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Beiträge: 47

Hobbys: QRP Eigenbau, Elektronik lernen

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1

Sonntag, 16. Dezember 2012, 00:10

Baugruppe 12, TX Treiber, Ruhestrom kann nicht eingestellt werden

Hallo Hobo Freunde,

ich bin nun bei Baugruppe 12, also der TX-Treiber und mal wieder
ein Problem:


Der Versuch den Ruhestrom einzustellen war nicht erfolgreich.
Ich drehe an P1, aber die Stromaufnahme (207mA) ändert sich nicht.


Im Allg. habe ich an meinem Hobo eine Stromaufnahme
bei der dunkle Anzeige = 78mA, bei der helle Anzeige = 113mA und
bei der helle Anzeige mit CW und Tune = 207mA.


Ist der T1 Mosfet RD06HHF tot ? Was und wie kann ich an den T1
in eingebauten Zustand messen, um zu prüfen ob er richtig funktioniert?


(Die Schaltung des TX treibers habe ich hier angehängt)


73 de DH5PM, Markus
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2

Sonntag, 16. Dezember 2012, 09:57

Hallo Markus

schönen Sonntag, den Hobo bekommst Du schon zum Laufen. Also fangen wir an...
- messe mal die Spannung mit der man die Ruheströme mittels P1 und P2 einstellt . Am Widerstand R11 wird auf der einen Seite
+8V -TX eingespeist, also im sendefall.. , auf der anderen Seite von R11 steht die Spannung für die Ruhestromeinstellung bereit.
Diese ergibt sich aus der Reihenschaltung der 3 Dioden , 2x1N4004 , 1xZD mit 4,7V , ergibt so etwa 6V.
Diese sollte man an beiden Potis messen.
-Liegt eine Fehlbestückung bei R6 vor , hier werden 5,6 Ohm gefordert, dies solltest Du auch am Source von T1 messen.
- liegt am Drain von T1 die Betriebsspannung an ?
- auf Senden schalten , die Spannung am Gate T1 messen und prüfen ob diese von 0V hoch geht beim Drehen am P1.
- wenn diese hoch geht, solltest Du am Source von T1 einen Spannungsabfall messen , bei 100mA müssten etwa
0,56V zu messen sein. Wie hoch dabei die Gate Spannung sein wird kann ich nur abschätzen und würde sagen,
so etwa um die 2V .
Markus , alle Messungen bitte mit einem digitalen Messgerät durchführen, wegen der Belastung des Messobjektes.

so , ich warte dann mal auf Deine Messergebnisse.

73 de
Manfred , dl3arw

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3

Sonntag, 16. Dezember 2012, 21:27


Hallo Manfred,

danke für die systematische Erklärung.

Die Dioden waren O.K. Summe = 6.1V.

Den Fehler habe ich nun schnell gefunden. Wie du sagst, erst muss überhaupt
eine Betriebsspannung an T1 Drain anliegen. Das war nicht der Fall. Hätte ich
drauf kommen müssen das erst zu prüfen.

Die Lötung an den Anschlüssen 1 und 3 des Tr1 war nicht richtig. Es war so als
wäre kein TR1 vorhanden. Auch nach dem erneuten Löten war nichts. Ich habe
den TR1 abgebaut. Dann habe ich den neu gewickelt (ich musste alles abschneiden)
und die Anschlüsse erneut aber nun richtig schön verzinnt und abschließend an
seinem Platz wieder gelötet.

Nun klappte es mit der Einstellung des Ruhestromes mit P1. Die Einstellung ist
sehr feinfühlig, aber machbar. Erst passiert nichts beim Bewegen von P1, aber dann
geht es raketenmäßig hoch. Mein Wert ist 307mA (207mA + 100mA).

Beim Einstecken des Pre-Selektors, dann max. Pre-Selektor Einstellung und
schliesslich
max. eingestelltem TX-Poti ist die Stromaufnahme 560mA. So richtig
heiß wird aber der T1 nicht. Nach etwa 10 -15s habe ich aber jedes Mal vorsichthalber
TUNE abgeschaltet.

