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Montag, 23. Februar 2009, 13:40

neues Filter und BFO fuer TEN TEC RX 1254

Hallo werte Empfangsfreunde,

vor einiger Zeit erwarb ich den Empfängerbausatz RX 1254 von TEN TEC. Was mir aber lange nicht gefiel, war der Umstand, dass damit nur umständlich SSB und CW Signale aufzunehmen waren. Das vorgesehene ZF Bandfilter mag ja für Rundfunksignale passend sein, doch für die Bandbreiten im Amateurfunk ist dieses Filter nicht günstig. Ich erwarb ein keramisches Filter CFJ455K der Firma Murata mit einer 6dB Bandbreite von 2,4kHz. Beim Ausbau des breiten Filters muss man mit Umsicht vorgehen um nicht die Leiterplatte zu beschädigen. Wichtig ist ein Lötkolben, der mit genügend Leistung ein langes herumbraten vermeiden hilft.

Ich wollte auch einen BFO aufbauen, mit dem ich die passende Seitenbandumschaltung vornehmen kann. Meine Versuche mit minimalstem Aufwand an der bestehenden Beschaltung des BFO im RX waren wenig erfreulich. Beim Stöbern fand ich dann einen Schaltungsvorschlag in "ELEKTRONIK aktiv " Heft Nr. 2 /2003. Darin wird ein SSB Empfänger für das 80/40m Band beschrieben. Die BFO Schaltung ist so einfach, wie effektiv. Ich hätte auch selbst darauf kommen können...hi

Die Schaltung ist schnell beschrieben. Je ein Nandgatter wird mit Zusatzbeschaltung als Oszillator für das jeweilige Seitenband dimensioniert und enthält jeweils einen Keramikschwinger 455kHZ, der jeweils 1,5kHz gezogen wird. Ein weiteres Gatter (beschaltet als Inverter) dient zur Ansteuerung des jeweils anzusteuernden Gatters. Beide Oszillatorzweige gelangen dann zu einem weiteren Gatter, dass das Signal entkoppelt auf eine Tiefpassstufe führt. Von dort gelangt es dann zu Pin 6 des NE612 im RX 1254. Selbstverständlich sind vorher der Keramikschwinger(Y2) und die Oszillatorbeschaltung C36,C37 im RX zu entfernen.

Mein Testaufbau fand auf einer Lochrasterleiterplatte Platz. Abweichend von der Beschaltung in der Zeitschrift dimensionierte ich nach vorhandem Material aus meinem Bauteilfundus. Siehe Fotos im Anhang.
Schaltung und Layoutvorschlag als PDF im Anhang.

vy 73
Andy
DK3JI
»Andreas« hat folgende Bilder angehängt:
  • bfo1.jpg
  • Filter_neu.jpg
»Andreas« hat folgende Datei angehängt:
  • bfo 455kHz.pdf (103,83 kB - 922 mal heruntergeladen - zuletzt: 17. Mai 2013, 02:52)
AK

2

Mittwoch, 4. März 2009, 09:03

Hallo werte Praktiker,


nachdem ich die Umbauten vorgenommen habe fiel mir noch ein Effekt auf, den ich mit Verkopplungen in Verbindung bringe. Deshalb möchte ich das etwas näher untersuchen.
Auch wenn das Gerät nur am Rande mit Sebstbau und QRP zu Tun hat, kann man an ihm dennoch Effekte des HF Aufbaus studieren.

Zustand 1: alle Gehäuseteile werden wie vorgesehen montiert. Es zeigt sich vor allem in den Frequenzbereichen unter 10MHz ein markanter NF- pfeifton von etwas mehr als 1,4kHz, der sehr störend ist. Das war vor dem Umbau aber auch so.

Zustand 2: man stellt den Aufbaurahmen nur auf den Gehäuseunterteil und hat das Blech mit dem Lautsprecher (nur gehalten von 2 Schrauben) senkrecht gestellt- wieder der Pfeifton vorhanden

Zustand 3: Lautsprecherblech steht weiterhin senkrecht- das Gehäuseunterteil fehlt - kein Pfeifton erkennbar

Zustand 4: Lautsprecherblech wieder in vorgesehener Position- der Pfeifton ist wieder vorhanden
(Anmerkung: bei den oben beschriebenen Zuständen ist die Anzeige eingeschaltet! Betriebsart:SSB)

Bislang gehen meine Vermutungen dahin, dass der 2. Oszillator Energie in den ZF Zweig koppelt und dass u.U. zusätzlich die gemultiplexte Anzeige auch noch Störenergie einkoppelt. Entfernt man den SN7447, dann ist der oben beschriebene Störton nicht vorhanden. Man kann natürlich dem DekoderIC via Schalter in der Betriebsspannungszufuhr den Garaus machen, doch ist das in meinen Augen die Holzhammermethode. Zusatzliche LC Glieder in der Versorgung der Anzeige brachten bislang keinen Erfolg.

