deine Sendeantenne abschalten, dass funktioniert
    aber nicht mit der angeführten elektronischen Lösung, ein einfaches Relais aber mit etwa 8A Schaltkontakte sollte es schon sein.



    73 de

  • Hallo Manfred,
    danke für die Erklärung. Das hilft mir jetzt ein gutes Stück weiter, was das Verständnis der Schaltung dient. Dass dann doch so viel Mehr dahintersteckt, war mir nicht so bewusst.


    Danke Uli für die beiden Links. Ja, eine Million Schaltspiele dürfte ich so schnell nicht erreichen. So nervös ist mein Finger nicht... :D Dann werde ich mich mal an eine Relaisumschaltung trauen.


    Zwei Relais in Reihe wegen dem Kontaktabstand klingt gut. Mit dem TS-850 könnte ich sogar die PTT-Steuerleitung für die Umschaltung nehmen, um die Überschneidungszeit zu verkürzen.


    Danke, ihr habt mir jetzt ein gutes Stück weiter geholfen.


    Gruß Stefan

    Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.


    John James Osborne, englischer Dramatiker, 1929–1994

  • Aber Deine Miniwhip sollte nicht zu nahe zu Deiner Sendeantenne stehen, denn es wird direkt in die Antenne eingestrahlt.


    Die MiniWhip mit ihrer kleinen Antennenfläche ist eine hochohmige E-Feldsonde, die aus dem Strahlungsfeld aufgenommene Energie ist gering. Sie wird zwar übersteuert, aber mit Schutzdioden am FET sollte sie es unbeschadet aushalten, hohen Feldstärken ausgesetzt zu sein. Man nimmt ja auch ähnliche Feldsonden zum Messen der Feldstärke.Viel kritischer ist die Einstrahlung auf den Kabelmantel der Zuleitung, die kann je nach Länge und Resonanz beträchtlich sein.


    73
    Günter

    "For every complex problem there is an answer that is clear, simple, and wrong" (H.L. Mencken)