Was ich an der Schaltung nicht verstehe ist die Funktion von C4. Wofür ist C4 da?

Nun geht es weiter mit Baugruppe 13 Sendestufe.

73 de DH5PM, Markus

4

Sonntag, 16. Dezember 2012, 21:35

Hallo Markus,


Was ich an der Schaltung nicht verstehe ist die Funktion von C4. Wofür ist C4 da?


Das ist m.E. etwas unglücklich gezeichnet.

C4 bildet mit Dr1 einen Tiefpaß und soll einfach nur die 13,8V gegen die HF abblocken.
73 aus Weimar

Thomas, DG0OFZ

5

Montag, 17. Dezember 2012, 09:39

Hallo Markus,

kurz zur Schaltung:
T1 soll Hf verstärken
Das Maß an Verstärkung wird bestimmt durch den Gleichstromarbeitspunkt und eventuelle Gegenkopplungen( hier R5,C2).
Der Gleichstromarbeitspunkt ergibt sich beim FET durch die Gatesourcespannung. Hier wird durch den Einsatz der Dioden D4,D5 eine temperaturabhängige Beeinflussung vorgenommen. R6 wirkt als Gegenkopplung sowohl für AC als auch für DC. Wird R6 mit einem C gebrückt, dann wird weniger gegengekoppelt.

Damit die an C1 eingekoppelte Hf nicht die Arbeitspunkteinstellschaltung beeinflusst, wirken R4 und C3 als Tiefpass.

Wie bereits schon vo meinem Vorschreiber angemerkt, wirken C4 und Dr1 auch als Tiefpass - anders ausgedrückt, C4 macht den unteren Anschluss des Übertragers zu seinem "kalten Ende". Er liegt also damit kapazitiv an Masse.

Was bei der Dimensionierung der Kondensatoren wichtig ist, dass ist sein Blindwiderstand Xc bei der betrachteten Frequenz. So werden die Kondensatoren dann mit steigender Frequenz immer kleiner. Bei hohen und höchsten Frequenzen bestimmen sowohl der praktische Aufbau und das Dielektrikum des Kondensators den möglichen Einsatzzweck.

Ganz allgemein möchte ich betonen, dass man jede Schaltung so oder ähnlich auseinander "pflücken" kann. Das macht die Eingrenzung von möglichen Fehlern etwas einfacher...

vy 73
Andy
DK3JI
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  • treiber.jpg
AK

6

Montag, 17. Dezember 2012, 21:57

Hallo Markus und liebe Bastelfreunde,

ich baue mir auch grad einen Hobo auf, bin aber erst bei
Baugruppe 10 angelangt und so konnte ich leider bis jetzt nicht viel weiterhelfen,
da Du mir immer etwas voraus bist! :-) Lese aber immer gern mit und umschiffe
dadurch vielleicht so manche Klippe,...

Ich habe mal den Schaltplan für Baugruppe 12 bezüglich des
Kondensators C4 und Deiner der daraus resultierenden Frage versucht etwas zu
"entflechten" und hoffe, das vielleicht jetzt besser ersichtlich
wird, welche Funktion er hat. Es wurde ja schon dazu geschrieben, daher nur ergänzend.


...
Was bei der Dimensionierung der Kondensatoren wichtig ist, dass ist sein
Blindwiderstand Xc bei der betrachteten Frequenz. So werden die
Kondensatoren dann mit steigender Frequenz immer kleiner. Bei hohen und
höchsten Frequenzen bestimmen sowohl der praktische Aufbau und das
Dielektrikum des Kondensators den möglichen Einsatzzweck.
...