Mods zum RX1254 gibt es ja von einigen OM (IW2EVK z.B.) im Netz, doch wird dabei undefiniert von einem störenden Display geschrieben. Meines Erachtens geht niemand an die Wurzel des Übels.

Ein konstruktives Manko weisst dieser Empfänger im unabgeschirmten Aufbau kritischer Stufen (hoch verstärkende Zf , 2. oszillator, 2. Mixer) und minder gut entkoppelter Betriebsspannungszufuhr auf. Wer den RX nur für AM nutzen will und nur selten Amateurfunk damit hören will, dem fallen diese Effekte sicher nicht auf. In AM gibt es den Störton nicht.

Sollte jemand ähnliche Effekte bei seinem RX 1254 festgestellt haben, so bin ich an einem Erfahrungsaustausch interessiert

vy 73
Andy
DK3JI
AK

3

Mittwoch, 4. März 2009, 23:15

Hallo werte Praktiker,

ergänzend zu meinem Beitrag von heute morgen ein wenig Doku zu den jeweiligen Zuständen.

vy 73
Andy
DK3JI
»Andreas« hat folgende Dateien angehängt:
  • Nf Spektren.zip (117,91 kB - 216 mal heruntergeladen - zuletzt: 16. Mai 2013, 14:02)
  • Bilder der Zustände.zip (1,61 MB - 173 mal heruntergeladen - zuletzt: 4. Mai 2013, 10:06)
  • CW Example.zip (2,18 MB - 179 mal heruntergeladen - zuletzt: 4. Mai 2013, 10:06)
  • ssb Example.zip (860,84 kB - 261 mal heruntergeladen - zuletzt: 5. Mai 2013, 19:32)
AK

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Andreas« (4. März 2009, 23:21)


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4

Freitag, 29. Juli 2011, 20:36

Hallo,

vielen Dank für deine Ausführungen. Ich liebäugel auch mit dem Empfänger.
Allgemein die Frage wie schwer der Empfänger aufzubauen ist?
Muss der Empfänger auch abgeglichen werden? ist das schwierig?

Oder gibt es gar ein alternativ Bastelgerät mit ähnlichen Eigenschaften?
Gruß Michael
73 de DG7DME Michael

5

Samstag, 30. Juli 2011, 15:10

Hallo Michael,

der Aufbau war unproblematisch. Wenn Du aber eher was für Amateurfunk suchst, dann gibt es ja etliche Selbstbaumöglichkeiten (Monoband oder Mehrbandbetrieb). Mich hat nach kurzer Zeit damals das viel zu breite Filter gestört. Auch die Abstimmung auf SSB Signale ist nicht ermüdungsfrei.

Wenn es aber darum geht im Urlaub sowohl Rundfunk oder Amateurfunk zu lauschen, so ist das Gerät dafür okay. Anzuraten ist dann allerdings ein konventionelles Trafonetzteil und möglichst eine brauchbare Antenne weit weg genug vom RX. Der RX fängt sich sonst das takten des Schaltnetzteiles auf. Meine Versuche mit verschiedenen NT waren ernüchternd.

Ich hoffe ich konnte etwas helfen

vy 73
Andy
DK3JI
AK

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6

Sonntag, 31. Juli 2011, 13:59

Hallo Andy,

Danke für die Info´s
Es soll eigentlich ein Gerät zum Radio hören werden.
Auch möchte ich mal wieder den Lötkolben schwingen.

Ich hatte mal den Ten Tec 1253 zusammengebaut.
Da dieser Bausatz sehr gut mit zwar einer Englischen Anleitung zusammenzubauen war, würde ich mich halt jetzt an dem Ten Tec 1254 versuchen.

Könnte amn den Empfänger auch mit einer Batterie speisen?
Welche Betriebsspannung benötigt der Empfänger?

Gruß
Michael
73 de DG7DME Michael

7

Sonntag, 31. Juli 2011, 22:26

Hallo Michael,

Betriebsspannung ist 12V( intern wird dann weiter eine Versorgung für 10V und 5V daraus gewonnen). Die typische Stromaufnahme wird zuerst durch das Display und die Nf Endstufe bestimmt. Ein Betrieb an einer Kfz Batterie ist bestimmt denkbar(bei abgestelltem Motor). Im Gerät sind keinerlei Vorkehrungen getroffen, die den Rx vor Transienten in einem Kfz Bordnetz schützen. Dazu meine Anregung: Man sehe sich einmal in einem Schaltbild eines Autoradios an, was da in der Versorgungsspannung gemacht wurde, damit das Radio alles überlebt. Ganz einfach ist das keinesfalls.

Ich kann morgen noch einmal nachmessen, wie hoch die Stromaufnahme ist.

vy 73
Andy
DK3JI
AK

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8

Donnerstag, 4. August 2011, 09:33

So heute ist der Ten Tec 1254 bei mir eingetroffen.

Ganz schön viel drin ;-)
Ist also nix für ein Wochenendprojekt so wie ich das sehe.

Sogar ein Netzteil ist dabei.
Wenn es losgeht mit dem Bauen werde ich weiter berichten.
73 de DG7DME Michael