Das ist bestimmt ein bißchen unglücklich ausgedrückt, auch wenn die meisten wohl wissen werden was gemeint ist! Vorsichtshalber möchte ich darauf hinweisen, das Kondensatoren mit steigender Frequenz weder kleiner werden 8| noch die Kapazität abnimmt ?( sondern der Widerstand es ist, welcher mit zunehmender Frequenz kleiner wird. ;)

Na dann viel Glück beim Aufbau Deines Hobos,
liebe Grüße,
Ingo - DO4ISL - 73
»DO4ISL« hat folgendes Bild angehängt:
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7

Montag, 17. Dezember 2012, 23:28

Hallo Ingo,

selbstverständlich meinte ich damit, dass man Kondensatoren mit kleinerer Kapazität einsetzt, wenn man Stufen für hohe Frequenzen aufbaut.
Die Formel für Xc kennt jeder Bastler...

vy 73
Andy
DK3JI
AK

8

Dienstag, 18. Dezember 2012, 05:52

Danke Andy, hatte mir es schon so gedacht, nun finde ich es auf den ersten Blick eindeutig was gemeint war! Die Thematik zum Kondensator ist so komplex, das sie gerade dazu einlädt über Missverständnisse zu stolpern. 8o

Liebe Grüße,

Ingo - DO4ISL - 73

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9

Dienstag, 18. Dezember 2012, 23:53

Hallo Hobo Freunde,

super danke für die Erklärungen. Langsam fange ich Schaltungen etwas besser
zu verstehen: da sehe ich Tiefpässe, Hochpässe, Spannungsteiler, Widerstände
für den Arbeitspunkt, Kompensation, Impedanz-Anpassung und anderes. Macht
echt spaß.

Bei der Masseverbindung von T2 zur Rückenwand war ich erstmals etwas
skeptisch ob das richtig ist. Die Oberfläche der Rückenwand ist ja eloxiert
(elek. isolierend). Also kann nur die Massekontaktierung zwischen der Oberfläche
der geschnittene Bohrung und das Schraubengewinde funktionieren. So ganz
tech. sauber ist diese Kontaktart nicht, aber der Widerstandmesser sagt, dass
die Masse doch gut kontaktiert. Ich denke bei der Leistung des Hobos macht
das absolut nichts aus.

Im übrigen habe ich die Massekontaktierung ähnlich wie von DK1RM in seinem
Bautagebuch berichtet mit einem zurechtgebogene versilberte Draht D0.5mm
ausführen müssen. Der Boden schließt einwandfrei bis an die Rückwand.

73 de DH5PM, Markus
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  • DSC_5253.jpg

10

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 09:51



Bei der Masseverbindung von T2 zur Rückenwand war ich erstmals etwas skeptisch ob das richtig ist. Die Oberfläche der Rückenwand ist ja eloxiert(elek. isolierend). Also kann nur die Massekontaktierung zwischen der Oberfläche der geschnittene Bohrung und das Schraubengewinde funktionieren. So ganz tech. sauber ist diese Kontaktart nicht, aber der Widerstandmesser sagt, dass die Masse doch gut kontaktiert. Ich denke bei der Leistung des Hobos macht
das absolut nichts aus.
Da hast du etwas falsch interpretiert, Markus. Die Kühlfahne darf auf Masse, muss aber nicht. Entscheidend ist, dass das Bein unten möglichst kurz mit Masse verbunden ist. Fatal wäre es, wenn die kurze Masseverbindung am Transistorbe fehlen würde und die Masse nur über die Kühlfahne kommen würde.

Zitat


Im übrigen habe ich die Massekontaktierung ähnlich wie von DK1RM in seinem Bautagebuch berichtet mit einem zurechtgebogene versilberte Draht D0.5mm ausführen müssen. Der Boden schließt einwandfrei bis an die Rückwand.

73 de DH5PM, Markus
Die Lösung ist ok, die im Handbuch vorgeschlagene Lösung mit der Lötfahne ist aber einfacher zu realisieren und bewährt.
73/2 de Peter, DL2FI
Don´t follow the path. Make one! (Helena Martins, Fotografin, die im Erwachsenenalter ihr Gehör verlor)

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11

Mittwoch, 19. Dezember 2012, 12:40

Hallo Peter,

die kurze Masseverbindung (auf der Leiterplatte) an Source von T2
hatte ich schaltungsmäßig schon als notwendig verstanden und
durchgeführt. Nur die zus. Massekontaktierung an der Rückwand
hatte ich nicht ganz verstanden warum sie unbedingt an diese Stelle
an den T2 gemacht wird.


73 de DH5PM, Markus